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Gottfried Benns 'Gehirne' - Untersuchungen zu den Gattungsmerkmalen der Novelle

Titre: Gottfried Benns 'Gehirne' - Untersuchungen zu den Gattungsmerkmalen der Novelle

Dossier / Travail , 2011 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Benjamin Damm (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Stiltendenzen des Expressionismus als literarische Bewegung gestalten sich vielfältig, sie reichen von der Verwendung von Stilen, die aus anderen Strömungen stammen, bis zur absoluten Neugestaltung der Ausdrucksform. Dabei liegt der Darstellungsanspruch des Expressionismus an einer Gattung in der Möglichkeit der Expression und dem Ausdruck von Gefühlen und subjektiven Ansichten. Es entsteht eine strömungsspezifische Ästhetik, die neben der Entwicklung neuer Formen eine Vorliebe für solche entwickelt hat, in denen ein solcher Ausdruck in besonderem Maße verwirklicht werden kann. .
Gottfried Benn steht dabei in der Tradition der modernen Philosophie Friedrich Nietzsches, wie auch anderer moderner Naturwissenschaften, die die Vorstellung einer Weltanschauung, die konsistent und geschlossen schien, durch ihre Entdeckungen fragwürdig machten.
Im Konsens der aufkommenden Skepsis an allgemeinen Wahrheiten ist es umso überraschender, mit welcher Aufmerksamkeit sich der Expressionismus neben neu entdeckten Formen auch den Gattungstheorien der Vergangenheit widmete.
Ein Gattungskonzept, wie das der Novelle besitzt eine lange Tradition und wird damit alles andere als dem Anspruch des Modernismus gerecht, der sich dadurch auszeichnet, dass Normen und Wertvorstellungen älterer Generationen kritisiert und verworfen werden.
Diese Arbeit möchte untersuchen, weshalb die expressionistische Programmatik, die Gottfried Benn darzustellen vermochte, vor allem in der novellistischen Form Niederschlag fand.
Die Leitfrage lautet: Inwiefern kann die expressionistische Erzählung Gehirne von Gottfried Benn als Novelle bezeichnet werden? Welche Kriterien sprechen möglichweise für die Konzeption einer Antinovelle?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Novelle als Gattung

2.1 Probleme der Gattungstheorie der Novelle

2.2 Merkmale einer Novelle

3. Die Novelle im Spiegel der Moderne

4. Analyse des Textes

4.1 novellistische Formmerkmale in Gehirne

4.1.1 Der Wendepunkt

4.1.2 komprimierte und lineare Erzählform

4.1.3 Objektivität

4.1.4 Alltäglichkeit

4.1.5 Dingsymbol

4.2 Die expressionistische Novellistik und Benns Gehirne

5. Gottfried Benns Gehirne als Novelle

5.1 Gehirne als klassische Novelle?

5.2. Gehirne als Antinovelle

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Gottfried Benns Erzählung "Gehirne" trotz ihrer expressionistischen Ausprägung als Novelle klassifiziert werden kann und ob sie als "Antinovelle" zu begreifen ist. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse traditioneller Gattungsmerkmale im Kontext moderner Welterfahrung.

  • Untersuchung von Gattungsmerkmalen der Novelle (Wendepunkt, Dingsymbol, Objektivität)
  • Konflikt zwischen expressionistischer Weltsicht und traditioneller Novellenstruktur
  • Analyse der "Gehirne"-Erzählungen im Hinblick auf Benns "absolute Prosa"
  • Der Einfluss moderner Lebensumstände auf die klassische Novellenform
  • Thematisierung von Identitätsverlust und Entfremdung im Expressionismus

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Der Wendepunkt

Die Erzählung beginnt mit der Beschreibung der Hauptfigur Rönne, einem “Arzt, der früher viel seziert hatte [...]”.25 Er befinde sich auf einer Reise in den Norden Deutschlands. Der Erzähler lässt in diesem Absatz dem Leser schon eine entscheidende Information zukommen, die für das Verstehen der Persönlichkeit Rönnes von Bedeutung ist. Denn Rönne ist von seiner Arbeit als Arzt, die vor allem Tätigkeiten wie das Sezieren umfasste, “[] in einer merkwürdigen und ungeklärten Weise erschöpft.“(S.3) Damit wird zu Anfang der Novelle auf einen Umstand hingewiesen, der sich im weiteren Verlauf als der erwartete Konflikt in der Novelle herausstellt. Rönne, der zuvor, das heißt vor dem Beginn der Handlung, als Arzt praktizierte, wird nun mehr von den Erlebnissen als Arzt in einer Weise bestimmt, dass in ihm ein Konflikt ausgelöst wird. Der Konflikt entsteht jedoch nicht im Zeitraum dieser Erzählung, er liegt vor dem Beginn der hier beschriebenen Situation.26 Der sogenannte Wendepunkt, auf den in der Gattung angespielt wird, rückt somit in einen Zeitraum, der weit außerhalb der Handlung der Novelle liegen muss. Denn wann genau diese Erschöpfung eintrat, ist unbekannt. Diese Tatsache lässt die Vorstellung des novellentypischen Wendepunktes fragwürdig erscheinen. Ein weiterer Wendepunkt ist Werk nicht mehr zu finden. Damit lässt sich zwar festhalten, dass ein Wendepunkt im entferntesten Sinne vorhanden, aber in der eigentlichen Handlung nicht ausgemacht werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die literarische Bewegung des Expressionismus und die Fragestellung zur Gattungszugehörigkeit von Benns Erzählung.

2. Die Novelle als Gattung: Darstellung theoretischer Grundlagen und Definitionsversuche der Novelle sowie deren Problematik.

3. Die Novelle im Spiegel der Moderne: Diskussion der Legitimationsschwierigkeiten der Novellenform in einer pluralistischen, von Individualismus geprägten Moderne.

4. Analyse des Textes: Detaillierte Untersuchung von Formmerkmalen und expressionistischen Mitteln in "Gehirne", wie etwa dem Wendepunkt, der Erzählform und dem Dingsymbol.

5. Gottfried Benns Gehirne als Novelle: Kritische Reflexion, ob das Werk klassische Gattungsnormen erfüllt oder als Antinovelle zu betrachten ist.

6. Fazit: Zusammenführende Betrachtung, die Benns bewussten Umgang mit Novellenkonventionen zur Modernisierung der Gattung herausstellt.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Gehirne, Novelle, Expressionismus, Gattungstheorie, Antinovelle, absolute Prosa, Wendepunkt, Dingsymbol, Moderne, Entfremdung, Identitätsverlust, literarische Moderne, Erzählform, Rönne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Gottfried Benns Erzählung "Gehirne" unter dem Gesichtspunkt, ob sie trotz ihrer expressionistischen Merkmale den Kriterien einer klassischen Novelle entspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Gattungstheorie der Novelle, die expressionistische Literaturtheorie, der Einfluss von Naturwissenschaften auf die Literatur und das Konzept der "absoluten Prosa" bei Benn.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, inwiefern die expressionistische Erzählung "Gehirne" als Novelle bezeichnet werden kann und ob Kriterien für eine "Antinovelle" sprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit Gattungstheorien und expressionistischen Programmatiken konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gattung Novelle, die Analyse expressionistischer Formmerkmale in "Gehirne" und eine Diskussion über die Einordnung als klassische Novelle versus Antinovelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gattungsmerkmale, Wendepunkt, Dingsymbol, Identitätszerrissenheit und die Moderne.

Warum hinterfragt der Autor die Anwendung der Novellenform bei Benn?

Weil die klassische Novelle eine geschlossene, sinnhafte Ordnung suggeriert, die Benns expressionistische, auf Zerfall und Fragmentierung ausgerichtete Weltsicht grundlegend in Frage stellt.

Welche Rolle spielt das "Gehirn" in der Erzählung?

Das Gehirn dient als zentrales Dingsymbol für die krisenhafte Denktätigkeit der Hauptfigur Rönne und den Verlust eines geschlossenen Weltbildes.

Was schlussfolgert die Arbeit über Benns Vorgehensweise?

Der Autor schlussfolgert, dass Benn die Novellenform nicht zufällig wählte, sondern bewusst als "Folie" nutzte, um durch deren Variation den modernen Konflikt der Identitätsauflösung abzubilden.

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Résumé des informations

Titre
Gottfried Benns 'Gehirne' - Untersuchungen zu den Gattungsmerkmalen der Novelle
Université
http://www.uni-jena.de/  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Cours
Moderne Erzählungen
Note
1,7
Auteur
Benjamin Damm (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
25
N° de catalogue
V183868
ISBN (ebook)
9783656084174
ISBN (Livre)
9783656084396
Langue
allemand
mots-clé
Gottfried Benn Expressionismus Prosa Novelle expressionistische Prosa Gehirne expressionistische Novelle absolute Prosa moderne Novelle Gattungsmerkmale Novelle
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Citation du texte
Benjamin Damm (Auteur), 2011, Gottfried Benns 'Gehirne' - Untersuchungen zu den Gattungsmerkmalen der Novelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183868
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Extrait de  25  pages
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