Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz

Eine Kultur der Bronzezeit von etwa 1200 bis 800 v. Chr.


Fachbuch, 2011
53 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Die Spätbronzezeit in der Schweiz
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen

Die Einwanderer in Graubünden
Die Laugen-Melaun-Gruppe
von etwa 1200 bis 800 v. Chr.

Anmerkungen

Literatur

Bildquellen

Der Autor Ernst Probst

Bücher von Ernst Probst

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf dem Montlinger Berg bei Oberriet im Kanton Sankt Gallen

hat man zur Zeit der Laugen-Melaun-Gruppe eine befestigte Siedlung errichtet.

Sie wurde durch einen 120 Meter langen Wall aus Lehm, Stein

und vielleicht auch Holz geschützt.

Vorwort

Eine Kultur der Bronzezeit, die von etwa 1200 bis 800 v. Chr. gebietsweise in den Kantonen Grau- bünden und Sankt Gallen sowie in Liechtenstein existierte, steht im Mittelpunkt des Taschenbuches »Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz«. Geschildert werden die Anatomie der damaligen Ackerbauern, Viehzüchter und Bronzegießer, ihre Siedlungen, Klei- dung, ihr Schmuck, ihre Keramik, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Jagdtiere, ihr Handel und ihre Religion.

Verfasser dieses Taschenbuches ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. Er hat sich vor allem durch seine Werke »Deutschland in der Urzeit« (1986), »Deutschland in der Steinzeit« (1991) und »Deutschland in der Bronzezeit« (1996) einen Namen gemacht. Das Taschenbuch »Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz« ist Dr. Gretel Gallay (heute Callesen), Dr. Albert Hafner und Dr. Jürg Rageth gewidmet, die den Autor mit Rat und Tat bei seinem Buch »Deutschland in der Bronzezeit« unterstützt haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der dänische Archäologe

Christian Jürgensen Thomsen (1788-1865) hat 1836 die Urgeschichte

nach dem jeweils am meisten verwendetem Rohstoff in drei Perioden eingeteilt:

Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit.

Die Spätbronzezeit in der Schweiz

Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen

Die Spätbronzezeit begann in der Schweiz etwa um 1300/1200 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. Sie umfasst die Stufen Bronzezeit D (etwa 1300 bis 1200 v. Chr.) sowie Hallstatt A und B (etwa 1200 bis 800 v. Chr.). Die Funde aus den Seeufersiedlungen stammen aus den Stufen Hallstatt A 2, B 1 und B 2. In den meisten Kantonen der Schweiz war von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. die Urnenfelder-Kultur verbreitet.1 Das beweisen Funde aus Seeufersiedlungen (»Pfahlbauten«), Gräberfeldern und Depots. In Teilen von Graubünden und Sankt Gallen wander- ten zwischen etwa 1300 bis 1100 v. Chr. Angehörige dreier verschiedener Kulturen in das Gebiet der In- neralpinen Bronzezeit-Kultur ein. In Nord- und Mit- telbünden lebten Menschen der Urnenfelder-Kultur und der Laugen-Melaun-Gruppe (s. S. 17). Im Unterengadin behauptete sich nur die Laugen-Melaun-Gruppe. In Südwestbünden (Misox) gab es eine Kultur südalpiner Herkunft.

Karte auf Seite 15:

Verbreitung der Kulturen und Gruppen während der Spätbronzezeit

(etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr.) in der Schweiz Karte aus dem Buch

» Deutschland in der Bronzezeit « (1996) von Ernst Probst

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

JüRG RAGETH,

geboren am 30. Dezember 1946 in Chur (Graubünden), studierte in Zürich

bei Professor Dr. Emil Vogt (1906 - 1974). Er ist Prähistoriker

und arbeitete seit 1973

beim Archäologischen Dienst Graubünden in Chur und Haldenstein.

Sein Interesse gilt vor allem der Bronzezeit. Von 1971 bis 1983 leitete er

die Ausgrabungen

auf dem bronzezeitlichen Siedlungsplatz Padnal bei Savognin in Graubünden.

1986 schlugen Rageth und andere Archäologen den Begriff Inneralpine Bronzezeit-Kultur vor.

Die Einwanderer in Graubünden

Die Laugen-Melaun-Gruppe

In der Spätbronzezeit zwischen 1200 und 1100 v. Chr. drangen Angehörige fremder Kulturen in das vermutlich schwach besiedelte Verbreitungsgebiet der Inneralpinen Bronzezeit-Kultur ein und führten deren Ende herbei. Man weiß nicht, ob dies auf friedlichem oder auf kriegerischem Wege geschah. Bei diesen fremden Kulturen handelte es sich um die UrnenfelderKultur, um die Laugen-Melaun-Gruppe und um eine Kultur südalpiner Herkunft.

Nach Ansicht des Bündner Prähistorikers Jürg Rageth kamen Menschen der Urnenfelder-Kultur und teilweise auch der Laugen-Melaun-Gruppe aus dem Norden über Vorarlberg (Österreich) und das Sankt Galler Rheintal nach Nord- und teilweise auch nach Mittelbünden. Sie gelten als die Vorfahren der eisenzeitlichen Kelten in Graubünden.

Von Süden her gelangten - laut Rageth - gleichzeitig Leute der Laugen-Melaun-Gruppe aus ihrer Heimat- region im Trentino und Südtirol (Italien) ins Unter- engadin. Die Laugen-Melaun-Leute werden als Ahnen der historischen Räter in Graubünden betrachtet. In Nord- und Mittelbünden lebten während der Spät- bronzezeit sowohl Angehörige der Urnenfelder-Kultur als auch der Laugen-Melaun-Gruppe friedlich neben-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ADRIAN EGGER,

geboren am 8. September 1868 in Prägraten, gestorben am 18. März 1953 in Brixen, wurde 1899 zum Priester geweiht. Er wirkte acht Jahre als Seelsorger, bevor er 1908 nach Brixen berufen wurde, um die Diözesan-Kunstpflege zu betreuen. Daneben interessierte er sich

bald immer mehr für die Vorgeschichte des Eisack- und Pustertals,

wovon seine Publikationen

und die prähistorische Sammlung im Diözesanmuseum zeugen. Egger verwendete 1917

als erster den Begriff Laugenkultur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

GERO VON MERHART, geboren am 17. Oktober 1886 in Bregenz (österreich),

gestorben am 4. November 1959 in Kreuzlingen (Schweiz).

Er promovierte 1913 in München,

geriet 1914 in russische Gefangenschaft

und arbeitete 1919 bis 1921 an russischen Museen. Von 1921 bis 1927 wirkte er

am Museum Ferdinandeum

und an der Universität Innsbruck, danach kurz in Mainz

und 1928 bis 1949 als Professor in Marburg. Von Merhart prägte 1927

den Begriff Melauner Kultur.

[...]

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz
Untertitel
Eine Kultur der Bronzezeit von etwa 1200 bis 800 v. Chr.
Autor
Jahr
2011
Seiten
53
Katalognummer
V183508
ISBN (eBook)
9783656081470
ISBN (Buch)
9783656081722
Dateigröße
4127 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Bronzezeit, Spätbronzezeit, Laugen-Melaun-Gruppe, Archäologie, Urgeschichte, Ernst Probst, Graubünden, Sankt Gallen, Schweiz
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2011, Die Laugen-Melaun-Gruppe in der Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183508

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