„Geox: die neue waterproof Generation“
Dieses aktuelle Zitat aus dem Internetportal www.markensolgans.de zeigt, dass das Thema Anglizismus in der Werbesprache schon seit längerer Zeit mehr und mehr an Bedeutung hinzugewinnt.
In der nachstehenden fachwissenschaftlichen Ausarbeitung wird genau dieser aktuelle Gegenstand thematisiert und die verschiedenen Blickwinkel des Themas unterschiedlich intensiv beleuchtet. Ziel dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten, inwiefern Anglizismen in der Werbung eine tragende Rolle zuzuordnen sind und deren Gebrauch näher zu erläutern. Beginnend wird ein Einblick in die Definition der Termini Werbung, Anglizismen, Fremdwörter und Lehnwörter gegeben, die den Einstieg in die Ausarbeitung erleichtern sollen. Der zweite Teil thematisiert die Bildung von Anglizismen, deren Gebrauch und Verwendung. Hier wird deutlich, wie eng die Entlehnungen miteinander verknüpft sind und auf Grund dessen eine genaue Abgrenzung der Termini Lehnwort und Fremdwort schwierig ist. Der Abschnitt zu dem Thema Werbung soll folglich einen Überblick darüber verschaffen, wie sich dieses in der deutschen Literatur definiert, um in dem nachstehenden Teil Rückschlüsse zur Verwendung von Anglizismen in der Werbesprache ziehen zu können. In dem nachstehenden Teil dieser fachwissenschaftlichen Ausarbeitung geht es dann schließlich um den Gebrauch von Anglizismen in der Werbesprache. Sind Anglizismen unumgänglich? Werden diese nur als Vermarktungsstrategien verwendet? Welchen Einfluss haben Anglizismen auf die deutsche Sprache? Dies gilt es unter anderen in diesem letzten Abschnitt herauszuarbeiten. Zur Verdeutlichung dieser Thematik werden im anschließenden Kapitel explizit ausgewählte Werbesprüche untersucht und analysiert. Im Fazit werden dann die zuvor thematisierten Bereiche zusammengefasst und die Ergebnisse reflektiert. Weiterhin wird ein Überblick über die Vor- und Nachtteile von Anglizismen in der deutschen Sprache aufgeführt. Der Forschungsstand der verwendeten Literatur ist sehr umfangreich und weitestgehend aktuell.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Anglizismen
2.2 Fremdwörter
2.3 Lehnwörter
3. Formen der Entlehnung
3.1 Fremdwort und Lehnwort
3.2 Scheinentlehnungen
3.2.1 lexikalische Scheinentlehnung
3.2.2 semantische Scheinentlehnung
3.3 Lehnveränderungen
3.4 Mischkomposita
3.5 Bedeutungsveränderungen
3.6 Lehnbeziehungen
4. Werbung
4.1 Die Werbesprache
4.2 Zielgruppenbestimmung
4.3 Ziele und Wirkung von Werbung
5. Analyse von Werbeslogans
6. Fazit: Deutsch oder Englisch?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung und den Einfluss von Anglizismen in der deutschen Werbesprache, um zu ergründen, welche Rolle diese Entlehnungen bei der Vermarktung von Produkten spielen und welchen sprachlichen Wandel sie induzieren.
- Definition und Abgrenzung von Termini wie Anglizismus, Fremdwort und Lehnwort
- Klassifizierung der verschiedenen Formen der sprachlichen Entlehnung
- Analyse der werbepsychologischen Wirkung von Anglizismen auf Zielgruppen
- Untersuchung konkreter Werbeslogans verschiedener Branchen (Genussmittel, Mode, Technik, etc.)
- Reflexion über Vor- und Nachteile sowie die Auswirkungen auf das Deutsche (Denglisch)
Auszug aus dem Buch
3.2.1 lexikalische Scheinentlehnungen
Lexikalische Scheinentlehnungen definieren sich als Wörter, welche im Deutschen basierend auf dem englischen Wortmaterial, neu gebildet werden. Die entlehnten Wörter existieren so jedoch nicht in ihrer Ursprungssprache und sind dort unbekannt.
Entlehnungen wie Callboy/Callgirl existieren beispielsweise im Deutschen mit einer anderen Bedeutung als im Englischen. Im Deutschen bezeichnet man einen Callboy als einen „jungen Mann, der auf telefonischen Anruf hin Besuche macht oder Besucher empfängt und gegen Bezahlung deren sexuelle Wünsche befriedigt.“ Kontrastiv existiert dazu Englisch das Wort Callboy an sich schon, jedoch in einer anderen Bedeutung. Dort definiert sich Callboy als einen Jungen, der beispielsweise einen Schauspieler oder einen Akteur auf die Bühne ruft.
Durch dieses Beispiel wird erkennbar, dass das deutsche Nomen Callboy semantisch vom Englischen unterscheidet. Diese Scheinentlehnung wird als „analoge lexikalische Scheinentlehnung mit zufälliger Formentsprechung“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Anglizismen in der Werbung und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Definitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem zentrale Begriffe wie Anglizismen, Fremdwörter und Lehnwörter definiert und voneinander abgegrenzt werden.
3. Formen der Entlehnung: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen Mechanismen des Sprachtransfers, wie Scheinentlehnungen, Lehnveränderungen und Mischkomposita, die für die Analyse relevant sind.
4. Werbung: Es wird der Begriff der Werbung definiert, die Besonderheiten der Werbesprache erörtert und Kriterien zur Zielgruppenbestimmung sowie die Wirkungsebenen von Werbekampagnen erläutert.
5. Analyse von Werbeslogans: In diesem praktischen Teil werden Werbeslogans aus verschiedenen Branchen wie Genussmittel, Mode, Technik und Reisen auf ihren Anglizismengehalt und ihre Form analysiert.
6. Fazit: Deutsch oder Englisch?: Das Fazit reflektiert die Untersuchungsergebnisse und wägt die Vor- und Nachteile der Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache ab.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Werbesprache, Entlehnung, Lehnwort, Fremdwort, Scheinentlehnung, Sprachwandel, Marketing, Werbeslogan, Mischkomposita, Semantik, Zielgruppe, Werbepsychologie, Denglisch, Produktpositionierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des Englischen auf die deutsche Werbesprache und untersucht, wie und warum Anglizismen bei der Vermarktung von Produkten eingesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt die linguistische Einordnung von Entlehnungen, werbetheoretische Grundlagen sowie die praktische Analyse von Werbeslogans verschiedener Branchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Rolle Anglizismen in der Werbung spielen, wie sie klassifiziert werden können und inwiefern sie zur Zielgruppenansprache und Produktvermarktung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der linguistischen Begriffe, kombiniert mit einer empirischen Analyse ausgewählter Werbeslogans unter Berücksichtigung von Herstellerhintergrund und Zielgruppenaspekten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Entlehnungsformen, die Darstellung der Werbesprache als soziolinguistisches Phänomen und eine umfangreiche Analyse von Werbesprüchen aus Branchen wie Mode, Technik und Automobilbau.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Anglizismen, Werbesprache, Sprachwandel, Entlehnungsformen und Marketingwirkung.
Was unterscheidet ein Fremdwort von einem Lehnwort gemäß der Arbeit?
Ein Fremdwort ist als fremd empfunden, da es lautlich oder orthografisch noch nicht an die Zielsprache angepasst ist, während ein Lehnwort in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist und als bekannt gilt.
Was versteht die Autorin unter einer "Scheinentlehnung"?
Hierunter fallen Begriffe, die zwar auf englischem Sprachmaterial basieren und englisch klingen, in der englischen Herkunftssprache jedoch in dieser Form oder Bedeutung gar nicht existieren.
Warum wird im Fazit vor "Denglisch" gewarnt?
Die Autorin weist darauf hin, dass eine inflationäre Nutzung englischer Begriffe die deutsche Sprache unnötig verdrängen kann, weshalb Anglizismen nur mit Bedacht und dort eingesetzt werden sollten, wo sie einen echten kommunikativen Mehrwert bieten.
Welche Rolle spielt die Globalisierung für die Verwendung von Anglizismen?
Die Globalisierung führt dazu, dass Produkte international verstanden werden müssen, wobei Anglizismen oft als Mittel genutzt werden, um eine "weltoffene" und moderne Markenidentität zu vermitteln.
- Quote paper
- Sonja Rockenbach (Author), 2011, Anglizismen in der Werbesprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183834