Hier soll die These aufgestellt werden, dass eine Verbesserung des Wettbewerbs mit einer Verringerung des Anlegerschutzes einhergeht und andersherum. Ob dies tatsächlich der Fall ist, soll am Ende dieser Studienarbeit beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DER BEGRIFFE
1. Die BÖRSE I. S. D. § 2 I BÖRSG
2. DAS MULTILATERALE HANDELSSYSTEM I. S. D. § 2 III NR. 8 WPHG
III. UNTERSCHIEDE VON MULTILATERALEN HANDELSSYSTEMEN IM VERGLEICH ZU BÖRSEN
1. UNTERSCHIEDE FÜR DEN BETREIBER DER HANDELSPLÄTZE
a. Genehmigung zum Betrieb einer Börse und eines multilateralen Handelssystems
b. Aufsicht über Börsen und multilaterale Handelssysteme
c. Europäischer Pass
2. UNTERSCHIEDE FÜR DEN EMITTENTEN
a. Zulassung der Wertpapiere
b. (Zulassungs-) Folgepflichten und Sanktionen nach dem WPHG
aa. Ad-hoc-Publizitätspflicht gem. § 15 und Veröffentlichung der Director's Dealings gem. § 15a
bb. Notwendige Informationen für die Wahrnehmung von Rechten aus Wertpapieren gem. §§ 30a ff.
cc. Überwachung von Unternehmensabschlüssen und Veröffentlichung von Finanzberichten gem. §§ 37n ff.
dd. Sanktionen gem. §§ 38, 39
c. Haftung des Emittenten
aa. Haftung nach §§ 44-47 BörsG
bb. Haftung nach §§ 37b, 37c
cc. Prospektpflicht nach dem WpPG
dd. Haftung nach §§ 823 II BGB i. V. m. Schutzgesetz
3. UNTERSCHIEDE FÜR DEN ANLEGER
a. Zugang zum Handelsplatz
b. Meldepflichten gem. §§ 21 ff.
c. Haftung gem. § 823 II BGB i. V. m. §§ 21 ff.
aa. §§ 21 ff. als Schutzgesetze i. S. d. § 823 II BGB
bb. §§ 21 ff. nicht als Schutzgesetze i. S. d. § 823 II BGB
cc. Stellungnahme
d. Haftung für Angebotsunterlage gem. § 12 WpÜG
f. Liquidität der Handelsplätze
g. Preisermittlung
h. Clearing- und Handelskosten
i. Anonymität
IV. BEWERTUNG UND AUSBLICK
1. Ermittlung der Vor- und Nachteile an Hand einer Gesamtbetrachtung
a. Vor- und Nachteile für den Betreiber
b. Vor- und Nachteile für den Emittenten
aa. Juristische Sichtweise
bb. Ökonomische Sichtweise
c. Vor- und Nachteile für den Anleger
2. Realisierung der Zielsetzung der MiFID
a. Stärkung des Wettbewerbs
b. Anlegerschutz
Zielsetzung und Themenfelder der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit untersucht die rechtlichen Vor- und Nachteile von multilateralen Handelssystemen im direkten Vergleich zu klassischen Börsen nach Umsetzung der MiFID durch das FrUG. Ziel ist es zu analysieren, ob die angestrebte Stärkung des Wettbewerbs im Finanzmarkt mit einer Beeinträchtigung des Anlegerschutzes korreliert oder ob beide Ziele in Einklang zu bringen sind.
- Rechtliche Definition und Abgrenzung von Börsen und multilateralen Handelssystemen.
- Analyse der aufsichtsrechtlichen Unterschiede für Betreiber, Emittenten und Anleger.
- Untersuchung von Zulassungs- und Folgepflichten sowie Haftungsgrundlagen.
- Bewertung des Einflusses der MiFID auf den europäischen Finanzmarktwettbewerb.
- Kritische Würdigung des Anlegerschutzes bei außerbörslichen Handelsplattformen.
Auszug aus dem Buch
I. Einleitung
Seit der Umsetzung der MiFID durch das FRUG im November 2007 stellt sich in Deutschland und der Europäischen Union die Frage der Vor- und Nachteile von multilateralen Handelssystemen im Vergleich zu Börsen. Seitdem gibt es eine Dreiteilung der Handelsplätze für Finanzinstrumente in Börsen (§ 2 I BörsG), multilaterale Handelssysteme (§ 2 III Nr. 2 WpHG) und systematische Internalisierer (§ 2 X). Börsen sowie multilaterale Handelssysteme stellen im Gegensatz zu systematischen Internalisierern multilaterale Systeme dar, also Systeme, in denen eine Vielzahl von Interessen der am Kauf oder Verkauf beteiligten Parteien berücksichtigt wird. Durch die MiFID wollte die Kommission den europäischen Wettbewerb auf dem Kapitalmarkt (insb. unter den Handelsplätzen) stärken und zugleich den Anlegerschutz verbessern. Diese beiden Aspekte: Stärkung des Wettbewerbs (Funktionsschutz des Kapitalmarktes) und Verbesserung des Anlegerschutzes stellen die zwei elementaren Grundprinzipien des Kapitalmarktrechts dar.
Hier soll die These aufgestellt werden, dass eine Verbesserung des Wettbewerbs mit einer Verringerung des Anlegerschutzes einhergeht und andersherum. Ob dies tatsächlich der Fall ist, soll am Ende dieser Studienarbeit beantwortet werden. Dazu werden zunächst die Begriffe Börse und multilaterales Handelssystem definiert sowie erläutert [II.]. Sodann erfolgt eine Darstellung ausgewählter Unterschiede beider Handelsplätze aus der Sicht des Betreibers, Emittenten und Anlegers [III.]. Im letzten Teil der Arbeit werden die Unterschiede in Vor- und Nachteile gewichtet, um daraus herzuleiten, ob die Ziele der MiFID erreicht wurden bzw. erreicht werden können [IV.].
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Handelsplatz-Dreiteilung durch die MiFID und Formulierung der Forschungsfrage zum Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Anlegerschutz.
II. DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DER BEGRIFFE: Juristische Definition und Abgrenzung der Begriffe Börse und multilaterales Handelssystem basierend auf dem Börsengesetz und dem Wertpapierhandelsgesetz.
III. UNTERSCHIEDE VON MULTILATERALEN HANDELSSYSTEMEN IM VERGLEICH ZU BÖRSEN: Detaillierte Gegenüberstellung der rechtlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen für die drei Hauptakteure: Betreiber, Emittenten und Anleger.
IV. BEWERTUNG UND AUSBLICK: Synthese der zuvor erarbeiteten Unterschiede zur Bewertung, ob die Ziele der MiFID in Bezug auf Wettbewerb und Anlegerschutz in der Praxis realisiert werden konnten.
Schlüsselwörter
Börse, Multilaterales Handelssystem, MiFID, FrUG, Anlegerschutz, Wettbewerb, Kapitalmarktrecht, Wertpapierhandel, Emittentenhaftung, Finanzinstrumente, Börsenaufsicht, Handelsplätze, Markttransparenz, Prospektpflicht, Marktfragmentierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die rechtlichen Differenzen zwischen Börsen und multilateralen Handelssystemen im deutschen Finanzmarktrecht unter Berücksichtigung der MiFID-Vorgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die aufsichtsrechtlichen Pflichten, Haftungsfragen für Emittenten sowie die Auswirkungen auf den Anlegerschutz und den Wettbewerb zwischen Handelsplätzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Stärkung des Wettbewerbs durch die MiFID zu Lasten des Anlegerschutzes geht oder ob eine ausgewogene Koexistenz beider Handelsplatztypen möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtswissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Auslegung der relevanten Gesetze (BörsG, WpHG, WpPG, BGB) und der Auswertung juristischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung der Anforderungen an Betreiber, Emittenten und Anleger sowie die systematische Gegenüberstellung von Transparenz- und Haftungsregeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Börse, Multilaterales Handelssystem, MiFID, Anlegerschutz, Wettbewerb und Kapitalmarktrecht.
Gibt es wesentliche Unterschiede bei der Haftung des Emittenten?
Ja, die Arbeit stellt fest, dass Emittenten an Börsen strengeren Prospektpflichten und Haftungsregeln unterliegen als an multilateralen Handelssystemen, was die Attraktivität der jeweiligen Plattform beeinflusst.
Welche Rolle spielt die Liquidität in diesem Vergleich?
Die Liquidität wird als kritischer Faktor analysiert, wobei die Arbeit beleuchtet, wie Marktfragmentierung durch neue Handelsplätze die Preisbildung und die Transaktionskosten beeinflusst.
Wie bewertet der Autor die Realisierung der MiFID-Ziele?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der europäische Wettbewerb zwar gestärkt wurde, der Anlegerschutz jedoch aufgrund unterschiedlicher Regulierungsdichten zwischen den Handelsplatztypen variiert.
- Quote paper
- Neda von Rimon (Author), 2010, Vor- und Nachteile von multilateralen Handelssystemen im Vergleich zu Börsen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182258