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Das frühneuzeitliche Bild des Osmanischen Reiches im Spiegel deutschsprachiger Reiseliteratur

Titre: Das frühneuzeitliche Bild des Osmanischen Reiches im Spiegel deutschsprachiger Reiseliteratur

Dossier / Travail , 2005 , 25 Pages , Note: 1,3

Autor:in: M. A. Aaron Faßbender (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Millesimo sexcentesimo veniet Turcus totam Germaniam devastaturus"

Die Zeilen an der Wand von Luthers Studierstube in Wittenberg verdeutlichen, wie stark ihn die Türkenfrage bewegt haben muss. Die Nachrichten, die die Furcht vor dem Osmanischen Reich auslösten, basierten in erster Linie auf den Newen Zeitungen (Nova) und Reiseberichten. Dass das Interesse an solchen Informationen sehr groß gewesen sein muss, beweisen die hohen Auflagenzahlen der so genannten Turcica jener Zeit.
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild der Türken im Spiegel von deutschsprachigen Reiseberichten der Frühen Neuzeit. Der Grund für die räumliche Eingrenzung auf den deutschsprachigen Raum liegt in der besonderen Konkurrenz zwischen habsburgischer Monarchie und osmanischem Sultanat. [...] Neben der politischen Auseinandersetzung verbreitete sich im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, unter anderem auf Betreiben Luthers und Melanchtons hin, die chiliastische Ansicht, dass die Türken mit Satan [...] gleichzusetzen seien und ihre Überwindung einen allgemeinen Frieden herbeiführen würde.

Gerade unter diesen konfliktbeladenen Rahmenbedingungen erscheint eine Untersuchung von Faktoren, welche die öffentliche Meinung beeinflusst haben, lohnenswert. Begibt man sich auf die Spur der Erkenntnisse, welche das allgegenwärtige Gefühl, durch das osmanische Reich bedroht zu sein, auslösten, ist es notwendig die Verfasser der Nachrichten aus dem Orient zu untersuchen. Dabei sind die Fragen entscheidend, wie ausgeprägt das Wissen der Autoren über das Osmanische Reich war und ob sie die notwendige Empathie besaßen, um Unbekanntes oder Befremdliches objektiv wiederzugeben. Um diesen Fragen nachzugehen, werden im weiteren Verlauf drei ausgewählte Reiseberichte jener Zeit, bezüglich der Charakterisierung der Osmanen und der Beurteilung des osmanischen Staatsapparates untersucht werden. Die Charakterisierung wird die Beobachtungen, welche der Autor über Wesenszüge, Tugenden und Laster der Bevölkerung gemacht hat einschließen, während die Beurteilung des Staatsapparates, das Herrschaftssystem, die Person des Sultans, sowie Aussagen über die Legitimität des osmanischen Staates einbeziehen wird. Anhand dieser Erkenntnisse werden Tendenzen und Gemeinsamkeiten, aber auch Gegensätzlichkeiten der verschiedenen Reisebeschreibungen herausgestellt werden, welche wiederum einen Einblick in das Bild des Osmanischen Reiches in der "deutschen" Öffentlichkeit der Frühen Neuzeit gewähren

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und historische Relevanz

1.2 Der aktuelle Forschungsstand

1.3 Die Reiseliteratur als historische Quelle

1.4 Die der Arbeit zugrunde liegenden Quellen

1.4.1 Johannes Schiltberger (1394-1427)

1.4.2 Hans Dernschwam (1553-1555)

1.4.3 Salomon Schweigger (1577-1581)

2. Die Darstellung der Osmanen in den Reiseberichten

2.1 Das Wesen der osmanischen Bevölkerung im Reisebericht…

2.1.1 …Johannes Schiltbergers

2.1.2 …Hans Dernschwams

2.1.3 …Salomon Schweiggers

2.2 Die Herrschaftsform des Osmanischen Reiches…

2.2.1 … bei Johannes Schiltberger

2.2.2 … bei Hans Dernschwam

2.2.3 … bei Salomon Schweigger

3. Schluss

4. Anhang

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild der Türken im Spiegel deutschsprachiger Reiseberichte der Frühen Neuzeit, um herauszufinden, wie ausgeprägt das Wissen der Autoren über das Osmanische Reich war und inwieweit ihre Darstellungen von politischer Voreingenommenheit oder persönlichen Erfahrungen geprägt wurden. Zentral ist dabei die Frage nach der Charakterisierung der Bevölkerung sowie der Beurteilung des osmanischen Staatsapparates und dessen Legitimität.

  • Analyse der Reiseliteratur als historische Quelle
  • Vergleich der Berichte von Johannes Schiltberger, Hans Dernschwam und Salomon Schweigger
  • Untersuchung des osmanischen Gesellschafts- und Herrschaftssystems aus zeitgenössischer Sicht
  • Rolle von Vorurteilen und antitürkischer Propaganda in der Frühen Neuzeit
  • Verhältnis zwischen politischer Realität und der Wahrnehmung im Heiligen Römischen Reich

Auszug aus dem Buch

1.1 Fragestellung und historische Relevanz

Millesimo sexcentesimo veniet Turcus totam Germaniam devastaturus

Die Zeilen an der Wand von Luthers Studierstube in Wittenberg verdeutlichen, wie stark ihn die Türkenfrage bewegt haben muss. Die Nachrichten, die die Furcht vor dem Osmanischen Reich auslösten, basierten in erster Linie auf den Newen Zeitungen (Nova) und Reiseberichten. Dass das Interesse an solchen Informationen sehr groß gewesen sein muss, beweisen die hohen Auflagenzahlen der so genannten Turcica jener Zeit.

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild der Türken im Spiegel von deutschsprachigen Reiseberichten der Frühen Neuzeit. Der Grund für die räumliche Eingrenzung auf den deutschsprachigen Raum liegt in der besonderen Konkurrenz zwischen habsburgischer Monarchie und osmanischem Sultanat. Während bereits Maximilian I. einen Türkenkreuzzug zur Wiedereroberung Konstantinopels plante (diesen allerdings nie realisierte), kam es spätestens seit 1526 zum direkten Interessenskonflikt zwischen den beiden Mächten: Nachdem am 29. August König Ludwig II. von Ungarn und Böhmen in der Schlacht von Mohács fiel, trat sein Schwager Ferdinand von Österreich dessen Erbe an. Nun standen die Ansprüche Habsburgs den osmanischen Expansionsbestrebungen in Ungarn unversöhnlich gegenüber. Im Reich hingegen wurde von nun an jede Hilfe gegen die Türken als eine Förderung der habsburgischen Interessen betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der Türkenfrage in der Frühen Neuzeit ein und erläutert die Auswahl der untersuchten Reiseberichte sowie deren methodischen Stellenwert.

2. Die Darstellung der Osmanen in den Reiseberichten: In diesem Hauptteil wird analysiert, wie die drei Autoren das Wesen der Bevölkerung und die Herrschaftsform des Osmanischen Reiches beschrieben und bewertet haben.

3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass das Wissen der Autoren über das Osmanische Reich begrenzt war und ihre Schilderungen stark von Grausamkeitsstereotypen sowie ihrer eigenen gesellschaftlichen Positionierung geprägt wurden.

4. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende visuelle Darstellungen, wie etwa den Gefangenzug, die zur Illustration der Untersuchung dienen.

Schlüsselwörter

Osmanisches Reich, Frühe Neuzeit, Reiseberichte, Türkengefahr, Johannes Schiltberger, Hans Dernschwam, Salomon Schweigger, Habsburger Monarchie, Kulturbegegnung, Despotie, Türkenbild, Quellenkritik, Orient, Okzident, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wahrnehmung des Osmanischen Reiches in drei deutschsprachigen Reiseberichten der Frühen Neuzeit vor dem Hintergrund der habsburgisch-osmanischen Rivalität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Charakterisierung der osmanischen Bevölkerung, die Analyse des Staats- und Herrschaftssystems sowie die Rolle von Stereotypen und Feindbildern in der historischen Reiseliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Bild des Osmanischen Reiches in der damaligen deutschen Öffentlichkeit zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit die Berichte als objektive Quelle oder als ideologisch gefärbte Propaganda anzusehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen quellenkritischen Ansatz, der die subjektive Sichtweise der Autoren sowie ihre soziale Herkunft und den Kontext ihrer Reise in die Interpretation der Texte einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des osmanischen Volkes und der osmanischen Herrschaftsform, differenziert nach den individuellen Perspektiven von Schiltberger, Dernschwam und Schweigger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Osmanisches Reich, Türkengefahr, Reiseliteratur, Frühe Neuzeit und der interkulturelle Vergleich zwischen Orient und Okzident.

Wie unterscheidet sich Johannes Schiltbergers Bericht von denen der anderen Autoren?

Schiltbergers Bericht basiert auf einer jahrelangen unfreiwilligen Gefangenschaft, wodurch seine Schilderungen weniger von den sonst üblichen, oberflächlichen Feindbildern geprägt sind.

Warum spielt das "Göttliche" eine so große Rolle in der Argumentation der Autoren?

Die Autoren deuten die osmanische Expansion häufig transzendent als eine göttliche Strafe für das sündhafte Leben der Christen, um den Erfolg der Türken ohne eigene militärische Niederlage erklären zu können.

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Résumé des informations

Titre
Das frühneuzeitliche Bild des Osmanischen Reiches im Spiegel deutschsprachiger Reiseliteratur
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Cours
Alltagskultur in der Frühen Neuzeit (PS 10.417)
Note
1,3
Auteur
M. A. Aaron Faßbender (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
25
N° de catalogue
V182584
ISBN (ebook)
9783656061861
ISBN (Livre)
9783656061588
Langue
allemand
mots-clé
Osmanisches Reich Reiseliteratur Türkei Deutschland Johannes Schildberger Hans Dernschwam Salomon Schweigger Osmanen Neuzeit Türken Ludwig II. habsburgische Türkengefahr Offenbarung des Johannes Apokalypse Morgenland Turcica Völkerkunde Kulturgeschichte frühneuzeitliche Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Timur Leng Tämerlin Bayezid I. Herzog Albrecht III. Konstantinopel Istanbul Reisebericht Mohacs Versklavung Janitscharen Kleinasien Habsburg Martin Luther Herrschaftsform Hofstaat Hohe Pforte Orient Okzident Suleyman I. der Prächtige Murad III. Stereotype Vorurteile Sultan Melanchton Neue Zeitungen Nova
Sécurité des produits
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Citation du texte
M. A. Aaron Faßbender (Auteur), 2005, Das frühneuzeitliche Bild des Osmanischen Reiches im Spiegel deutschsprachiger Reiseliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182584
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Extrait de  25  pages
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