Der Nahe Osten als eines der brisantesten Krisengebiete des
zwanzigsten Jahrhunderts ist auch heute noch einer der zentralen
Konflikte in den internationalen Beziehungen. Bis zum Ende der
bipolaren Weltordnung hatten beide Supermächte über
Bündnispartner Einfluss auf den Konflikt und den Friedensprozess.
Mit dem Rückzug der Sowjetunion beziehungsweise Russlands aus
dem Konflikt gewannen die Vereinigten Staaten weiter an Einfluss
auf die Parteien.
Eine Konstante in der US-amerikanischen Nahost Politik war und ist
die Unterstützung Israels. Auch wenn die verschiedenen Regierungen
in den USA durchaus Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit
den israelischen Regierungen hatten, wagte sich keine USamerikanische
Regierung die hohe finanzielle Unterstützung in Frage
zu stellen. Wie kommt es zu dieser Konstanz? Vor allem welche
Rolle spielen die jüdischen Wähler und deren Wählerstimmen sowie
die jüdisch-amerikanische Lobby? Auf diese Fragestellung sollen
Antworten gefunden werden, die die Verknüpfung amerikanischer
Innenpolitik mit der Außenpolitik darstellen. Wie es dem Titel meiner
Arbeit zu entnehmen ist liegt hier der Schwerpunkt.
Bevor ich zu dem Hauptteil meiner Arbeit komme, in dem die
Nahostpolitik der USA unter Berücksichtigung der Fragestellung
dargestellt wird, werde ich zunächst einige Informationen über die
jüdische Bevölkerung in den USA geben. Darauf folgen
Informationen zu der jüdischen Lobby in den Vereinigten Staaten.
Das in dieser Arbeit untersuchte Thema ist in der wissenschaftlichen
Literatur bisher noch nicht intensiv erforscht worden. Die
verschiedenen, auch in meinem Literaturverzeichnis erwähnten
Autoren, untersuchen diese Thematik nur am Rande in ihren Werken
zum Thema Juden in den USA und amerikanische Nahostpolitik.
Doch vor allem die Rolle der jüdischen Lobby und deren Einfluss auf
den Kongress benötigt eine intensivere Untersuchung, dabei im
3
speziellen der Rolle von AIPAC. Vielleicht käme man mit
weitergehenden Untersuchungen, als diese in der veröffentlichten
Literatur gemacht wurden, zu einer anderen, in jedem Fall aber zu
einer differenzierteren Beantwortung der Fragestellung als es mir
möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jüdische Wähler in den USA
3. Die Jüdisch-Israelische Lobby
3.1. AIPAC – American Israel Political Action Committee
3.2. Weitere Organisationen
4. Die Nahost Politik der USA
4.1. Einleitung
4.2. Nixon und Ford
4.3. Carter
4.4. Reagan
4.5. Bush sen.
4.6. Clinton
5. Bewertung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss jüdischer Wählergruppen und lobbyistischer Organisationen auf die US-amerikanische Nahostpolitik, wobei der Fokus auf der Verknüpfung von Innenpolitik und außenpolitischen Entscheidungen der US-Regierungen liegt.
- Die demografische und politische Bedeutung jüdischer Wähler in den USA.
- Die Rolle und Arbeitsweise der jüdisch-israelischen Lobby, insbesondere von AIPAC.
- Die US-Nahostpolitik unter verschiedenen Präsidenten von Nixon bis Clinton.
- Die Auswirkungen innenpolitischer Faktoren und Lobbyarbeit auf den Nahost-Friedensprozess.
Auszug aus dem Buch
4.2. Nixon und Ford
Der Ausbruch des Jom-Kippur Krieges 1973 beendete eine Phase relativer Zurückhaltung der USA im Nahen Osten. Nixon hatte trotz weniger jüdischer Wählerstimmen die Wahl von 1969 gewonnen. Seine Administration beschäftigte sich im Vorfeld des Krieges mit der Beendigung des Vietnamkrieges und den Beziehungen zu Russland und China.
Der Nahost Konflikt gewann mit dem Ausbruch des Krieges, der Israel in große militärische Bedrängnis brachte, für die USA wieder an Priorität. Um die israelischen Verluste auszugleichen starteten die Vereinigten Staaten eine Luftbrücke und die finanzielle Unterstützung wurde auf 2,5 Milliarden Dollar angehoben. Dieser Anstieg lässt sich, wie schon erwähnt, maßgeblich auf die Lobbyarbeit von AIPAC zurückführen, ebenso wie die Lieferung von weiteren Panzern und Flugzeugen an Israel im Vorfeld der militärischen Auseinandersetzung. Im Verlauf des Krieges verhandelten die USA und die Sowjetunion, die jeweils die verfeindeten Parteien unterstützten, um eine Ende des Krieges herbeizuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Konstanz der US-Unterstützung für Israel und stellt die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss jüdischer Wähler und Lobbygruppen auf diese Außenpolitik vor.
2. Jüdische Wähler in den USA: Dieses Kapitel analysiert die demografische Struktur und das Wahlverhalten der jüdischen Gemeinschaft, welche trotz ihres geringen Bevölkerungsanteils eine hohe politische Relevanz aufweist.
3. Die Jüdisch-Israelische Lobby: Hier werden die Strukturen und Methoden von Organisationen wie AIPAC beleuchtet, die gezielt auf Kongressabgeordnete und politische Mehrheiten einwirken.
4. Die Nahost Politik der USA: Dieses Hauptkapitel untersucht chronologisch die US-Nahostpolitik unter den Präsidenten Nixon, Ford, Carter, Reagan, Bush sen. und Clinton im Kontext innenpolitischer Zwänge.
5. Bewertung: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Wirksamkeit der jüdischen Lobbyarbeit und den Zusammenhang zwischen innenpolitischen Interessen und US-Außenpolitik.
Schlüsselwörter
USA, Nahostpolitik, Israel, Jüdische Wähler, Lobbyarbeit, AIPAC, Außenpolitik, Innenpolitik, Friedensprozess, Präsidentschaftswahlen, politische Einflussnahme, Kongress, Siedlungsbau, USA-Israel Beziehungen, Wahlkampfspenden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie US-Regierungen ihre Nahostpolitik gestalten und inwiefern der Einfluss jüdischer Wählerstimmen sowie Lobbyorganisationen diese Entscheidungen prägt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das Wahlverhalten der jüdischen Bevölkerung, die Lobbytätigkeit der AIPAC und anderen Organisationen sowie die historischen Phasen der US-Nahostpolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, warum die Unterstützung Israels als Konstante in der US-Politik gilt und welche Rolle jüdische Wähler und Lobbys dabei bei der Verknüpfung von Innen- und Außenpolitik spielen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine politikwissenschaftliche Analyse durch, die auf der Auswertung relevanter Literatur und historischer Regierungsperioden basiert, um Zusammenhänge zwischen Lobbyismus und politischem Output aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Regierungszeiten von Nixon bis Clinton detailliert analysiert, um spezifische Beispiele für den Einfluss von Wählergruppen und Lobbyarbeit auf die Nahost-Entscheidungen darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Nahostpolitik, USA, Israel, Lobbyismus, AIPAC, Wählerverhalten und der Friedensprozess im Nahen Osten.
Welche Rolle spielte die AIPAC bei den Kreditgarantien unter Bush sen.?
AIPAC leistete intensive Lobbyarbeit, um die Kreditgarantien durchzusetzen, was jedoch zu einem öffentlichen Konflikt mit Präsident Bush führte, der die Siedlungspolitik Israels kritisierte.
Wie veränderte sich die Rolle von AIPAC nach dem Oslo-I-Abkommen?
Aufgrund des radikalen Kurswechsels der israelischen Labour-Regierung musste AIPAC seine bisherigen, eher konfrontativen Ziele aufgeben, was zur Gründung neuer Organisationen wie der ZOA führte.
- Citar trabajo
- M.A. Philipp Müller (Autor), 2005, Die Nahost Politik der USA und der Einfluss jüdischer Wählergruppen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183426