Lieferantenmanagement - Aufbau, Ziele und (praktische) Anwendung


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Themeneinführung
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

2. Aufbau des Lieferantenmanagements
2.1. Definition und Einordnung des Lieferantenmanagements
2.2 Der Prozess des Lieferantenmanagements
2.2.1 Die Beschaffungsstrategie
2.2.2 Lieferantenidentifikation
2.2.3 Lieferanteneingrenzung
2.2.4 Lieferantenanalyse
2.2.5 Lieferantenbewertung
2.2.6 Lieferantenauswahl
2.2.7 Lieferantencontrolling
2.2.8 Steuerung der Lieferantenbeziehungen

3. Ziele des Lieferantenmanagements

4. Praktische Anwendung des Lieferantenmanagements
4.1 Klassifizierung der Lieferantentypen
4.2 Die ABC-Analyse als Mittel zur Anpassung des Lieferantenmanagements an die verschiedenen Lieferantentypen

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Abbildungsverzeichnis und Quellenangaben

1. Einleitung

1.1 Themeneinführung

Die Bedeutung der Beschaffung ist im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Insbesondere das Thema Einkauf steht heute vielfach auf der „Vorstandsagenda“ und wird als maßgeblicher Unternehmensprozess thematisiert (vgl. Appelfeller/Buchholz, 2005, S.1). Eine besondere Rolle spielen hierbei die Reduzierung der Fertigungstiefe und das Auslagern von Aktivitäten an Partnerfirmen, was sich dadurch bemerkbar macht, dass je nach Branche 50-70% der Wertschöpfung fremdbezogen ist (vgl. Appelfeller/Buchholz, 2005, S.1). Diese veränderten Rahmenbedingungen haben in Form einer stärkeren Tendenz zu Kooperationen zwischen Unternehmen und Lieferanten geführt, welche schon seit Beginn der 90er Jahre zu erkennen ist (vgl. Jäger, 2009, 66, und Appelfeller/Buchholz, 2005, S.1). Weiterhin trägt die Globalisierung der Märkte und die damit verbundene höhere Anzahl potentieller Zulieferer dazu bei, dass die Auswahl wichtiger und geeigneter Lieferanten immer schwieriger wird (vgl. Gienke, Kämpf, 2007, S.203). So müssen dementsprechend alle Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen hinsichtlich Preis, Qualität, Liefertermin und –Menge, gestaltet, gelenkt und entwickelt werden (vgl. Gienke, Kämpf, 2007, S.204). Diese Aufgabe wird durch das Lieferantenmanagement übernommen, welches als Teil des Beschaffungsmanagements eine immer stärker werdende Bedeutung einnimmt und Thema dieser Arbeit sein soll.

1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

Nach der Einleitung soll zunächst eine allgemeine Definition des Lieferantenmanagements gegeben und die Einordnung des Lieferantenmanagements in den Beschaffungsprozess erläutert werden. Anschließend soll der Aufbau, unter Berücksichtigung der verschiedenen Prozessstufen, näher definiert und die Ziele des Lieferantenmanagements untersucht werden. Das vierte Kapitel bildet den praktischen Teil der Arbeit, indem erörtert werden soll, wie das Lieferantenmanagement auf die verschiedenen Lieferantentypen angepasst werden kann. Den Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung, sowie ein Ausblick.

Ziel dieser Arbeit ist es, das Thema Lieferantenmanagement als einen Aufgabenschwerpunkt der Beschaffung vorzustellen, den grundsätzlichen Aufbau und Ziele zu erläutern, sowie die praktische Anwendung, hinsichtlich einer Anpassung des Lieferantenmanagements an verschiedene Lieferantentypen, zu beschreiben.

2. Aufbau des Lieferantenmanagements

2.1. Definition und Einordnung des Lieferantenmanagements

Das Lieferantenmanagement ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Beschaffungsprozesse und bildet einen Aufgabenschwerpunkt in der Beschaffung (vgl. Janker, 2008, S.13). Es kann aus dem beschaffungs-wirtschaftlichen Kontext nicht isoliert betrachtet werden und ist generell für die Ausgestaltung der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung verantwortlich, sowie für den Aufbau und Erhalt eines Lieferantenstammes, dessen Mitglieder sich durch Kontinuität, Leistungsfähigkeit und Lieferbereitschaft auszeichnen, (vgl. Janker, 2008, S.23/13). Weiterhin ist das Lieferantenmanagement laut Jäger (2009, S.66) mit dem „Customer Relationship Management“ vergleichbar, das zum Ziel hat, die Beziehungen zwischen den Unternehmen und ihren Kunden systematisch zu bewerten und zu verbessern und somit einen Mehrwert für beide Partner zu schaffen.

Allgemein ist es das Ziel des Lieferantenmanagements eine hohe Beschaffungseffiziens und eine langfristige und zuverlässige Belieferung zu möglichst geringen Kosten zu gewährleisten (vgl. http://www.bilanzbuchhalter-weiterbildung.de/lieferantenmanagement.html). Dabei spielen vor allem eine gute Recherche nach Lieferanten und die Weitergabe von Daten eine entscheidende Rolle.

Die Aufgaben des Lieferantenmanagements, lassen sich durch einzelne Prozessphasen darstellen, welche ähnlich dem Beschaffungsprozess sind und unter Punkt 2.2 näher erläutert werden. Diese sind „immer geknüpft an eine bestimmte Entscheidungssituation und den damit verbundenen Rahmenbedingungen, die nicht nur das Entscheidungsfeld innerhalb des Lieferantenmanagements abstecken, sondern auch den Aufgabenbezug herstellen“ (Janker, 2008, S.23).

Die folgende Abbildung erläutert den Zusammenhang und die Abgrenzung der Aufgaben des Lieferantenmanagements vom gesamten Beschaffungsprozess:

Abbildung 1: Beschaffungs- und Lieferantenmanagementprozess (Janker, 2008, S.23)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Der Prozess des Lieferantenmanagements

Wie bereits zuvor erwähnt, liegen dem Lieferantenmanagement als Weiterentwicklung der traditionellen Beschaffung mehrere Prozesse bzw. Prozess schritte zugrunde, die im Folgenden erläutert werden sollen. Zuvor steht jedoch an oberster Stelle die Unternehmensstrategie, welche je nach Größe und Philosophie des Unternehmens bzw. der Unternehmensform sehr unterschiedlich ausgelegt werden kann.

2.2.1 Die Beschaffungsstrategie

Das zentrale Steuerungsinstrument des Lieferantenmanagements ist die Beschaffungsstrategie, welche durch die jeweilige Unternehmensstrategie des einzelnen Unternehmens geprägt ist (vgl. Gienke/Kämpf, S.205). Mit der Entwicklung einer individuellen Unternehmensstrategie können im Anschluss alle Aktivitäten im Rahmen des Lieferantenmanagements geplant werden. „Die Beschaffungsstrategie wirkt maßgeblich auf alle zu fällenden Entscheidungen, insbesondere auf die Objekte, die beschafft werden müssen sowie deren Bezugsquelle, und wird zur Steuerung durch den Einkauf vorgegeben.“ (Gienke/Kämpf, S.205). Hierzu gibt Gienke/ Kämpf zur Erläuterung folgendes Beispiel:

„Wenn z. B. die Senkung von Materialkosten das oberste Ziel eines Beschaffungsvorgangs ist, werden die Auswahl- und Bewertungskriterien der Lieferanten entsprechend angepasst und gewichtet, d.h. es kommt dem Kriterium ,Preis' in Relation zu anderen Bewertungskriterien wie etwa Qualität' und ,Lieferservice' eine entsprechend größere Bedeutung zu“ (Gienke/Kämpf, S.206)

Die Aufgabe der Beschaffungsstrategie ist somit die Umsetzung der im Rahmen der Beschaffungspolitik vorgegebenen Beschaffungsziele in langfristige Handlungsprogramme (vgl. Janker, 2008, S.26).

Allgemein lassen sich beim Lieferantenmanagement fünf verschiedene Faktoren herausstellen, anhand derer sich unterschiedliche Beschaffungsstrategien festmachen lassen (vgl. Janker 2008, S.26):

Anzahl der Bezugsquellen: Wie viele Lieferanten hat ein Unternehmen für die benötigten Rohstoffe/Waren? (Single-Sourcing, Dual-Sourcing, Multiple-Sourcing)

Leistungsumfang: Werden Einzelteile oder vorgefertigte Module bestellt? (Unit-Sourcing, Modular-Sourcing)

Geographischer Ort der Bezugsquellen: Wird auf regionale Quellen oder globale Quellen zurückgegriffen? (Local-Sourcing, Global-Sourcing)

Ort der Leistungserbringung: Wird die Lieferung von externen Unternehmen übernommen oder wird die Lieferung durch eine interne Abteilung geleistet? (External-Sourcing, Internal-Sourcing)

Bereitstellung der Materialien: (Just-in-Time, Vorratshaltung)

Die unternehmensspezifische Kombination dieser 5 Strategieoptionen ergibt für jedes Unternehmen eine individuelle Beschaffungsstrategie und dementsprechend ein ganz bestimmtes Lieferantenmanagement.

Im Folgenden soll auf die 7 Prozessschritte des Lieferantenmanagements (Janker, 2008, S.33), die teilweise ineinander greifen, näher eingegangen werden.

2.2.2 Lieferantenidentifikation

In dieser Phase findet die Identifikation und Vorauswahl potentieller Lieferanten statt, welche dem aus der Beschaffungsstrategie entnommenen Anforderungsprofil entsprechen. Sind potentielle Lieferanten gefunden, finden eine erste Auswertung der erhaltenen Informationen (z.B. Produkte, Markt, Preis, Konditionen) und eine Vorauswahl (Lieferanten-Screening) statt. Ziel dieser Aktion ist es „die Wahrscheinlichkeit einer schlechten Lieferantenperformance zu minimieren“ (http://lieferanten-management.com/lieferantenselektion.html).

2.2.3 Lieferanteneingrenzung

Bei der Lieferanteneingrenzung ist herauszufinden, welche bereits identifizierten potenziellen Lieferanten in Frage kommen bzw. welche ausscheiden. Hier werden diejenigen ausgewählt, welche hinsichtlich der Preis- und Leistungsanforderungen des beschaffenden Unternehmen entsprechen (vgl. Gienke/Kämpf, 2007, S.206). Hierzu werden vor allem Informationen aus der Beschaffungsmarktforschung herangezogen (vgl. Janker, 2008, S.35), welche sich z.B. auf die Ermittlung von K.O.-Kriterien, Lieferantenfragebögen sowie Zertifikate und Auszeichnungen stützt (vgl. Gienke/Kämpf, 2007, S.206).

2.2.4 Lieferantenanalyse

„Die Lieferantenanalyse umfasst die Ermittlung, Aufbereitung, Verarbeitung und Darstellung von Informationen über (potentielle) Lieferanten“ (Janker, 2008, S.41) . Hierzu werden die Ergebnisse aus der Lieferantenvorauswahl zusammengetragen, strukturiert und für die endgültige Lieferantenbewertung bereitgestellt (vgl. Janker, 2008, S.41f). Entscheidungsrelevante Kriterien, die oft in Form eines Audits überprüft werden, können bei der Lieferantenanalyse z. B. Preis, Lieferqualität, Lieferzeit, Lieferflexibilität oder Servicegrad sein (vgl. Gienke/Kämpf, 2007, S.207). Ziel ist es die geeignetsten Lieferanten zu identifizieren.

2.2.5 Lieferantenbewertung

Unter Lieferantenbewertung versteht man die systematische, umfassende Messung und Beurteilung der Leistungsfähigkeit bereits ausgewählter Lieferanten (vgl. Gienke/Kämpf, 2007, S.207). „Ziel der Lieferantenbewertung ist neben der Sicherstellung leistungsfähiger Lieferquellen die Steuerung der Lieferantenbeziehung, die Pflege und Entwicklung der Lieferantenbeziehung, die objektive und transparente Gestaltung des Entscheidungsprozesses sowie die Erhaltung und Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit“ (Gienke/Kämpf, 2007, S.207).

2.2.6 Lieferantenauswahl

Die Lieferantenauswahl stellt den Endpunkt des Entscheidungsprozesses dar. Bei der strategischen Auswahl stehen Erfolgspotentiale der Lieferanten, sowie das optimale Portfolio an Zuliefern im Mittelpunkt, während im Rahmen der operativen Auswahl konkrete Aufträge über bestimmte Beschaffungsobjekte vergeben werden (vgl. Janker, 2008, S.45).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Lieferantenmanagement - Aufbau, Ziele und (praktische) Anwendung
Hochschule
AKAD-Fachhochschule Leipzig
Veranstaltung
Produktions- und Lieferantenmanagement Vertiefung
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V184216
ISBN (eBook)
9783656089100
ISBN (Buch)
9783656089025
Dateigröße
759 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Produktion, Materialmanagement, Lieferantenmanagement, Beschaffung, ABC-Analyse
Arbeit zitieren
Steffen Plutz (Autor), 2011, Lieferantenmanagement - Aufbau, Ziele und (praktische) Anwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184216

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