„Die wichtigste Aufgabe des Deutschunterrichts ist es, bei den Kindern Freude am Umgang mit Sprache zu wecken, zu steigern, sie zum Lesen und Schreiben zu motivieren und dafür zu sorgen, dass sie sich dabei von Anfang an als kompetent und erfolgreich erleben können.“ So lautet ein Auszug aus dem Bildungsplan für die Grundschule in Baden Württemberg. Dieser Auszug ist Teil des Leitgedankens zum Kompetenzerwerb im Deutschunterricht der Grundschule. Durch individuelle Förderung der Schüler und Schülerinnen soll das Selbstvertrauen in die eigenen Schreibleistungen gestärkt und die Lernfreude der Kinder ermuntert werden. Gerade in der Grundschule ist es wichtig, die Jungen und Mädchen zu ermutigen und in ihnen die Begeisterung für das Produzieren eigener Texte zu wecken. In der Grundschule wird der Grundstein für die spätere Schreibbereitschaft und vor allem für die Freude und Begeisterung am Schreiben gelegt.
Aber es müssen auch Leistungen erbracht werden, die an einem gewissen Maßstab gemessen und bewertet werden. Doch wie lassen sich Lernfreude und Begeisterung mit Leistung und Leistungsdenken vereinbaren? Wie kann man schriftsprachliche Leistungen beurteilen, ohne dass sich die Lust am Lesen und Schreiben in Frust und die Ermutigung der Schüler in Entmutigung umwandelt?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Reaktionsweisen auf Schülertexte
3.1 Weiterführen
3.2 Förderndes Beurteilen
3.3 Prüfendes Bewerten
4 Praxis der Beurteilung und Benotung
4.1 Kriterienkatalog
4.2 Bewertung von Rechtschreibleistungen
4.3 Ermitteln der Note
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderung, schriftsprachliche Leistungen in der Grundschule so zu beurteilen und zu benoten, dass die Freude am Schreiben erhalten bleibt und die Schüler individuell gefördert werden, anstatt sie durch Leistungsdruck zu demotivieren. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie pädagogische Sensibilität und objektive Bewertungsverfahren in Einklang gebracht werden können.
- Unterscheidung der Begriffe Bewerten, Beurteilen und Benoten
- Methoden der Reaktion auf Schülertexte: Weiterführen, förderndes Beurteilen und prüfendes Bewerten
- Entwicklung und Anwendung von Kriterienkatalogen zur objektiven Leistungsbeurteilung
- Herausforderungen der Notengebung und der Umgang mit Rechtschreibleistungen
- Förderung der Schreibkompetenz durch konstruktive Rückmeldungen
Auszug aus dem Buch
3.3 Prüfendes Bewerten
Das prüfende Bewerten dient vor allem der Kontrolle und Einstufung des Leistungsstandes der Schüler (Klassenarbeiten, Prüfungen). Anhand der erbrachten Leistungen werden die jeweiligen Lernergebnisse überprüft und mit Hilfe von Benotungen in verschiedene Leistungsstufen eingeordnet. Das „Instrument des prüfenden Bewertens ist der benotete“ Schülertext. „Grundlage der Benotung ist die Korrektur.“ Bei der Korrektur beschäftigt sich der Lehrer eingehend mit dem produzierten Text. Dabei wird der produzierte Schülertext mit Randbemerkungen versehen, zudem werden Verbesserungen und Kennzeichnungen vorgenommen. Die Korrektur sollte allerdings nicht nur Fehler und Mängel feststellen, sondern fördernde Anregungen bringen, damit ein Schüler auch die Chance hat, seinen Text zu verbessern. Auf eine Verbalbewertung am Ende des Textes, in der Verbesserungstipps und Lernanregungen vorgeschlagen werden, sollte auf keinen Fall verzichtet werden. Der Kommentar sollte allerdings nicht nur die darunter stehende Note rechtfertigen, also negative und positive Elemente voneinander abwägen, sondern vielmehr Lernanregungen und Verbesserungsvorschläge bzw. -tipps enthalten. Im gelingenden Falle kann so auch die prüfende Bewertung eine Förderung der Schreibkompetenz sein. Doch leider hat die Note meistens eine zu große Gewichtung, sodass die Absicht meist fehl schlägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Schreibmotivation in der Grundschule und stellt das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Förderung und notwendiger Leistungsbewertung dar.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die fachspezifischen Begriffe Bewerten, Beurteilen und Benoten differenziert und in ihrem jeweiligen Kontext erläutert.
3 Reaktionsweisen auf Schülertexte: Es werden drei pädagogische Vorgehensweisen vorgestellt, um auf Texte von Schülern zu reagieren, die von impliziten Hinweisen bis zur formalen Prüfung reichen.
4 Praxis der Beurteilung und Benotung: Dieses Kapitel widmet sich den methodischen Herausforderungen der Notengebung, der Erstellung von Kriterienkatalogen und der separaten Betrachtung von Rechtschreibleistungen.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der methodischen Defizite bei der Benotung eine ausführliche individuelle Rückmeldung zur Unterstützung des Lernprozesses essenziell bleibt.
Schlüsselwörter
Schülertexte, Deutschunterricht, Grundschule, Leistungsbeurteilung, Benotung, Schreibkompetenz, Kriterienkatalog, förderndes Beurteilen, Schreibdidaktik, Lernfreude, Textproduktion, Korrektur, Verbalbewertung, Leistungsmessung, Schreibförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Aufgabe, schriftsprachliche Leistungen in der Grundschule zu beurteilen und zu benoten, ohne dabei die Motivation der Kinder zu untergraben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinitionen der Leistungsmessung, Vorgehensweisen beim Feedback zu Schülertexten sowie die praktische Anwendung von Kriterienkatalogen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie Lehrer durch objektive Beurteilung und konstruktive Rückmeldung die Schreibkompetenz fördern und Schüler in ihrer Entwicklung unterstützen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Literatur und die praktische Illustration von Beurteilungssystemen anhand konkreter Schülerbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Unterscheidung der Begriffe, konkrete Interaktionsformen bei Schülertexten sowie die methodische Umsetzung der Benotung, inklusive der Rechtschreibbewertung, detailliert ausgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Schreibkompetenz, Leistungsbeurteilung, Kriterienkatalog, Grundschule und Schreibförderung.
Wie verhält sich die Note zum fördernden Ansatz des Lehrers?
Die Arbeit stellt fest, dass die Note oft eine zu starke Gewichtung hat, weshalb sie durch individuelle Kommentare und Lösungsangebote ergänzt werden muss, um den fördernden Charakter zu bewahren.
Warum sollte die Rechtschreibleistung getrennt bewertet werden?
Gemäß der zitierten Forschung sollte die Rechtschreibbewertung separat erfolgen, um die Gesamtbeurteilung des Schülertextes inhaltlich nicht zu verfälschen und beim Schüler keine Verwirrung zu stiften.
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- Myriam Eichinger (Autor), 2010, Beurteilen von Schülertexten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184019