Unsere heutige Zeit ist geprägt von der stetigen Entwicklungsdynamik und fortwährenden modernen Arbeitsprozessen, die neue Anforderungen an den Einzelnen stellen. Der Mensch unterliegt somit einem Prozess des lebenslangen Lernens um dieser Dynamik der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes gegenüber treten zu können und den Forderungen gerecht zu werden. Innerhalb der modernen Wissensgesellschaft steigen so nicht nur die Qualitätsanforderungen an den einzelnen Menschen, es ändern sich auch die Arten der Qualifikationen. Die Notwendigkeit der Weiterbildung rückt immer mehr in den Mittelpunkt.
Daher erfahren die Begriffskonstrukte Bildung, sowie auch Qualifikation und Kompetenzentwicklung immer wieder in den bildungspolitischen und wissenschaftlichen Debatten einen nahezu inflationären Gebrauch mit vielen verschiedenen Konnotationen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsklärung
2.1 Bildung
2.2 Qualifikation
2.3 Kompetenz
3. Der Perspektivenwechsel von Qualifikation zu Kompetenz
3.1 Das Schlüsselqualifikationskonzept von Dieter Mertens
3.2 Berufliche Handlungsfähigkeit als moderne Zielkategorie der Beruflichen Bildung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Bedeutungswandel von Qualifikationen hin zu Kompetenzen im Kontext der modernen Wissensgesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Kompetenzentwicklung eine notwendige Voraussetzung darstellt, um den stetig wechselnden Anforderungen an die berufliche Handlungsfähigkeit gerecht zu werden.
- Historische Entwicklung und Bedeutung des Bildungsbegriffs
- Abgrenzung der Begriffe Bildung, Qualifikation und Kompetenz
- Das Schlüsselqualifikationskonzept von Dieter Mertens
- Berufliche Handlungsfähigkeit als zentrale Zielkategorie
- Subjektorientierung in der beruflichen Weiterbildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Schlüsselqualifikationskonzept von Dieter Mertens
Dieter Mertens, der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, definierte in den 1970er Jahren ein Konzept der Schlüsselqualifikationen, welches aus einer wirtschaftlichen und arbeitspolitischen Diskussion hervorging, in der über erhöhte Qualifikationsanforderungen debattiert wurde. Nach Mertens sind Schlüsselqualifikationen überfachliche Befähigungen, die zu individuellen Eigenschaften tendieren und den kompetenten Umgang mit dem fachlichen Wissen ermöglichen. Sie selber stellen jedoch kein Fachwissen dar.
Die Mertensche Definition stellt eine Weiterentwicklung des klassischen Qualifikationsbegriffes dar, welcher auf reine Fachlichkeit orientiert ist. Mertens teilt das Konstrukt der Schlüsselqualifikationen in folgende Ebenen:
Basisqualifikationen, die höhere Qualifikationen beschreiben, wie zum Beispiel kreatives Vorgehen oder logisches Denken.
Breitenelemente als Qualifikationen, die mehrere Anwendungsbereiche abdecken.
Horizontalqualifikationen als Qualifikationen, um Informationen problemlos aufzunehmen, zu verstehen und zu verarbeiten.
Vintagefaktoren, die generationsspezifische Ergänzungen von Qualifikationen darstellen.
Mertens plädierte für die Realisierung des Konzepts nach dem Muster eines Baukastensystems: Jeder Einzelne soll in einer Kombination von Spezialisierungs und Weiterbildungsmaßnahmen die Grundschlüsselqualifikationen erreichen. Alle möglichen Bildungsstufen und Bildungswege haben laut Mertens die zentrale Aufgabe die erforderlichen Schlüsselqualifikationen zu fördern um dem lebenslangen Lernen gerecht zu werden. Signifikant ist hierbei, dass Mertens intendierte, ein möglichst breites Anwendungsspektrum jedes Einzelnen zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz lebenslangen Lernens in einer modernen Wissensgesellschaft und skizziert das Ziel der Arbeit, die Begriffsfelder Bildung, Qualifikation und Kompetenz differenziert zu betrachten.
2. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe Bildung, Qualifikation und Kompetenz anhand verschiedener Positionen und Definitionen wissenschaftlich hergeleitet und voneinander abgegrenzt.
3. Der Perspektivenwechsel von Qualifikation zu Kompetenz: Dieses Kapitel analysiert den historischen Wandel weg von rein fachlichen Qualifikationen hin zur beruflichen Handlungskompetenz.
3.1 Das Schlüsselqualifikationskonzept von Dieter Mertens: Vorstellung des Konzepts von Mertens, welches überfachliche Befähigungen als Ergänzung zum reinen Fachwissen in den Fokus rückt.
3.2 Berufliche Handlungsfähigkeit als moderne Zielkategorie der Beruflichen Bildung: Analyse der beruflichen Handlungsfähigkeit als oberste Zielkategorie, die das Subjekt und dessen reflektiertes Handeln in den Mittelpunkt stellt.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse mit dem Resultat, dass Kompetenzentwicklung für die Bewältigung moderner Anforderungen in der Berufswelt unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Bildung, Qualifikation, Kompetenz, Berufliche Handlungsfähigkeit, Schlüsselqualifikationen, Dieter Mertens, Wissensgesellschaft, Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Personalkompetenz, Subjektorientierung, Berufsalltag, Handlungskompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der begrifflichen und konzeptionellen Abgrenzung von Bildung, Qualifikation und Kompetenz sowie dem Wandel dieser Begriffe im Verlauf der Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Begriffe, der Bedeutung von Schlüsselqualifikationen und der Etablierung der beruflichen Handlungsfähigkeit als modernes Ziel.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Kompetenzentwicklung für die berufliche Weiterbildung zu klären und aufzuzeigen, wie sie den Anforderungen der Wissensgesellschaft begegnet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener Definitionsansätze namhafter Autoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundbegriffe definiert, anschließend das Modell der Schlüsselqualifikationen nach Mertens erläutert und schließlich das moderne Konzept der beruflichen Handlungsfähigkeit vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kompetenzentwicklung, berufliche Handlungsfähigkeit, Schlüsselqualifikationen und lebenslanges Lernen.
Welche Rolle spielt das Schlüsselqualifikationskonzept von Dieter Mertens?
Es dient als wichtige Zwischenstation in der Debatte, da es überfachliche Fähigkeiten betonte, jedoch aufgrund fehlender Umsetzungsstrategien in der Praxis als zu abstrakt galt.
Warum wird die berufliche Handlungsfähigkeit als "modernes Ziel" bezeichnet?
Sie gilt als modern, weil sie im Gegensatz zu klassischen Ansätzen nicht nur auf Arbeitsmarktanforderungen fokussiert, sondern das Subjekt mit seinen individuellen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt.
- Arbeit zitieren
- Jannina Schreiber (Autor:in), 2011, Von Qualifikationen zu Kompetenzen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182785