Gliederung
1. Einleitung 1
2. Undine - motivgeschichtliche Erläuterungen 2
2.1 Quellen und literarische Wurzeln Fouques 2
2.1.1 Die gestörte Mahrtenehe 3
3. Merkmale und Aufbau der Erzählung 4
3.1 Schwierigkeiten der Klassifizierung: 6
Ist der Text ein Märchen?
3.2 Interpretation zentraler Motive 8
3.2.1 Symbolik – Metaphorik 9
3.2.2 Personendarstellung 10
4.Literarische Wertung – Rezeption 14
5. Abschlussbemerkungen 15
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Ich werde mich in der vorliegenden Arbeit mit der Erzählung „Undine“ von „Friedrich De La Motte Fouqué“ (1777-1843) beschäftigen. Sie basiert auf einer langen motivgeschichtlichen Entwicklung, die so umfangreich und komplex ist, um ein Germanistikseminar damit zu füllen. Verallgemeinert geht es um die zum Scheitern verurteilte Liebe zwischen menschlichen und nicht menschlichen Wesen, die ich im Verlauf dieser Arbeit erläutern werde. Die erste Niederschrift des Stoffes ist vermutlich „Die gestörte Mahrtenehe Peter von Staufenberg“ eines unbekannten Dichters. Es handelt sich dabei um eine mittelhochdeutsche Versnovelle, die um 1310 entstand. Sie wurde seit dem bis in die Gegenwart, in verschiedenen Variationen, sowohl von unbekannten Dichtern, als auch von literarischen Größen, wie beispielsweise Goethe, Eichendorff, Keller oder Bachmann in ihren Schriften verwendet. Die Thematik gehört in den weiteren Kreis der Sagen, Mythen und Märchen. Ich werde mich in dieser Arbeit auf die „Undine“ des romantischen Autors Fouqué konzentrieren und versuchen zum einen ihre Besonderheiten zu beleuchten und zum anderen auf sein Bild des Mittelalters näher einzugehen. Literaturhistorisch und stilistisch gesehen gehört die Fouquésche Undine in die Epoche der Romantik. Sie erschien erstmals 1811 im Frühjahrsheft der Zeitung „Jahreszeiten“, dessen Herausgeber Fouqué selbst war. Die „Undine“ gilt allgemein als Fouqués beste Erzählung. Dabei ist sie nur ein Beispiel für eine ganze Reihe von Ritterromanen und Kurzprosa, die auf das Schaffen Fouqués zurückgehen. Die meisten seiner anderen literarischen Werke gerieten hingegen in Vergessenheit...
Gliederung
1. Einleitung
2. Undine - motivgeschichtliche Erläuterungen
2.1 Quellen und literarische Wurzeln Fouqués
2.1.1 Die „gestörte Mahrtenehe“
3. Merkmale und Aufbau der Erzählung
3.1 Schwierigkeiten der Klassifizierung – Ist der Text ein Märchen?
3.2 Interpretation zentraler Motive
3.2.1 Symbolik - Metaphorik
3.2.2 Personendarstellung
4. Literarische Wertung - Rezeption
5. Abschlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué im Kontext ihrer motivgeschichtlichen Entwicklung. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Darstellung des Konflikts zwischen der irdischen und der überirdischen Sphäre sowie der literarischen Strukturierung und Rezeption des Werkes innerhalb der Romantik.
- Motivgeschichtliche Herleitung des Undine-Stoffes
- Strukturelle Analyse und Kapitelanordnung der Erzählung
- Symbolik, Metaphorik und Personendarstellung
- Klassifizierungsproblematik des Textes als Kunstmärchen
- Literarische Rezeption und zeitgenössische Kritik
Auszug aus dem Buch
3. Merkmale und Aufbau der Erzählung
Ich werde mich in den folgenden Kapiteln mit den literarischen Merkmalen der Erzählung beschäftigen. Biographische Interpretationsansätze werde ich aufgrund des eingeschränkten Rahmens dieser Arbeit weitgehend zurückstellen. Es gibt eine Vielzahl solcher Ansätze, die sowohl auf Fouqués Autobiographie als auch Spekulation beruhen. Es sei aber der wichtigste biographische Ansatz kurz erwähnt, da er mir in der Sekundärliteratur häufig begegnete.
Edgar Allen Poe beispielsweise wies 1889 darauf hin, dass die Figur der „Undine“ auffällige Züge der damals 15-jährigen Elisabeth von Breitenbach besitzt, die Fouqué im April 1795 traf. Er beschreibt diese in seiner Autobiographie als „zarte, eben erst erblühende Jungfrau edlen Stammes...“ und wird von vielen Literaturwissenschaftlern als Vorbild für die literarische Undine gesehen. Frank Rainer Max geht noch einen Schritt weiter und behauptet, diese unerfüllte Liebe sei jene, auf welche der Autor in Kapitel 13 direkt anspielt: „Der diese Geschichte aufschreibt, weil sie ihm das Herz bewegt....“ und [...] „Das Herz tut ihm dabei allzu weh, denn er hat ähnliche Dinge erlebt, und scheut sich in der Erinnerung auch noch vor ihrem Schatten.“
Die der Erzählung zugrunde liegende Struktur folgt nach der Fachliteratur einer strengen Kapitelanordnung. Diegmann-Hornig beschreibt eine symmetrische Anordnung der Kapitel: Die ersten neun Kapitel führen Undine in die weltabgeschiedene Einsamkeit der Fischerhütte und immer enger mit dem Ritter zusammen. Im zehnten Kapitel erfolgt die Peripetie. Aus der Natur in die Zivilisation, aus der Zweisamkeit in die Dreisamkeit. Ab dem elften Kapitel zeichnet sich eine zunehmende Abwendung des Ritter Huldbrand von der Wasserfrau ab, die ein tragisches Ende nimmt. Aus diesem Aufbau ergibt sich ein Verhältnis der Kapitel von 9:1:9. Eine weitere Symmetrie erkennt Diegmann-Hornig im Anfang und Ende der Erzählung. Fouqué erwähnt auf der ersten und der letzten Seite der Erzählung „Erde, die auf drei Seiten von Wasser umschlossen ist.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué ein und skizziert die motivgeschichtliche Bedeutung sowie das Ziel der Untersuchung.
2. Undine - motivgeschichtliche Erläuterungen: Es wird die historische Genese des Stoffes, insbesondere das Modell der „gestörten Mahrtenehe“ und die Einflüsse auf Fouqué, analysiert.
3. Merkmale und Aufbau der Erzählung: Dieses Kapitel untersucht die erzählerische Struktur, die Klassifizierung als Märchen sowie die zentrale Symbolik und die psychologische Darstellung der Charaktere.
4. Literarische Wertung - Rezeption: Hier werden die konträren Rezeptionsgeschichten des Werkes von der Zeitgenossenschaft bis zur modernen Literaturkritik beleuchtet.
5. Abschlussbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung Fouqués für die literaturwissenschaftliche Motivforschung kritisch gewürdigt.
Schlüsselwörter
Undine, Friedrich de la Motte Fouqué, Romantik, Motivgeschichte, gestörte Mahrtenehe, Kunstmärchen, Wassergeister, Symbolik, Literaturrezeption, Ritter Huldbrand, Elementargeister, Seelengewinn, Erzählstruktur, Peripetie, literarische Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué und untersucht deren motivische Herkunft, erzählerische Struktur und literarische Einordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Mensch-Natur-Beziehung, das Motiv der Beseelung von Naturgeistern, der Konflikt zwischen irdischen und überirdischen Sphären sowie die Struktur von Kunstmärchen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Erzählung sowohl unter motivgeschichtlichen als auch rezeptionsgeschichtlichen Aspekten zu untersuchen, um zu einer eigenen Bewertung des Werkes und seiner literarischen Stilmittel zu gelangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf strukturelle Symmetrien, motivische Vorlagen und die spezifische Verwendung von Symbolik und Sprache hin untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Quellen und Wurzeln des Staufenberg-Stoffes, die formale Kapitelanordnung, die Klassifizierung als (Kunst-)Märchen sowie die spezifische Symbolik und Charakterzeichnung der Protagonisten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Undine, Romantik, motivgeschichtliche Entwicklung, Elementargeister, Kunstmärchen und literarische Rezeption charakterisiert.
Warum wird die Bezeichnung „gestörte Mahrtenehe“ verwendet?
Dieser Begriff beschreibt das literarische Grundmodell, bei dem eine Verbindung zwischen Mensch und übernatürlichem Wesen aufgrund eines Tabubruchs tragisch endet, was als zentrale Struktur für die Undine-Geschichte dient.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Oheims Kühleborn?
Kühleborn wird als ambivalente Figur der Natur und der Geisterwelt analysiert, die zwar aktiv in das Geschehen eingreift, aber aufgrund des Fehlens einer Seele und eines Gewissens moralisch nicht im menschlichen Sinne agiert.
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- Kay Mankus (Autor), 2004, Undine - Die Rezeption des Peter von Staufenberg bei Fouque, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182356