August-Hermann-Francke-Schule Gießen
Inwiefern ist die Entscheidung des Bundesrates bezüglich der Präimplantationsdiagnostik (PID) für Deutschland tragbar?
Facharbeit im Fach Biologie
Felix Pitka, 12 A
30. November 2011
1.0. Einleitung
Die Präimplantationsdiagnostik ist eine der meist kritisierten medizinischen Anwendungen unserer Zeit. Sie umfasst einen sehr weitläufigen Themenkomplex, der von der Diskussion um den Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben, bis hin zur Frage reicht, ob PID nicht besser sei als eine Abtreibung. Daher bedarf es einer Eingrenzung der Themenstellung für diese Facharbeit.
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitung
2.0. Biologische Aspekte
2.1. Was ist Präimplantationsdiagnostik?
2.2. Ablauf und Voraussetzungen
2.3. Welche Erfolgsaussichten und Risiken hat die PID?
3.0. Welche Verantwortung hat der Deutsche Ethikrat in dieser Frage?
4.0. Rechtslage vor dem PID-Gesetz des Bundestages
5.0. Gesetzesentwürfe des Deutschen Bundestages zur Verfahrensweise mit der PID in Deutschland
5.1. Vergleich der Gesetzesentwürfe
6.0. Entscheidung des Deutschen Bundestages zur PID
7.0. Entscheidung des Bundesrates zur PID
8.0. Lässt sich die PID mit den Grundrechten des Grundgesetzes vereinbaren?
9.0. Inwiefern kann den Eltern diese Entscheidung überlassen werden?
10.0. Zusammenfassung
11.0. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die ethische und verfassungsrechtliche Vertretbarkeit der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der Entscheidung des Bundesrates vom September 2011 und der Vereinbarkeit mit den Grundrechten.
- Biologische Grundlagen und Funktionsweise der PID
- Risiken und Chancen der präimplantativen Untersuchung
- Gesetzgebungsverfahren und parlamentarische Debatte in Deutschland
- Ethische und rechtliche Bewertung der PID-Selektion
- Rolle des Deutschen Ethikrates und des Grundgesetzes
Auszug aus dem Buch
2.2. Ablauf und Voraussetzungen
Voraussetzung für eine Präimplantationsdiagnostik ist die künstliche Befruchtung. Bevor eine PID vorgenommen werden kann, muss bei der Frau eine Hormonbehandlung durchgeführt werden, damit es zur vermehrten Eizellen-Produktion kommt. Danach werden die Eizellen mittels eines operativen Eingriffes entfernt, dabei werden „die Eizellen aus den Follikeln des Eierstocks abgesaugt“ und diese im Labor künstlich mit den Samenzellen befruchtet. Dies nennt man In-vitro-Fertilisation (lat. für: „Befruchtung im Glas“).
Etwa am dritten Tag nach der Befruchtung, im Acht-Zell Stadium, werden ein bis zwei embryonale Zellen entfernt und auf Erbkrankheiten und Chromosomenanomalien untersucht. Dies nennt man Blastomerenbiopsie, die in Deutschland verboten ist, da die Zellen noch totipotent sein können und den rechtlich gleichen Status haben wie ein Embryo. In Deutschland erlaubt ist die Methode der Blastozystenbiopsie. Dabei „werden einem etwa fünf Tage alten Embryo, der bereits das Blastozystenstadium erreicht hat, mehrere Zellen aus der äußeren Zellschicht (Trophoblast) entnommen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0. Einleitung: Einführung in die Thematik der PID unter Abgrenzung des fachlichen Rahmens und Definition der Forschungsfragen.
2.0. Biologische Aspekte: Erläuterung der medizinischen Grundlagen, Verfahrensweisen wie die Blastozystenbiopsie sowie eine Abwägung der gesundheitlichen Chancen und Risiken.
3.0. Welche Verantwortung hat der Deutsche Ethikrat in dieser Frage?: Analyse der Rolle des Ethikrates als beratendes Gremium für Politik und Gesellschaft.
4.0. Rechtslage vor dem PID-Gesetz des Bundestages: Darstellung der rechtlichen Situation, geprägt durch das ESchG und das Urteil des Bundesgerichtshofes von 2010.
5.0. Gesetzesentwürfe des Deutschen Bundestages zur Verfahrensweise mit der PID in Deutschland: Vergleich der unterschiedlichen politischen Lösungsansätze zur Regulierung der PID.
6.0. Entscheidung des Deutschen Bundestages zur PID: Dokumentation des parlamentarischen Beschlusses vom Juli 2011.
7.0. Entscheidung des Bundesrates zur PID: Zusammenfassung der Zustimmung der Bundesländer zum Regelungsentwurf im September 2011.
8.0. Lässt sich die PID mit den Grundrechten des Grundgesetzes vereinbaren?: Kritische Prüfung der PID-Selektion im Kontext von Menschenwürde und dem Diskriminierungsverbot.
9.0. Inwiefern kann den Eltern diese Entscheidung überlassen werden?: Diskussion über die Grenzen elterlicher Autonomie gegenüber dem Schutz des ungeborenen Lebens.
10.0. Zusammenfassung: Rekapitulation der wesentlichen Erkenntnisse zur PID und dem gesetzlichen Umgang damit.
11.0. Fazit: Persönliche Bewertung der PID-Problematik und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Präimplantationsdiagnostik, PID, Embryonenschutzgesetz, Ethikrat, künstliche Befruchtung, In-vitro-Fertilisation, Blastozystenbiopsie, Grundgesetz, Menschenwürde, Bioethik, Selektion, Erbkrankheiten, Embryo, Gesetzgebung, Reproduktionsmedizin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit behandelt die ethische und rechtliche Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland sowie die politische Entscheidungsfindung dazu.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den biologischen Grundlagen, den Chancen und Risiken des Verfahrens sowie der verfassungsrechtlichen Einordnung und der gesetzlichen Regelung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, inwiefern die Entscheidung des Bundesrates zur begrenzten Zulassung der PID für Deutschland tragbar und mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine fächerübergreifende Arbeit, die wissenschaftliche Literatur, Stellungnahmen des Deutschen Ethikrates und Gesetzestexte analysiert und bewertet.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biologische Erläuterung des PID-Verfahrens, die Analyse der politischen Debatte und eine kritische Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit des Verfahrens mit den Grundrechten.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die wichtigsten Begriffe sind Präimplantationsdiagnostik, Embryonenschutz, Grundrechte, bioethische Verantwortung und Selektionsproblematik.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Diagnosemethoden?
Der Autor unterscheidet zwischen der in Deutschland verbotenen Blastomerenbiopsie, bei der noch totipotente Zellen entnommen werden, und der erlaubten Blastozystenbiopsie.
Welche Gefahr sieht der Autor in der Zulassung der PID?
Der Autor warnt vor einem sogenannten „Dammbruch“, bei dem die begrenzte Zulassung in Einzelfällen zukünftig zur Ausweitung der PID in weiteren Anwendungsbereichen führen könnte.
- Arbeit zitieren
- Felix Pitka (Autor:in), 2011, Inwiefern ist die Entscheidung des Bundesrates bezüglich der PID für die BRD tragbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183157