Wirtschaft und Unternehmen unterliegen seit geraumer Zeit einem Prozess des
strukturellen Wandels. Durch die Beseitigung von Hemmnissen im Güter- und
Kapitalverkehr sowie neue, durch den technischen Fortschritt geschaffene Informationsund
Kommunikationstechnologien lassen die Weltwirtschaft zusammenwachsen. Der
Internationalisierung der Märkte folgt eine Internationalisierung der Unternehmen, aus
nationalen bzw. vorrangig im Landesinneren agierende Unternehmen werden „global
player“. Diese Intensivierung des grenzüberschreitenden Geschäfts bedingt eine
Weiterentwicklung des nationalen Controlling um eine multinationale Komponente.
Ebenso erfordert die mit der Globalisierung verbundene Komplexitätssteigerung,
Dynamik und netzwerkartige Verflechtung, eine erweiterte und informatorische
Unterstützung der Unternehmen.
Die vorliegende Arbeit soll grundlegende Funktionen und Instrumente des
internationalen Konzerncontrollings darstellen. Die dem Controlling in der Literatur
zugesprochene Koordinationsfunktion macht es erforderlich auf Grundlage des angloamerikanischen
Schrifttums eine Differenzierung gegenüber den originären
Koordinationsmechanismen vorzunehmen. Das Konzerncontrolling wird motiviert
durch sogenannte Störfaktoren die speziell bei international agierenden Konzernen
auftreten.
Zuallererst wird der Begriff des internationalen Konzerns erläutert. Anschließend wird
die Notwendigkeit speziell „internationalen“ Konzerncontrolling erklärt. Dort heraus
folgt eine Darstellung der Funktionen eines internationalen Konzerncontrollings mit den
zur Umsetzung notwendigen Instrumenten. Bei der Arbeit soll unter dem Aspekt des
Umfangs bewusst das „internationale“ des Konzerncontrollings fokussiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriff internationaler Konzern
2. Der Controlling-Begriff im heterogenen internationalen Umfeld
3. Zur Begründung eines internationalen Konzerncontrollings
4. Die Funktionen des internationalen Konzerncontrollings
5. Instrumente des internationalen Controllings
6. Rechnungslegungsstandards
7. Ergebnis und Ausblick der Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die grundlegenden Funktionen und Instrumente des internationalen Konzerncontrollings systematisch darzustellen und dabei die spezifischen Herausforderungen, die sich aus der Internationalisierung von Unternehmen ergeben, zu analysieren.
- Differenzierung des internationalen Konzerncontrollings gegenüber dem nationalen Controlling.
- Analyse von Störfaktoren wie Wechselkursrisiken, kultureller Distanz und Länderrisiken.
- Untersuchung der Koordinations-, Zielausrichtungs-, Anpassungs- und Servicefunktionen.
- Evaluation von Controlling-Instrumenten wie Balanced Scorecard, Kennzahlensystemen und Budgetierung.
- Diskussion der Relevanz unterschiedlicher internationaler Rechnungslegungsstandards.
Auszug aus dem Buch
Die Funktionen des internationalen Konzerncontrollings
Aus der Fundierung des Begriffs, den Problemfeldern sowie den Differenzierungen des internationalen Controllings leiten sich die vom Controlling wahrzunehmenden Aufgaben ab. Dabei hat die Koordinationsfunktion ähnlich wie beim nationalen Controlling eine zentrale Bedeutung. Dem Controlling können, der Koordinationsfunktion nachgeordnet, noch weitere abgeleitete Zwecksetzungen zugesprochen werden. Als nähere Spezifikation der Koordinationsfunktion lassen sich nach Küpper die Zielausrichtungsfunktion, die Anpassungs- und Innovationsfunktion sowie die Servicefunktion unterscheiden.
Im folgenden sollen diese Funktionen im internationalen Kontext beleuchtet werden. Die grundlegende Koordinationsfunktion soll die Handlungseffizienz im Unternehmen steigern, indem durch Variation des einzusetzenden Instrumentariums die arbeitseilig vollzogenen Handlungen auf die betrieblichen Zielsetzungen ausgerichtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff internationaler Konzern: Definiert den internationalen Konzern anhand von Direktinvestitionen und der Anforderung einer einheitlichen Leitung über rechtlich selbstständige Einheiten.
2. Der Controlling-Begriff im heterogenen internationalen Umfeld: Erläutert die Controlling-Funktion als sekundäre Koordination, die durch Informationsaufbereitung die Abstimmung zwischen komplexen internationalen Einheiten unterstützt.
3. Zur Begründung eines internationalen Konzerncontrollings: Identifiziert spezifische internationale Störfaktoren wie Wechselkursvolatilität, Länderrisiken und kulturelle Distanz, die eine Anpassung des Controllings erfordern.
4. Die Funktionen des internationalen Konzerncontrollings: Spezifiziert die Kernaufgaben des internationalen Controllings in Zielausrichtungs-, Anpassungs-, Innovations- und Servicefunktionen.
5. Instrumente des internationalen Controllings: Stellt verschiedene Methoden wie Inflationsbereinigung, Transferpreise und die Balanced Scorecard vor, die zur operationalen Steuerung internationaler Konzerne eingesetzt werden.
6. Rechnungslegungsstandards: Diskutiert die Notwendigkeit einer Angleichung nationaler und internationaler Rechnungslegungssysteme (wie IAS oder US-GAAP) für ein konsistentes Berichtswesen.
7. Ergebnis und Ausblick der Arbeit: Führt aus, dass weiterhin Forschungsbedarf bei der ganzheitlichen Controlling-Konzeption für internationale Konzerne besteht und eine Harmonisierung der Rechnungslegung die Arbeit erleichtern würde.
Schlüsselwörter
Internationales Konzerncontrolling, Koordinationsfunktion, Störfaktoren, Länderrisiko, Wechselkursvolatilität, Balanced Scorecard, Rechnungslegungsstandards, IAS, US-GAAP, Berichtswesen, Transferpreise, Zielausrichtungsfunktion, Anpassungsfähigkeit, Unternehmensführung, Global Player.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Ausgestaltung des Controllings in international agierenden Konzernen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die Definition internationaler Konzerne, die Identifikation spezifischer Risikofaktoren im Ausland und die darauf basierende Anpassung von Controlling-Funktionen und -Instrumenten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Funktionen und notwendigen Instrumente eines internationalen Konzerncontrollings zu systematisieren, um der durch Globalisierung steigenden Komplexität in der Unternehmenssteuerung gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenführung betriebswirtschaftlicher Konzepte zur Koordination und Steuerung internationaler Einheiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung des Bedarfs an internationalem Controlling, die Ableitung spezifischer Funktionen und die Vorstellung geeigneter Instrumente sowie die Diskussion der Harmonisierung von Rechnungslegungsstandards.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Konzerncontrolling, internationale Koordinationsmechanismen, Länderrisiko, Transferpreise und die Differenzierung von Rechnungslegungsstandards.
Wie unterscheidet sich das internationale Controlling laut Autor vom originären nationalen Controlling?
Es unterscheidet sich vor allem durch die Berücksichtigung von "Störfaktoren" wie Wechselkursschwankungen, kultureller Distanz und unterschiedlicher ökonomischer Rahmenbedingungen in Gastländern.
Welche Rolle spielt die "Informationsmaklerfunktion" im internationalen Kontext?
Das Controlling fungiert hierbei als zentrale Stelle, die weltweite Informationsquellen erschließt, relevante Daten filtert und für die Steuerung der verschiedenen Tochtergesellschaften aufbereitet.
- Quote paper
- Marvin Plümecke (Author), 2003, Funktionen und Instrumente des Internationalen Konzerncontrollings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18224