Deutschland befindet sich gegenwärtig in einem Prozess einer älter werdenden Gesellschaft. Bis Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der Zielgruppe der Älteren in der Bevölkerung, trotz der bekannten zu erwartenden demo-graphischen Entwicklung, kaum besondere Bedeutung geschenkt. Mit den drängenden Fragen einer Finanzierung des Versorgungssystems, einer effektiveren Versorgung, einer zunehmenden Patientenorientierung sowie einer Differenzierung des Angebots erfährt auch die Zielgruppe der Älteren vermehrt Aufmerksamkeit (Backes, 2003).
Dieser „demographische Wandel“ hat auch weit reichende Auswirkungen auf den Rettungsdienst, als integralen Bestandteil des Gesundheitswesens.
Die vorliegenden, recherchierten Ergebnisse über das zukünftig zu erwartende notärztliche Leistungsgeschehen beruhen auf der „mittleren Variante“ der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung und zeigen, dass trotz abnehm-ender Bevölkerung bis zum Jahr 2050 das Aufkommen an Notarztalamierungen um ein Viertel steigen wird , wobei dies, in Relation zu der dann existierenden Bevölkerungszahl, einer Steigerung von 56% entspricht (Behrendt, 2005).
In dieser Hausarbeit wird der Versuch unternommen, die gesundheits-wissenschaftlichen Zusammenhänge, zwischen dem demographischen Wandel und den daraus resultierenden Folgen für den Rettungsdienst auf-zuzeigen.
Nach einer Einführung in die Thematik wird im zweiten Kapitel der Hausarbeit auf die Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung eingegangen.
Das dritte Kapitel bildet den theoretischen Rahmen, und in Kapitel vier wird die Methodik zur Beantwortung der Fragestellung dieser Hausarbeit erläutert.
Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse dargestellt.
Die Kapitel sechs und sieben betrachtet die zu erwartenden Herausforderun-gen für den Rettungsdienst, und schließen mit einer Zusammenfassung und Schlussfolgerung die Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Definition demographischer Wandel
3.2 Beschreibung des Rettungsdienstes in Deutschland
4 Methodik
4.1 Datenquellen und Recherchen
4.2 Ein- und Ausschlusskriterien
5 Ergebnisse
6 Herausforderungen an den Rettungsdienst
7 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Die Hausarbeit untersucht die gesundheitswissenschaftlichen Auswirkungen des demographischen Wandels in Deutschland auf das zukünftige Einsatzaufkommen und die Krankheitsbilder im Rettungsdienst bis zum Jahr 2050.
- Demographischer Wandel in Deutschland
- Struktur und Aufgaben des Rettungsdienstes
- Entwicklung des Notarztalarmierungsaufkommens bis 2050
- Veränderung spezifischer Krankheitsbilder im Rettungsdienst
- Anforderungen an Infrastruktur und Rettungsfachpersonal
Auszug aus dem Buch
3.2 Beschreibung des Rettungsdienstes in Deutschland
Der deutsche Rettungsdienst ist nach heutiger Rechtsauffassung dem Bereich der Daseinsvor- und Daseinsfürsorge sowie der Gefahrenabwehr zugeordnet und fällt gemäß Artikel 30 und Artikel 70 des Grundgesetzes in die grundsätzliche Regelkompetenz der Länder und wird in deren Rettungsdienst gesetzen geregelt. Rettungsdienst wird unterteilt in die Bereiche Notfallrettung und Krankentransport.
Die Aufgaben der Notfallrettung umfassen bei Notfallpatienten, die sich in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten (Rettungsdienstgesetz NRW §2), die Durchführung lebensrettender Maßnahmen am Unfallort, die Herstellung der Transportfähigkeit und den Transport in ein geeignetes Krankenhaus. Notfallrettung bezeichnet damit eine zeitkritische, potenziell lebensrettende und damit gefahrenabwehrende Dienstleistung, mit der Kernstrategie der Wiederherstellung und Stabilisierung der Vitalfunktionen (Brinkmann, 2002). Aus ökonomischer Perspektive ist dabei die Zeit ein limitationaler Produktionsfaktor, das heißt das medizinische Outcome hängt nicht nur allein von der Art und Qualität der Diagnose und Therapie ab, sondern ganz wesentlich von der Zeitspanne bis zur Einleitung adäquater Therapiemaßnahmen. Entsprechend ist das Ziel der Notfallrettung diese Zeitrestriktion zu lockern, um sicherzustellen, dass die Erhöhung beziehungsweise der Einsatz anderer Produktionsfaktoren (zum Beispiel neue medizinische Leistungen und Technologien) ein besseres medizinisches Outcome ermöglichen (Brinkmann, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf den Rettungsdienst bis zum Jahr 2050.
2 Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung: In diesem Kapitel wird der Kontext der alternden Gesellschaft und deren Einfluss auf die personelle und materielle Infrastruktur sowie das Einsatzaufkommen des Rettungsdienstes dargelegt.
3 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel definiert den demographischen Wandel sowie die Strukturen und rechtlichen Grundlagen des deutschen Rettungsdienstes.
4 Methodik: Hier wird die systematische Literaturübersicht beschrieben, inklusive der gewählten Suchstrategien sowie der Ein- und Ausschlusskriterien für die verwendeten Datenquellen.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Literaturrecherche werden zusammengefasst, wobei aus den initial identifizierten Quellen schließlich 10 relevante Studien für die weitere Bearbeitung ausgewählt wurden.
6 Herausforderungen an den Rettungsdienst: Dieses Kapitel analysiert das prognostizierte Wachstum der Notarztalarmierungen und die Veränderung spezifischer Krankheitsbilder bis 2050 anhand statistischer Daten.
7 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Plädoyer für weiterführende Forschung zur Anpassung der rettungsdienstlichen Infrastruktur.
Schlüsselwörter
Demographie, demographischer Wandel, Alter, Lebenserwartung, Rettungsdienst, Notarzteinsätze, Krankentransporte, medizinische Versorgung, Veränderung der Bevölkerung, Gesundheitswesen, Statistik, Studie, Notfallrettung, Bevölkerungsvorausberechnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der alternden deutschen Gesellschaft auf die Anforderungen und das Einsatzaufkommen des Rettungsdienstes bis zum Jahr 2050.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Demographie, die Struktur der Notfallrettung, die statistische Prognose von Notarztalarmierungen sowie die Veränderung von Krankheitsbildern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesundheitswissenschaftliche Zusammenhänge des demographischen Wandels konkrete Folgen für die praktische Arbeit im Rettungsdienst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturübersicht, bei der relevante Datenquellen nach strengen Ein- und Ausschlusskriterien selektiert und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zum Rettungsdienst, die methodische Vorgehensweise bei der Quellenanalyse sowie die Darstellung statistischer Prognosen für das Jahr 2050.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere demographischer Wandel, Notarzteinsätze, Rettungsdienstinfrastruktur und medizinische Versorgungsbedarfe.
Wie verändert sich die Anzahl der Notarztalarmierungen laut der Prognose?
Trotz einer insgesamt abnehmenden Bevölkerungszahl wird das Aufkommen an Notarztalarmierungen bis 2050 um etwa ein Viertel steigen.
Welche Krankheitsbilder nehmen laut der Studie am stärksten zu?
Besonders die Krankheitsbilder im Bereich „Herz-Kreislauf“ werden voraussichtlich um fast die Hälfte zunehmen, während auch Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen signifikant ansteigen.
- Arbeit zitieren
- Jean-Claude Balanck (Autor:in), 2008, Die Bedeutung gesundheitswissenschaftlicher Zusammenhänge für die praktische Arbeit im Gesundheitswesen dargestellt anhand eines Praxisbeispiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183011