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Von Atomismuskritik zu kollektiver Identität

Die Rolle der Sittlichkeit bei Hegel und den Kommunitaristen

Título: Von Atomismuskritik zu kollektiver Identität

Trabajo de Seminario , 2011 , 24 Páginas

Autor:in: René Goldschmidt (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Eine wirkmächtige politische Philosophie machte sich seit Anfang der 80’er Jahre mit der Kritik an liberalen politischen Konzeptionen einen Namen. Die Strömung, die aufgrund ihrer expliziten Priorisierung der Gemeinschaft vor Individualrechten Kommunitarismus genannt wird, lässt in entscheidenden Punkten Fragen wiederaufleben, die bereits Hegel gestellt hatte.
Wie er kritisiert auch sie die Tendenz des liberalen Denkens durch die Überbetonung der Rechte des Individuums zur Vereinzelung der Menschen beizutragen. Wie er suchen sie nach Wegen den Gemeinsinn zu stärken und Konzepte anzubieten, die der Vereinzelung durch kollektive Identität entgegen wirken.
In folgender Arbeit soll versucht werden die vom Kommunitarismus angebotene Alternative zur atomistischen Gesellschaft des Liberalismus unter Rekurs auf Hegel nachzuzeichnen. Dazu betrachten wir zunächst die grundsätzliche Kritik, die sowohl Hegel als auch die Kommunitaristen an liberalen Ideen übten, um einen Eindruck ihrer politischen Theorie zu gewinnen. Dabei werden wir auf den Gegensatz der Begriffe Gemeinschaft und Gesellschaft stoßen, der entscheidend für den Konflikt zwischen Liberalismus und Kommunitarismus ist.
Das Streben des Kommunitarismus nach einer Wiederbelebung der Gemeinschaft, wird eine Erörterung des Themenfeldes der kollektiven Identität erfordern, die uns auf die kommunitaristische Forderung nach Patriotismus stoßen wird. Patriotismus, als Konzept von Identifikation mit einer Gemeinschaft wirft aber ebenso die Frage nach der Beschaffenheit der Gemeinschaft auf, mit der wir uns identifizieren sollen. Hier schließlich wird der Begriff des sittlichen Staates zum Tragen kommen. Wir werden sehen wie Hegel, und nach ihm Kommunitaristen wie Charles Taylor, Michael Walzer und Alasdair MacIntyre sich den Staat als Gemeinschaft vorstellen. Die Konzeptionen von Sittlichkeit, die die kommunitaristischen Denker aufzeigen, zeichnen dabei wie sich zeigen wird die Hauptzüge dessen nach, was Hegel bereits fast 200 Jahre zuvor erörtert hatte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Atomismuskritik

2.1. Hegels Kritik am Kant’schen Moralitätsbegriff

2.2. Die Kommunitaristische Rawls-Kritik

3. Gemeinschaft und Gesellschaft

3.1. Begriffsklärung

3.2. Gemeinschaft, kollektive Identität und Multikulturalismus

3.3. Patriotismus

4. Der sittliche Staat

4.1. Hegels sittlicher Staat

4.2. Kommunitaristische Konzepte der Sittlichkeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vom Kommunitarismus entwickelte Alternative zur atomistischen Gesellschaft des Liberalismus unter besonderer Berücksichtigung der politischen Philosophie Hegels. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das Individuum innerhalb einer Gemeinschaft Identität und Sinn finden kann, um der durch den modernen Liberalismus geförderten Vereinzelung entgegenzuwirken.

  • Kritik am liberalen Individualismus und Atomismus
  • Gegensatzpaar "Gemeinschaft" versus "Gesellschaft"
  • Die Rolle der kollektiven Identität und des Patriotismus
  • Hegels Konzept des sittlichen Staates als Integrationsinstanz
  • Kommunitaristische Ansätze zur Wiederbelebung von Gemeinsinn

Auszug aus dem Buch

2.1. Hegels Kritik am Kant’schen Moralitätsbegriff

Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus und seinen Folgen ist nicht neu, schon Hegel hatte Kritik am überbordenden Individualismus der Moderne geübt. Zentral für Hegels Auffassung von der Moderne ist die eingehende Auseinandersetzung mit der griechischen Antike in seiner Tübinger Zeit. Im Vergleich zur griechischen Antike konstatiert er eine Mannigfaltigkeit an sozialen Brüchen in der Moderne: Brüche innerhalb der Gesellschaft, die sich in Klassengegensätzen äußern; historische Brüche, die Epochen voneinander scheiden sowie intrapersonelle Brüche, die das Individuum zwischen Spontanität und Vernunft, oder aber zwischen Autonomie und Tradition zerreißen.

Der Bruch zwischen Spontanität und Vernunft bzw. Autonomie und Tradition entspricht der Hegelschen Dichotomie von (abstraktem) Recht und Moralität. „Im Gegensatz zu den Prinzipien des abstrakten Rechts, die stets einer institutionellen Verankerung in staatlicher Autorität bedürfen, scheint […] der moralische Standpunkt seine Heimstätte bloß in dem geistigen Aktivitäten des einzelnen Subjekts zu besitzen.“

Während das abstrakte Recht ein äußerliches Recht ist, hat der moralische Standpunkt wie es Hegel in den Grundlinien der Philosophie des Rechts (fortan PhR) formuliert, „[…] die Gestalt die Entwicklung des Rechts des subjektiven Willens zu sein […]“.

Damit ist die Moralität Ausdruck und Ort der Individualität und des Subjektiven. Sie tritt in der Moderne dem Recht der Gemeinschaft, das in der Antike als ein objektives und allgemeines die Menschen dominierte, entgegen. „Die Subjekte der modernen Welt wissen […] im Unterschied zu den Mitgliedern der antiken Polis, dass auch anderes gelten könnte. Ihr Wille ist nicht mehr unmittelbar mit dem allgemeinen identisch.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der kommunitaristischen Kritik am Liberalismus heraus und verknüpft diese mit Hegels Philosophie sowie der zentralen Problemstellung der kollektiven Identität.

2. Atomismuskritik: Das Kapitel analysiert Hegels Auseinandersetzung mit der Kant’schen Moralvorstellung sowie die moderne kommunitaristische Kritik an den anthropologischen Prämissen des Rawls’schen Liberalismus.

3. Gemeinschaft und Gesellschaft: Hier werden die soziologischen Grundlagen nach Tönnies untersucht und die Mechanismen erörtert, durch die Gemeinschaft als identitätsstiftende Kraft in Abgrenzung zur zweckorientierten Gesellschaft fungiert.

4. Der sittliche Staat: Dieses Kapitel vergleicht Hegels Verständnis vom Staat als sittlicher Einheit mit den kommunitaristischen Modellen und beleuchtet die Rolle von Patriotismus als stabilisierendes Moment.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Identifikation des Individuums mit dem allgemeinen Willen des Staates der entscheidende Schlüssel zur Überwindung der atomistischen Vereinzelung ist.

Schlüsselwörter

Hegel, Kommunitarismus, Liberalismus, Atomismus, Sittlichkeit, Gemeinschaft, Gesellschaft, kollektive Identität, Patriotismus, Staat, Individualität, Recht, Moralität, Multikulturalismus, Bürgerpflichten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen liberalem Individualismus und kommunitaristischer Gemeinschaftsauffassung unter Rückgriff auf Hegels Rechtsphilosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kritik an der Atomisierung der Gesellschaft, die Bedeutung von Gemeinschaftsbindungen für die Identität und die Rolle des Staates als sittliche Instanz.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Frage lautet, wie moderne Gesellschaften der durch den Liberalismus geförderten Vereinzelung entgegenwirken und durch kollektive Identität wieder einen stabilisierenden Gemeinsinn entwickeln können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Analyse, die Hegelschen Konzepte mit zeitgenössischen kommunitaristischen Theorien vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kritik am Kant’schen und Rawls’schen Liberalismus, die Differenz zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft, sowie verschiedene Konzepte der kollektiven Identität und des Patriotismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Atomismus, Sittlichkeit, kollektive Identität, Patriotismus, Liberalismus und das Ideal des sittlichen Staates.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Patriotismus und Gemeinschaft?

Der Patriotismus wird als ein notwendiges, aber nicht hinreichendes Mittel zur Identitätsstiftung betrachtet, das erst dann legitim ist, wenn die Gemeinschaft tatsächlich Werte verkörpert, mit denen sich die Bürger identifizieren können.

Welche Rolle spielt die multikulturelle Gesellschaft für die Argumentation?

Die Arbeit erkennt an, dass heutige Gemeinschaften durch kulturelle Vielfalt geprägt sind, und argumentiert, dass Identität nur dann entstehen kann, wenn sich alle Lebenswelten in einem gemeinsamen, deliberativen Prozess wiederfinden.

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Detalles

Título
Von Atomismuskritik zu kollektiver Identität
Subtítulo
Die Rolle der Sittlichkeit bei Hegel und den Kommunitaristen
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Autor
René Goldschmidt (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
24
No. de catálogo
V182098
ISBN (Ebook)
9783656053590
ISBN (Libro)
9783656053941
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hegel Kommunitarismus Philosophie des Rechts Sittlichkeit Kollektive Identität Atomismuskritik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
René Goldschmidt (Autor), 2011, Von Atomismuskritik zu kollektiver Identität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182098
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