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Pflege als Profession am Beispiel Gefühlsarbeit / Empathie

Title: Pflege als Profession am Beispiel Gefühlsarbeit / Empathie

Term Paper , 2003 , 25 Pages

Autor:in: Beate Scheffler (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Das Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Die lebhaften Diskussionen um Qualitätssicherung bei gleichzeitigem Zwang zur Kostensenkung werden von den Vertretern der Legislative, der Krankenkassen, der Träger von gemeinnützigen Einrichtungen, der Mediziner usw. geführt. Darüber hinaus ist durch bahnbrechende medizinischtechnische Entwicklungen die Möglichkeit für ethisch fragwürdige Eingriffe entstanden. Die Pflege nimmt - als zahlenmäßig stärkste Berufsgruppe im Gesundheitswesen - an dieser Diskussion nicht teil, obwohl sie u.a. bei der Entwicklung von Qualitätsstandards ihre vielfältigen Erfahrungen einbringen könnte.

Geht man der Frage nach, welche Ursachen für diese Zurückhaltung verantwortlich sein könnten, entdeckt man, dass die Pflege eine relativ machtlose Berufsgruppe darstellt, die hinzu noch einen geringen gesellschaftlichen Status hat. Die unbedingte Weisungsgebundenheit an ärztliche Anordnungen und der tägliche Umgang mit (in der Öffentlichkeit tabuisierten) Körperausscheidungen sind sicherlich zwei Gründe dafür.

Obwohl die Arbeit der Pflegenden - im Gegensatz zu den Medizinern - durch ständigen Kontakt zu den Patienten gekennzeichnet ist, fehlt ihnen die gesellschaftliche Anerkennung auf Expertentum. Dieser Anspruch wird von der Pflege selbst erhoben, doch der Nachweis steht noch aus. Der Bereich der Gefühlsarbeit hat in der Pflege einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund wird sich dieser Text mit dem Bereich der Gefühlsarbeit in der Pflege beschäftigen und unter dem Aspekt der Professionalität untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die historische Entwicklung des Pflegeberufs

3. Begriffsdefinition „Professionalisierung“

3.1. Professionalisierung in der Pflege

4. Erwartungen an Pflege

5. Gefühlsarbeit im Pflegealltag

6. Konzeptionelle Definitionen von Empathie

6.1. Die historische Entwicklung des Begriffs „Empathie“

6.2. Die kognitive Empathie

6.3. Die kommunikative Empathie

6.4. Die affektive Empathie

7. Die Entwicklung des Empathiebegriffs in der Pflege

8. Der Empathiebegriff nach Bischoff-Wanner

9. Perspektivenübernahme als Prozessmodell nach Bischoff-Wanner

10. Kritische Schlussbemerkungen

11. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Professionalisierung der Pflege vor dem Hintergrund der Gefühlsarbeit und Empathie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine wissenschaftlich fundierte Empathie-Definition dazu beitragen kann, den Pflegeberuf zu professionalisieren, das berufliche Selbstkonzept zu stärken und die therapeutische Qualität in der Patientenversorgung zu erhöhen.

  • Historische Genese des modernen Pflegeberufs
  • Begrifflichkeit und Status der Professionalisierung in der Pflege
  • Bedeutung der Gefühls- und Emotionsarbeit im pflegerischen Alltag
  • Konzeptionelle Differenzierung und wissenschaftliche Definition von Empathie
  • Anwendung des Empathie-Prozessmodells nach Bischoff-Wanner in der Praxis

Auszug aus dem Buch

6.2. Die kognitive Empathie

Die Definition der kognitiven Empathie geht auf Mead zurück, der 1934 schrieb: “Empathy is the capacity to take the role of the other and to adopt alternative perspectives vis a vis oneself “ (Mead,1934 in Bischoff-Wanner, 2002, S.114). Der Begriff der Rollenübernahme bzw. Perspektivenübernahme beinhaltet die Fähigkeit, das Verhalten eines Menschen auf dem Hintergrund seiner Sozialisation zu verstehen, zu analysieren und zu beurteilen. Das kann mit Hilfe von Vorstellungskraft geschehen und setzt nicht zwingend identische Erfahrungen voraus.

Dies war die Basis für die Entwicklung eines Paradigma der sozialen Wahrnehmungsgenauigkeit. Es wurde u.a. von Dymond erforscht, ob Empathie und genaue Personenwahrnehmung identisch sind. Sie fand heraus, dass eine effektive Kommunikation stark mit empathischen Fähigkeiten korreliert und entwickelte eine Methode zur Messung der Fähigkeit, das Verhalten anderer Menschen vorauszusagen ( Empathy Rating Test). Diese Fähigkeit galt als Empathiemaß.

Ein anderer Forschungsansatz ging von der Annahme aus, dass Empathie und genaue Personenwahrnehmung zwei unabhängige Konstrukte seien, deren Beziehung zueinander untersucht wurden. Beide Ansätze konnten nicht die erhofften Beweise liefern, u.a. weil die verwendeten Meßmethoden umstritten waren (Bischoff-Wanner,2002,S114-115).

Ein weiteres Modell für kognitive Empathie wurde von Hogan (1969,in Bischoff Wanner, 2002, S. 115) entwickelt. Hogan legte zugrunde, dass Menschen positive Zuwendung von anderen brauchen und zudem ihr Alltagsleben ordnen und strukturieren. Seiner Ansicht nach findet soziale Interaktion als Rollendarstellung mit Hilfe von Empathie statt, um Anerkennung zu bekommen, bzw. Ablehnung zu vermeiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation der Pflege im Gesundheitswesen und begründet die Notwendigkeit der Untersuchung von Gefühlsarbeit im Kontext der Professionalität.

2. Die historische Entwicklung des Pflegeberufs: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der modernen Krankenpflege als „Frauenberuf“ nach und zeigt auf, wie religiöse und gesellschaftliche Einflüsse die Arbeitsbedingungen prägten.

3. Begriffsdefinition „Professionalisierung“: Hier wird der theoretische Rahmen der Professionalisierung abgesteckt und auf die spezifische Situation in der Pflege angewendet.

4. Erwartungen an Pflege: Das Kapitel analysiert die Anforderungen an Pflegende, definiert durch internationale Verbände und die Träger von Pflegeeinrichtungen, sowie das Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie.

5. Gefühlsarbeit im Pflegealltag: Es wird die Arbeit an eigenen Gefühlen und die patientenorientierte Gefühlsarbeit thematisiert sowie die Problematik des fehlenden Einbezugs dieser Arbeit in das berufliche Selbstkonzept erörtert.

6. Konzeptionelle Definitionen von Empathie: Dieses Kapitel bietet einen systematischen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Empathiekonzepte, von historisch bis zu mehrdimensionalen Modellen.

7. Die Entwicklung des Empathiebegriffs in der Pflege: Es wird der Wandel von der „tätigen Nächstenliebe“ und dem Mitleid hin zu einem kognitiv geprägten Verständnis von Empathie innerhalb der Pflegeausbildung nachgezeichnet.

8. Der Empathiebegriff nach Bischoff-Wanner: Hier wird die operationale Definition von Empathie als Erkenntnismittel in der Pflege und als berufliche Kompetenz vorgestellt.

9. Perspektivenübernahme als Prozessmodell nach Bischoff-Wanner: Das Kapitel detailliert die Voraussetzungen, Phasen und Ergebnisse der Perspektivenübernahme in einem prozessualen Modell.

10. Kritische Schlussbemerkungen: Es werden alternative Ansätze zur Professionalisierung diskutiert und internationale Strategien kritisch hinterfragt.

11. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese und der Forderung nach der Verankerung von Empathiekompetenz in der professionellen Pflegepraxis.

Schlüsselwörter

Pflege, Professionalisierung, Gefühlsarbeit, Empathie, Perspektivenübernahme, Berufsethik, Emotionsarbeit, Patientenorientierung, Pflegeethik, soziale Wahrnehmung, Rollenübernahme, Pflegewissenschaft, Gesundheitswesen, Kompetenzentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Professionalisierung der Pflege in Deutschland und analysiert den Stellenwert von Gefühlsarbeit und Empathie als zentrale, jedoch häufig unterschätzte pflegerische Kompetenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung des Berufsstandes, die Begriffsbestimmung von Professionalisierung, die Bedeutung von Emotionsarbeit im klinischen Alltag sowie die wissenschaftliche Fundierung des Empathiebegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine pflegespezifische Definition von Empathie die „Gefühlsarbeit“ in das professionelle Selbstkonzept integriert werden kann, um dadurch die gesellschaftliche Anerkennung und die Versorgungsqualität zu erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auseinandersetzung mit pflegewissenschaftlichen Konzepten, insbesondere den Modellen von Bischoff-Wanner, um die Praxisrelevanz der Empathie zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der historischen Einordnung des Pflegeberufs über die detaillierte Definition von Empathie (kognitiv, affektiv, kommunikativ) bis hin zur Vorstellung eines konkreten Prozessmodells zur Perspektivenübernahme in der pflegerischen Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Profession, Empathie, Gefühlsarbeit, Perspektivenübernahme und berufliches Selbstverständnis.

Welche Rolle spielt die Ausbildung laut Autorin für die Empathiefähigkeit?

Die Ausbildung wird als kritische Voraussetzung betrachtet; die Autorin bemängelt, dass Fähigkeiten zur kognitiven Perspektivenübernahme in der aktuellen Ausbildung kaum vermittelt oder trainiert werden, was die Professionalisierung behindert.

Was schlägt das Modell von Bischoff-Wanner für die praktische Pflege vor?

Das Modell schlägt vor, Empathie nicht als reines Mitleid zu begreifen, sondern als kognitiven, willentlichen Prozess (Perspektivenübernahme), der professionell erlernt werden kann und als therapeutisches Instrument dient.

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Details

Title
Pflege als Profession am Beispiel Gefühlsarbeit / Empathie
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe  (Fachbereich Pflege)
Course
Die pfleg. Beziehung im Kontext pflegerischen Handelns
Author
Beate Scheffler (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V18344
ISBN (eBook)
9783638227131
Language
German
Tags
Pflege Profession Beispiel Gefühlsarbeit Empathie Beziehung Kontext Handelns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beate Scheffler (Author), 2003, Pflege als Profession am Beispiel Gefühlsarbeit / Empathie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18344
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