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Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik

Title: Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik

Scientific Essay , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Hesse (Author)

World History - Early and Ancient History
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War Augustus im religiösen Bereich ein politischer Pragmatiker? Ein kalkulierender Stratege auf dem Weg zur unumschränkten Autokratie? Gar ein „genialer Heuchler“ , der religio und pietas nur als Instrumente seiner Machtpolitik verstand? Oder war er doch der gottesfürchtige Friedensbringer, der sich nur zum Wohl und Erhalt des Staates wegen gegen die Mörder seines Vaters stellte und dem langen Bürgerkrieg durch den Sieg gegen Antonius ein Ende bereitete? Augustus also als konservativer Traditionalist, der nicht nur die Republik restaurierte, sondern auch den in Vergessenheit geratenen mos maiorum, die Sitten und Gebräuche der Älteren, die nebst der besonderen Gottesfürchtigkeit, einst den Aufstieg Roms ermöglicht hatten? Letzteres Bild propagiert der erste Princeps vor allen Dingen von sich selbst in der einzigen, uns von ihm übermittelten Schrift, dem „Index Rerum gestarum.“ Diesen Taten- und Rechenschaftsbericht hatte Augustus an sein Testament angefügt, und er sollte nach seinem Tod zwei Pfeiler vor dem - ebenfalls von ihm selbst - erbauten Mausoleum schmücken. Durch Sueton erfahren wir an anderer Stelle, was Augustus damit ursprünglich bezweckte: „Ich trachte danach, dass ich, solange ich lebe, von den Bürgern gemäß dem Vorbild dieser großen Männer beurteilt werde und ebenso die Kaiser der folgenden Generationen.“ Auch bei Tacitus findet sich, wenn auch indirekt, der Tatenbericht des Augustus wieder, so lässt er im ersten Buch seiner Annalen Befürworter und Gegner des Princeps, während dessen Leichenbegräbnis, beim „Totengericht“ zu Wort kommen. Genau dort finden wir auch den Vorwurf, es sei „nichts für die Verehrung der Götter übrig geblieben, da er [Augustus] in Tempeln durch flamines und im Götterbild verehrt werden wollte.“ In der Tat fällt das religiöse Phänomen des Herrscherkults, der im Laufe der Kaiserzeit an Intensität und Zulauf gewinnt , in die Zeit der augusteischen Restauration. Die Quellenlage zum frühen Kaiserreich, vor allem für den Zeitraum der iulisch-claudischen Dynastie und damit über die Errichtung des Prinzipats unter Augustus, ist vergleichsweise üppig und so stehen neben dem durch eine Abschrift erhaltenen Tatenbericht „Res Gestae (Divi Augusti)“, die Werke von Historikern wie Tacitus, Cassius Dio, Livius, aber auch leider nur fragmentarisch erhaltenen Arbeiten, wie die des Appian oder Nikolaos von Damaskus, zur Verfügung. Dazu kommen(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik

2.1 Religio im Dienste der augusteischen Propaganda – Der Aufstieg des Octavian

2.2 Religio als „Monopol“ des Prinzeps – Eine letzte Metamorphose

3. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Religion im ersten Prinzipat und analysiert, inwieweit Augustus die römische Religion als Instrument für seine machtpolitischen Ziele und zur Konsolidierung seiner Herrschaft einsetzte. Dabei wird der Wandel von der religiös motivierten Propaganda während seines Aufstiegs bis zur Etablierung eines religiösen „Monopols“ als Prinzeps beleuchtet.

  • Die Instrumentalisierung religiöser Symbole und Mythen zur Herrschaftslegitimation.
  • Die Entwicklung und Bedeutung der augusteischen Propaganda während des Bürgerkriegs.
  • Der Wandel der römischen Staatsreligion unter Augustus hin zur Hofreligion.
  • Die Rolle der Priesterämter und kultischen Ämter für die Machtstellung des Prinzeps.

Auszug aus dem Buch

Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik

Dass Augustus von Anfang an ein „religiöses Programm“, ja in gewisser Weise eine „Religionspolitik“ verfolgte, ist in der Forschung allgemein anerkannt. Nur das Ausmaß der bewussten Vereinnahmung der religio zu politischen Zwecken bleibt strittig und wird, bei jeder seiner im sakralen Rahmen, durchgeführten Handlungen, Thema kontroverser Diskussionen. Ebenso hat sich eine Dichotomie der Begrifflichkeiten entwickelt, wenn man die Bedeutung der religio unter Augustus analysiert. Neben der von Augustus selbst stetig betonten „Restauration“, die aus der Erneuerung der „viele[n] vorbildlichen Einrichtungen der Vorfahren“ bestand, die Gefahr liefen „aus dem Gedächtnis unseres Zeitalters“ zu verschwinden, tritt die von ihm bewusst verschwiegene „Innovation.“ Der „religiös hochgeladene“ Begriff der „Restauration“ bot Augustus die Möglichkeit, rein formal an die res publica anzuschließen. Ein weiteres durch Sueton erhaltenes Edikt, gibt uns auch hier Einblick in die politischen Absichten des Augustus:

„Es möge mir vergönnt sein, den Staat auf eine gesunde und behütete Grundlage zu stellen und dafür den Erfolg zu verbuchen, nach dem ich strebe, nämlich Begründer der besten Verfassung genannt zu werden, und bei meinem Tode in mir die Hoffnung zu tragen, dass die Grundlagen des Staates, die ich geschaffen habe, stets erhalten bleiben werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Augustus ein religiöser Reformer oder ein politischer Stratege war, der die Religion instrumentalisiert hat.

2. Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik: Dieses Hauptkapitel analysiert das religiöse Programm des Augustus und die daraus resultierende Verschiebung hin zu einer neuen, dynastisch geprägten Herrschaftsstruktur.

2.1 Religio im Dienste der augusteischen Propaganda – Der Aufstieg des Octavian: Das Unterkapitel beschreibt, wie Octavian während seines Aufstiegs religiöse Mythen und Abstammungslegenden zur Legitimierung seines Machtanspruchs gegen seine Gegner nutzte.

2.2 Religio als „Monopol“ des Prinzeps – Eine letzte Metamorphose: Das Unterkapitel thematisiert die Phase, in der die Religion als reines Propagandainstrument abgelöst wird und der Prinzeps das religiöse Leben unter seine Kontrolle bringt.

3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die religiöse Politik des Augustus primär ein wohlkalkuliertes Instrument seiner Machtausübung war.

Schlüsselwörter

Augustus, Prinzipat, Religio, Machtpolitik, Propaganda, Restauration, Kaiserkult, Pietas, Res Gestae, Sueton, Tacitus, Herrschaftslegitimation, Priesterämter, Staatsreligion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Religion und politischer Macht während der Ära des Augustus und beleuchtet dessen Religionspolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Instrumentalisierung antiker Riten, die Erneuerung priesterlicher Institutionen und die Entwicklung des Herrscherkults.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage klärt, ob Augustus die Religion aus persönlicher Überzeugung restaurierte oder ob sie lediglich ein Mittel zur Festigung seiner autokratischen Herrschaft darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Quellenanalyse, insbesondere unter Einbeziehung der „Res Gestae“ sowie der Berichte von Sueton und Tacitus, ergänzt durch moderne Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Propagandaphase des Aufstiegs Octavians und die Konsolidierung als Prinzeps, wobei insbesondere die baulichen Maßnahmen und priesterlichen Würden im Fokus stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie augusteische Propaganda, Religio, Pietas, Herrscherkult und Restauration charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Restauration“ unter Augustus?

Die Autorin/der Autor bewertet die Restauration als politisch kalkulierten Akt, der eher als Innovation denn als bloße Wiederherstellung alter Traditionen zu verstehen ist.

Welche Bedeutung kommt dem Palatin-Apollo im Werk zu?

Der Apollo auf dem Palatin fungierte als Schutzgottheit des Augustus und bildete einen bewussten Gegenpol zum dionysischen Anspruch des Marcus Antonius.

Wie beurteilt die Arbeit die Rolle der Säkularspiele im Jahr 17 v. Chr.?

Die Säkularspiele werden als Zenit der religiösen Aktivität des Augustus gewertet, die dazu diente, die neue Friedensordnung zu festigen und das Volk symbolisch einzubinden.

Warum wird Augustus in der Schlussbetrachtung als „genialer Machtpolitiker“ bezeichnet?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Augustus durch das geschickte Zusammenspiel von religiöser Rhetorik und politischem Handeln die Loyalität der Bevölkerung sicherte, ohne sich in Extremen der Heuchelei zu verlieren.

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Details

Title
Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik
College
University of Bonn  (Geschichtswissenschaft)
Course
(J)/Iulisch-Claudische Dynastie
Grade
1,0
Author
Christoph Hesse (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V183041
ISBN (eBook)
9783656070320
ISBN (Book)
9783656070214
Language
German
Tags
Geschichte Alte Geschichte Antike Augustus Religio Religion Prinzipat Princeps Rom restitutio rei publicae Pietas römische Götterwelt Pantheon Trias Capitol Capitolinische Trias
Product Safety
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Quote paper
Christoph Hesse (Author), 2011, Religio im ersten Prinzipat als Instrument augusteischer Machtpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183041
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