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Gewalt und Delinquenz bei Kindern

Title: Gewalt und Delinquenz bei Kindern

Term Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kathrin Morawietz (Author)

Pedagogy - General
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Im Kindes- und Jugendalter treten zahlreiche Belastungen auf, die zu Bewältigungsproblemen
führen können. Die heutige Kindheit verläuft weder stressfrei noch sorglos
und Kinder versuchen, Stresssituationen auf unterschiedlichste Art und Weise zu
begegnen.
Die Allgemeinmeinung über Jugendliche wird oft bestimmt von einem Bild von
„Jugend als Krise“. Alkohol- und Drogenmissbrauch, Disziplinprobleme, verfrühter
Abbruch der Ausbildung, Aggressivität und provozierendes Verhalten der Jugendlichen
drückt sich in dieser Allgemeinmeinung aus. Die Lebensphase, in der sich die
Jugendlichen befinden, verlangt ihnen anspruchsvolle Bewältigungsstrategien ab, die
sie oft noch nicht beherrschen. Ihr gesamtes Leben verändert sich in nur wenigen
Jahren grundlegend, was eine hohe Anpassungs- und Koordinierungsleistung erfordert.
Manchmal können diese Umstrukturierungen nicht geleistet werden, z.B. dann
wenn eine Häufung von Problemen auftritt und Hilfestellungen der Umwelt ausbleiben.
Kinder und Jugendliche, die Gewalt ausüben, zerstören das Leben anderer und
gleichzeitig ihr eigenes. Sie werden von anderen Kinder zurückgewiesen, man verweigert
ihnen Freundschaft und Partnerschaft und oft bleibt auch der Bildungserfolg
aus. Kinder, die Gewalt erleben, werden in ihrer persönlichen Entfaltung erheblich
gestört und verlieren oft die Lust am Schulbesuch.
Die meisten der gewalttätigen Kinder versuchen Gründe für ihr Fehlverhalten vorzubringen,
die ihre Reaktion vor Erwachsenen rechtfertigen. Dabei wollen die Kinder
darauf aufmerksam machen, dass sie nur in diesem einen Fall auf Gewalt zurückgegriffen
haben und dass ihr Verhalten in dieser speziellen Situation deshalb gerechtfertigt
sei. Sie sind im Kindes- und Jugendalter allerdings nicht nur zu der Auffassung
gelangt, Gewalt könne jederzeit und ohne Vorbehalt eingesetzt werden. Die überwiegende
Mehrheit der Jugend verabscheut jedoch nach wie vor Gewalt als Mittel
der täglichen Auseinandersetzung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gewaltausübende Kinder und ihre Opfer

2. Faktoren, die Gewalt begünstigen

3. Fehlverhalten von Erzieher/innen

4. Beeinflussung der Allgemeinmeinung über Gewaltzunahme durch die Medien

5. Langzeitvergleiche der Polizei

6. Dunkelfelderhebungen

7. Gründe für kriminelle Handlungen

8. Warum sollte man Kinder nicht als kriminell bezeichnen?

9. Täterkategorien nach Moffitt

9.1 Persistent Delinquente

9.2 Jugenddelinquente

10. Prävention

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe von Kinder- und Jugenddelinquenz. Ziel ist es, die komplexen sozialen, familiären und gesellschaftlichen Faktoren zu analysieren, die zu Gewaltbereitschaft führen, und Ansätze für eine wirksame Prävention aufzuzeigen.

  • Soziologische und psychologische Ursachen von Kinderkriminalität
  • Einfluss von Erziehungsverhalten und familiären Strukturen
  • Mediale Wirkung auf die öffentliche Wahrnehmung von Gewalt
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Täterkategorien
  • Strategien zur primären Prävention und sozialen Integration

Auszug aus dem Buch

2. Faktoren, die Gewalt begünstigen

Jugenddelinquenz ist aus der besonderen Situation der Jugendlichen in der modernen Gesellschaft zu erklären: Die Sexualreife erfolgt in immer früherem Alter und die Ausbildung für immer komplexere Berufe dauert immer länger, so dass die Zeitspanne, in der Jugendliche biologisch erwachsen sind, kulturell und gesellschaftlich aber nicht als erwachsen gelten, immer länger wird. Den Jugendlichen bleiben wirtschaftliche Selbständigkeit und damit autonome Entscheidung vorenthalten. Früher waren sehr viel mehr Jugendliche erwerbstätig oder trugen in landwirtschaftlichen, handwerklichen und kaufmännischen Familienbetrieben zum Lebensunterhalt bei, sie trugen existentielle Verantwortung. Heute durchlaufen Jugendliche viel längere Ausbildungen.

Eine Vielzahl von allgemeinen oder familiären Verboten und Regelungen weckt in den Jugendlichen das Bedürfnis nach Autonomie, die das Privileg der Erwachsenen ist. Delinquenz ist ein realer oder symbolischer Zugang zu den Privilegien des Erwachsenenalters. Viele Kinder erhalten in der Peergruppe nicht genug Aufmerksamkeit und Anerkennung, weil sie nicht über symbolischen Besitz, wie z.B. bestimmte Kleidung verfügen. Je größer die diesbezüglichen Defizite geschildert werden, um so höher die Delinquenz. Auch schulische Misserfolge werden über Delinquenz kompensiert. Erfolgreiche Schüler weisen eine auffällig niedrige Delinquenz auf. Den Kindern bieten sich heutzutage viel mehr Möglichkeiten zu delinquentem Verhalten. In der Großstadt ist es leichter als in kleinen Gemeinden, unkontrolliert und anonym zu agieren. Die Kinder verbringen mehr Zeit außerhalb der Familie, so dass delinquentes Verhalten von den Eltern seltener verhindert bzw. später entdeckt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gewaltausübende Kinder und ihre Opfer: Beschreibt die Belastungen im Kindes- und Jugendalter und wie gewalttätiges Verhalten sowohl die Täter als auch die Betroffenen in ihrer persönlichen Entwicklung beeinträchtigt.

2. Faktoren, die Gewalt begünstigen: Analysiert gesellschaftliche Ursachen wie den Wunsch nach Autonomie, den Einfluss des städtischen Umfelds und die Rolle familiärer sowie schulischer Misserfolge.

3. Fehlverhalten von Erzieher/innen: Kritisiert inkonsistente Erziehungsmethoden und das Unvermögen vieler pädagogischer Akteure, Konflikte konstruktiv unter Einbeziehung der Kinder zu lösen.

4. Beeinflussung der Allgemeinmeinung über Gewaltzunahme durch die Medien: Erläutert, wie dramatische Berichterstattung zu einer verzerrten Wahrnehmung und Überschätzung der Kinderkriminalität beiträgt.

5. Langzeitvergleiche der Polizei: Zeigt statistische Entwicklungen der Kriminalität auf und thematisiert geschlechtsspezifische sowie kulturelle Unterschiede bei den Tatverdächtigen.

6. Dunkelfelderhebungen: Erörtert die Problematik der unvollständigen Erfassung von Gewalttaten aufgrund fehlender Anzeigebereitschaft und polizeilicher Ermessensspielräume.

7. Gründe für kriminelle Handlungen: Erklärt Delinquenz als oft episodenhaften Versuch der Krisenbewältigung und Suche nach Anerkennung bei überforderten Kindern.

8. Warum sollte man Kinder nicht als kriminell bezeichnen?: Plädiert gegen die Etikettierung als "kriminell", da diese den weiteren sozialen Lebensweg der Kinder zerstören kann.

9. Täterkategorien nach Moffitt: Unterscheidet zwischen persistenten Delinquenten, die ein antisoziales Verhaltensmuster zeigen, und jugendlichen Delinquenten, bei denen das Verhalten meist nur eine vorübergehende Phase ist.

10. Prävention: Skizziert Möglichkeiten zur Gewaltprävention durch Familientraining, schulische Programme und die Stärkung der Eigenverantwortung bei Kindern.

Schlüsselwörter

Kinderkriminalität, Jugenddelinquenz, Gewaltprävention, Familienverhältnisse, soziale Ausgrenzung, Erziehungsverhalten, Peergruppe, Medienwirkung, Jugend als Krise, Delinquenz, Konfliktlösung, Sozialisation, Aggressionspotenzial, Selbstwertgefühl, Integrationsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehung von Gewalt und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und familiärer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen von Gewalt, der Rolle von Erziehungspersonen, dem Einfluss der Medien auf das öffentliche Sicherheitsgefühl sowie Strategien zur Prävention.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Entstehen von Kriminalität in jungen Jahren zu entwickeln, um daraus wirksame Ansatzpunkte für pädagogische und soziale Präventionsmaßnahmen abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung polizeilicher Langzeitstatistiken, um Trends und soziologische Einflussfaktoren zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die individuellen Faktoren (z.B. Suche nach Autonomie) als auch die institutionellen Bedingungen (z.B. Schule, Erziehung, mediale Berichterstattung) analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Kinderkriminalität, Delinquenz, Gewaltprävention, Sozialisation und das Konzept der Täterkategorien nach Moffitt.

Welche Rolle spielt die Familie laut der Autorin bei der Entstehung von Gewalt?

Die Familie wird als der primäre soziale Ort angesehen; mangelnde Unterstützung, Armut und inkonsistente Erziehung werden als wesentliche Risikofaktoren für antisoziales Verhalten hervorgehoben.

Warum ist laut der Autorin Vorsicht bei der Verwendung des Begriffs "kriminell" bei Kindern geboten?

Die Autorin warnt davor, dass eine zu frühe Stigmatisierung als kriminell die soziale Entwicklung hemmen und den weiteren Lebensweg des Kindes nachhaltig negativ beeinflussen kann.

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Details

Title
Gewalt und Delinquenz bei Kindern
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter)
Course
Erziehungswissenschaftliche Grundlegung
Grade
2,0
Author
Kathrin Morawietz (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V18393
ISBN (eBook)
9783638227520
Language
German
Tags
Gewalt Delinquenz Kindern Erziehungswissenschaftliche Grundlegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Morawietz (Author), 2003, Gewalt und Delinquenz bei Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18393
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