In der Hausarbeit wird die vorsprachliche Phase des Menschen untersucht. Es wird versucht, die Selbstempfindung des Säuglings während dieser Zeit zu analysieren. In der Hausarbeit wird die Möglichkeit der vorsprachlichen Kommunikation der Säuglinge behandelt.
Da der Säugling während dieser Zeit nicht befragt werden kann, greifen die Autoren auf die Psychoanalyse und auf die Methode der Direktbeobachtung zurück. Da diese Methoden wichtig für die Analyse dieser Phase sind, werden sie zunächst in der Hausarbeit kurz beschrieben.
Als Schwerpunkt der Arbeit sind die ersten Lebenswochen des Säuglings gewählt. In dieser Phase wird der Säugling von verschiedenen Autoren als autistisch beschrieben. Die Hausarbeit beschäftigt sich daher auch mit den Wahrnehmungsfähigkeiten und mit den Kommunikationsmöglichkeiten des Säuglings mit seiner Bezugsperson (zumeist mit der Mutter).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Methode der Psychoanalyse
Die Methode der Direktbeobachtung
Vergleich der beiden Methoden
Die kommunikative Kompetenz des Säuglings
Wie nimmt der Säugling seine Umwelt wahr?
Visuell
Auditiv
Wie nimmt der Säugling sich selbst wahr?
Kommunikation des Säuglings
Schluß
Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die vorsprachliche Phase des Menschen, um ein tieferes Verständnis für die Selbstempfindung und die kommunikativen Fähigkeiten des Säuglings zu gewinnen. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit der klassischen Annahme eines „normalen infantilen Autismus“ im Vordergrund, die durch neuere Forschungsergebnisse der Direktbeobachtung in Frage gestellt wird.
- Vergleich psychoanalytischer und direkt beobachtender Forschungsmethoden
- Analyse der visuellen und auditiven Wahrnehmungskompetenzen von Säuglingen
- Untersuchung der vorsprachlichen Kommunikationsformen zwischen Säugling und Bezugsperson
- Kritische Reflexion der Theorie des normalen Autismus nach Mahler und Spitz
- Erforschung der psychischen Entwicklung und Selbstwahrnehmung in den ersten Lebensmonaten
Auszug aus dem Buch
Die Methode der Direktbeobachtung
Die Methode der Direktbeobachtung wurde später als die Psychoanalyse entwickelt. Ihre Wurzeln hat sie bereits bei Freud, der seinen Schülern dazu geraten hat. Bei einigen seiner Patienten ging er selbst zur Direktbeobachtung über.
Durch die Erfindung der Videokamera hat die Säuglingsforschung neue Möglichkeiten der Analyse bekommen. Durch die Aufnahmen können die Verhaltensweisen der Säuglinge sehr genau beobachtet werden. Sie können zeitlich genau analysiert werden. Zudem hat man durch die Filmaufnahmen die Möglichkeit, die Reaktionen des Säuglings auf einen bestimmten Reiz, beliebig oft anzuschauen und auszuwerten. Man kann ihn auch mit früher aufgenommen Material vergleichen, bzw. das Material kann als Ausgangspunkt für Filmmaterial, das später aufgenommen wird, dienen.
Genaue Zeitdauer für Augenfixierung, Anlächeln und andere Körperbewegungen können gemessen werden etc.
Dornes ist der Meinung, daß beim Säugling Körper und Psyche sehr eng verbunden sind. Seine Empfindungen drücken sich direkt in seinem Verhalten aus. Er hat noch nicht die Fähigkeit erworben, seine Gefühle zu verbergen. Aufgrund dessen schließt er darauf, daß die Gefühlsausdrücke, Körpermotorik und andere Verhaltensmanifestationen die besten und zuverlässigsten Auskunftgeber über die Gefühlslage des Säuglings sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die vorsprachliche Entwicklungsphase des Menschen und Vorstellung der zwei zentralen Untersuchungsmethoden.
Die Methode der Psychoanalyse: Darstellung der psychoanalytischen Vorgehensweise, die versucht, durch Rekonstruktion aus Erwachsenenerfahrungen Rückschlüsse auf das Säuglingsalter zu ziehen.
Die Methode der Direktbeobachtung: Erläuterung der Bedeutung moderner Beobachtungsmethoden wie der Videoanalyse für eine präzisere Erfassung des Säuglingsverhaltens.
Vergleich der beiden Methoden: Kritische Gegenüberstellung von Empathie-basierter Psychoanalyse und evidenzbasierter Direktbeobachtung sowie Diskussion des Adultomorphismus-Problems.
Die kommunikative Kompetenz des Säuglings: Untersuchung der Voraussetzungen für Kommunikation, unterteilt in die Wahrnehmung von Umwelt und Selbst.
Wie nimmt der Säugling seine Umwelt wahr?: Analyse der sensorischen Basis der Lernfähigkeit und des Verständnisses für die Umwelt.
Visuell: Untersuchung der frühkindlichen Fähigkeiten zur visuellen Informationsverarbeitung, insbesondere des Gesichtsinteresses.
Auditiv: Erörterung der auditiven Wahrnehmung bereits im Mutterleib und der Fähigkeit, differenziert auf Stimmen zu reagieren.
Wie nimmt der Säugling sich selbst wahr?: Diskussion der theoretischen Konzepte zum infantilen Autismus und der psychischen Entwicklung.
Kommunikation des Säuglings: Zusammenfassung der nonverbalen Kommunikationsmittel wie Berührung, Mimik und Gestik als Brücke zur sozialen Interaktion.
Schluß: Fazit über die Notwendigkeit, das Bild des kompetenten Säuglings zu aktualisieren und die Theorie des Autismus weitgehend zu verwerfen.
Bibliographie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur zur Untermauerung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Säuglingsforschung, Psychoanalyse, Direktbeobachtung, vorsprachliche Kommunikation, kindlicher Autismus, visuelle Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, Mutter-Kind-Interaktion, Entwicklungspsychologie, nonverbale Kommunikation, Selbstwahrnehmung, Säugling, Bindung, Affektaustausch, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht die vorsprachliche Entwicklungsphase von Menschen und analysiert, wie Säuglinge ihre Umwelt sowie sich selbst wahrnehmen und wie sie bereits vor dem Erwerb von Sprache kommunizieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der Vergleich der Forschungsmethoden (Psychoanalyse vs. Direktbeobachtung), die sensorischen Fähigkeiten des Säuglings (visuell/auditiv) sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Theorie des infantilen Autismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Säugling nicht als passives, autistisches Wesen betrachtet werden kann, sondern über ein hohes Maß an Kompetenz verfügt, um mit seiner Bezugsperson in Kontakt zu treten.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor nutzt eine Literaturanalyse, um die psychoanalytischen Theorien (z. B. Mahler, Freud, Spitz) mit neueren Forschungsergebnissen aus der empirischen Direktbeobachtung (z. B. Dornes, Brazelton) zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Gegenüberstellung, die detaillierte Analyse der Wahrnehmungsfähigkeiten (Hören/Sehen) und die theoretische Diskussion zur psychischen Selbstwahrnehmung des Säuglings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Säuglingsforschung, präverbale Entwicklung, Direktbeobachtung, Kommunikation, soziale Interaktion und kritische Entwicklungspsychologie definiert.
Warum ist die Theorie des „normalen Autismus“ laut Arbeit veraltet?
Weil moderne empirische Untersuchungen belegen, dass Neugeborene bereits kurz nach der Geburt zwischen Lebendigem und Unbelebten unterscheiden können und aktiv soziale Kontakte suchen, anstatt in einer halluzinatorischen Isolation zu verharren.
Welche Rolle spielt die Mutter-Kind-Interaktion in diesem Kontext?
Die Interaktion wird als ein wechselseitiges System beschrieben, in dem beide Partner unbewusst oder bewusst Affekte austauschen, wobei das Kind über Mimik, Gestik und körperliche Reaktionen frühzeitig Signale sendet.
- Arbeit zitieren
- Martin Boras (Autor:in), 1999, Die kommunikativen Mittel des Säuglings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18359