Politische Mediation im internationalen Konfliktmanagement


Hausarbeit, 2011
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen und Definitionen
2.1 Was bedeutet internationales Konfliktmanagement?
2.1.1 Definition des Begriffes Konflikt
2.1.2 Konfliktmanagement
2.2 Was ist Mediation?
2.2.1 Definitionen für Mediation
2.2.2 Phasen der Mediation
2.2.3 Politische Mediation

3. Der israelisch-palästinensische Konflikt
3.1 Historische Hintergründe
3.2 Vermittlung im Nahost-Konflikt 1978

4. Resumée

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Konfliktdreieck nach Galtung

Abbildung 2: Landscape of Conflict Management

Abbildung 3: Al-Sadat, Carter und Begin in Camp David

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„ To increase our knowledge and understanding of how international and intranational armed conflicts can be resolved is of vital importance today. At no time in history have the nations and peoples of the world been so interdependent. Technological advances in transportation and communication have had far-reaching effects, bringing enormous benefits, but also causing new problems. National and international institutions still have great difficulty in coping with demands placed on them. The opportunities for ethnic conflicts, resource-based strife, and governance disputes are far more numerous, and the consequences of conflict far more severe than ever before. “ 1

Die Vergangenheit zeigt, dass der Einsatz von Gewalt viele Jahrhunderte lang als angemessenes Mittel zur Austragung innerstaatlicher und internationaler Konflikte galt. Auch heute eskaliert eine Vielzahl der Konflikte und endet nicht selten in ernsten Krisen. Das Heidelberger Institut für Konfliktforschung (HIIK) erfasste im Jahr 2009 365 politische Konflikte, darunter sieben Kriege, 24 ernste Krisen und weitere 112 Krisen. Somit wurde bei 40 % der Konflikte massiv oder unregelmäßig Gewalt eingesetzt. Die Untersuchung des HIIK macht deutlich, dass die Anzahl der Konflikte seit 1945 von 82 kontinuierlich auf 365 stieg.

Diese Entwicklung zeigt die Notwendigkeit der Intervention Internationaler Organisationen und anderer Institutionen im Internationalen Konfliktmanagement, wenn Streitigkeiten in direkten Verhandlungen der Konfliktparteien nicht beigelegt werden können. Zu diesem Zweck hat das Internationale Völkerrecht verschiedene Instrumente wie die Internationale Schiedsgerichtbarkeit festgelegt und verdeutlicht damit seinen hohen moralischen Anspruch an die Nationalstaaten Konflikte mit nicht- kriegerischen Mitteln zu lösen. Eine Methode, die sich aktuell neben den klassischen Methoden des Internationalen Völkerrechts herausgebildet hat, ist die Politische Mediation, zu der insbesondere die zu den diplomatischen Mitteln zählenden Guten Dienste und Vermittlung zählen.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen des Internationalen Krisenmanagements und geht dabei insbesondere auf das Gebiet der Politischen Mediation ein. Zunächst werden die Begrifflichkeiten definiert, wobei eine Abgrenzung der Politischen Mediation von der klassischen Mediation vorgenommen wird. Anschließend werden die Verhandlungen von Camp David 1978 im Friedensprozess des israelisch-palästinensischen Konflikts als Beispiel für die Anwendung Politischer Mediation angeführt.

2. Grundlagen und Definitionen

2.1 Was bedeutet internationales Konfliktmanagement?

2.1.1 Definition des Begriffes Konflikt

Obwohl in der allgemeinen und wissenschaftlichen Literatur unterschiedliche Definitionen des Begriffs Konflikt existieren, wird ein Konflikt zunächst einmal als das Aufeinanderstoßen miteinander unvereinbarer Handlungstendenzen verstanden unter Beteiligung mindestens zweier Parteien (Einzelpersonen, Gruppen, Staaten, etc.). (Kempf, 1997, S. 657-661) Politische, religiöse, ökonomische und soziale Konflikte sind Beispiele für innergesellschaftliche Konflikte. Zu gesamtgesellschaftlichen Krisen und destruktiven Eskalationen führen diese Konflikte vor allem in „Phasen tiefgreifender sozioökonomischer Veränderungen und politischer Transformation“ (Ropers, 2002, S.11). Die Konkurrenz weltanschaulicher Systeme, Auseinandersetzungen um Machtverteilung, sowie regionale Spannungen sind Ursachen für internationale Konflikte.

Den Konfliktbegriff auf internationale Ebene definiert das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung wie folgt: Konflikte gelten als Interessensgegensätze beziehungsweise Positionsdifferenzen in Bezug auf nationale Werte von einiger Dauer und Reichweite. Die Konfliktparteien sind hierbei organisierte Gruppen, Staaten, Staatengruppen oder Staatenorganisationen. (HIIK, 2010, S. 1ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Konfliktdreieck nach Galtung

Angeachtet der Beschaffenheit und Anzahl der Konfliktparteien, lassen sich idealtypisch in jedem Konflikt drei Komponenten erkennen, welche im Konfliktdreieck nach Galtung (1998) veranschaulicht sind. So gibt es zunächst in jedem Konflikt einen Widerspruch, der sich aus Unvereinbarkeit von Interessen, Bedürfnissen oder Einstellungen begründet. Ein Konflikt anzeigendes, meist verschärftes Verhalten wie Konkurrenz, Aggressivität oder Gewalt stellt die zweite Komponente dar. Die letzte Komponente ist die auf den Konflikt bezogene Annahme bzw. Einstellung, welche „eng verbunden [ist] mit den Wahrnehmungen und Annahmen der Konfliktparteien in Bezug auf ihre eigene Stellung im Konflikt, die Bewertung der anderen Parteien (z.B. Feindbilder) und ihre Vermutungen zu den Konfliktursachen“ (Galtung, 1998, S.136). In der Darstellung wird der Zusammenhang der drei Komponenten ersichtlich. So reicht ein objektiver Widerspruch alleine nicht aus um einen Konflikt zu begründen. Mindestens eine Partei muss sich dieses Widerspruchs bewusst sein und in „ihrem Verhalten [...] auf eine Veränderung der für sie unbefriedigenden Situation drängen“ (Galtung, 1998, S.136). Konflikte sind nicht zwangsläufig zerstörerisch und daher nicht grundsätzlich als negativ zu bewerten. Ropers bezeichnet eine Gesellschaft ohne Konflikte sogar als „tote Gesellschaft“ (Ropers, 2002, S. 11). Das Ziel ist somit nicht die Abschaffung von Konflikten, sondern vielmehr das Erarbeiten von Lösungen und Wegen um diese gewaltfrei auszutragen.

2.1.2 Konfliktmanagement

Versuche von Drittparteien in Konflikte einzugreifen, sie zu kontrollieren und den Einsatz von Gewalt einzudämmen, können positive Auswirkungen haben in Form von Ordnung, Stabilität und sogar Frieden. Auf der anderen Seite verschlechtern unausgereifte Versuche des Konfliktmanagements die Konfliktlage. Die Bedeutung von Konfliktmanagement wird auch durch folgendes Zitat ersichtlich:

„ In the contemporary world, constructive methods of waging conflicts are more important than ever. A conflict waged destructively in one place is often the result of far away, interacting linkages and has wider implications. ” (Kriesberg, S. 385)

Konfliktmanagement wird im internationalen Kontext verstanden als „any effort to control or contain an ongoing conflict between politically motivated actors operating at the state or sub-state level“ (Butler, 2009, S. 14), wobei typischerweise eine dritte Partei beteiligt ist. Dabei richtet sich die Intervention hauptsächlich auf den Konfliktprozess und nicht wie beispielsweise bei der Konfliktlösung auf die Konfliktquelle. (Glasl, 2011, S.22) Auswirkungen im Sinne der horizontalen Eskalation, also negative Effekte auf unbeteiligte oder nur indirekt beteiligte Parteien, sowie Ausweitungen des Konflikts mit gewaltsamen Mitteln (vertikale Eskalation) sollen durch gezieltes Konfliktmanagement unterbunden oder begrenzt werden. (Butler, 2009, S. 14)

[...]


1 Vorwort von Jimmy Carter in: Bercovitch, Jacob (Hg.): Resolving International Conflicts - Theory and Practice of Medation, London 1996, S. IX

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Details

Titel
Politische Mediation im internationalen Konfliktmanagement
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Veranstaltung
Politik und Gesellschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V183772
ISBN (eBook)
9783656082682
ISBN (Buch)
9783656083337
Dateigröße
961 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikt, Nahost-Konflikt, Verhandlung, Phasenmodell, Vermittlung, Camp Davis, Völkerrecht, Friedensprozess, Mediator
Arbeit zitieren
Karina Köppl (Autor), 2011, Politische Mediation im internationalen Konfliktmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183772

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