Seit 2008 ist Toyota der größte und erfolgreichste Automobilkonzern weltweit. Der Grund für den Erfolgs Toyotas liegt im Toyota Produktionssystem, das grundsätzlich andere Wege beschreitet als alle bisher dagewesenen Produktionssysteme in der Automobilindustrie. Die vorliegende Arbeit untersucht die Umstände und die Gründe für die Entstehung des Toyota Produktionssystems, die dem TPS zugrunde liegenden Konzepte, insbesondere in der Prozessorganisation und stellt das TPS den „klassischen“ Fertigungsverfahren in der Automobilproduktion gegenüber. Die Entstehung des TPS lässt sich mit dem Zusammenspiel der einzigartigen geschichtlichen, kulturellen, volks- und betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten begründen, die auf Toyota im Laufe der Unternehmensgeschichte einwirkten. Deshalb ist auch festzuhalten, dass ein Produktionssystem von der Qualität des TPS wohl kaum in einem anderen Unternehmen hätte entwickelt werden können. Das Toyota Produktionssystem besteht aus den Bausteinen Philosophie, Prozesse, Partner und Problemlösungen. In der vorliegenden Arbeit liegt der Untersuchungsfokus auf den Prozessen, da das prozessorientierte Denken ebenfalls charakteristisch für den Toyota-Weg ist. Hier ermöglicht die Pull-Produktion mit Kanban-Steuerung eine Just-In-Time-Fertigung, wodurch im gesamten Produktionsprozess die benötigten Güter zur richtigen Zeit in fehlerfreiem Zustand an der Produktionslinie verfügbar gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Erster Teil: Hintergrundinformationen
1.1 Das Ford Produktionssystem (FPS)
1.2 Die Kultur Japans
1.3 Die Geschichte Toyotas und des TPS
2 Zweiter Teil: Die Konzepte des Toyota Produktionssystem
2.1 Der Ausgangspunkt: Beseitigung der Verschwendung
2.2 Die Prinzipien des TPS
2.2.1 Philosophie
2.2.2 Prozess
2.2.2.1 Fließ-Prinzip
2.2.2.2 Pull-Prinzip
2.2.2.3 Produktionsnivellierung
2.2.2.4 Qualitätskultur
2.2.2.5 Einsatz zuverlässiger, getesteter Technologien
2.2.3 Geschäftspartnerentwicklung
2.2.4 Beseitigung von Problemursachen
3 Dritter Teil: Schlussbetrachtung
3.1 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Entstehung des Toyota Produktionssystems (TPS) und die zugrunde liegenden Konzepte, insbesondere im Bereich der Prozessorganisation, und stellt diese den klassischen Fertigungsverfahren der Automobilindustrie gegenüber, um den Erfolg von Toyota zu erläutern.
- Historische und kulturelle Entstehungsbedingungen des TPS
- Vergleich zwischen dem Ford Produktionssystem (FPS) und dem Toyota-Weg
- Eliminierung von Verschwendung (Muda) und Prozessoptimierung
- Implementierung von Kanban und Pull-Steuerung
- Bedeutung der Unternehmenskultur, Kaizen und Qualitätskultur
Auszug aus dem Buch
2.2.2.1 Fließ-Prinzip
Ein aus dem FPS übernommenes Prinzip ist das Fließ-Prinzip. Statt einer Aufteilung gemäß der ursprünglichen Produktionsweise in einzelne, räumlich und funktional getrennte Arbeitsstationen werden hierbei aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte auch räumlich hintereinandergeschaltet. Teure, kundenspezifische Schritte werden an das Ende des Produktionsprozesses verlagert. Die Verkettungen zwischen Quellen (Produzenten) und Senken (Verbrauchern) werden so kurz, so gerade und so wenig unterbrochen wie möglich gestaltet. Wege zwischen den Bearbeitungsschritten werden also minimiert um Verschwendung durch Wegezeiten zu vermeiden. Durch die Bündelung und Verschmelzung aufeinanderfolgender Aktivitäten beispielsweise dadurch, dass ein einziger Arbeiter mehrere aufeinanderfolgende Schritte übernimmt, erfolgt eine Reduktion von Schnittstellen und somit von Kommunikationsaufwand und potenziellen Fehlerquellen. Gerade, einfache Verkettungsmuster durch eine Anordnung der Produktion in U-Form oder in einem Nabe-Speiche-Netzwerk (Hub) vereinfachen das Netzwerk und den Koordinationsaufwand. Nicht zusammenhängende Aktivitäten werden parallelisiert (Nagara), wodurch eine kürzere Prozessdauer und eine verbesserte Abstimmung der Teilnehmer untereinander erreicht werden.
Ferner wird die DLZ durch Einführung des One-Piece-Flow, also der Losgröße 1, reduziert. Hierbei „erfolgt die Bearbeitung auf in Serie hintereinander angeordneten Arbeitsstationen ohne Zwischenlager und jedes Teil läuft jede Arbeitsstation ohne Unterbrechung bis zum fertigen Endprodukt durch“, also gewissermaßen ein Hand-in Hand-Arbeiten. Das One-Piece-Flow-Prinzip vermeidet Verschwendung durch Wartezeiten und Verschwendung durch Bestände.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Erster Teil: Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Massenproduktion durch das Ford-System, die kulturellen Prägungen Japans und die historische Entwicklung Toyotas bis zur Etablierung des TPS.
2 Zweiter Teil: Die Konzepte des Toyota Produktionssystem: Hier werden die zentralen Säulen des TPS detailliert dargelegt, insbesondere die Eliminierung von Verschwendung, die Prozessprinzipien wie Pull- und Fließ-Fertigung, Qualitätskultur und die Rolle der Mitarbeiter und Lieferanten.
3 Dritter Teil: Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und zieht ein Fazit über die Bedeutung des TPS als kulturell gewachsene Unternehmensphilosophie, die weit über ein reines Managementwerkzeug hinausgeht.
Schlüsselwörter
Toyota Produktionssystem, TPS, Kanban, Kaizen, Verschwendung, Muda, Lean Management, Pull-Prinzip, Fließ-Prinzip, Prozessorganisation, Qualitätskultur, Jidoka, Just-in-Time, Poka-Yoke, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Toyota Produktionssystem, seine Entstehungsgeschichte und die zugrunde liegenden Prinzipien, die es von klassischen Massenproduktionssystemen unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Eliminierung von Verschwendung (Muda), die japanische Unternehmenskultur, Prozessoptimierung sowie die spezifischen Methoden wie Kanban und Kaizen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg von Toyota zu verstehen und darzulegen, wie das prozessorientierte TPS eine effiziente und qualitativ hochwertige Produktion ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen des Produktionsmanagements mit der historischen Entwicklung bei Toyota verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der TPS-Konzepte, wie das Fließ- und Pull-Prinzip, die Qualitätskultur, sowie die Bedeutung der Einbindung von Geschäftspartnern und Mitarbeitern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Toyota Produktionssystem, Kanban, Kaizen, Verschwendung, Lean Management und Pull-Prinzip.
Warum spielt die japanische Kultur eine so große Rolle für das TPS?
Die Arbeit verdeutlicht, dass das TPS auf Werten wie sozialer Harmonie, Kollektivismus und Kontinuität basiert, die tief in der japanischen Gesellschaft verankert sind.
Wie unterscheidet sich die Problemlösung bei Toyota von anderen Methoden?
Toyota nutzt das "5-Times-Why"-Verfahren, um die Wurzeln von Problemen zu finden, anstatt lediglich Symptome zu bekämpfen oder komplexe statistische Verfahren wie Six Sigma anzuwenden.
- Arbeit zitieren
- Stefan Wissert (Autor:in), 2011, Das Toyota Produktionssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182643