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"Die alternde Gesellschaft" - Chancen und Herausforderungen

Title: "Die alternde Gesellschaft" - Chancen und Herausforderungen

Bachelor Thesis , 2011 , 51 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simon Busch (Author)

Sociology - Old Age
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„Unsere Gesellschaft altert!“ Über diese Aussage, besser gesagt über diese Feststellung, stolpern wir heute beinahe täglich bei der Lektüre der Tageszeitung oder in den Nachrichten, vor allem wenn es um die voranschreitende Überforderung unserer sozialen Sicherungssysteme geht. Das durchschnittliche Alter und die Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung haben sich im letzten Jahrhundert deutlich erhöht und nehmen auch weiterhin noch stetig zu. Gleichzeitig werden immer weniger Neugeborene zur Welt gebracht. Die Gründe für diesen Wandel der Altersstruktur sind vielschichtig. Zum Beispiel garantieren medizinische Fortschritte immer mehr Menschen ein langes Leben, andererseits führen Anforderungen, die durch Ausbildung, Beruf und Karrieredruck entstehen, dazu, dass eine Familiengründung, wenn überhaupt, erst in einem deutlich späteren Lebensabschnitt durchgeführt wird, als es noch einige Generationen zuvor der Fall war. Wir sind bereits in den Anfängen einer und entwickeln uns weiter zu einer Gesellschaft, in der immer mehr alte und arbeitsunfähige Menschen einer deutlich geringeren Zahl an jungen, erwerbstätigen Personen gegenüber stehen. Im Jahr 2007 exekutierte der damalige Arbeitsminister Franz Müntefering den Beschluss der Rente mit 67 Jahren mit den Worten: „Weniger Kinder, später in den Beruf, früher raus, länger leben, länger Rente zahlen: Wenn man das nebeneinander legt, muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland um zu wissen: Das kann nicht gehen.“
In dieser Arbeit soll herausgestellt werden, dass die Entwicklung der Gesellschaft als eine Herausforderung betrachtet werden muss, die zwar viele Probleme mit sich bringt, aber auch Chancen schaffen kann. Ziel ist es, einen Überblick über die Situation der alternden Gesellschaft und den demographischen Wandel zu schaffen, Ursachen und Folgen zu erläutern und die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen objektiv darzustellen. Die persönliche Meinung des Verfassers soll keinen positiven oder negativen Einfluss auf die Argumentation der Arbeit suggerieren. Durch die Bezugnahme auf verschiedene Literaturquellen der Soziologie, Demographie, Thanatologie, Gerontologie und weiteren Disziplinen, soll nicht nur nach Lösungen für die Probleme der alternden Gesellschaft gesucht werden, sondern ein umfassendes Bild über den Forschungsstand dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demographische Aspekte der Altersgesellschaft

3. „Alter“ und „Altern“

3.1 Dimensionen des Alterns

3.1.1 Kalendarisches Altern

3.1.2 Biologisches Altern

3.1.3 Psychisches Altern

3.2 Altersbilder und Altersstereotype

3.3 Schlussfolgerungen

4. Herausforderungen und Chancen einer alternden Gesellschaft

4.1 Arbeitsmarkt und Arbeitswelt

4.1.1 Das Potential älterer Arbeitnehmer

4.1.2 Neue Wege auf dem Arbeitsmarkt

4.2 Sozialpolitik und soziale Ungleichheit in der Altersgesellschaft

4.2.1 Das System der Alterssicherung

4.2.2 Drohende Armut und Ausgrenzung?

4.3 Lebenslauf und Lebensformen

4.3.1 Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen

4.3.2 Familiäre Strukturen und Generationenbeziehungen

4.3.2 Freizeit und die freie Zeit

4.3.4 Technik im Alter

5. Das „vierte Alter“

5.1 Die Kultur des Sterbens

5.2 Das soziale Sterben

5.3 Ein würdiger letzter Lebensabschnitt

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Herausforderungen und Chancen, die mit der demographischen Alterung der deutschen Gesellschaft einhergehen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die soziologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Alterns zu entwickeln und darzustellen, wie gesellschaftliche Strukturen auf den demographischen Wandel reagieren müssen.

  • Analyse demographischer Entwicklungen und ihrer Ursachen
  • Untersuchung unterschiedlicher Alternsdimensionen und gesellschaftlicher Altersbilder
  • Bewertung des Arbeitsmarktes im Kontext älterer Arbeitnehmer und Fachkräftemangel
  • Diskussion von Sozialpolitik, Altersvorsorge und drohender Ungleichheit
  • Betrachtung von Sterbekultur, Institutionalisierung und alternativen Lebensformen im Alter

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Kalendarisches Altern

Alter wird im Alltag zunächst mit dem kalendarischen oder auch chronologischen Lebensalter verbunden, worunter man die direkte Einteilung einer Person in eine Altersgruppe anhand ihres Geburtsdatums versteht. Jeder ist also so alt, „wie es sich rechnerisch aus der Differenz zwischen Geburts- und aktuellem Datum ergibt“ (Thieme 2008, S. 33). Eine solche Einteilung existiert vermutlich hauptsächlich als „verwaltungsmässige [sic], bürokratische Organisationsform der Gesellschaft“ (Schmassmann 2006, S. 28f.), um bestimmte Phasen des Lebenslaufs, wie zum Beispiel die Volljährigkeit oder das Rentenalter, festlegen zu können.

Die Altersgrenze für das Rentenalter zum Beispiel ist eine willkürliche Setzung, die, einmal fixiert, die gesellschaftliche Definition des Alters vollständig bestimmt (vgl. Braun 1973, S. 57). Dieser Aspekt ist von besonderer Relevanz für die alternde Gesellschaft, denn der chronologischen Einteilung werden gewisse kulturelle Eigenschaften und gesellschaftliche Bedeutungen zugeschrieben, die das Selbstverständnis vom Alter beeinflussen. In Deutschland nimmt ein 14 jähriges Mädchen beispielsweise die soziale Rolle einer Schülerin ein, in einer segmentären Gesellschaft kann sie jedoch bereits die Rolle der Ehefrau und Mutter tragen (vgl. Schmassmann 2006, S. 29f.). Ebenso existieren unterschiedliche Vorstellungen von dem Zeitpunkt, an dem das Alter beginnt, die sich in unseren Köpfen fest eingebrannt haben und sich so schnell nicht mehr von dort löschen lassen.

Problematisch ist also die Frage, wo eine Grenze zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen gezogen werden kann. Wir sind heute stark auf die Aussage des kalendarischen Alters fixiert, obwohl eine Zahl alleine der „Heterogenität von Verhaltensweisen und Eigenschaften einer einzelnen Geburtskohorte“ (Pohlmann 2004, S. 13) nicht gerecht werden kann. Bei rein chronologischer Altersbetrachtung werden ereigniskorrelierte Entwicklungen sowie individuelle und umweltbedingte Einflüsse, die gesamte Vielfalt des Lebens also, völlig ignoriert (vgl. Pohlmann 2004, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die voranschreitende Alterung der Gesellschaft sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für soziale Sicherungssysteme und formuliert das Ziel der objektiven Bestandsaufnahme.

2. Demographische Aspekte der Altersgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der deutschen Sozialstruktur von der Alterspyramide zur „zerzausten Wettertanne“ und analysiert Faktoren wie Lebenserwartung und Geburtenentwicklung.

3. „Alter“ und „Altern“: Es werden die verschiedenen Dimensionen des Alterns – kalendarisch, biologisch und psychisch – beleuchtet sowie der Einfluss negativer Altersstereotype kritisch hinterfragt.

4. Herausforderungen und Chancen einer alternden Gesellschaft: Dieser Hauptteil widmet sich den Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt, die Sozialpolitik und veränderte Lebensformen, inklusive der Rolle moderner Technik.

5. Das „vierte Alter“: Hier steht die Hochaltrigkeit im Zentrum, wobei die Institutionalisierung und Medikalisierung des Sterbens sowie alternative Wege wie die Hospizarbeit diskutiert werden.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens, um ein würdevolles Altern zu ermöglichen, und betont die Eigenverantwortung für die Gestaltung des langen Lebens.

Schlüsselwörter

Altersgesellschaft, Demographischer Wandel, Lebenserwartung, Soziologie, Generationenvertrag, Altersbilder, Altersstereotype, Arbeitsmarkt, Sozialstaat, Lebensformen, Hochaltrigkeit, Sterbekultur, Hospiz, Altersarmut, Technik im Alter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Folgen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung in Deutschland unter soziologischen und interdisziplinären Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem demographischen Wandel, der Definition des Alterns, den Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialsystem sowie dem würdevollen Umgang mit dem Sterben im „vierten Alter“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, ein umfassendes Bild über den aktuellen Forschungsstand zur alternden Gesellschaft zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie Herausforderungen durch objektive Analyse und gesellschaftliches Umdenken bewältigt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, indem er Erkenntnisse aus der Soziologie, Demographie, Thanatologie und Gerontologie interdisziplinär zusammenführt und auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Komplexe: die theoretischen Dimensionen des Alterns, die wirtschaftlichen Herausforderungen (Arbeitsmarkt und Sozialpolitik) sowie soziokulturelle Aspekte wie Wohnformen, Technik und das Sterben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören demographischer Wandel, Altersbilder, soziale Ungleichheit, Generationenvertrag und die Institutionalisierung des Todes.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen dem „dritten“ und dem „vierten“ Alter?

Während das „dritte Alter“ (ca. 60–80 Jahre) als aktive und oft positive Lebensphase verstanden wird, bezeichnet das „vierte Alter“ die Phase der Hochaltrigkeit, in der häufig Multimorbidität und Hilfsbedürftigkeit dominieren.

Warum spielt die Technik eine wichtige Rolle für die alternde Gesellschaft?

Technik wird sowohl als notwendige Barriereüberwindung für gesellschaftliche Teilhabe als auch als unterstützendes Instrument (z. B. Medizintechnik, intelligente Wohnumgebungen) für ein längeres selbstständiges Leben im Alter betrachtet.

Welche Rolle spielt der Generationenvertrag im aktuellen Diskurs?

Die Arbeit analysiert, wie die demographische Verschiebung das Umlageverfahren belastet und welche Reformansätze, wie etwa das Sparen für das Kapitaldeckungsverfahren oder die längere Erwerbsbeteiligung, diskutiert werden.

Was bedeutet der „soziale Tod“ im Kontext der Arbeit?

Er beschreibt den Prozess des Verlusts sozialer Anerkennung und Identität, der oft schleichend nach dem Renteneintritt oder bei Eintritt in institutionelle Pflegeumgebungen beginnt, lange bevor der physische Tod eintritt.

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Details

Title
"Die alternde Gesellschaft" - Chancen und Herausforderungen
College
University of Trier
Grade
1,0
Author
Simon Busch (Author)
Publication Year
2011
Pages
51
Catalog Number
V182401
ISBN (eBook)
9783656062165
ISBN (Book)
9783656061762
Language
German
Tags
gesellschaft chancen herausforderungen Altern Altersgesellschaft Sterben Tod Rente Lebensphase hospiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Busch (Author), 2011, "Die alternde Gesellschaft" - Chancen und Herausforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182401
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