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Die Neustrukturierung der europäischen Parteienlandschaften

Einfluss rechtspopulistischer Forderungen auf die Regierungsautonomie

Titel: Die Neustrukturierung der europäischen Parteienlandschaften

Seminararbeit , 2010 , 38 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: M.A. Manuel Irman (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach dem Zweiten Weltkrieg formierte sich nach den USA auch in Europa zunehmend populistischer Widerstand gegen das Politestablishment. Seit dem Ende des Kalten Kriegs nehmen die aus den populistischen Bewegungen hervorgegangenen Parteien auch Einsitz in den nationalen Parlamenten. Aufgrund der Ideologien, Parteistrukturen und Politikzielen dieser rechtspopulistischen Parteien ist jedoch zu befürchten, dass die Autonomie der Regierungen mit zunehmendem Anteil rechtspopulistischer Parlamentarier immer mehr verloren geht. Wieviel Rechtspopulismus verträgt die Demokratie also?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie

3 Forschungsdesign

3.1 Operationalisierung der abhängigen und der unabhängigen Variable

3.1.1 Die abhängige Variable

3.1.2 Die unabhängige Variable

3.2 Ausnahmen im Sample

3.3 Kontrollvariablen

4 Der Einfluss rechtspopulistischer Parteien

4.1 Regressionsanalysen

4.2 Analyse der Spezialfälle Italien, Österreich und Schweiz

5 Schlussfolgerungen

6 Bibliographie

6.1 Internetressourcen

6.2 Gedruckte Quellen

6.3 Sekundärliteratur

7 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss rechtspopulistischer Parteien auf die nationalstaatliche Regierungsautonomie in europäischen Demokratien im Zeitraum von 1995 bis 2005. Das primäre Ziel besteht darin, zu analysieren, ob ein höherer Sitzanteil rechtspopulistischer Akteure in nationalen Parlamenten zu einer stärkeren Einschränkung der Handlungsfreiheit von Regierungen führt.

  • Strukturelle Auswirkungen rechtspopulistischer Parteien auf das Parteiensystem
  • Messung der Regierungsautonomie mittels Demokratiebarometer-Indikatoren
  • Analyse des Einflusses rechtspopulistischer Ideologie (Nativismus, Autoritarismus, Populismus)
  • Vergleich der Gesamtdaten mit den Spezialfällen Italien, Österreich und der Schweiz
  • Prüfung von Kontrollvariablen wie Wahlsystemen und wirtschaftlicher Leistung

Auszug aus dem Buch

3.1 Operationalisierung der abhängigen und der unabhängigen Variable

Zur Operationalisierung der AV, welche die Regierungsautonomie messen soll, ziehe ich die im Demokratiebarometer verwendeten Indikatoren heran (vgl. Kap. 7.4). Die Funktion Regierungsautonomie ist wie bereits erwähnt in zwei Komponenten unterteilt. Diese sind wiederum in zwei Subkomponenten gegliedert, wobei jede der Subkomponenten durch zwei Indikatoren definiert wird. Insgesamt ist die Regierungsautonomie also durch acht Indikatoren bestimmt. Diese sind (1) das Vertrauen der BürgerInnen in die Regierung, (2) die Diskreditierung von Verhalten, welches gegen die demokratische Gesellschaft gerichtet ist, (3) die Häufigkeit friedlicher politischer Aktionen, welche gegen die Regierung gerichtet sind, (4) die Häufigkeit gewalttätiger politischer Aktionen, welche gegen die Regierung gerichtet sind, (5) die Stabilität der Regierung, (6) der Grad der Veränderungen in der Zusammensetzung des Kabinetts, (7) die Beurteilung von Geschäftsleuten, wie effektiv Regierungsentscheidungen umgesetzt werden und (8) die Beurteilung von Geschäftsleuten, wie flexibel die Regierung ihre Policies wirtschaftlichen Veränderungen anpasst (Bühlmann/Müller 2009: 37f.). Die einzelnen Indikatoren können bei der Messung Höchstwerte von 100 Punkten bzw. Mindestwerte von 0 Punkten annehmen. Um die Indikatoren zu Subkomponenten verdichten zu können, wird zuerst mittels Faktorenanalyse eine Gewichtung der einzelnen Indikatoren vorgenommen, um deren gewichteten Mittelwert anschliessend in den Betrag der Subkomponente einfliessen lassen zu können. Anschliessend finden keine Gewichtungen mehr statt und es werden lediglich arithmetische Mittelwerte gebildet, um den Wert der nächst höheren Hierarchiestufe (Komponente, Funktion, Demokratiequalität) zu erhalten. Auf sämtlichen Aggregationsebenen wird weiterhin ein Skalenwert von 0 bis 100 generiert, wobei der Minimalwert nicht eine fehlende Ausprägung repräsentiert, sondern lediglich die schwächste Form der entsprechenden Ausprägung. Anders ausgedrückt handelt es sich dabei also um worst practice, während der Maximalwert für best practice steht (Bühlmann/Müller 2009: 16f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung europäischer Parteiensysteme ein und skizziert den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien als zentrales Forschungsphänomen.

2 Theorie: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Konzepte wie Regierungsautonomie und die ideologischen Kernmerkmale des Rechtspopulismus, um den analytischen Rahmen zu setzen.

3 Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz, insbesondere die Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen sowie die Auswahl der betrachteten Demokratien.

4 Der Einfluss rechtspopulistischer Parteien: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der Regressionsanalysen und untersucht die spezifischen Entwicklungen in Italien, Österreich und der Schweiz.

5 Schlussfolgerungen: Hier werden die Ergebnisse synthetisiert und die ambivalenten Auswirkungen rechtspopulistischer Parteien auf die Regierungsautonomie kritisch diskutiert.

6 Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit verwendeten Internetressourcen, Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

7 Anhang: Der Anhang enthält das Abkürzungsverzeichnis, eine Auflistung der untersuchten rechtspopulistischen Parteien sowie detaillierte statistische Tabellen.

Schlüsselwörter

Regierungsautonomie, Rechtspopulismus, Demokratiebarometer, Parteiensysteme, Europäische Demokratien, politische Institutionen, Nativismus, Autoritarismus, Populismus, Regressionsanalyse, Wahlsysteme, Schweiz, Österreich, Italien, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem parlamentarischen Einfluss rechtspopulistischer Parteien und der institutionellen Regierungsautonomie in europäischen Nationalstaaten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die ideologischen Grundlagen des Rechtspopulismus, die Messung demokratischer Qualität mittels des Demokratiebarometers und die strukturelle Stabilität von Regierungen unter dem Einfluss politischer Ränder.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, inwiefern der Anteil rechtspopulistischer Parteien in nationalen Parlamenten die Handlungsfähigkeit bzw. Regierungsautonomie staatlicher Institutionen einschränkt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein quantitatives, quasi-experimentelles Forschungsdesign angewandt, das auf einer Sekundärdatenanalyse (Demokratiebarometer) sowie statistischen Regressionsanalysen basiert.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Gesamtbetrachtung aller untersuchten Länder sowie eine detaillierte Fallstudienanalyse der Entwicklungen in Italien, Österreich und der Schweiz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Forschungsarbeit?

Wesentliche Begriffe sind Regierungsautonomie, Nativismus, Autoritarismus, Populismus, institutionelle Kontrollmechanismen und die Transformation europäischer Parteienlandschaften.

Warum wurden Italien, Österreich und die Schweiz als spezielle Fokusländer gewählt?

Diese Länder weisen im Vergleich zu anderen europäischen Staaten signifikant höhere parlamentarische Stimmanteile rechtspopulistischer Parteien auf, was sie zu idealen Objekten für die Analyse von Schwelleneffekten macht.

Wie definiert der Autor das Konzept der Regierungsautonomie?

Regierungsautonomie wird hier als die Freiheit der Exekutive verstanden, politische Entscheidungen ohne übermäßige Einschränkungen durch nicht-demokratisch legitimierte Akteure oder strukturelle Blockaden umzusetzen.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Neustrukturierung der europäischen Parteienlandschaften
Untertitel
Einfluss rechtspopulistischer Forderungen auf die Regierungsautonomie
Hochschule
Universität Zürich  (Zentrum für Demokratie Aarau, NCCR Democracy)
Veranstaltung
Seminar "Demokratiequalität - konzeptuelle Grundlagen und empirische Messung"
Note
1,5
Autor
M.A. Manuel Irman (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
38
Katalognummer
V182827
ISBN (eBook)
9783656066491
ISBN (Buch)
9783656066200
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtspopulismus Demokratiequalität Demokratie Regierungsautonomie Schweiz Italien Österreich SVP Forza Italia Lega Nord FPÖ BZÖ Charisma Demokratiebarometer Establishment Big Business Volk Elite Classe Politique New Class
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Manuel Irman (Autor:in), 2010, Die Neustrukturierung der europäischen Parteienlandschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182827
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