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Klinische Relevanz von Cannabiskonsum für die psychologische bzw. psychiatrische Intervention

Versuch einer Standortbestimmung

Titre: Klinische Relevanz von Cannabiskonsum für die psychologische bzw. psychiatrische Intervention

Dossier / Travail , 2011 , 10 Pages

Autor:in: Reto Müller (Auteur)

Psychologie - Psychologie Clinique, Psychopathologie, Prévention
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Cannabis ist die weltweit am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die Konsumenten in der Schweiz nehmen im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. So haben sich hierzulande bspw. die Verzeigungen aufgrund von Wiederhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Zeitraum von 1990 bis 2004 verdreifacht. Insgesamt ist der Cannabiskonsum seit den Neunzigerjahren bis zur Jahrtausendwende deutlich angestiegen. Aktuelle Untersuchungen auf globaler Ebene konstatieren nun aber einen leichten Rückgang oder eine Trendwende des Konsumverhaltens.
Während die epidemiologische Forschung zum Cannabiskonsum und dessen Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit mittlerweile weit fortgeschritten ist, befindet sich die Wissenschaft um evidenzbasierte Behandlung noch im Anfangsstadium. Cannabisbezogene Störungen spielen insbesondere in den spezifischen Beratungsstellen der Jugendhilfe aber auch in hohem Masse in der psychiatrischen Versorgung seit mindestens zehn Jahren eine zunehmend gewichtigere Rolle. Da ein dringender Bedarf an praxisrelevanten Interventions-programmen vorhanden ist, wird in den letzten Jahren verstärkt die Erweiterung der translationalen Forschung gefordert.
Im vorliegenden Beitrag werden einige Ergebnisse epidemiologischer Daten zum Konsumverhalten in der Schweiz präsentiert, wissenschaftliche Erkenntnisse zu cannabisbezogenen Störungen, psychiatrischer Diagnostik und Komorbidität sowie Folgerungen für die präventive und therapeutische Intervention dargelegt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Epidemiologische Daten zum Konsumverhalten in der Schweiz

3. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu cannabisbezogenen psychischen Störungen

4. Folgerungen für die (präventive und) therapeutische Intervention

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine Standortbestimmung zur klinischen Relevanz des Cannabiskonsums vorzunehmen. Dabei werden epidemiologische Daten analysiert, der aktuelle wissenschaftliche Stand zu cannabisbezogenen psychischen Störungen und deren Komorbiditäten dargelegt sowie Ansätze für präventive und therapeutische Interventionen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter diskutiert.

  • Epidemiologische Entwicklung des Cannabiskonsums in der Schweiz
  • Pathogenese und Ätiologie cannabisbezogener psychischer Störungen
  • Multiaxiale Diagnostik gemäß ICD-10
  • Komorbidität bei Cannabisabhängigkeit
  • Anforderungen an spezifische therapeutische Interventionsangebote

Auszug aus dem Buch

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu cannabisbezogenen psychischen Störungen

Der Konsumgipfel illegaler Drogen liegt in der Adoleszenz; er ist primär auf den Gebrauch von Cannabis zurückzuführen (vgl. Petermann & Roth, 2006, S. 19). Wie schon erwähnt ist Cannabis weltweit die am weitesten verbreitete illegale Droge. Allerdings ist es wichtig zwischen Explorations- und Dauerkonsum zu unterscheiden. Explorationskonsum ist ein jugendtypisches Phänomen und bleibt in den meisten Fällen auf die Adoleszenz begrenzt (vgl. Berthel, 2007, S. 101; Petermann & Roth, 2006, S. 104; Sydow et al., 2001), während der Übergang zu problematischen Konsumformen von zahlreichen interagierenden Vulnerabilitäts- und Risikofaktoren abhängig ist (vgl. Aden et al., 2011, S. 225).

Ätiologie und Pathogenese cannabisbezogener psychischer Störungen werden im Rahmen des Vulnerabilitäts-Stress-Modells eruiert. Dieses Modell stellt Beziehungen her zwischen dem Grad der Vulnerabilität auf der einen Seite und dem Verhältnis von Risikofaktoren und Schutzfaktoren auf der anderen Seite. Hohe Vulnerabilität und Überwiegen der Risikofaktoren gegenüber den Schutzfaktoren macht anfällig für die Entwicklung einer cannabisbezogenen psychischen Störung (vgl. op. cit., S. 217).

Die Klasse F1 des ICD-10 Klassifikationssystems psychischer Störungen listet diagnostische Kriterien für „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ (Dilling & Freyberger, 2006) auf. Das ICD-10 ist ein multiaxiales in der deutschsprachigen Psychiatrie etabliertes Klassifikationssystem, womit sich cannabisbezogene psychische Störungen wie folgt diskriminieren bzw. diagnostizieren lassen: akute Cannabinoidintoxikation (F12.0), schädlicher Gebrauch durch Cannabis (F12.1), ein durch Cannabis verursachtes Abhängigkeitssyndrom (F12.2) und das Cannabisentzugssyndrom (F12.3).

Zusammenfassung der Kapitel

Zusammenfassung: Die Arbeit bietet eine Bestandsaufnahme zur klinischen Relevanz des Cannabiskonsums und skizziert den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik und Behandlung.

Epidemiologische Daten zum Konsumverhalten in der Schweiz: Es wird die Entwicklung der Konsumzahlen sowie Veränderungen im Alter beim Erstkonsum basierend auf nationalen Studien von 2004 bis 2007 analysiert.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu cannabisbezogenen psychischen Störungen: Dieses Kapitel erläutert die Ätiologie nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell sowie die diagnostische Erfassung mittels ICD-10 und die klinische Bedeutung von Komorbiditäten.

Folgerungen für die (präventive und) therapeutische Intervention: Es werden Ansätze für Suchtprävention diskutiert und die Notwendigkeit spezifischer therapeutischer Angebote, wie etwa kognitiv-behaviorale Ansätze, betont.

Schlüsselwörter

Cannabiskonsum, Suchtprävention, Jugendliche, Abhängigkeit, psychische Störungen, Komorbidität, Epidemiologie, ICD-10, Diagnostik, Therapie, CANDIS-Studie, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Adoleszenz, psychotrope Substanzen, Motivationsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der klinischen Relevanz von Cannabiskonsum für psychologische und psychiatrische Interventionen, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die epidemiologische Lage, die wissenschaftlichen Grundlagen zu cannabisbezogenen Störungen, diagnostische Klassifikationen sowie therapeutische und präventive Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine Standortbestimmung hinsichtlich der klinischen Herausforderungen durch Cannabiskonsum und die Ableitung von Empfehlungen für eine effektive therapeutische Behandlung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse und Standortbestimmung, die auf epidemiologischen Daten, klinischen Leitlinien und aktuellen Forschungsergebnissen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Konsummuster, Ätiologie psychischer Störungen, die multiaxiale Diagnostik nach ICD-10, Komorbiditäten sowie Ansätze der Suchttherapie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Cannabiskonsum, Adoleszenz, Diagnostik, Komorbidität und therapeutische Interventionen definiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Explorations- und Dauerkonsum wichtig?

Diese Unterscheidung ist essenziell, da Explorationskonsum oft als jugendtypisches Phänomen begrenzt bleibt, während der Übergang zu problematischen Konsumformen spezifische Risikofaktoren erfordert und therapeutisches Handeln notwendig macht.

Welche Rolle spielt die Komorbidität bei der Behandlung?

Da ca. 70% der Cannabisabhängigen unter komorbiden Störungen (wie Depressionen oder Angststörungen) leiden, ist eine differenzierte Diagnostik zwingend erforderlich, um adäquate Therapiemaßnahmen ableiten zu können.

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Résumé des informations

Titre
Klinische Relevanz von Cannabiskonsum für die psychologische bzw. psychiatrische Intervention
Sous-titre
Versuch einer Standortbestimmung
Université
University of Zurich  (Psychologisches Institut - Klinische Intervention und Psychopathologie)
Cours
Klausur
Auteur
Reto Müller (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
10
N° de catalogue
V183142
ISBN (ebook)
9783656073314
ISBN (Livre)
9783656073093
Langue
allemand
mots-clé
Evidenzbasierte Behandlung bei Cannabisbezogenen Psychischen Störungen Cannabiskonsum und Komorbidität Psychiatrische Diagnostik Prävention Intervention
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Reto Müller (Auteur), 2011, Klinische Relevanz von Cannabiskonsum für die psychologische bzw. psychiatrische Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183142
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