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Das VW-Modell als Beispiel beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung: Wie wurde es umgesetzt und welche sozialstrukturellen Konsequenzen ergaben sich daraus?

Title: Das VW-Modell als Beispiel beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung: Wie wurde es umgesetzt und welche sozialstrukturellen Konsequenzen ergaben sich daraus?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: Heiko Wallauer (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Immer wieder wird die Verringerung der Arbeitszeit als Königsweg bei der Sicherung von Arbeitsplätzen und bei der Reduktion von Arbeitslosigkeit angesehen. Und so sind auch tarifliche Abkommen, wie sie zum Beispiel bei der Volkswagen AG getroffen wurden, und wie dies durch Entwicklungstendenzen des "Bündnis für Arbeit" in bestimmten Punkten bestätigt wurde, als neuer Teil der arbeitspolitischen Landschaft nicht mehr wegzudenken. Nach Markus Promberger stellen sie mitunter die "einzige unmittelbar arbeitsplatzsichernde Form solcher Bündnisse" dar. Er geht sogar soweit, den Modellen von Volkswagen, der metalverarbeitenden Industrie oder der Ruhrkohle AG Pioniercharakter zuzuschreiben.


Allerdings darf nicht vergessen werden, daß arbeitsplatzsichernde Modelle immer in eine soziale Umwelt eingegliedert sind und das somit auch immer eine Wirkung auf eben diese Umwelt, die meist nicht intendiert ist, vorliegt.


Im der vorliegenden Arbeit soll deshalb dieses Phänomen am Beispiel des sogenannten VW-Modells näher beleuchtet werden. Hierzu wird es zunächst notwendig sein, zu klären, was unter arbeitsmarktpolitischen und beschäftigungspolitischen Maßnahmen zu verstehen ist, um dann das VW-Modell als "neuen Typ" von vorangegangen Typen abzugrenzen. Kurz wird am Ende dieses Kapitel dann noch der sogenannte "Tabubruch" des VW-Modells erläutert. Im folgenden Kapitel wird dann auf die beschäftigungssichernde Arbeitszeitverkürzung am Beispiel der Volkswagen AG eingegangen, also auf die sogenannte Vier-Tage-Woche und deren Umsetzung innerhalb der Volkswagen AG. Im vierten Kapitel wird dann näher auf die sozialstrukturellen Konsequenzen der Vier-Tage-Woche eingegangen. Bedingt durch den Umstand, daß dem Einzelnen mehr Zeit, aber weniger Geld zur Verfügung stehen, erscheint es notwendig, aufzuzeigen, wie die Angestellten der Volkswagen AG mit diesen Einkommenseinbußen umgehen. Im folgenden werden dann anhand ausgewählter Beispiele (Familie/Freizeit/Eigenarbeit) der Einfluß der Vier-Tage-Woche auf bestehende soziale und sozialstrukturelle Gefüge vorgestellt. Kapitel 5 bietet dann abschließend eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter arbeitsmarktpolitischen und beschäftigungspolitischen Maßnahmen?

2.1 Beschäftigungssicherung und Arbeitszeitverkürzung

2.2 Neuer Typ beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung

2.3 Beschäftigungssicherung als Tabubruch?

3. Beschäftigungssichernde Arbeitszeitverkürzung am Beispiel der Volkswagen AG

3.1 Die Vier-Tage-Woche bei VW

3.2 Die Umsetzung der 28,8-Stunden-Woche

4. Sozialstrukturelle Konsequenzen des VW-Modells

4.1 Mehr Freizeit – weniger Geld

4.1.1 Umgang mit Einkommenseinbußen

4.2.1 Die Auswirkungen der 28,8-Stunden-Woche auf die familiale Lebensführung

4.2.2 Auswirkungen der 28,8-Stunden Woche auf die Gestaltung der Freizeit

4.2.3 Zunehmende Eigenarbeit und Schwarzarbeit – eine Folge der 28,8-Stunden Woche?

5. Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse

6. Literatur:

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das sogenannte VW-Modell, eine Form der beschäftigungssichernden Arbeitszeitverkürzung, um dessen Umsetzung und die damit verbundenen sozialstrukturellen Konsequenzen für die betroffenen Angestellten zu analysieren.

  • Definition und Abgrenzung arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischer Maßnahmen
  • Analyse des VW-Modells als "neuer Typ" der Arbeitszeitverkürzung
  • Untersuchung der Auswirkungen auf Haushaltseinkommen und familiale Lebensführung
  • Evaluation der Veränderungen im Freizeitverhalten und der Zunahme von Eigenarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Vier-Tage-Woche bei VW

Wie bereits erwähnt zählt die Vier-Tage-Woche der Volkswagen AG zu den prominentesten Beispielen beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzungen, auch als „Vereinbarung zur Sicherung der Standorte und der Beschäftigung“ bekannt geworden. Notwendig wurde diese Maßnahme durch Einbrüche der Absatzzahlen auf dem europäischen Automobilmarkt, sowie durch geplante bzw. durchgeführte Rationalisierungsmaßnahmen der Konzernleitung. Trotzdem wurde für das Jahr 1995 ein Personalüberhang von 30 000 Mitarbeitern prognostiziert, was zur Folge gehabt hätte, daß etwa ein Drittel der Arbeitsplätze in den sechs deutschen Produktionsstandorten gefährdet gewesen wäre.

Von der Konzernführung wurden drei Lösungsmöglichkeiten erwogen:

- Paket aus Kurzarbeit, Vorruhestandsregelungen und Aufhebungsverträgen

- Massenentlassungen mit Sozialplan

- Arbeitszeitverkürzungen ohne vollen Lohnausgleich

Die Kurzarbeitslösung kam nicht zur Anwendung, da VW von ihr als Mittel des „weichen“ Personalabbaus schon seit mehreren Jahren vermehrt Gebrauch machte und Kurzarbeit per Gesetz nur über einen bestimmten Zeitraum angewendet werden darf. Unter Einbeziehung dieser Regelung wäre die Kurzarbeitsregelung spätestens mit dem Ende des Jahres 1994 für VW ausgelaufen. Zusätzlich wären, durch betriebliche Zulagen beim Kurzarbeitergeld, für VW Mehrkosten von 500 Mio. Euro entstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Arbeitszeitverkürzung als Mittel zur Beschäftigungssicherung am Beispiel der Volkswagen AG.

2. Was versteht man unter arbeitsmarktpolitischen und beschäftigungspolitischen Maßnahmen?: Klärung der Begriffe und Abgrenzung der verschiedenen Ansätze zur Beschäftigungssicherung.

2.1 Beschäftigungssicherung und Arbeitszeitverkürzung: Untersuchung der Arbeitszeitverkürzung als Instrument zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit.

2.2 Neuer Typ beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung: Beschreibung eines neuen Typs von Arbeitszeitmodellen mit dem Fokus auf den Erhalt von Standorten.

2.3 Beschäftigungssicherung als Tabubruch?: Analyse der kritischen Wahrnehmung dieser Maßnahmen durch Gewerkschaften und Unternehmer.

3. Beschäftigungssichernde Arbeitszeitverkürzung am Beispiel der Volkswagen AG: Darstellung der vier Varianten beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzungen in der Praxis.

3.1 Die Vier-Tage-Woche bei VW: Erläuterung der Einführung der Vier-Tage-Woche zur Vermeidung von Massenentlassungen bei VW.

3.2 Die Umsetzung der 28,8-Stunden-Woche: Analyse der unterschiedlichen Umsetzungsformen in den verschiedenen Werken von VW.

4. Sozialstrukturelle Konsequenzen des VW-Modells: Untersuchung der sozialen Auswirkungen der Arbeitszeitverkürzung auf die Beschäftigten.

4.1 Mehr Freizeit – weniger Geld: Beschreibung der ökonomischen Situation der Mitarbeiter bei reduziertem Einkommen.

4.1.1 Umgang mit Einkommenseinbußen: Analyse der Bewältigungsstrategien wie Sparen oder Eigenarbeit bei Einkommensverlusten.

4.2.1 Die Auswirkungen der 28,8-Stunden-Woche auf die familiale Lebensführung: Auswirkungen der Arbeitszeitgestaltung auf Familie und Rollenverteilung.

4.2.2 Auswirkungen der 28,8-Stunden Woche auf die Gestaltung der Freizeit: Untersuchung der Nutzung der zusätzlichen Freizeit und des Ausbleibens eines "Freizeitbooms".

4.2.3 Zunehmende Eigenarbeit und Schwarzarbeit – eine Folge der 28,8-Stunden Woche?: Analyse der Zunahme von Eigenleistung und informeller Arbeit als Folge der Zeitgewinne.

5. Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse: Fazit zur heterogenen Umsetzung und den komplexen sozialstrukturellen Auswirkungen des Modells.

Schlüsselwörter

Arbeitszeitverkürzung, VW-Modell, Beschäftigungssicherung, Vier-Tage-Woche, Arbeitsmarktpolitik, Beschäftigungspolitik, Sozialstrukturelle Konsequenzen, Haushaltseinkommen, Eigenarbeit, Schwarzarbeit, Lebensführung, Standortpolitik, Firmentarifvertrag, Arbeitsplatzsicherung, Freizeitverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das VW-Modell der 28,8-Stunden-Woche als beschäftigungssichernde Maßnahme und untersucht dessen sozioökonomische Auswirkungen auf die Belegschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitszeitpolitik, der betrieblichen Umsetzung bei Volkswagen, den ökonomischen Folgen für die Mitarbeiter und den sozialen Konsequenzen in Bereichen wie Familie und Freizeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das VW-Modell umgesetzt wurde und welche sozialen und strukturellen Konsequenzen sich für die Angestellten aus der Kombination von mehr Freizeit und weniger Einkommen ergeben haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und wertet empirische Befragungen und Studien aus, um die Auswirkungen der Arbeitszeitverkürzung zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die spezifische Situation bei der Volkswagen AG und detaillierte Untersuchungen zu familialen Auswirkungen, Freizeitgestaltung und der Zunahme von Eigenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arbeitszeitverkürzung, VW-Modell, Beschäftigungssicherung, Eigenarbeit und sozialstrukturelle Konsequenzen.

Warum kam die Kurzarbeitslösung bei VW nicht zur Anwendung?

Kurzarbeit war nur ein temporäres Mittel und hätte für VW zu hohen betrieblichen Mehrkosten durch Zulagen geführt, ohne die zugrundeliegenden strukturellen Probleme dauerhaft zu lösen.

Inwiefern hat die 28,8-Stunden-Woche das Handwerk in Wolfsburg beeinflusst?

Durch die gewonnene Zeit investieren VW-Beschäftigte vermehrt in Eigenarbeit bei Haus und Garten, was zu deutlichen Umsatzrückgängen bei regionalen Handwerksbetrieben führte.

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Details

Title
Das VW-Modell als Beispiel beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung: Wie wurde es umgesetzt und welche sozialstrukturellen Konsequenzen ergaben sich daraus?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Neuere Entwicklungen in den Arbeitsbeziehungen der Bundesrepublik Deutschland
Grade
gut (2,0)
Author
Heiko Wallauer (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V18260
ISBN (eBook)
9783638226455
ISBN (Book)
9783638719872
Language
German
Tags
VW-Modell Beispiel Arbeitszeitverkürzung Konsequenzen Seminar Neuere Entwicklungen Arbeitsbeziehungen Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Wallauer (Author), 2003, Das VW-Modell als Beispiel beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung: Wie wurde es umgesetzt und welche sozialstrukturellen Konsequenzen ergaben sich daraus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18260
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