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Das Menschenbild des Thukydides - Ein Vergleich mit Herodot

Title: Das Menschenbild des Thukydides - Ein Vergleich mit Herodot

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marius Kurschus (Author)

World History - Early and Ancient History
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Thukydides gilt als einer der bedeutendsten Historiker der Antike. Sein Werk über den Peloponnesischen Krieg wird als frühes Muster einer historischen Monographie, dem viele andere Historiker gefolgt sind, gesehen.
Ebenso gilt auch Herodot als wohl der erste echte Historiker. In seinen Historien, den 9 Büchern über die Anfänge der bis hin zum ersten großen antiken Krieg zwischen Persern und Greichen, dokumentiert er detailliert alle Eindrücke, die er auf seinen Reisen gewonnen hat.
In dieser Arbeit werden die Menschenbilder der beiden antiken Autoren verglichen, wobei das Augenmerk eher auf dem thukydideischen Menschenbild lag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema und Erläuterung der Fragestellung

2. Die Reden des Perikles

3. Der Pestbericht

4. Der Mytilene-Beschluss

5. Die Pathologie des Krieges

6. Der Melier-Dialog

7. Die Sizilien-Debatte

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Menschenbild des antiken Historikers Thukydides im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger Herodot. Dabei wird analysiert, inwiefern Machtstreben, Egoismus und der Verlust moralischer Normen in Ausnahmesituationen als zentrale Konstanten im Geschichtsverständnis von Thukydides fungieren und wie sich diese durch literarische Textstellen belegen lassen.

  • Analyse der Reden des Perikles als politisches Manifest
  • Untersuchung des menschlichen Verhaltens während der Pest in Athen
  • Diskussion über Machtpolitik und Recht des Stärkeren im Melier-Dialog
  • Intertextueller Vergleich mit den Darstellungen Herodots zur menschlichen Natur
  • Evaluation des Einflusses von Machthunger auf politische Entscheidungen

Auszug aus dem Buch

Die Pathologie des Krieges (III, 82-85)

Bei der Pathologie des Krieges handelt es sich um ein Musterbeispiel Thukydides über den Ausbruch der στάσις (griech. Stasis), zu Deutsch eines Bürgerkrieges und dessen Folgen für eine Polis. Er wählt Kerkyra, das heutigen Korfu, als Beispiel für seine Ausführungen. In der kerkyranischen Gesellschaft gab es, wie in allen griechischen Polis, Vertreter der Demokratie und der Aristokratie. Schon in den ersten Sätzen schreibt Thukydides, dass die Menschen, solange sie in Frieden und Wohlstand nach besseren Grundsätzen leben würden. Durch den Peloponnesischen Krieg versuchten Demokraten und Aristokraten eine der großen Kriegsparteien, also Athener oder Spartaner auf seine Seite zu bringen und von ihnen Unterstützung zu bekommen. Die Demokraten verhandelten meist mit den Athenern und die Aristokraten mit den Spartanern. Sobald man der Unterstützung sicher sein konnte, begann man gegen die Anhänger der Gegenseite vorzugehen. Der Bürgerkrieg entbrannte nicht nur auf Kerkyra. Thukydides spricht jedoch davon, dass es der erste Krieg dieser Art war und später in ganz Hellas solche Kriege vorkamen.

Durch diese entstandene Zwietracht, kam es laut Thukydides in der Bevölkerung zu einem Sittenverfall oder eher zu einer Inversion der Tugenden. Beispiele dafür sind „unüberlegte Tollkühnheit“ die fortan als „aufopfernde Tapferkeit“ galt. Thukydides fügt noch sehr viele Beispiele an, denen man erkennen kann, dass die ganzen Tugenden der damaligen Zeit fast in ihr Gegenteil umgekehrt wurden. Unüberlegtes Handeln, wildes Draufgängertum und Böses tun waren auf einmal angesehen und Eigenschaften wie Vorsicht, Besonnenheit und Klugheit wurden verspottet und als feige abgetan. All diese Sittenlosigkeit kam durch den Bürgerkrieg in ganz Hellas auf und den Grund sieht Thukydides wieder in der Herrschsucht, die sich in Habgier und Ehrgeiz äußert. Ein weiteres Mal bringt er den menschlichen Trieb nach Macht ein und auch am Ende der Pathologie erwähnt er wieder die menschliche Natur, die „ohnehin gewohnt [ist] gegen die Gesetze Unrecht zu tun“ und sich daran noch erfreut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema und Erläuterung der Fragestellung: Diese Einführung legt den methodischen Rahmen fest, stellt Thukydides als Historiker vor und definiert die Zielsetzung der vergleichenden Analyse mit Herodot.

2. Die Reden des Perikles: Das Kapitel beleuchtet anhand der großen Reden die Prinzipien der athenischen Politik und die ideelle Rechtfertigung der Machtposition durch Perikles.

3. Der Pestbericht: Hier wird untersucht, wie der Ausnahmezustand der Epidemie den Sittenverfall und das egoistische Handeln der Bevölkerung offenlegt.

4. Der Mytilene-Beschluss: Diese Passage analysiert die Entscheidungsfindung in der Volksversammlung und zeigt die Anfälligkeit des Menschen für kurzfristige, affektgesteuerte Machtausübung auf.

5. Die Pathologie des Krieges: Das Kapitel beschreibt den Bürgerkrieg als Inversion der Tugenden, bei dem Machtgier und Habgier an die Stelle von Besonnenheit treten.

6. Der Melier-Dialog: Die Analyse des Dialogs verdeutlicht das zynische Prinzip des Rechts des Stärkeren und die daraus resultierende politische Arroganz Athens.

7. Die Sizilien-Debatte: Es wird erörtert, wie individuelle Ambitionen wie die von Alkibiades die Athener in eine verhängnisvolle Expansionspolitik treiben.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz unterschiedlicher Darstellungsweisen ein tiefgreifendes, realistisches und pessimistisches Menschenbild beide Autoren verbindet.

Schlüsselwörter

Thukydides, Herodot, Menschenbild, Machtgier, Peloponnesischer Krieg, Sittenverfall, Stasis, Perikles, athenische Politik, Geschichtsschreibung, Antike, Egoismus, Recht des Stärkeren, Tugenden, politische Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Menschenbild des Historikers Thukydides und vergleicht dieses mit dem seines Vorgängers Herodot.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören Machtpolitik, das Verhalten in Krisensituationen, der Verlust moralischer Normen (Sittenverfall) und das Streben nach persönlichem Vorteil.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das pessimistische, von Machtstreben geprägte Menschenbild des Thukydides anhand konkreter Textstellen aus seinem Werk zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu Herodot aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Autorin bzw. der Autor verfolgt eine chronologische, philologische Analyse ausgewählter Textpassagen aus dem Werk von Thukydides, die in einen intertextuellen Vergleich mit Berichten von Herodot gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Schlüsselszenen wie die Reden des Perikles, den Pestbericht, den Mytilene-Beschluss, die Pathologie des Bürgerkrieges, den Melier-Dialog und die Sizilien-Debatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Machtgier, Sittenverfall, Stasis, Menschenbild, Thukydides, Herodot und politische Moral.

Wie bewertet Thukydides das Handeln der Athener im Melier-Dialog?

Er stellt das Auftreten der Athener als Musterbeispiel für Zynismus und Arroganz der Macht dar, wobei er implizit die radikale Expansionspolitik kritisch hinterfragt.

Welche Rolle spielt die „Stasis“ im Menschenbild des Thukydides?

Der Bürgerkrieg (Stasis) dient als Beweis dafür, dass unter extremen Bedingungen gesellschaftliche Normen kollabieren und der Mensch zu egoistischem, machtgetriebenem Handeln neigt, das moralische Werte verdrängt.

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Details

Title
Das Menschenbild des Thukydides - Ein Vergleich mit Herodot
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Marius Kurschus (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V182308
ISBN (eBook)
9783656060680
ISBN (Book)
9783656060949
Language
German
Tags
Thukydides Herodot Menschenbild Antike Peloponnesischer Krieg Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Kurschus (Author), 2011, Das Menschenbild des Thukydides - Ein Vergleich mit Herodot, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182308
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