Pentecostale und charismatische Bewegungen gelten als die am stärksten wachsende Gruppe christlicher Kirchen und Denominationen. Sie sind in beinahe jedem Land vertreten und haben die Zusammensetzung der Weltchristenheit in nur hundert Jahren grundlegend verändert. So sehr jedoch das Wachstum dieser Bewegungen angesichts des zeitgleichen Rückgangs der Kirchenmitgliedschaften in den reformatorischen Kirchen zu einer Stellungnahme herausfordert, sollte die Herausforderung der pentekostalen und charismatischen Bewegungen nicht in ihrer numerischen Stärke bestehen, sondern in den Elementen der christlichen Wahrheiten, an die die reformatorischen Kirchen durch diese Bewegungen erinnert werden.
Diese Arbeit nimmt dazu zunächst die Vielgestaltigkeit der pentekostalen und charismatischen Bewegungen näher in den Blick, um zu grundlegenden Begriffsklärungen und Profilierungen des Gegenstandes dieser Untersuchung zu gelangen. Nach einem Blick auf die Geschichte des Verhältnisses der reformatorischen Theologie und Kirchen zu diesen Bewegungen, wird dann auf die theologischen Herausforderungen mit den ihnen innewohnenden ökumenischen Lernchancen und theologischen Problemen im Einzelnen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Pentekostale und charismatische Bewegungen – ein vielgestaltiges Phänomen
- Zur Begriffsklärung
- Zum Profil der Pfingstbewegung
- Reformatorische Theologie zwischen Apologetik und Dialog
- Theologische Herausforderungen für die reformatorischen Kirchen
- „Religionsproduktive Tendenzen der Postmoderne“
- Pneumatologie
- Geisttaufe und Glossolalie
- Charismenlehre
- Ekklesiologie, Gemeindeaufbau und Mission
- Gottesdienstliche Spiritualität
- Krankenheilung
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die pentekostalen und charismatischen Bewegungen und ihre theologische Herausforderung für die reformatorischen Kirchen. Sie beleuchtet die Vielgestaltigkeit dieser Bewegungen, ihre historischen Wurzeln und ihr theologisches Profil. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den theologischen Herausforderungen und den ökumenischen Lernchancen, die sich aus dem Dialog mit diesen Bewegungen ergeben.
- Vielfalt und Profil der pentekostalen und charismatischen Bewegungen
- Theologische Herausforderungen für reformatorische Kirchen
- Ökumenische Lernchancen und theologische Probleme
- Die Rolle des Heiligen Geistes und der Charismen
- Geschichte und Entwicklung der Pfingstbewegung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die rasante Zunahme der pentekostalen und charismatischen Bewegungen im Vergleich zum Rückgang reformatorischer Kirchen dar und betont die Notwendigkeit eines Dialogs. Kapitel 2 analysiert die Vielfältigkeit der Bewegungen, klärt begriffliche Grundlagen und beschreibt ihr Profil. Es werden die klassische Pfingstbewegung, charismatische Bewegungen innerhalb traditioneller Kirchen und unabhängige Kirchen unterschieden. Kapitel 2.2 fokussiert auf die Geisttaufe als Kern der pfingstlerischen Frömmigkeit, ihre historischen Wurzeln und die Bedeutung der Glossolalie. Es wird der Einfluss afroamerikanischer Traditionen auf die Verbreitung der Bewegung hervorgehoben, sowie deren ganzheitliches Heilverständnis und Inkulturationspotenzial. Das kritische Potential der Bewegung in Bezug auf soziale Gerechtigkeit wird ebenfalls angesprochen.
Schlüsselwörter
Pentekostale Bewegungen, charismatische Bewegungen, Pfingstbewegung, Reformatorische Theologie, Ökumene, Geisttaufe, Glossolalie, Charismen, Heilung, Mission, Inkulturation, Theologische Herausforderungen, Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Was kennzeichnet pentekostale und charismatische Bewegungen?
Diese Bewegungen zeichnen sich durch ein starkes Wachstum, die Betonung des Heiligen Geistes, die Praxis der Geisttaufe und das Auftreten von Charismen wie Glossolalie (Zungenrede) und Krankenheilung aus.
Welche Herausforderungen stellen sie für reformatorische Kirchen dar?
Die Herausforderung liegt nicht nur in der numerischen Stärke, sondern in der Erinnerung an christliche Wahrheiten wie die Pneumatologie, die gottesdienstliche Spiritualität und die missionarische Dynamik, die in traditionellen Kirchen oft in den Hintergrund gerückt sind.
Was bedeutet der Begriff "Geisttaufe"?
Die Geisttaufe ist ein zentrales Element pfingstlerischer Frömmigkeit. Sie wird als ein übernatürliches Erlebnis verstanden, bei dem der Gläubige die Kraft des Heiligen Geistes empfängt, oft begleitet von der Zungenrede.
Wie unterscheidet sich die Pfingstbewegung von der charismatischen Bewegung?
Die klassische Pfingstbewegung bildete eigene Denominationen, während die charismatische Bewegung als Erneuerungsströmung innerhalb der traditionellen (z.B. katholischen oder evangelischen) Kirchen auftrat.
Welche Rolle spielt die Inkulturation in diesen Bewegungen?
Die Bewegungen besitzen ein hohes Inkulturationspotenzial, da sie sich flexibel an lokale kulturelle Gegebenheiten anpassen können, was insbesondere im globalen Süden zu ihrem rasanten Wachstum beigetragen hat.
- Citation du texte
- Sascha Flüchter (Auteur), 2006, Pentekostale und charismatische Bewegungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182692