Bilanzierung von Geschäfts- und Firmenwert nach IFRS

Purchased-Goodwill-Methode vs. Full-Goodwill-Methode


Seminararbeit, 2011

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Grundlagen
1.1 Harmonisierung der internationalen Rechnungslegung
1.2 Ziele und Gang der Arbeit
1.3 Begriffsdefinition
1.3.1 Derivativer Gesch äfts- und Firmenwert
1.3.2 Minderheitenanteile
1.3.3 Einheitstheorie
1.3.4 fair value
1.4 Rechtsgrundlage

2 Ansatz und Bewertung von Goodwill
2.1 Grunds ätzliches Vorgehen: Akquisitionsmethode
2.2 Purchased-Goodwill-Methode
2.2.1 Ermittlung des purchased Goodwill
2.2.2 Beispielhafte Anwendung der Purchased-Goodwill-Methode .
2.3 Full-Goodwill-Methode
2.3.1 Ermittlung des full Goodwill
2.3.2 Beispielhafte Anwendung der Full-Goodwill-Methode

3 Kritische W ürdigung
3.1 Vergleichbarkeit von IFRS-Konzernabschl üssen
3.2 Bewertungsproblematik
3.3 Probleme bei der Unternehmenssteuerung

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

2.1 schematische Gegen überstellung, purchased Goodwill und full Goodwill

1 Grundlagen

1.1 Harmonisierung der internationalen Rechnungslegung

Die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft forciert die Harmonisierung der international anerkannten Rechnungslegungsstandards. Diese Notwendigkeit ist ins- besondere gegeben, da eine wachsende Anzahl international agierender Konzerne an den globalen Kapitalm ärkten um Finanzmittel konkurrieren und sich somit einem gleichen Investorenkreis ausgesetzt sehen.1 Diesem Anspruch der internationalen Ka- pitalmarktorientierung versucht die Rechnungslegung nach International Financial Re- porting Standards (im Folgenden IFRS genannt) nachzukommen, um Investoren so in ihrer Anlageentscheidung zu unterst ützen.2 Ein wichtiger Grundsatz der IFRS ist demzufolge der Grundsatz der Vergleichbarkeit, welcher einen zeitlichen und einen zwischenbetrieblichen Aspekt verfolgt.3 Im Rahmen des IFRS 3 wurde nunmehr ”(...) ein Wahlrecht zwischen einem beteiligungsproportionalen Ausweis des erworbenen Gesch äfts- und Firmenwertes und der full goodwill method kodifiziert.”4 Dieses Wahl- recht ist unter anderem hinsichtlich der Vergleichbarkeit von IFRS-Abschl üssen als kritisch zu erachten.5

1.2 Ziele und Gang der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, beide Methoden der Goodwill-Bilanzierung, die sogenannte Purchased-Goodwill-Methode sowie die Full-Goodwill-Methode ge- gen über zu stellen und kritisch zu w ürdigen. Hierzu werden im ersten Schritt der Arbeit wichtige Begriffe zum Verst ändnis des Sachverhaltes erl äutert sowie auf Rechtsgrund- lagen hingewiesen. Im zweiten Abschnitt wird zun ächst die Akquisitionsmethode als grunds ätzliches Vorgehen erl äutert, um dann die Purchased-Goodwill- sowie die Full- Goodwill-Methode auf Grundlage der aktuellen Gesetzeslage darzustellen sowie deren jeweilige Besonderheiten aufzuzeigen. Abschließend werden beide Methoden kritisch betrachtet. Hierbei wird im Besonderen auf Probleme eingegangen, welche mit einem Wahlrecht bei der Goodwill-Erfassung verbunden sind.

1.3 Begriffsdefinition

1.3.1 Derivativer Gesch äfts- und Firmenwert

Grunds ätzlich ergibt sich der Gesch äfts- und Firmenwert, im internationalen Sprach- gebrauch auch Goodwill genannt, aus der ”(...) Differenz zwischen Ertragswert und Substanzwert einer Unternehmung.”6 Konkret ermittelt sich ein Gesch äfts- und Fir- menwert nach IFRS als Betrag, um welchen die Summe aus (1) der übertragenen Gegenleistung, (2) dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile (Minderheitenan- teile) an dem erworbenen Unternehmen und (3) dem zu dem am Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert des zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils (4) das erworbene identifizierbare Verm ögen und die übernommenen Schulden, übersteigt.7 Aus bilanzieller Sicht ist zwischen origin ärem (selbstgeschaffenem) und derivativem (abgeleitetem) Firmenwert zu unterscheiden.8 “Aktivierungsf ähig ist lediglich der deri- vative Firmenwert.”9

1.3.2 Minderheitenanteile

”Minderheitsanteile entstehen immer dann, wenn ein Mutterunternehmen weniger als 100% des Eigenkapitals an einem Tochterunternehmen erwirbt und Eigenkapitalbe- standteile des Tochterunternehmens weder direkt noch indirekt dem Mutterunterneh- men zuzurechnen sind. (...) IFRS 3 und IAS 27 nennen Minderheitenanteile (...) w örtlich ’Anteile ohne beherrschenden Einfluss’. Der Begriff umfasst n ämlich alle Eigenkapital- instrumente, die keine Kontrolle vermitteln (...).”10 In der Literatur wird f ür den hier dar- gestellten Sachverhalt sowohl die Bezeichnung ’Minderheitsanteile’ sowie ’Minderhei- tenanteile’ verwendet. Diese beiden Begrifflichkeiten sind im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit gleichzusetzen.

1.3.3 Einheitstheorie

Die Anwendung der Einheitstheorie zielt darauf ab, die Erstellung des Konzernabschlusses unter der Fiktion vorzunehmen, dass es sich bei den zusammengeschlossenen Unternehmen um eine rechtliche Einheit handelt.11

1.3.4 fair value

”Der fair value ist jener Betrag, f ür den ein Verm ögenswert zwischen sachkundigen, vertragswilligen Parteien im Rahmen einer fremd üblichen Transaktion ausgetauscht werden k önnte bzw. eine Verbindlichkeit beglichen werden k önnte (...).”12

1.4 Rechtsgrundlage

Die Bilanzierung und Bewertung des Gesch äfts- und Firmenwertes im Kontext der In- ternational Financial Reporting Standards wird in Standard IFRS 3 geregelt. Dieser stellt gem äß dem allgemeinen Aufbau der IFRS einen Standard dar, welcher ”(...) fall- bezogen spezielle betriebliche Sachverhalte (...)”13 regelt. Die Einzelfallbezogenheit der Standards ergibt sich aus der grunds ätzlichen Orientierung an der angloamerika- nischen Rechtsprechung des ’Case Law’.14 Die Standards besitzen unterschiedliche Nummern und innerhalb eines Standards einzelne Abschnitte. Diese sind durchlau- fend nummeriert und erlauben einen genauen Bezug auf eine bestimmte Regelung.15

Der IFRS 3 in der Fassung 2008 gilt erstmals f ür Gesch äftsjahre, welche am oder nach dem 31.07.2009 beginnen und ist daher in der Regel ab dem Jahresabschluss 2010 anzuwenden.16

[...]


1 vgl. Ballwieser, Beyer und Zelger (Unternehmenskauf, 2008), S. 318.

2 Wengel (IFRS, 2007), S. 1.

3 vgl. Kirsch (Einf ü hrung, 2003), S. 16.

4 Ballwieser u. a. (Handbuch, 2010), S. 443.

5 vgl. Ballwieser u. a. (Handbuch, 2010), S. 443.

6 Corsten und G össinger (Lexikon, 2008), S. 234.

7 vgl. Hoffmann und L üdenbach (IAS/IFRS-Texte, 2011), S. 606.8 vgl. Corsten und G össinger (Lexikon, 2008), S. 234.

9 Corsten und G össinger (Lexikon, 2008), S. 234.

10 Gr ünberger (Praxis-Leitfaden, 2009), S. 354.

11 vgl. Corsten und G össinger (Lexikon, 2008), S. 189.

12 Gr ünberger (Praxis-Leitfaden, 2009), S. 344.

13 Schneider und Hauer (Schnelleinstieg, 2008), S. 25.

14 vgl. Schneider und Hauer (Schnelleinstieg, 2008), S. 26.15 vgl. M üller (Grundlagen, 2007), S. 21.

16 vgl. Zwirner (Vergleichbarkeit, 2010), S. 411.

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Details

Titel
Bilanzierung von Geschäfts- und Firmenwert nach IFRS
Untertitel
Purchased-Goodwill-Methode vs. Full-Goodwill-Methode
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V182899
ISBN (eBook)
9783656069881
ISBN (Buch)
9783656069812
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goodwill, Firmenwert, IFRS, purchased, full, Methode, Bilanzierung, Rechnungslegung, Minderheitenanteile, fair, value, Aktivierung
Arbeit zitieren
Alexander Rieder (Autor), 2011, Bilanzierung von Geschäfts- und Firmenwert nach IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182899

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