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Sportvereine und migrantische Integration in Deutschland

Title: Sportvereine und migrantische Integration in Deutschland

Bachelor Thesis , 2011 , 47 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Philipp Lurz (Author)

Sport - Sport Sociology
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„Gerade der Sport bietet mit seinen weitreichenden individuellen und sozialen Perspektiven ein wichtiges Handlungsfeld für Integration und Partizipation“, heißt es in der Grundsatzerklärung des Deutschen Sportbundes zum Thema Sport und Zuwanderung. Dass das Engagement von Mitgliedern der Gesellschaft in dieser Form aber nicht unbedingt positive Auswirkungen für die Integration von Migranten haben muss, wird in der Wissenschaft ebenfalls nicht bestritten.
„[…] sport can rarely yield economic […] or social benefits […]“. Es geht sogar soweit, dass Sport als Teil eines ungleichen sozialen Systems betrachtet wird, das der Exklusion von sozialen Gruppen und Individuen förderlich sein kann.
Der Bereich Sport und Integration von Migranten bzw. Personen mit
Migrationshintergrund wird so zu einem kontrovers diskutierten Thema sowohl in der öffentlichen als auch in der wissenschaftlichen Debatte. Zusätzlich kann diese Kontroverse auf der Ebene des organisierten Vereinssports betrachtet werden. Damit wird in erster Linie die Rolle des bürgerlichen Engagements der Zielgruppe für deren Integration forciert. Über das grundlegende Organisationsprinzip von Sportvereinen nämlich – die Selbstorganisation – sollen die Mitglieder nicht nur am Sport teilnehmen, sondern auch ihre sozialen Zusammenhänge stärken.
Wir stellen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene in Deutschland fest, dass das bürgerschaftliche Engagement auf Wachstumskurs ist. Auch Robert D. Putnam spielt hierbei eine wichtige Rolle, indem er mit seinem berühmtesten Werk „Bowling Alone“ den wissenschaftlichen Diskurs wieder auf diesen Themenbereich gelenkt hat. Sport stellt in den unterschiedlichsten Facetten des bürgerschaftlichen Engagements dabei den dominierenden Bereich dar. Das Vereinswesen wiederum bildet hierfür den wichtigsten organisatorischen Rahmen und ist ebenso wie das bürgerschaftliche Engagement auf dem
aufsteigenden Ast.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Poblemaufriss

2. Soziale Integration und Sozialkapital

2.1. Zum Verhältnis von Integration, Inklusion und Assimilation

2.2. Dimensionen der Integration von Migranten

2.3. Integrationsebenen

2.4. Das Konzept des Sozialkapitals nach Putnam

2.5. Formen des Sozialkapitals

3. Vereine und migrantische Integrationsarbeit

3.1. Was Vereine für die Integration von Migranten leisten können

3.2. Die gegenwärtige Situation in der Bundesrepublik Deutschland

3.3. Migranten in „Deutschen Vereinen“

3.3.1. Sekundäranalyse: Beteiligung von Migranten in „deutschen Sportvereinen“

3.3.2. Sonderfall Profifußball

3.3.3. Zwischenresümee I

3.4. Migrantische Selbstorganisation in Bereich Sport

3.4.1. Formen der Selbstorganisation von Migranten im Sport

3.4.2. Sekundäranalyse: Selbstorganisation von Migranten im Bereich Sport

3.4.3. Zwischenresümee II

4. Problemfelder der empirischen Untersuchung

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Sportvereinen als Orte der sozialen Integration für Migranten in Deutschland. Dabei steht die theoretische Fundierung durch das Konzept des Sozialkapitals nach Robert D. Putnam im Mittelpunkt, um zu analysieren, ob und wie verschiedene Vereinsformen (deutsche Vereine vs. migrantische Selbstorganisationen) zur Einbindung von Migranten beitragen können.

  • Soziale Integration und die theoretische Bedeutung des Sozialkapitals
  • Die Rolle des organisierten Vereinssports für Zuwanderer
  • Unterscheidung zwischen bindendem (bonding) und brückenschlagendem (bridging) Sozialkapital
  • Vergleich zwischen deutschen Sportvereinen und migrantischen Selbstorganisationen (MSO)
  • Empirische Sekundäranalyse zur Beteiligung und den sozialen Netzwerken von Migranten im Sport

Auszug aus dem Buch

3.3.2. Sonderfall Profifußball

a) Eine besondere Form der Beteiligung von Migranten im Bereich Sport stellt der Profisport dar – allen voran der Profifußball in Deutschland. Hier haben wir laut Ligaverband der Deutschen Bundesliga unter den Lizenzspielern einen Ausländeranteil von durchschnittlich 38% (1. und 2. Bundesliga). Dabei sind Deutsche mit Migrationshintergrund nicht eingeschlossen. Die EBS European Business School Wiesbaden hat hierzu eine umfassende Studie durchgeführt. Befragt wurden etwa 1.500 Nachwuchsspieler aus den Leistungszentren der 36 Bundesliga-Clubs – Personen also, die am Anfang ihrer Profikarriere standen oder stehen. Von den Befragten waren 8% Ausländer und 31% Deutsche mit Migrationshintergrund. Diese Anteile sind also deutlich niedriger als in den Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga selbst. Insgesamt sind Ausländer und Personen mit Migrationshintergrund sowohl in den Leistungszentren als auch in den Mannschaften im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überrepräsentiert.

Auffallend ist zudem die Heterogenität in der Herkunft. Die ausländischen Spieler stammen aus insgesamt 46, die Eltern der Spieler mit Migrationshintergrund aus insgesamt 84 unterschiedlichen Ländern.

Zusammenfassung der Kapitel

Poblemaufriss: Dieses Kapitel skizziert die Ausgangslage der Arbeit und die Forschungsfrage bezüglich der Integrationsleistungen von deutschen Sportvereinen gegenüber migrantischen Selbstorganisationen.

Soziale Integration und Sozialkapital: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Begriffe wie Integration, Assimilation und Inklusion definiert und Putnams Konzept des Sozialkapitals auf die Sportvereinslandschaft übertragen wird.

Vereine und migrantische Integrationsarbeit: Dieser Hauptteil analysiert empirische Daten zur Beteiligung von Migranten in Sportvereinen sowie in der migrantischen Selbstorganisation und bewertet deren Beitrag zur sozialen Netzwerbildung.

Problemfelder der empirischen Untersuchung: Der Autor reflektiert kritisch über die Herausforderungen bei der Auswertung vorhandener Studien, insbesondere bezüglich der Datenlage und der Vergleichbarkeit der untersuchten Zielgruppen.

Schlüsselwörter

Sportvereine, Migranten, soziale Integration, Sozialkapital, Robert D. Putnam, Integration durch Sport, migrantische Selbstorganisation, bürgerschaftliches Engagement, bonding social capital, bridging social capital, Profifußball, Vereinswesen, ethnische Netzwerke, Inklusion, Assimilation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle Sportvereine und migrantische Selbstorganisationen bei der sozialen Integration von Migranten in Deutschland spielen und ob sie dabei wirksam zur gesellschaftlichen Einbindung beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der Begriff des Sozialkapitals (nach Putnam), die Unterscheidung zwischen verschiedenen Vereinsarten sowie die Auswertung von empirischen Studien zur Teilhabe von Migranten im organisierten Sport.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie sich die Empirie zur theoretischen Annahme verhält, dass Sportvereine (als Produzenten von Sozialkapital) soziale Brücken zwischen Migranten und der Aufnahmegesellschaft schlagen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine tiefgehende Sekundäranalyse durch, in der vorhandene Studien, Forschungsberichte und Einzelfallanalysen (z. B. vom DOSB, BAMF, EBS Wiesbaden) kritisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung von Integrationsmodellen und eine empirische Betrachtung verschiedener Vereinsformen, von deutschen Stützpunktvereinen bis hin zu ethnischen Sportvereinen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialkapital, Sportvereine, Migrationshintergrund, integrative/desintegrative Prozesse sowie die Differenzierung in bindende und brückenschlagende soziale Netzwerke.

Welche Rolle spielt der Profifußball im Vergleich zum Breitensport?

Der Profifußball stellt aufgrund der ökonomischen Situation der Spieler einen Sonderfall dar; hier findet Integration unter anderen Voraussetzungen statt als bei Laiensportlern, die zusätzlich soziale Hürden wie Arbeits- oder Wohnungssuche überwinden müssen.

Kann man von „Ausländervereinen“ als geschlossene Parallelgesellschaft sprechen?

Die Arbeit widerlegt das einfache Bild der Parallelgesellschaft; zwar bilden ethnische Vereine oft geschlossene Netzwerke, diese können jedoch durch solidarische Unterstützungsleistungen durchaus zum Selbstbewusstsein und zur sozialen Kompetenz ihrer Mitglieder beitragen.

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Details

Title
Sportvereine und migrantische Integration in Deutschland
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Grade
1,5
Author
Philipp Lurz (Author)
Publication Year
2011
Pages
47
Catalog Number
V183884
ISBN (eBook)
9783656084082
ISBN (Book)
9783656084310
Language
German
Tags
Sportverein Migration Putnam Vereine Bowling Alone Fußball Sportsoziologie Sport Integration Sozialkapital Soziales Kapital
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Lurz (Author), 2011, Sportvereine und migrantische Integration in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183884
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