Einer Einleitung folgt die differenzierte Betrachtung des Phänomens Underachievement,
indem zuerst eine Begriffsklärung `Underachievement´ vorgenommen wird. Gängige und
mögliche aktuelle Definitionen von `Intelligenz´ und zugehöriger Modelle werden
dargestellt. Handlungsdruck betroffener Personen und ihres Umfeldes finden zusammen mit
einer Typologisierung finden in diesem Teil Einzug.
In einem zweiten Teil werden die Ansätze zur Entwicklung von Underachievement
fokussiert, unter besonderer Berücksichtigung sowohl der Auseinandersetzung von und mit
Lehrpersonen und Eltern, als auch eventueller emotionaler und sozialer Probleme. Eine
Darstellung eines Kompendiums an Ursachen rundet dieses Teilgebiet ab.
Der Versuch einer Neujustierung der Rollen in der Schüler-Lehrer-Interaktion gibt dem
folgenden Teil den Rahmen. Anforderungen an das Lehrer-Arbeitsfeld sowie der Stellenwert
von (Hoch-) Begabung im Schulalltag werden vorgestellt. Zusätzlich wird ein Rollenwechsel
beleuchtet und der Lehrer als kompetente Persönlichkeit gedacht.
Ein nächster Abschnitt stellt die Bedeutung von Lernen bei der Transformation von Potential
heraus. Die Bedeutung von Arbeitsstrategien, Kreativitätsförderung und Motivation sowie
Volition findet hier Berücksichtigung und führen zu Überlegungen möglicher Konsequenzen
für die Realisation.
Coaching und Beratung in der Praxis geben dem weiteren Abschnitt den Rahmen. Eventuelle
Beweggründe für die In-Anspruchnahme einer Beratung und eine handlungsleitende
Grundorientierung der Beratungsarbeit werden vorgestellt. Ergänzend wird Coaching in
Abgrenzung zur Psychotherapie betrachtet, der Lernprozess der Individualisierung und
Selbstreguliertes Lernen stellen weitere Betrachtungspunkte dar. Neben einer pädagogischen
Überzeugung der programmatischen Zielsetzung sind die Phasen des Coachings und die
möglichen Erwartungshaltungen sowie die Rolle des Coachees einerseits und die Rolle der
Eltern im Coaching- Prozess andererseits betrachtet.
Es schließt sich eine Auflösung eines scheinbaren Widerspruchs, oder ein Extrakt aus der
praktischen Umsetzung von Fördermaßnahmen an, bei der ein Ablauf skizziert wird,
Themenfelder erläutert und Maßnahmen beschrieben werden. Es werden Kurz- und
langfristige Ziele in den Fokus gerückt mit einem sich hierfür ergebenen Fazit mit Erläuterung sich ergebener Hindernisse, also erfolgs- gefährdender Faktoren und Einflüsse
an.
Abschließend wird eine finale Betrachtung mit Ausblick und Diskussionsgelegenheiten
gegeben.
Inhaltsverzeichnis
II Einleitung
III Phänomen Underachievement
Begriffserklärung Underachievement
DefinitionIntelligenz
Intelligenzmodelle
Handlungsdruck
Typologisierung
IV Ansätze zur Entwicklung von Underachievement
Auseinandersetzung von und mit Lehrer
Auseinandersetzung von und mit Eltern
Emotionale und soziale Probleme
Ein Kompendium an Ursachen
V Neujustierung der Rollen in der Schüler-Lehrer-Interaktion
Anforderungen an Lehrer - Arbeitsfelder
Stellenwert von (Hoch-) Begabung im Schulalltag
Rollenwechsel
Der Lehrer als kompetente Persönlichkeit
VI Bedeutung von Lernen bei der Transformation von Potential
Arbeitsstrategien
Kreativitätsförderung
Motivation und Volition
Konsequenzen für die Realisation
VII Coaching und Beratung
Beweggründe für die In-Anspruchnahme einer Beratung
Handlungsleitende Grundorientierung der Beratungsarbeit
Coaching in Abgrenzung zur Psychotherapie
Lernprozess - Individualisierung
Selbstreguliertes Lernen
Pädagogische Überzeugung der programmatischen Zielsetzung
Phasen des Coachings
Erwartungshaltungen
Rolle des Coachees
Rolle der Eltern im Coaching - Prozess
VIII Auflösung eines scheinbaren Widerspruchs, oder: Extrakt aus der praktischen Umsetzung von Fördermaßnahmen
Ablauf
Themenfelder
Maßnahmen
Kurz- und langfristige Ziele im Fokus
Fazit
Hindernisse, erfolgsgefährdende Faktoren und Einflüsse
IX Schlussbetrachtung
X Ausblick und Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Underachievement bei hochbegabten Schülern und erarbeitet ein ressourcenorientiertes Coaching-Konzept. Ziel ist es, durch die Transformation von ungenutztem Potential in messbare Leistung sowie die Förderung von Selbstregulationsfähigkeiten, eine individuelle und würdevolle Lernkultur zu etablieren, die sowohl Schüler als auch Lehrkräfte und Eltern in den Prozess einbezieht.
- Analyse der Ursachen für Underachievement bei Hochbegabten
- Neujustierung der Schüler-Lehrer-Interaktion und Rollenverständnisse
- Bedeutung von Lernstrategien, Motivation und Volition
- Praktische Coaching-Ansätze zur Individualisierung von Lernprozessen
- Integration von Eltern und Lehrkräften in den Beratungsprozess
Auszug aus dem Buch
3. Motivation und Volition
Was verbirgt sich unter dem Mäntelchen des Synonyms Motivation, hat in ihm das ersehnte noch zu ergänzende Mosaiksteinchen seinen Auftritt?
Ziegler (1999) tituliert diejenigen psychischen Prozesse, die Einleitung und Aufrechterhaltung zielgerichteten Handelns leisten als Motivation. Aus pädagogisch-psychologischer Sicht sind die Entscheidfaktoren für Handlungsalternativen zu stärken und zu unterstützen. Anreize einer Handlung, subjektive Erfolgswahrnehmung, Handlungsplanung, die Handlungsausführung und -bewertung sind wesentliche Aspekte.
In der Abwägephase wird der Anreiz einer Handlung mit der subjektiven Erfolgswahrnehmung abgewogen. Lehrer sollten Anreize betonen und selber von Inhalten begeistert sein, sowie individuelle Bezugspunkte setzen.
Bei der Handlungsplanung werden die Kenntnisse über Handlungsschritte erworben. Lehrpersonen haben hier mögl. präzise Handlungsanweisungen und herausfordernde Ziele zu setzen.
Während der Handlungsausführung sind die Handlungsschritte schutzbedürftig. Fördernde Personen sollten Lerntechniken vermitteln und Selbstbeobachtungsfähigkeit fördern.
Bei der Handlungsüberprüfung wird evaluiert, ob und mit welchem Aufwand gesetzte Ziele erreicht wurden. In der Phase des sogenannten Reattributions-Trainings wird der neben der Verankerung des Lernstoffes im Alltagswissen die eigene Sichtweise in Hinblick auf Erfolgs- und Misserfolgswahrnehmung relativiert.
Zusammenfassung der Kapitel
II Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit individueller Förderung im Bildungssystem und leitet auf das Coaching von hochbegabten Underachievern über.
III Phänomen Underachievement: Dieses Kapitel definiert Underachievement und Intelligenz, analysiert Begabungsmodelle und beleuchtet den psychologischen Handlungsdruck bei betroffenen Schülern.
IV Ansätze zur Entwicklung von Underachievement: Hier werden die Ursachen von Underachievement differenziert, insbesondere die Interaktion mit Lehrern, Eltern und soziale Probleme.
V Neujustierung der Rollen in der Schüler-Lehrer-Interaktion: Das Kapitel untersucht Anforderungen an Lehrkräfte und die Rolle der Hochbegabung im Schulalltag sowie die Notwendigkeit eines Rollenwechsels.
VI Bedeutung von Lernen bei der Transformation von Potential: Es wird die zentrale Rolle von Arbeitsstrategien, Kreativität, Motivation und Volition für die Leistungsfähigkeit erörtert.
VII Coaching und Beratung: Dieser Abschnitt erläutert Coaching als ressourcenorientierte Unterstützung, inklusive Themen wie Selbstregulierung und der Rolle aller Beteiligten.
VIII Auflösung eines scheinbaren Widerspruchs, oder: Extrakt aus der praktischen Umsetzung von Fördermaßnahmen: Hier wird der praktische Coaching-Ablauf, Themenbereiche, konkrete Maßnahmen und der Umgang mit Hindernissen dargestellt.
IX Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung des Coaching-Prozesses für die Persönlichkeitsentwicklung.
X Ausblick und Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die zukünftige Entwicklung von Bildung und die Rolle des begleiteten Lernens im globalen Kontext.
Schlüsselwörter
Underachievement, Hochbegabung, Coaching, Schüler-Lehrer-Interaktion, Individualisierung, Selbstreguliertes Lernen, Motivationsförderung, Potentialtransformation, Lernstrategien, Schulpädagogik, Persönlichkeitsentwicklung, Begabtenförderung, Beratungsprozess, Schulisches Leistungspotential, Volition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von hochbegabten Kindern, die unter ihrem eigentlichen Leistungspotential bleiben, dem sogenannten Underachievement.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ursachenforschung, dem pädagogischen Rollenverständnis von Lehrern, der Lernpsychologie und der praktischen Anwendung von Coaching-Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Etablierung eines ressourcenorientierten Coaching-Konzepts, das betroffenen Kindern hilft, ihr Potential in messbare Leistung zu transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Literaturanalyse aktueller Coaching-Konzepte und pädagogischer Ansätze, kombiniert mit einer praxisorientierten Ableitung von Fördermaßnahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen der Begabungsdiagnostik als auch praktische Aspekte des Coaching-Prozesses, der Rollenverteilung zwischen Eltern, Lehrern und Schülern sowie konkrete Interventionsstrategien dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Underachievement, Coaching, Individualisierung, Selbstreguliertes Lernen und Begabtenförderung definiert.
Was ist das „Themen-Tableau“?
Das Themen-Tableau ist eine strukturierte Übersicht, die die Hauptberatungsfelder in einen innerpsychischen Bereich, einen sozialen Bereich sowie Leistungsanforderungen unterteilt.
Welche Rolle spielen die Eltern im Coaching-Prozess?
Eltern sind laut der Arbeit unverzichtbare Begleiter, die aktiv in den Prozess eingebunden werden müssen, um eine kooperative Lernumgebung zu schaffen.
Wie definiert der Autor ein Underachiever-Szenario?
Ein Underachievement liegt vor, wenn empirisch belegte Fertigkeiten oder ein hoher IQ-Testwert nicht in die erwartbare schulische Leistung transformiert werden können.
- Citar trabajo
- Moritz Jan Schütze (Autor), 2008, Coaching: Kindgerechte, adäquate und individuelle Förderung begabter Kinder, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183660