Zahlreiche Studien belegen, dass die deutsche Bevölkerung im Zuge des demografischen Wandels künftig abnehmen und zugleich stark altern wird. Während in Deutschland aktuell ca. 81 Millionen Menschen leben, liegt die für das Jahr 2050 prognostizierte Bevölkerungszahl bei etwa 66 Millionen Personen.
Obwohl der demografische Wandel nicht erst beginnt, sondern bereits in vollem Gange ist, kommt die im Rahmen dieser Bachelorarbeit durchgeführte Untersuchung zu dem Ergebnis, dass zahlreiche Unternehmen ihre Personalpolitik nicht den demografischen Rahmenbedingungen anpassen. Einer der Hauptgründe hierfür ist das negative Altersbild der deutschen Gesellschaft, welche die Tatsache zu verdecken versucht, dass die Menschen in Deutschland „zukünftig weniger und im Durchschnitt älter“ sein werden.
Wäre es nicht sinnreicher, die vorhandenen Potenziale älterer Mitarbeiter intensiv zu fördern und zu entwickeln, um die demografischen Herausforderungen präventiv und gemeinsam zu bewältigen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken?
Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind weitreichend und auf diverse Themenfelder zurückzuführen. Die vorliegende Bachelorarbeit setzt den Fokus auf die Situation älterer Arbeitnehmer und verfolgt die Intention, das derzeitige Meinungsbild von Unternehmen aufzudecken, um sie anschließend mit Hilfe von Handlungsempfehlungen für die Notwendigkeit der Förderung älterer Arbeitnehmer zu sensibilisieren.
Obwohl zahlreiche Industrieländer vom demografischen Wandel betroffen sind, beschränken sich die Untersuchungen und Auswertungen dieser Arbeit auf die deutsche Bevölkerung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Zielsetzung und Gang der Bachelor-Thesis
2. Der demografische Wandel in Deutschland
2.1 Begriffsdefinition und theoretische Grundlagen
2.2 Die demografische Entwicklung unter Berücksichtigung zukünftiger Prognosen
2.3 Rückgang und Alterung der Bevölkerung im Erwerbsalter
3. Die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt
3.1 Abgrenzung des Begriffs „älterer Arbeitnehmer“
3.2 Beschäftigung älterer Arbeitnehmer
3.3 Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern unter Berücksichtigung des innerhalb der deutschen Gesellschaft vorherrschenden Altersbildes
4. Betriebliche Personalpolitik im demografischen Wandel
4.1 Inhalte der betrieblichen Personalpolitik
4.2 Herausforderungen einer erfolgreichen Personalpolitik
4.3 Leistungspotenziale älterer Arbeitnehmer
4.4 Zwischenfazit
5. Empirische Untersuchung zum demografischen Wandel und seiner Auswirkungen auf die Personalpolitik
5.1 Aufbau und Ziel der Empirischen Untersuchung
5.2 Durchführung der Untersuchung
5.3 Auswertung der Fragebögen und Analyse der Ergebnisse
6. Personalpolitische Handlungsfelder für einen konstruktiven Umgang mit älteren Mitarbeitern
6.1 Die Altersstrukturanalyse als Handlungsgrundlage für Unternehmen
6.2 Gesundheitsmanagement
6.2.1 Möglichkeiten der Gesundheitsförderung
6.2.2 Altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
6.2.3 Der Work Ability Index als geeignetes Präventionsinstrument
6.3 Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung
6.3.1 Kognitive und geistige Abwechslung zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit
6.3.2 Flexible Arbeitszeitgestaltung
6.4 Personalentwicklung
6.4.1 Förderung lebenslangen Lernens
6.4.2 Generationenübergreifender Wissenstransfer durch Bildung altersgemischter Teams
6.4.3 Sicherung des Wissens älterer sowie ausgeschiedener Arbeitnehmer als Beitrag zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung
7. Voraussetzungen für die Umsetzung einer altersgerechten Personalpolitik
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das derzeitige Meinungsbild von Unternehmen gegenüber älteren Arbeitnehmern vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen bestehenden Vorurteilen und den tatsächlichen Leistungspotenzialen aufzuzeigen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für eine altersgerechte Personalpolitik zu entwickeln.
- Demografischer Wandel und dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
- Status Quo der Beschäftigung und Wahrnehmung älterer Arbeitnehmer
- Betriebliches Gesundheitsmanagement als Schlüssel zur Leistungsfähigkeit
- Arbeitsorganisation und lebenslanges Lernen als Instrumente der Personalentwicklung
- Förderung eines konstruktiven Wissenstransfers in altersgemischten Teams
Auszug aus dem Buch
6.2.1 Möglichkeiten der Gesundheitsförderung
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Unternehmen Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter nehmen können. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die den Gesundheitszustand sowie das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten fördern.84 Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels müssen Unternehmen neben Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung künftig auch zunehmend die Gesundheit ihrer wertvollsten Ressource forcieren.85
Im Folgenden werden beispielhaft Elemente aus dem Gesundheitsmanagementprogramm der Generali Versicherungen und der Helvetia Versicherungen vorgestellt.
Im Rahmen des strategischen Gesundheitsmanagementprogramms der Generali Versicherungen erhalten die Mitarbeiter eine breite Palette von Angeboten und Maßnahmen:86
• Diverse Impfungen durch den betriebsärztlichen Dienst
• Regelmäßige Sehtests für Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen
• Förderung gesundheitsbewusster Ernährung in Betriebsrestaurants
• Bereitstellen von Räumen, Geräten und Trainern für Betriebssportgruppen
• Kooperationen mit Sportvereinen sowie Bezuschussung von Mitgliedschaften
• Massagen im hauseigenen Massageraum zur Entspannung vom Alltag
• Seminare zur Stressbewältigung
• Ein Gesundheitstag pro Jahr, an dem sich die Mitarbeiter über ein breites Gesundheitsprogramm informieren können
• Spezielles Raucherentwöhnungsprogramm für Mitarbeiter, die sich das Rauchen abgewöhnen möchten; volle Übernahme der Seminarkosten für Mitarbeiter, die das Rauchen erfolgreich aufgegeben haben.
• Suchtpräventionsprogramm zur frühzeitigen, fachübergreifenden Betreuung von Beschäftigten mit einer Suchtproblematik
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die deutsche Bevölkerung und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Handlungsfelder für den konstruktiven Umgang mit älteren Arbeitnehmern zu identifizieren.
2. Der demografische Wandel in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des demografischen Wandels und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung inklusive der Prognosen für das Erwerbspersonenpotenzial.
3. Die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt: Das Kapitel befasst sich mit der begrifflichen Abgrenzung von „älteren Arbeitnehmern“ und analysiert das aktuelle Image sowie die Vorurteile gegenüber dieser Altersgruppe.
4. Betriebliche Personalpolitik im demografischen Wandel: Hier werden die inhaltlichen Anforderungen an eine moderne Personalpolitik im Kontext des demografischen Wandels definiert und die Leistungspotenziale älterer Arbeitnehmer in das Zentrum gerückt.
5. Empirische Untersuchung zum demografischen Wandel und seiner Auswirkungen auf die Personalpolitik: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess einer empirischen Befragung bei deutschen Unternehmen und analysiert die gewonnenen Daten bezüglich deren Umgang mit dem Thema.
6. Personalpolitische Handlungsfelder für einen konstruktiven Umgang mit älteren Mitarbeitern: Das Hauptkapitel präsentiert konkrete Strategien wie Altersstrukturanalyse, Gesundheitsmanagement, Arbeitsorganisation und Personalentwicklung, um das Potenzial älterer Mitarbeiter gezielt zu nutzen.
7. Voraussetzungen für die Umsetzung einer altersgerechten Personalpolitik: Das Kapitel identifiziert die notwendigen Rahmenbedingungen in Unternehmen, um eine altersgerechte Personalpolitik erfolgreich implementieren zu können.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Personalstrategie zur Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Fachkräftesicherung, ältere Arbeitnehmer, Personalpolitik, Gesundheitsmanagement, Arbeitsfähigkeit, Work Ability Index, Altersstrukturanalyse, Wissensmanagement, lebenslanges Lernen, altersgemischte Teams, Personalentwicklung, Personalplanung, Unternehmensführung, Wettbewerbsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Unternehmen ihre Personalpolitik gestalten müssen, um auf den demografischen Wandel zu reagieren und das Potenzial älterer Arbeitnehmer erfolgreich zu nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören der demografische Wandel in Deutschland, die Situation älterer Arbeitnehmer, betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Strategien zur Personalentwicklung und Wissenssicherung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?
Ziel ist es, das Meinungsbild in Unternehmen zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu geben, die zur Sensibilisierung für die Notwendigkeit der Förderung älterer Arbeitnehmer beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Untersuchung in Form einer quantitativen Befragung von Personalverantwortlichen in Deutschland.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf personalpolitische Handlungsfelder, wie die Durchführung von Altersstrukturanalysen, die Einführung von Gesundheitsmanagement und die gezielte Förderung älterer Mitarbeiter.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Fachkräftesicherung, demografischer Wandel, Personalpolitik, Gesundheitsmanagement, altersgemischte Teams und lebenslanges Lernen.
Welche Rolle spielt der Work Ability Index (WAI) in der Arbeit?
Der WAI wird als Instrument zur systematischen Erfassung und Förderung der individuellen Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten vorgestellt, um drohender Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich altersgemischter Teams?
Obwohl die Theorie und Praxis ihre Vorteile im Wissenstransfer belegen, zeigt die Untersuchung, dass viele Unternehmen das Potenzial altersgemischter Teams aktuell noch nicht hinreichend durch gezielte Bildungsmaßnahmen nutzen.
- Quote paper
- Behnam Mirzaee (Author), 2011, Fachkräftesicherung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183229