Die Geschichte der Deutschen Marktpsychologie begann bereits vor ca. 90 Jahren mit der Veröffentlichung des Buches Psychologie und Wirtschaftsleben von Hugo Münsterberg. Heute ist die Marktpsychologie häufig schon selbstverständlicher Bestandteil unternehmerischer Planungstechnik und der moderne Industriemanager kann auf sie ebenso wenig verzichten, wie auf die notwendige Wirtschaftswissenschaft. Werbepsychologie ist immer auch zu einem Teil Konsumenten-, Verkaufs- oder Marketingpsychologie. Unser Thema bezieht sich nicht nur allein auf Werbung, sondern auch auf das Konsumentenverhalten. Hierbei werden wir das Sterotyp von Mann und Frau als Instrument zur Marktsegmentierung und Marktdifferenzierung untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.2 Marktdifferenzierung
2.4 Zielgruppentypologie
2.4.1 Life Style- Typologie
2.5 Stereotypen
2.5.1 Der Gehalttyp
2.5.2 Der Prestigetyp
2.5.3 Der Neuheitstyp
2.5.4 Der Ästethiktyp
2.5.5 Der Sicherheitstyp
2.5.6 Der Leistungstyp
2.5.7 Der sensitive Typ
2.5.8 Der Aufwandstyp
2.5.9 Der Traditionstyp
3. Die Zielgruppentypologien
3.1 Die Differenzierung der Konsumenten
3.2. Die Entstehung der Zielgruppen
4. Frauentypologie
5. Weitere Differenzierungen der Frauentypologie
5.1 Beispiel der Kosmetik-Typen:
5.2 Beispiel der Wohn-Typen:
6. Männertypen
7. Die Burda-Typologie
7.1 Weitere Möglichkeiten der Differenzierung am Beispiel der „Naschertypologie“
8. Das Problem des individuellen Individuums und Kritik an den Typologien
8.1 Kritikbeispiel Männertyp:
9. Literatur:
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Stereotyp von Mann und Frau als Instrument zur Marktsegmentierung und Marktdifferenzierung. Dabei wird analysiert, wie Werbestrategen das Konsumentenverhalten durch Typologien erfassen, um individuelle Wünsche besser anzusprechen und die Effektivität von Marketingmaßnahmen zu steigern.
- Grundlagen der Marktsegmentierung und Marktdifferenzierung
- Methodik und Anwendung von Zielgruppentypologien in der Werbepraxis
- Detaillierte Darstellung von Life-Style-, Frauen- und Männertypologien
- Analyse konsumspezifischer Segmentierungsbeispiele wie der „Naschertypologie“
- Kritische Reflexion zur Aussagekraft und den Grenzen von Persönlichkeitstypologien
Auszug aus dem Buch
2.5.2 Der Prestigetyp
Unter dem Gesichtspunkt des Geltungsbewußtseins (sich Anerkennung verschaffen, bewundert werden, beneidet werden, usw.) spielen zwar die Sachleistungen von sogenannten Prestige- und Statusprodukten unter Umständen eine erhebliche Rolle, jedoch im wesentlichen dafür, daß diesen Produkten prestige- und statusfördernde Funktionen zugeschrieben wurden. Von daher ist anzunehmen, daß diese Leistungen aufgrund des entsprechenden Images derartiger Produkte vom Prestigetyp unterstellt und mehr oder weniger selbstverständlich mitgekauft (erwartet) werden. Der Prestigetyp umgibt sich zwar mit dem Flair seiner Marke von hohem Niveau oft mit dem Hinweis auf hervorragende sachliche Qualitäten (er weist z.B. seinen Gast auf die außerordentliche Bequemlichkeit seines Sessels - eines bestimmten Herstellers hin), intendiert jedoch damit etwas ganz anderes - und dies kommt in den eruierten Anmutungsanspruchsakzenten deutlich zum Ausdruck:
Zu den bedeutendsten Ansprüchen zählen im Bereich der Empfindungen solche des Wertes. Einzelansprüche wie: ausgesucht, erlesen, exquisit, aufwendig, kostbar, Ausstellungsstück, stilecht, kultiviert, vornehm, nobel u.ä. können hier zum Tragen kommen. Genau wie die Besonderheitsansprüche (für Kenner, besondere Note, exklusiv, Spezialität, anspruchsvoll, ausgezeichnet u.ä.), die Überlegenheitsansprüche (professionell, mühelos, könnend, beherrschend u.ä.) und die Perfektionsansprüche (ausgereift, überzeugend, vollendet, computerexakt, vollelektronisch u.ä.), dienen sie Antrieben nach Selbstdarstellung (im Sinne von Abhebung von anderen) und Selbstbestätigung. Nicht nur die Intention "ich kann mir etwas erlauben", sondern auch die des "ich verstehe etwas davon" soll für alle sichtbar durch Produkte verkörpert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Marktpsychologie und Darstellung des Untersuchungsgegenstandes.
2. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Marketingbegriffe und Vorstellung der verschiedenen Konsumententypologien.
3. Die Zielgruppentypologien: Theoretische Herleitung und Begründung der Notwendigkeit von Zielgruppen im modernen Marketing.
4. Frauentypologie: Vorstellung historischer Segmentierungsansätze zur Differenzierung weiblicher Konsumentengruppen.
5. Weitere Differenzierungen der Frauentypologie: Analyse spezifischer Konsumfelder wie Kosmetik und Wohnen anhand von Frauentypen.
6. Männertypen: Klassifizierung und detaillierte Beschreibung unterschiedlicher Männertypen gemäß der Burda-Typologie.
7. Die Burda-Typologie: Analyse der Weiterentwicklung von Typologien hin zur verbrauchsorientierten Marktsegmentierung.
8. Das Problem des individuellen Individuums und Kritik an den Typologien: Kritische Auseinandersetzung mit der Validität und Praxisrelevanz von Segmentierungsmodellen.
Schlüsselwörter
Marktsegmentierung, Marktdifferenzierung, Werbepsychologie, Zielgruppentypologie, Konsumentenverhalten, Lifestyle-Typologie, Prestigetyp, Konsumgewohnheiten, Marktforschung, Marketingstrategie, Frauentypologie, Männertypen, Naschertypologie, Kaufentscheidung, Werbepraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von Typologien zur Segmentierung und Differenzierung von Märkten, um das Konsumentenverhalten besser zu verstehen und gezielte Werbung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Marktpsychologie, die Entstehung von Zielgruppen, die Vorstellung konkreter Typologien (Frauen, Männer, Konsumverhalten) sowie eine kritische Hinterfragung dieser Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit das Stereotyp von Mann und Frau als Instrument für Werber dient, um die Masse der Verbraucher in handhabbare Zielgruppen zu unterteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analysierende Methode verwendet, die auf der Auswertung vorhandener Marktanalysen und Typologien (z.B. Burda, Brigitte) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Marktsegmentierung sowie die detaillierte Vorstellung und Einordnung verschiedener Typologien bis hin zu spezifischen Beispielen wie der „Naschertypologie“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Marktsegmentierung, Konsumentenverhalten, Zielgruppentypologie, Werbepsychologie und Marktforschung stehen im Zentrum der Arbeit.
Warum reicht die Einteilung in Persönlichkeitstypen für die Werbepraxis oft nicht aus?
Kritiker bemängeln, dass Menschen mit gleichen Persönlichkeitsmerkmalen oft unterschiedlich konsumieren und sich die Typologien zudem nur indirekt auf konkrete Konsumgewohnheiten beziehen.
Was veranschaulicht das Kritikbeispiel zum Männertyp?
Es zeigt, dass die bloße Aneinanderreihung demografischer Merkmale zu unvollständig ist, um das tatsächliche Kaufverhalten präzise vorherzusagen, da bereits kleine Merkmalsänderungen die Zielgruppe massiv verändern können.
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- Andre Lampel (Author), 2003, Das Stereotyp von Mann und Frau als Instrument zur Marktsegmentierung und Marktdifferenzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18421