Kulturelle Heterogenität als Aspekt der Zusammenarbeit mit Eltern

Die Rolle des Vaters im Wandel der Zeit. Einblicke in die Elternzeit, familiäre und berufliche Konflikte


Hausarbeit, 2011
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Erziehungsurlaub / Elternzeit
1.1 Erziehungszeiten in der BRD

2 Die Rolle des Vaters
2.1 Begriff „Rolle“
2.2 Väter im Wandel der Zeit
2.3 Der moderne Vater im familiären Umfeld

3. Der Vater im familiären Konflikt
3.1 Der Vater im beruflichen Umfeld

Resümee

Literaturverzeichnis

Einleitung

Mann und Frau sind in unserem Staat gleichberechtigt, so zumindest lautet Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz. Ein interessanter Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Rollenverteilung im Hinblick auf die Kindererziehung. Bislang wurde am althergebrachten Familienmodell festgehalten: Der Vater als Familienoberhaupt und Geldverdiener, die Mutter als treusorgende Hausfrau und Hauptbezugsperson der Kinder.

Schritt für Schritt wurde per Gesetz beiden Eltern mehr bezahlte Freizeit zur Betreuung ihrer Kinder eingeräumt. Seit 1982 durften auch Familienväter den Erziehungsurlaub nutzen. Zum 1. Januar 2001 trägt das Bundeserziehungsgeldgesetz der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau Rechnung und verbessert die Kinderbetreuung maßgeblich. Ein Auszug aus dem Familienhandbuch bestätigt: „Die Elternzeit gibt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und gleichzeitig den Kontakt zum Beruf aufrechtzuerhalten. Durch den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit erhalten verstärkt auch Väter die Chance, sich an der Erziehung ihres Kindes zu beteiligen.“[1]

Mit dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau im Hinblick auf die Elternzeit in der heutigen Zeit durchführbar ist. Beleuchtet werden soll auch, welche Gründe genannt werden können, weshalb Männer nur zögerlich die Elternzeit in Anspruch nehmen.

1 Erziehungsurlaub / Elternzeit

Beide Geschlechter haben über die Jahrhunderte – entsprechend ihren gesellschaftlichen, beruflichen und familiären Pflichten - eine beträchtliche Verschiebung ihrer Rollen durchlebt. Die Frau entwickelte sich zur selbstbewussten und dem Gesetze nach gleichberechtigten Partnerin heran. Ins Blickfeld rückte auch das Wohl der Kinder und damit die Bedeutung der umfassenden Kindererziehung durch beide Ehepartner für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Damit beide Elternteile ihre Betreuungspflichten besser wahrnehmen können, sprach sich das Europäische Parlament im Dezember 1995 entschieden dafür aus, die Männer intensiver in die Erziehungszeit der Kinder einzubinden. Dies bedeutete für die Bundesrepublik ein gravierender Umwälzungsprozess. Ein Umwälzungsprozess war und ist in den Köpfen beider Geschlechter erforderlich.

1.1 Erziehungszeiten in der BRD

Die intensive familiäre Betreuung eines Kindes besonders in den ersten Monaten ist unersetzlich für sein Gedeihen. Der Mutterschaftsurlaub war der erste Schritt in diese Richtung. Seit dem Jahr 1979 wurde den Müttern ein halbes Jahr bezahlte Betreuungszeit für ihr Baby eingeräumt. Zwischen der damaligen Regierungskoalition aus SPD und FDP und der Opposition war der Mutterschaftsurlaub strittig. Die CDU/CSU kritisierte die Benachteiligung der Hausfrauen. Nach dem Regierungswechsel 1982 entschied sich die neue Koalition aus CDU/CSU und FDP für Erziehungsurlaub und Erziehungsgeld für alle Mütter oder Väter, die ihr Kind überwiegend selbst betreuen, ganz gleich, ob sie vorher berufstätig waren oder nicht.[2]

Zum 1. Januar 1986 kam es zur nächsten Gesetzesänderung. Der „Erziehungsurlaub“ verdrängte den „Mutterschaftsurlaub“. Ab 1986 durften auch die Väter den sechsmonatigen Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen. In den darauffolgenden fünf Jahren wurde die Dauer des Erziehungsurlaubs auf drei Jahre erhöht. Eine weitere Gesetzesänderung des Bundeserziehungsgeldgesetzes wurde zum 1. Januar 2001[3] vorgenommen. Der Begriff „Erziehungsurlaub“ wurde in „Elternzeit“ abgeändert, wohl auch deshalb, weil der Begriff „Erziehungsrlaub“ nicht mit Urlaub im Sinne von Erholung gleichzusetzen ist.[4] Seit dieser Gesetzesänderung können nun beide Elternteile ihre Elternzeit parallel in Anspruch nehmen, d. h. sowohl die Mutter als auch der Vater haben ein Recht auf Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Wochenstunden, um das Kind während der Elternzeit zu betreuen[5]. Vorher mussten sich die Eltern entscheiden, wer von ihnen den Erziehungsurlaub wahrnehmen möchte bzw. kann.

2 Die Rolle des Vaters

An einen Mann wurde seit jeher die Erwartung gestellt, zu heiraten, Kinder zu zeugen und der Ernährer seiner Familie zu sein. Der Mann in seiner patriarchalischen Rolle als Familienoberhaupt ging dem Gelderwerb nach und herrschte über seine Familie, während die Frau und Mutter die Vorherrschaft über die Küche und die Bediensteten übernahm und sich um die Erziehung der Kinder kümmerte.

2.1 Begriff „Rolle“

Die Rolle des Vaters beschreibt seine Pflichten und Privilegien innerhalb der Gesellschaft und der Familie und die an ihn gestellten Erwartungen. In dieser Arbeit soll auf die Pflichten des Vaters als Familienvater und im beruflichen Umfeld eingegangen werden.

2.2 Väter im Wandel der Zeit

2.2.1 Der Vater in der Antike

Die Begriffe „Vater“ (lat. pater) und Familienvater (lat. pater familia) bezeichnen bereits in der Antike das Familienoberhaupt. Der Familienvater war ein Patriarch; sein Ansehen innerhalb der Familie war unantastbar, sein Wort ein Gesetz. Der Vater als Oberhaupt und zentrale Figur in der Familie regelte das innerfamiliäre Zusammenleben. Ebenso galt er als Repräsentant nach außen.[6]

2.2.2 Der Vater im Mittelalter

Im Allgemeinen war die Familie in diesem Zeitalter von einem religiösen und wirtschaftlichen Gemeinschaftssinn geprägt. Der Vater als Stellvertreter Gottes auf Erden stand der Familie vor, auch er repräsentierte die Familie nach außen und regelte das Zusammenleben innerhalb dieser.[7]

2.2.3 Der Vater im 17. und 18. Jh.

Im 17. und 18. Jh. festigte sich die Rolle des Vaters als Patriarch innerhalb der Familie abermals. Der Vater herrschte streng und traf innerhalb der Familie sämtliche Entscheidungen. Frauen hatten sich dem Manne zu unterwerfen. Ihre Aufgabe war es, sich um Heim und Herd zu kümmern, Kinder zu bekommen und diese aufzuziehen. Das Geld brachte der Ehemann nach Hause.[8]

2.2.4 Der Vater im 19. Jahrhundert

Die industrielle Revolution zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte drastische Veränderungen innerhalb der familiären Gemeinschaft. die Autorität des Vaters und seine Rolle als alleiniger Ernährer bröckelte. Auch Frauen „durften“ nun einer Erwerbstätigkeit nachgehen, weil oft genug das Geld knapp war.[9]

2.2.5 Die Rolle der Väter während der beiden Weltkriege

Beide Weltkriege veränderten die Rolle des Vaters nochmals drastisch. Die Frauen mussten den Kindern den Vater ersetzen. Ein schwieriges Unterfangen: Durch die Kriege war die materielle Not groß, umso schwieriger gestalteten sich die Lebens- und Überlebensbedingungen. Viele Väter blieben im Krieg. Die zurückgebliebenen Frauen nahmen ihr Schicksal in beide Hände und erstarkten dabei in ihrer Rolle als Mutter und Ernährerin der Familie. Frauen räumten Trümmer beiseite, verdienten Geld, um wenigstens für die Kinder etwas zu essen zu kaufen; sie trafen nun erstmalig familiäre und elementar wichtige Entscheidungen, ohne Männer.

Diejenigen der Männer, die von der Front oder später aus der Gefangenschaft zurückkehrten, trafen auf völlig ungewohnte Situationen. Sie hatten die Rolle als Ernährer und Hauptverdiener abgegeben. Viele hatten den Bezug zu den Kindern verloren. [10]

2.2.6 Der Vater in der Nachkriegszeit

In den 50er Jahren gewann der Vater seine angestammte Machtposition als Familienoberhaupt zurück. Das konservative Familienmodell fand abermals Einzug. Der Vater ging seiner Arbeit nach; die Mutter regelte das Familienleben und umsorgte die Kinder, den Mann und den Haushalt.[11]

[...]


[1] http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Programme/a_Leistungen_fuer_Familien/s_404.html 1.2.11

[2] http://www.bpb.de/publikationen/2FD0S4,1,0,Gleichberechtigung_als_Grundrecht.html

[3] Die Gesetzesänderung gilt nur für Eltern, deren Kinder ab dem 1. Januar 2001 geboren wurden.

[4] http://www.123recht.net/article.asp?a=1387&ccheck=1 1.2.11

[5] Nach dem bis zum 31.12.2000 geltenden Bundeserziehungsgeldgesetz durfte die Teilzeit nur maximal 19,5 Stunden betragen.

[6] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

[7] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

[8] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

[9] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

[10] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

[11] http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/vater-sein/v%C3%A4terliche-zeitreise-%E2%80%93-die-vaterrolle-im-wandel

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Details

Titel
Kulturelle Heterogenität als Aspekt der Zusammenarbeit mit Eltern
Untertitel
Die Rolle des Vaters im Wandel der Zeit. Einblicke in die Elternzeit, familiäre und berufliche Konflikte
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V183680
ISBN (eBook)
9783656080589
ISBN (Buch)
9783656080695
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturelle, heterogenität, aspekt, zusammenarbeit, eltern, rolle, vaters, wandel, zeit, einblicke, elternzeit, konflikte
Arbeit zitieren
Dajana Geffken (Autor), 2011, Kulturelle Heterogenität als Aspekt der Zusammenarbeit mit Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183680

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