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Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung geschlechtsspezifischer Unterschiede

Title: Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung geschlechtsspezifischer Unterschiede

Term Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anja Lubitz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Diese Einführungsveranstaltung soll uns Studierenden laut Lehrveranstaltungsverzeichnis
helfen, den Wechsel von der Schüler- zur Lehrerperspektive zu vollziehen
und Fragen in bezug auf die Professionalisierung als Lehrer zu stellen. Die wichtigste
Aufgabe ist es für mich dabei herauszufinden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten
erfordert der Beruf des Lehrers, kurzum bin ich überhaupt geeignet? Eigentlich sollte
man sich doch vor Aufnahme seines Studiums darüber im Klaren sein, ob es das
Richtige Studium ist oder nicht. Deshalb habe ich mir gründlich überlegt, ob ich mich
der Herausforderung eines Lehramtsstudiums stellen soll. Ich absolvierte von 1997
bis 2000 eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten am Oberstufenzentrum
II in Potsdam. In diesen drei Jahren meiner Ausbildung konnte ich mir einen groben
Einblick in die Aufgaben eines Lehrers verschaffen. Für mich war klar, was ich dort
gesehen habe, ist das, womit ich auch die nächsten 30 Jahre meinen Lebensunterhalt
bestreiten will. Dies hat mich in meinem Wunsch Lehrer zu werden bestärkt. Allerdings
ist der entscheidende Gradmesser immer noch die Praxis.
Am 10. Sept. 2001 betrete ich also wieder eine Schule. Es gilt eine eigentlich vertraute
Lebenswelt neu zu entdecken - nunmehr mit den Augen eines Lehrers. Wer morgens
in eine Schule hineingeht - Schüler wie Lehrer - muss die Hoffnung haben können,
dass Schule „etwas bringt“. Aus diesem Grund erwarte ich von diesem Praktikum
beobachten und analysieren zu können, was sich an der Schule im Lern- und
Sozialverhalten der Schüler und in der Unterrichtsdurchführung der Lehrer verändert
hat. Wie Schüler und Lehrer in der heutigen Zeit miteinander umgehen. Des weiteren
erhoffe ich, dass ich das in den Seminaren angeeignete Wissen über Didaktik und
Pädagogik in der konkreten Unterrichtspraxis des Schulalltags wiederfinden werde.
Mit der Erwartung auch Anregungen und Ideen für meine spätere Tätigkeit als Lehrer
zu erhalten, beginne ich also dieses Praktikum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Meine Erwartungen an das Praktikum

1.1. Einordnung des Praktikums

2. Vorstellung der Schule

2.1. Die Berufsschule

2.2 Die Berufsfachschule

2.2.1. Die Kaufmännische Berufsfachschule

2.2.2. Die Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten

2.3. Die Gymnasiale Oberstufe

II. Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Unterschiede

1. Einordnung der Wahlaufgabe in das Projekt „Interaktion im Unterricht“

2. Allgemeine theoretische Positionen

2.1. Pygmalion-Effekt

2.2. Routine im Unterricht

2.3. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede

3. Konsequenzen

III. Die Beobachtung im Unterricht als eine Methode der empirischen Untersuchung

1. Bedeutung und Merkmale der Beobachtung

2. Formen der wissenschaftlichen Beobachtung

2.1 Nicht-standardisierte und standardisierte Beobachtung

2.2. Teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung

2.3. Anekdotische und systematische Beobachtung

3. Was man beachten sollte!

4. Grundsätze

IV. Beobachtungsergebnisse und Auswertung

1. Vergleich des Meldeverhaltens von leistungsstarken-/schwachen Schülern und von Jungen/Mädchen

2. Vergleich beim Aufrufen ohne Melden

3. Lob und Tadel

4. Vergleich mit der Theorie und Zusammenfassung

V. Weiterführende Fragen an die pädagogische Theorie

VI. Bedeutung des Praktikums für mich

VII. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Interaktionsgeschehen im Unterricht, insbesondere die Mechanismen des Aufrufens und Drannehmens, unter Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Unterschieden und Leistungsvariablen. Ziel ist es, durch praktische Unterrichtsbeobachtung zu analysieren, wie Lehrkräfte auf Schülermeldungen reagieren und inwieweit Routinen sowie Erwartungshaltungen das soziale Klima und die Beteiligungschancen im Klassenzimmer beeinflussen.

  • Analyse des Pygmalion-Effekts und unterrichtlicher Routinen bei der Schüleraktivierung.
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Differenzen im Melde- und Drannehmverhalten.
  • Evaluierung der Beobachtung als empirische Methode in der schulpädagogischen Praxis.
  • Reflexion über den Einfluss von Lehrkraft-Erwartungen auf die Schülerleistung.
  • Erörterung pädagogischer Konsequenzen zur Förderung einer gerechteren Unterrichtsinteraktion.

Auszug aus dem Buch

2.2. Routine im Unterricht

Beim Aufrufen und Drannehmen spielen bestimmte Mechanismen eine Rolle, die sehr genau empirisch untersucht worden sind. Die Untersuchungen zeigen Probleme auf, die sich daraus ergeben, dass viele Lehrer beim Aufrufen und Drannehmen schon eine gewisse Routine entwickelt haben. Diese Routinen werden von Hilbert/Meyer in enger Anlehnung an den Forschungsbericht von Brophy/Good (1976, 295 - 297 und 303/304) wie folgt skizziert:

1. Lehrer neigen dazu, bei leistungsschwächeren Schülern weniger Geduld zu haben als bei leistungsstärkeren, obgleich das Gegenteil pädagogisch geboten wäre. Sie drängeln mehr, brechen die Befragung schneller ab, um den nächsten Schüler dranzunehmen.

2. Lehrer gehen mit falschen Antworten der für leistungsschwach gehaltenen Schüler anders um als mit falschen Antworten leistungsstarker Schüler: Sie geben seltener Hinweise, und sie wiederholen die gestellte Frage seltener als bei leistungsstarken Schülern.

3. Lehrer tadeln leistungsschwache Schüler häufiger als leistungsstarke Schüler, und zwar nicht nur in absoluten Zahlen (was angesichts der Leistungsstärke der zweiten Schülergruppe ja noch einleuchten könnte), sondern auch in Relation zur Gesamtzahl der gegebenen falschen Antworten eines Klassenverbandes.

4. Einige Untersuchungen haben ergeben, dass schwache Schüler bei einer richtigen Antwort seltener gelobt werden als starke. Für die leistungsschwächeren Schüler einer Klasse hat die fast zwangsläufig zur Folge, dass sie beschließen, den Mund zu halten. Denn die Wahrscheinlichkeit, vom Lehrer getadelt zu werden, ist für sie größer als die, ein Lob zu erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Erwartungen an das Praktikum und Einordnung in den Ausbildungskontext.

II. Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Unterschiede: Theoretische Fundierung der Interaktionsprozesse zwischen Lehrkräften und Schülern unter Berücksichtigung von Geschlecht und Erwartungshaltung.

III. Die Beobachtung im Unterricht als eine Methode der empirischen Untersuchung: methodologische Reflexion über Formen und Grundsätze der wissenschaftlichen Verhaltensbeobachtung im pädagogischen Feld.

IV. Beobachtungsergebnisse und Auswertung: Detaillierte Darstellung der empirischen Befunde aus dem Unterrichtsalltag in Bezug auf Meldeverhalten, Lob und Tadel.

V. Weiterführende Fragen an die pädagogische Theorie: Kritische Reflexion der Beobachtungsergebnisse im Kontext der schulpädagogischen Theoriebildung.

VI. Bedeutung des Praktikums für mich: Persönliches Fazit der Autorin zur eigenen Eignung und Motivation für den Lehrerberuf.

Schlüsselwörter

Pädagogik, Schulpraktikum, Interaktion im Unterricht, Aufrufen, Melden, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Lehrerverhalten, Beobachtungsmethode, Pygmalion-Effekt, Leistungsbereitschaft, Unterrichtsroutine, Lehrer-Schüler-Verhältnis, empirische Untersuchung, Berufswahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit reflektiert die Erfahrungen eines Orientierungspraktikums und analysiert empirisch die Interaktionsmuster zwischen Lehrkräften und Schülern, insbesondere den Prozess des Aufrufens und Drannehmens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Beteiligung im Unterricht sowie die Auswirkungen von Lehrer-Erwartungen und Routinen auf die Schülerleistung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Erforschung, wie Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht agieren, um die eigene Rolle zu reflektieren und die Wirksamkeit pädagogischer Interaktionsweisen zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der systematischen Unterrichtsbeobachtung, um Verhaltensweisen wie Melden, Drannehmen, Lob und Tadel empirisch zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Lehrer-Schüler-Interaktion, eine Erläuterung der Beobachtungsmethodik und die anschließende Auswertung der praktischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Unterrichtsinteraktion, Geschlechterrollen, Lehrerprofessionalisierung, Pädagogische Diagnostik und Beobachtungspraxis.

Wie unterscheidet sich das Drannehmverhalten bei leistungsstarken und schwachen Schülern?

Laut den Beobachtungen der Autorin werden leistungsstarke Schüler häufiger aufgerufen, erhalten mehr Hilfestellungen und werden bei richtigen Antworten öfter gelobt.

Welchen Einfluss haben Zwischenrufe auf das Unterrichtsgeschehen?

Zwischenrufe, meist von lautstarken Schülern, führen dazu, dass Fragen oft direkt beantwortet werden, was die Chancen für ruhigere Schüler (häufig Mädchen) mindert, sich aktiv in den Unterricht einzubringen.

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Details

Title
Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung geschlechtsspezifischer Unterschiede
College
Humboldt-University of Berlin  (Wirtschafts- und Erwachsenenpädagogik)
Grade
1,3
Author
Anja Lubitz (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V18373
ISBN (eBook)
9783638227346
ISBN (Book)
9783656596752
Language
German
Tags
Aufrufen Melden Drannehmen Einbeziehung Unterschiede
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Lubitz (Author), 2002, Aufrufen, Melden und Drannehmen unter Einbeziehung geschlechtsspezifischer Unterschiede, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18373
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