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Neuere Erkenntnisse zur Gewaltforschung unter Einbeziehung der konkreten Reflexion des Artikels "Schule und Aggression" von Christian Büttner

Title: Neuere Erkenntnisse zur Gewaltforschung unter Einbeziehung der konkreten Reflexion des Artikels "Schule und Aggression" von Christian Büttner

Term Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sandor Samu (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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„Gewalt in der Schule“ ist, glaubt man den Berichten der Presse, eine typische Erscheinung unserer Zeit. Einhellig ist die Meinung darüber, dass die Gewalt zugenommen hat. Die Schuld für dieses Phänomen wird abwechselnd den schlecht ausgebildeten Lehrern, den „unerzogenen“ Jugendlichen oder den verantwortungslosen Eltern zugeschoben. Wie immer bei komplexen Problemen wird der Versuch einer sachlich geführten Debatte durch den ungeduldigen Ruf nach schnellen Patentlösungen untergraben: Verschärfung des Waffengesetzes, mehr Autorität für die Lehrer, etc. Unabhängig von der Effektivität derartiger Maßnahmen ist es aber zunächst notwendig die Vermeidung von Gewalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Die Institution Schule ist keine abgeschlossene Welt für sich, sondern vielmehr ein Kulminationspunkt der Ansprüche der Eltern, der Kinder und der Lehrer, wobei letztere wiederum auch die Ansprüche des Staates repräsentieren. Schule steht allgemeinhin für den individuellen aber auch sozialen Wunsch nach einer besseren Welt, dem Streben nach einer positiven Entwicklung der Menschheit . Und sicherlich liegt es auch gerade daran, dass die jüngsten in Schulen passierten Gewaltverbrechen so sehr schockieren, weil sie der Gesellschaft den namentlichen „Spiegel“ vorhalten, der augenscheinlich keinen akzeptablen Zustand abbildet.
Wo sind die Ursachen aber nun zu suchen bzw. welche Schwierigkeiten gibt es bei ihrer Erfassung? Und welche Konfliktlösungswege bieten sich an? Die Arbeit setzt sich im Folgenden mit den Aussagen des Artikels von BÜTTNER (1993) auseinander, die vor dem Hintergrund eines kurzen Abrisses der aktuellen Forschung zum Thema reflektiert werden. Zur Darstellung letzterer wird im wesentlichen auf die aktuelle und sehr gründlich durchgeführte Zusammenfassung von SCHUBARTH (2000) zurückgegriffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bilanz der empirischen Gewaltforschung

2.1. Forschungsansatz und Methodik

2.2. Empirische Befunde zum Ausmaß, Erscheinungsformen und Entwicklung der Gewalt an Schulen

3. Theoretische Erklärungsansätze

3.1. Klassische psychologische Ansätze

3.2. Klassische soziologische Ansätze

3.3. Neuere psychologische Erklärungsansätze

3.4. Neuere soziologische Ansätze

3.5. Neuere kriminalsoziologische Ansätze

3.6. Integrative Erklärungsansätze

4. Konkrete Ursachen von Gewalt und Präventionsansätze

5. Die Position von Christian Büttner

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der wissenschaftlichen Debatte zur schulischen Gewalt auseinander, wobei der Artikel „Schule und Aggression“ von Christian Büttner im Zentrum der Reflexion steht. Ziel ist es, aktuelle Forschungsergebnisse zur Gewaltgenese und Prävention vorzustellen und diese in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Familie und Schule zu bewerten.

  • Aktueller Stand der empirischen Gewaltforschung
  • Psychologische und soziologische Erklärungsmodelle für schulisches Aggressionsverhalten
  • Analyse der Ursachen und Präventionsstrategien in Deutschland und den USA
  • Kritische Würdigung der Position von Christian Büttner zur Rolle von Familie und Schule
  • Reflexion über schulische Rahmenbedingungen und das Lehrer-Schüler-Verhältnis

Auszug aus dem Buch

3.1. Klassische psychologische Ansätze

Hierunter müssen zunächst die ursprünglich in der Verhaltensforschung (Konrad Lorenz) aber auch in ähnlicher Form bei Sigmund Freuds Psychoanalyse entwickelten „Triebtheorien“ erwähnt werden. Beide Vertreter gehen davon aus, dass der Mensch von Trieben (nicht nur Aggressions- sondern auch Sozial-, Elterntrieb usw.) geprägt ist, die genetisch verankert sind und durch Erziehung lediglich positiv oder negativ modifiziert werden können. Aggressionen sind grundsätzlich vorhanden und gehören zum Verhaltensrepertoire des Menschen wie „positiver“ besetzte Gefühle wie z. B. Nächstenliebe. Sie können nicht „ausgeschaltet“ werden, sondern unterscheiden sich lediglich in ihrer sozial verträglicheren oder unverträglicheren Erscheinungsform.

Die „Frustrationstheorie“ geht nicht davon aus, dass Aggressionen von vorneherein vorhanden sind, sondern nimmt an, dass diese immer erst durch negative Erfahrungen mit der Umwelt geschürt werden. Da Schule in vielerlei Hinsicht ein Ort von frustrierenden Erlebnissen für die Schüler sein kann (schlechte Zensuren, Konflikte mit den Mitschülern, etc.), bietet die Theorie einen wichtigen Ansatzpunkt für einen besseren, nämlich „frustrationsarmen“ menschlichem Umgang in der Schule.

Bei den „Lerntheorien“ steht die Vorstellung im Mittelpunkt, dass die Verhaltensweisen von Menschen aufgrund von erlernten Verhaltensschemata erfolgen. Aggressive Menschen haben demnach ihre gewaltträchtigen Handlungen erlernt, z. B. weil sie ihnen Vorteile wie Macht, Stärke verschafft haben. Die Lerntheorien betonen damit auch die Bedeutung der Gesellschaft als gewaltfördernder Sozialisationsfaktor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik schulischer Gewalt ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die sich kritisch mit aktuellen Forschungsberichten und der Position von Christian Büttner auseinandersetzt.

2. Bilanz der empirischen Gewaltforschung: In diesem Kapitel werden methodische Grundlagen der Gewaltforschung reflektiert und empirische Befunde zu Ausmaß und Erscheinungsformen schulischer Gewalt dargelegt.

3. Theoretische Erklärungsansätze: Hier werden zentrale psychologische, soziologische und kriminalsoziologische Theorien vorgestellt, die versuchen, das Entstehen von Gewalt bei Jugendlichen und an Schulen wissenschaftlich zu begründen.

4. Konkrete Ursachen von Gewalt und Präventionsansätze: Dieses Kapitel vergleicht amerikanische Schlüsselfaktoren mit der deutschen Debatte und diskutiert praktische Interventions- und Präventionsstrategien im schulischen Kontext.

5. Die Position von Christian Büttner: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Position von Christian Büttner, wobei dessen Analysen zum Spannungsfeld zwischen Elternhaus und Schule kritisch gewürdigt werden.

Schlüsselwörter

Gewaltforschung, Schule, Aggression, Prävention, Erziehung, Sozialisation, Familie, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Psychologie, Soziologie, Triebtheorie, Frustrationstheorie, Bildungsauftrag, Friedenserziehung, Individualisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt im schulischen Kontext unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erklärungsansätze und der spezifischen Position des Pädagogen Christian Büttner.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der empirischen Erfassung von Gewalt, der theoretischen Herleitung von Aggression durch verschiedene psychologische und soziologische Schulen sowie der Diskussion pädagogischer Handlungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Reflexion des aktuellen Forschungsstandes zur Gewaltprävention, insbesondere vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses zwischen institutionellen schulischen Anforderungen und familiären Erwartungen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle empirische Studien und theoretische Konzepte zur Gewaltdebatte, insbesondere der Artikel „Schule und Aggression“ von Christian Büttner, analysiert und diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bilanz der empirischen Forschung, eine umfangreiche Darstellung theoretischer Erklärungsansätze (z.B. Anomietheorie, Lerntheorien, Psychoanalyse) sowie die Analyse konkreter Ursachen und Präventionsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gewaltforschung, Schule, Aggression, Sozialisation, Prävention und das Spannungsfeld zwischen Familie und Schule.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Lehrers nach Christian Büttner?

Der Autor hinterfragt die hohen Anforderungen Büttners, der den Lehrer als „Superpädagogen“ sieht, und betont stattdessen die Notwendigkeit von kollegialer Unterstützung und einer allgemeinen Wertschätzung des Lehrerberufs.

Inwiefern beeinflusst das Elternhaus laut der Arbeit das Gewaltgeschehen?

Das Elternhaus wird als entscheidende Institution betrachtet, deren Einfluss auf den Schüler – etwa durch Leistungsdruck oder Schutzansprüche – oft zu einer Konfrontation mit dem pragmatischen Regelsystem der Schule führen kann.

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Details

Title
Neuere Erkenntnisse zur Gewaltforschung unter Einbeziehung der konkreten Reflexion des Artikels "Schule und Aggression" von Christian Büttner
College
University of Bremen  (Fachbereich 12 (Erziehungs- und Bildungswissenschaften))
Course
Erziehung und Gewalt
Grade
1,7
Author
Sandor Samu (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V18217
ISBN (eBook)
9783638226097
ISBN (Book)
9783638788281
Language
German
Tags
Neuere Erkenntnisse Gewaltforschung Einbeziehung Reflexion Artikels Schule Aggression Christian Büttner Erziehung Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandor Samu (Author), 2002, Neuere Erkenntnisse zur Gewaltforschung unter Einbeziehung der konkreten Reflexion des Artikels "Schule und Aggression" von Christian Büttner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18217
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