Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit Ausschnitten aus Michel Foucaults Werk Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses. Das Buch wurde 1975 unter dem Titel Surveiller et punir und ein Jahr später auf deutsch veröffentlicht.
Die vorliegende Arbeit wird seine Ausführungen über die Disziplin erläutern. Als Strategien um Disziplin zu erlangen, gelten für Foucault unter anderem die Mittel der guten Abrichtung, die aus der hierarchischen Überwachung, der normierenden Sanktion und der Prüfung bestehen, die wiederum eine ritualisierte Kombination der beiden vorangegangen Instrumente ist. Die drei Mittel werden als Voraussetzung für die Institutionen des Militärs, der Schule und des Hospitals gesehen. Auf diese drei Techniken zur Erlangung eines gelehrigen Körpers wird noch genauer eingegangen werden. Zu Anfang wird auf das Leben und Wirken Michel Foucaults anhand einer kurzen Biographie aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Mittel der guten Abrichtung
3.1. Die hierarchische Überwachung
3.2. Die normierende Sanktion
3.3. Die Prüfung
3.3.1. Umkehrung der Ökonomie der Sichtbarkeit in der Machtausübung
3.3.2. Dokumentierbarkeit der Individualität
3.3.3. Mit Dokumentationstechniken wird aus jedem Individuum ein „Fall“
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen Disziplinierungstechniken aus Michel Foucaults Werk „Überwachen und Strafen“ zu erläutern und deren Funktionsweise in Institutionen wie Militär, Schule und Hospital zu analysieren.
- Die Bedeutung der Disziplin zur Unterwerfung des Körpers
- Die Mechanismen der hierarchischen Überwachung
- Die Rolle normierender Sanktionen als Mikro-Justiz
- Die Prüfung als Kombination aus Überwachung und Sanktion
- Die Transformation des Individuums zum dokumentierbaren „Fall“
Auszug aus dem Buch
3.1. Die hierarchische Überwachung
Als erstes Instrument zur Erlangung von Disziplin wird die hierarchische Überwachung angeführt. Die Überwachung ist unabdingbar um Disziplin zu erlangen. Im Laufe der Zeit entstehen immer mehr „Observatorien“ als Beobachtungsstationen. Zudem entstehen Werkzeuge, die das Überwachen von Personen, erleichtern. Denn im Zuge der „neuen Physik und Kosmologie“ entstehen beispielsweise „Fernrohre, [...] Linsen [und] [...] Lichtkegel.“ Dadurch ist es nun möglich, andere Menschen zu sehen, ohne selbst dabei gesehen zu werden. Die entstehenden Observatorien bedienen sich dem Aufbau des Militärlagers, weil es als „die Hauptstätte einer Macht“ gilt. Hier nimmt die Überwachung einen gesonderten Stellenwert ein und jedes Detail der Raumordnung ist exakt geplant. „Das Netz der einander kontrollierenden Blicke wird geknüpft.“ Das Konzept von „räumlichen Verschachtelung(en) hierarchisierter Überwachungen“ soll in mehreren Institutionen greifen. Die Räumlichkeiten sollen so gestaltet werden, dass man alles und jeden sehen kann. Sie soll zur Umformung der Individuen führen, indem sie das Verhalten der Menschen beeinflusst und ihnen Erkenntnis gibt, sodass sie sich ändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über Foucaults Werk und definiert die Disziplinarmittel, die als Grundlage für die Untersuchung dienen.
2. Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die intellektuelle Entwicklung von Michel Foucault nach.
3. Mittel der guten Abrichtung: Hier werden die Mechanismen der Disziplin als Mittel der Körperkontrolle eingeführt, die auf einer sparsamen, aber stetigen Ökonomie basieren.
3.1. Die hierarchische Überwachung: Das Kapitel erläutert, wie durch räumliche Anordnung und kontinuierliche Kontrolle ein Netz der Macht entsteht, das Individuen formt.
3.2. Die normierende Sanktion: Es wird dargelegt, wie durch ein System von Strafe und Belohnung Abweichungen korrigiert und ein normiertes Verhalten erzwungen wird.
3.3. Die Prüfung: Dieses Kapitel analysiert die Prüfung als Instrument, das Überwachung und Sanktion vereint und Wissen über das Individuum produziert.
3.3.1. Umkehrung der Ökonomie der Sichtbarkeit in der Machtausübung: Die Analyse zeigt den Übergang von der sichtbaren Souveränitätsmacht hin zur unsichtbaren Disziplinarmacht auf.
3.3.2. Dokumentierbarkeit der Individualität: Hier wird beschrieben, wie durch Schrift und Dokumentation die Individualität erfassbar und vergleichbar gemacht wird.
3.3.3. Mit Dokumentationstechniken wird aus jedem Individuum ein „Fall“: Das Kapitel erläutert, wie die Fixierung von Daten das Individuum als Objekt der Beherrschung konstruiert.
4. Fazit: Die wesentlichen Erkenntnisse über die drei Instrumente der Disziplin werden zusammengefasst und kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Foucault, Überwachen und Strafen, Disziplin, Macht, Überwachung, Sanktion, Prüfung, Individualisierung, Körper, Normalisierung, Dokumentation, Anthropologie, Machtausübung, Wissensformierung, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Michel Foucaults Konzept der Disziplinierung, wie es in seinem Werk „Überwachen und Strafen“ dargelegt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Mechanismen der hierarchischen Überwachung, die Anwendung normierender Sanktionen und die Durchführung von Prüfungen als Machtinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Institutionen durch diese Techniken Körper formen, Individuen klassifizieren und Macht ausüben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die auf Foucaults historischen Untersuchungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei Instrumente: Überwachung, Sanktion und Prüfung, ergänzt durch die Aspekte der Objektivierung und Dokumentation.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Disziplin, Macht, Sichtbarkeit, Dokumentation, Objektivierung und die Erzeugung des „Falls“.
Wie unterscheidet sich die disziplinäre Strafe von der juristischen?
Die disziplinäre Strafe zielt nicht primär auf Vergeltung ab, sondern darauf, Abweichungen durch Korrektur, Wiederholung und Dressur zu reduzieren.
Warum wird das Individuum durch die Prüfung zu einem „Fall“?
Durch die systematische Erfassung, Dokumentation und den Vergleich mit anderen Daten wird das Individuum zu einem Objekt, das messbar und somit kontrollierbar wird.
Welche Rolle spielt die Architektur bei der Überwachung?
Die Architektur ermöglicht durch räumliche Verschachtelungen und Sichtbarkeit eine effektive Kontrolle, bei der der Beobachter selbst ungesehen bleibt.
Welche Bedeutung hat die Umkehrung der Sichtbarkeit?
Während traditionelle Macht sich durch prunkvolle Sichtbarkeit auszeichnete, ist moderne Disziplinarmacht dadurch charakterisiert, dass sie selbst unsichtbar bleibt, während sie den Unterworfenen die volle Sichtbarkeit aufzwingt.
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- Elisabeth Esch (Author), 2011, Zu Michel Foucaults "Überwachen und Strafen - Die Geburt des Gefängnisses", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182706