This bachelor thesis deals with the topic of the Roman catacombs with a focus set on the Crypt of Lucina. These tombs can be seen as the first evidence of the origin of Christianity. At the same time they reflect the unique nameless belief of those days and its people. This belief is not comparable with the Christianity that is practiced in our days.
In the course of this work I will describe and analyze how this anonymous belief is illustrated in the symbolic frescoes. Which influences of other cultures are integrated? What is new and Christian within the expression? Furthermore I have a critic view on the opinion of some scientists that the key of transcription to the pictures is lost.
I argue that one is able to interpret most of the catacomb pictures of early Christian art with the use of the Bible, ancient texts of selected church fathers and the knowledge of the historical context. But, as one can see in the history of reception, it is necessary to be aware of the trap of dogmatic prejudices and keep an open style of interpretation.
In my conclusion I gather from a few but central complexes of motifs taken from daily life that Christian belief was close to the ordinary folk. So it operated with symbols common to the crowd such as rural idyll, dining illustrations, the relationship of teachers and pupils and parables referring to the sacraments to demonstrate the hope of salvation. This idea was basic for the early Christian catacomb frescoes because of the temporal importance to this time and the connection to death in funerary art.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Allgemeines zu den römischen Katakomben
1.1. Entstehung
1.2. Inventar und Bräuche
1.3. Niedergang und Wiederentdeckung
2. Die Lucina-Gruft
2.1. Entstehung und Topographie
2.2. EXKURS: Stilistik und historischer Kontext
2.3. Rundgang durch die Lucina-Gruft
2.3.1. Cubiculum X
2.3.1.1. Die Taufe Jesu
2.3.2. Cubiculum Y
2.2.3.1. Das Deckenfresko
2.2.3.2. Die Fische mit dem Brotkorb
2.2.3.3. Der ruhender Jona
2.3.3. Cubiculum E
2.2.4.1. Der Hirte mit der Milchkanne
3. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die frühchristlichen Wandmalereien der Lucina-Gruft, um die grundlegenden Glaubensvorstellungen und ikonographischen Entwicklungen der ersten Jahrhunderte des Christentums zu rekonstruieren. Durch eine systematische Analyse der Malereien im Kontext ihrer Entstehungszeit wird erforscht, wie christliche Inhalte in eine noch heidnisch geprägte Kunstsprache integriert wurden und welche Rolle diese Bilder als visuelle Symbole des Glaubens und der Hoffnung spielten.
- Historische Entwicklung und Entstehung der römischen Katakomben.
- Stilistische Analyse der Wandmalereien in der Lucina-Gruft unter Berücksichtigung antiker Kontexte.
- Ikonographische Untersuchung zentraler Motive wie Taufe, Guter Hirte und Jona-Zyklus.
- Beurteilung der Bedeutung der Katakombenbilder als Ausdruck des "namenlosen Glaubens" der frühen Christen.
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Das cubiculum X
Auf der Rückwand des Cubiculuims X über der Tür zu Cubiculum Y findet sich eines der ältesten erhaltenen sicher christlichen Bilder, eine leider sehr verblasste erste Darstellung der Taufe. Es zeigt ein unruhiges, breites Gewässer in Grün- und Blautönen, aus dem ein nackter, bartloser Jüngling entsteigt. Dieser ist in seiner Körperhaltung „recht natürlich und sorgfältig durchgebildet“. Auf einem in gelblicher Farbe angedeuteten ansteigendem Ufer ist ein in der gegürteten tunica exomis bekleideter zweiter Mann zu sehen, der Ersterem behilflich die Hand reicht. Die Figuren sind in etwa gleich groß gemalt, in der rechten Bildhälfte angeordnet und in braun gehalten, wobei der Farbauftrag, wenn auf die Augenpartie des Täufers geachtet wird, aufgelöst und fleckig, also schon leicht impressionistisch, erscheint. Die bewegte Szene wird von einer von links Richtung Getauften herniederfliegenden Taube gekrönt, die ein realitätsfern rot-grün getupftes Gefieder aufweist. Auf weitere Details wird, wie so oft in den erzählenden Bildern der christlichen Katakombenkunst, zugunsten der reinen Aussagefunktion des Freskos verzichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Quellenlage zur frühchristlichen Kunst ein und definiert das Ziel, durch eine ikonologische Analyse der Lucina-Gruft den "namenlosen Glauben" dieser Epoche zu erschließen.
1. Allgemeines zu den römischen Katakomben: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Bestattungskultur der ersten Jahrhunderte, die Entwicklung unterirdischer Nekropolen und die organisatorischen Aspekte der frühen christlichen Grabstätten.
2. Die Lucina-Gruft: Dieses Hauptkapitel widmet sich der detaillierten Analyse der Lucina-Gruft, beleuchtet deren Entstehung und Stilistik und führt einen virtuellen Rundgang durch die wichtigsten Grabkammern (Cubicula) durch, um deren bildliche Ausgestaltung zu interpretieren.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse der Motivwahl und Komposition zusammen und schlussfolgert, dass die frühen Christen gezielt heidnische Kunsttopoi nutzten, um ihre eigene christliche Heilsbotschaft in einer neuen didaktischen Form zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Lucina-Gruft, Katakomben, frühchristliche Kunst, Wandmalerei, Ikonographie, Guter Hirte, Jona-Zyklus, Taufe Jesu, Sepulchralkunst, christliche Symbolik, Antike, römische Nekropolen, Heilsgeschichte, Glaube, Frömmigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung der frühchristlichen Identität durch die Untersuchung der Wandmalereien in der römischen Lucina-Gruft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehungsgeschichte der Katakomben, der ikonographischen Deutung zentraler frühchristlicher Bildmotive und deren Einbettung in den zeitgenössischen antiken Kunststil.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aus den erhaltenen, oft fragmentarischen Wandbildern Rückschlüsse auf die Glaubensgrundlagen und die symbolische Ausdruckskraft der frühen Christen zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Die Arbeit folgt dem ikonologischen Modell nach Panofsky, um über die rein ästhetische Betrachtung hinaus zu einer inhaltlichen Deutung der Bilder im christlichen Kontext zu gelangen.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine stilistische Analyse des historischen Kontextes und eine detaillierte ikonographische Analyse ausgewählter Fresken, wie der Taufe Jesu oder des Jona-Zyklus.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?
Schlüsselwörter sind unter anderem Katakomben, Lucina-Gruft, Ikonographie, frühchristliche Kunst, Sepulchralkunst und christliche Symbolik.
Welche Rolle spielt die "Inschrift des Aberkios" für die Argumentation?
Die Inschrift dient als wichtiger Deutungsschlüssel, um die Fisch- und Hirtensymbolik in den Wandmalereien besser in den Kontext frühchristlicher Liturgie und Glaubensbekenntnisse einzuordnen.
Warum wird der "Gute Hirte" in der Lucina-Gruft als komplexes Motiv beschrieben?
Das Motiv vereint antike bukolische Traditionen (das Ideal des Landlebens) mit der neuen christlichen Vorstellung von Christus als Erlöser, der das verlorene Schaf zurückbringt.
- Citation du texte
- Katharina Rothe (Auteur), 2010, Die ersten Spuren des Christentums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182335