...Kampf gegen eine Dezentralisierung der Zentralität. Dabei versuche ich im Hauptteil den Ursachen möglicher Zentralitätsverluste von Innenstädten einen Namen zu geben. In diesem Zusammenhang wird auch ein weiterer wichtiger Aspekt, die Rolle von Einkaufscentern bzw. den sog. Shoppingmalls, diskutiert. Woher kommt dieses Phänomen, in welchen Lagen treten diese riesigen Einkaufscenter hauptsächlich auf, welche Wirkungen lassen sich in ersten empirischen Analysen beobachten und welche wichtigen Eckpunkte für eine erfolgreiche Integration von Einkaufscentern lassen sich zusammenfassen?
Integration ist in Deutschland seit Jahren .... jedoch geht es dabei i.d.R. um die Integration ethnischer Minderheiten oder sozial Benachteiligter, aber in gleichem Maße ist es erforderlich, dass sich den Menschen ein Umfeld bietet, das eine Grundlage für Kommunikation und Zusammenleben in geeignetem Maße gewährleistet und fördert. Dazu gehört auch eine durchdachte Stadtentwicklung, Politiker sollten dabei zumindest in fundamentalen Bereichen Richtlinien einführen, und wenn nötig auch nicht davor ..... Investoren einschränken. Zu häufig werden Investoren von Verantwortlichen Entscheidern zu viel Freiraum gelassen, in der Hoffnung auf meist offensichtlich kurzfristige Gewinne, welche auf Dauer zu Lasten einer erfolgreichen Stadtentwicklung gehen. Ein mögliches Motiv dafür ist oftmals auch, dass wie üblich in der Politik kurzfristige Gewinne während der Amtszeit von Politikern vorgezogen werden, auch wenn langfristig die Nachteile einer Entscheidung offensichtlich überwiegen. Nach der ausführlichen Betrachtung der Rolle von Einkaufscentern wird weiterhin thematisiert, inwiefern sich bestimmte Tendenzen in der Stadtentwicklung deutscher Städte abzeichnen. Welche Indizien sprechen etwa für eine mögliche Reurbansierungstendenz in Deutschland?
Bevor daraufhin meine Arbeit mit einem Fazit bzgl. zuvor analysierter Teilgebiete der Stadtentwick-lung abschließt, werde ich einen möglichen Lösungsansatz bzw. vielmehr eine Entwicklungsleitlinie vorstellen, die sog. „ESSHAH-Regel“. Mir erscheint die Betrachtung im Konnex zu einer Leitlinie sinnvoller, anstatt auf individuelle Probleme einzelner deutscher Innenstädte einzugehen. Darin bestärkt mich vor allem das Faktum, dass die Problemfelder vieler Städte meist viel zu individuell und heterogen sind, meiner Ansicht nach sind deshalb Einzelbeispiele in diesem Kontext wenig aussagekräftig und kaum hilfreich zur Problemveranschaulichung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abgrenzungen von Großstadtregionen und gesplittet betrachtete demographische und wirtschaftliche Tendenzen
3. Welche Faktoren gefährden den Zentralitätsstatus vieler deutscher Städte?
4. Die Rolle der Shoppingcenter
4.1 Eine Definition des Shoppingcenter-Begriffes
4.2 Ursprung, Entwicklungen und Lagen von Shoppingcentern
4.3 Eine empirische Wirkungsanalyse von großen innerstädtischen Shoppingcentern und wichtige Eckpfeiler für deren erfolgreiche Integration
5. Indizien für kommende Reurbanisierungstendenzen in Deutschland
6. Eine mögliche Entwicklungsleitlinie für Innenstädte, die „ESSHAH“-Regel
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den Zentralitätsverlust deutscher Innenstädte in der Globalisierung. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die Flächenexpansion des Einzelhandels sowie die Ansiedlung von Shoppingcentern diesen Prozess beeinflussen und ob zukünftige Reurbanisierungstendenzen zu erwarten sind.
- Dezentralisierung von Zentralität in deutschen Städten
- Einfluss von Shoppingcentern auf die innerstädtische Einzelhandelsstruktur
- Demografische Einflüsse auf Wohnortpräferenzen
- Entwicklungsleitlinien zur Stärkung der Innenstädte (ESSHAH-Regel)
- Potenziale für eine Reurbanisierung
Auszug aus dem Buch
4.1 Eine Definition des Shoppingcenter-Begriffes
Um ein einheitliches Begriffsverständnis, bzgl. des hier verwendeten „Shoppingcenter“, sicherzustellen, ist zunächst eine allgemeine Definition notwendig. Das EHI Retail Institut in Köln hat eine eben solche präzisiert. Demnach sind Shoppingcenter zentral geplante, großflächige Versorgungseinrichtungen, die den kurz-, mittel- sowie langfristigen Bedarf decken sollen.
Charakterisiert sind sie v.a. durch:
-Die räumliche Konzentration unterschiedlich großer Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe
- Eine Branchenvielfalt von Fachgeschäften, gewöhnlich in Kombination mit einem oder mehreren dominanten Anbietern
- Sehr großzügig ausgelegte Stellplatzmöglichkeiten für Pkws
- Eine zentrale Verwaltung oder ein zentrales Management
- Die Wahrnehmung bestimmter Funktionen wie z.B. Werbung durch alle Mieter
- Eine Mietfläche von mindestens 10.000 m².
Ist ein großer Einzelhandelsbetrieb baulich oder rechtlich nicht in das Center integriert, bildet aber aus Verbraucherperspektive mit ihm eine Einheit, so ist er, gemäß der Definition des EHI Instituts, ebenfalls dem Center zuzuordnen. Hotels, Wohnungen sowie neutrale Büroräume werden hierbei nicht als Bestandteile des Shoppingcenters angesehen. Die Gesamtfläche des Shoppingcenters setzt sich somit aus Miet- und Verkehrsfläche sowie der Centerverwaltung und Sanitärräumen zusammen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Problematik der Dezentralisierung in deutschen Städten und führt in die zentralen Themenbereiche der Arbeit ein.
2. Abgrenzungen von Großstadtregionen und gesplittet betrachtete demographische und wirtschaftliche Tendenzen: Dieses Kapitel definiert die Untersuchungsräume und analysiert demografische sowie wirtschaftliche Verschiebungen in Deutschland.
3. Welche Faktoren gefährden den Zentralitätsstatus vieler deutscher Städte?: Hier werden die Ursachen für den Zentralitätsverlust, wie Discounter und Flächenexpansion des Einzelhandels, beleuchtet.
4. Die Rolle der Shoppingcenter: Dieser Abschnitt analysiert die Auswirkungen, Definition und Integration von Shoppingcentern in den urbanen Raum.
5. Indizien für kommende Reurbanisierungstendenzen in Deutschland: Es werden Anzeichen für eine Renaissance der Innenstädte durch demografischen Wandel und veränderte Standortpräferenzen diskutiert.
6. Eine mögliche Entwicklungsleitlinie für Innenstädte, die „ESSHAH“-Regel: Das Kapitel stellt die ESSHAH-Regel als strategischen Ansatz zur Belebung von Innenstädten vor.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Stadtökonomie, Zentralität, Globalisierung, Innenstadtentwicklung, Shoppingcenter, Einzelhandel, Reurbanisierung, demografischer Wandel, Flächenexpansion, Leerstand, ESSHAH-Regel, Stadtplanung, Standortpolitik, Konsum, Stadtmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den drohenden Zentralitätsverlust vieler deutscher Großstädte im Zuge globaler Trends und städtebaulicher Veränderungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Abgrenzung von Stadtregionen, die Rolle des Einzelhandels, die Auswirkungen von Shoppingcentern und Möglichkeiten zur Reurbanisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für Zentralitätsverluste zu identifizieren und Lösungsansätze für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Innenstädten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse, die auf vorhandenen Studien, empirischen Wirkungsanalysen (z.B. des Difu) und theoretischen Stadtentwicklungsmodellen basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert, warum Einzelhandel aus Innenstädten abwandert, wie sich Shoppingcenter auf die urbane Struktur auswirken und wie Städte mittels der ESSHAH-Regel gegengesteuert können.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dezentralisierung, Reurbanisierung, Flächenexpansion, Leerstand und innerstädtische Shoppingcenter charakterisiert.
Was besagt die „ESSHAH“-Regel konkret?
Die Regel steht für Erreichbarkeit, Sauberkeit, Sicherheit, Helligkeit, Attraktivität und Herzlichkeit als Orientierungspunkte für einen städtischen Masterplan.
Warum wird der Fokus auf Shoppingcenter gelegt?
Shoppingcenter werden als maßgebliche Treiber der Dezentralisierung identifiziert, die den Wettbewerb um Kaufkraft in der Innenstadt maßgeblich beeinflussen.
- Citation du texte
- Julian Fink (Auteur), 2010, Verlieren deutsche Großstädte ihren Zentralitätsstatus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183397