Die Interkulturelle Pädagogik hat sich im Laufe von Fachdiskussionen über Multikulturalität als eigenständige Fachrichtung etabliert. In diesem Aufsatz soll die Interkulturelle Pädagogik in ihrem historischen Zeitverlauf dargestellt werden. Als Grundgerüst für diesen Aufsatz wird das Sechs-Phasen-Modell von Wolfgang Nieke herangezogen. Es dient dazu, einen allgemeinen Überblick über die Geschichte der Interkulturellen Pädagogik zu erhalten. Blinde Flecken, die dieses Phasenmodell hat und zu ihm konträrer stehende Theorien werden im Verlaufe dieses Aufsatzes besprochen. Dies hat nicht den Zweck, die Schwächen des Phasenmodells zu betonen, sondern einen Einblick in die Fachdiskussion zu geben, um einen möglichst vollständigen Überblick zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist interkulturelle Pädagogik?
3 Geschichte der interkulturellen Pädagogik
3.1 Phase eins
3.2 Das Fremde
3.3 Nationalcharakter
3.4 Phase zwei
3.5 Phase drei
3.6 Phase vier
3.7 Phase fünf
3.8 Phase sechs
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die historische Nachzeichnung der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland. Dabei wird untersucht, wie sich das Fachgebiet vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Globalisierungsprozesse und historischer Phasenmodelle, insbesondere unter Rückgriff auf Wolfgang Nieke, als eigenständige Disziplin etabliert hat.
- Historische Genese der Interkulturellen Pädagogik
- Analyse der Phasenmodelle der Entwicklung
- Bedeutung des Begriffs "das Fremde" und die Rolle des Nationalstaates
- Kritik an der sogenannten Ausländerpädagogik
- Die Entwicklung von Ansätzen zur interkulturellen Erziehung
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Fremde
Man kann die Geschichte der Interkulturellen Pädagogik mit der Entwicklung des Begriffs des Fremden beginnen lassen, denn wie bereits erwähnt wurde, ist es die Aufgabe der Interkulturellen Pädagogik, eine Hilfestellung für ein besseres Zusammenleben in multikulturellen Gesellschaften zu geben und dies soll durch die Überwindung dessen erreicht werden, was einem fremd am anderen erscheint. Dementsprechend geht auch Georg Auernheimer in „Einführung in die Interkulturelle Pädagogik“ (2007) vor. Seine Ausführungen zur Entwicklung des Begriffs des Fremden leitet er mit Verweis auf die Tatsache ein, dass komplexe Gesellschaften immer schon multikulturell gewesen sind. Hierin stimmt er mit Hohmann (1987) überein, der ebenfalls von einer kulturellen Heterogenität moderner Gesellschaften ausgeht. Aber zur direkten Konfrontation der Kulturen untereinander kam es nicht, denn die ethnischen Milieus waren, wie die Stände klar voneinander getrennt. Somit ergab sich weder Konfliktstoff, noch kulturelle Differenz. Mit Bezug auf Bauman verweist Auenheimer drauf, dass es den Begriff des Fremden nicht gab. In der Vormoderne gab es nur Freund oder Feind und den wenigen Fremden konnte ihr sozialer Ort zugewiesen werden.
„Wenn man von den Ketzerbewegungen des Mittelalters, die von Papst und Kaiser mit allen Mitteln bekämpft und fast alle ausgelöscht wurden, und von der Vertreibung der Mauren und Juden aus der iberischen Halbinsel absieht, dann ist mit der Reformation zum ersten Mal die Konfession zu einem Unterscheidungsmerkmal und Konfliktstoff geworden.“ (Auenheimer 2007, S. 10)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der Globalisierung auf die Gesellschaft und die Notwendigkeit der Interkulturellen Pädagogik als pädagogische Antwort darauf.
2 Was ist interkulturelle Pädagogik?: Dieses Kapitel definiert den Begriff sowie das Forschungsinteresse der Disziplin und diskutiert die Vielfalt der Bezeichnungen im wissenschaftlichen Diskurs.
3 Geschichte der interkulturellen Pädagogik: Das Hauptkapitel analysiert den historischen Prozess der Disziplinentstehung anhand des Sechs-Phasen-Modells von Wolfgang Nieke und erörtert dabei Begriffe wie "das Fremde" und "Nationalcharakter".
4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Komplexität der historischen Entwicklung und betont die Notwendigkeit einer reflektierten Betrachtung von Phasenmodellen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Globalisierung, Multikulturalität, Geschichte der Erziehung, Phasenmodell, Ausländerpädagogik, Fremdheit, Nationalstaat, Assimilation, Akkulturation, Migration, Identität, Interkulturelle Erziehung, Anerkennung, Bildungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik als pädagogische Disziplin in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Konzepten der Ausländerpädagogik, der Wandel zu interkulturellen Erziehungsansätzen sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher Integrationsvorstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein historischer Überblick, der zeigt, wie sich die Pädagogik auf die Herausforderungen einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft eingestellt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Literaturanalyse und die Auseinandersetzung mit historisch-wissenschaftlichen Phasenmodellen der Fachgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung in sechs Phasen, wobei unter anderem der Begriff des "Fremden" und die Bedeutung des Nationalstaates beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Interkulturelle Pädagogik, Globalisierung, Migration, Assimilation und Identität prägen den inhaltlichen Kern.
Warum wird das Sechs-Phasen-Modell von Wolfgang Nieke verwendet?
Das Modell dient als strukturelles Grundgerüst, um einen geordneten Überblick über die komplexe Geschichte der Interkulturellen Pädagogik zu erhalten.
Was bedeutet der Begriff "Neo-Assimilationismus" in diesem Kontext?
Er beschreibt einen aktuellen gesellschaftspolitischen Anspruch, bei dem von Zuwanderern neben funktionalen Kompetenzen auch eine loyale Anpassung an die Werte der Mehrheitskultur erwartet wird.
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- Elias Buck (Autor), 2010, Die Geschichte der Interkulturellen Pädagogik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183098