Die Unterschiede zwischen Kunst, Erotik und Pornographie scheinen teilweise zu verschwimmen. Häufig ist diese Trennung stark subjektiv und mit persönlichen Moralvorstellungen, Einstellungen und Hintergründen verbunden ist.
Diese Hausarbeit ist ein Versuch, dies theoretisch zu unterlegen. Ihr Ziel ist daher nicht eine normative Beurteilung („Ist Pornographie gut, schlecht oder gefährlich?“), sondern ein Aufzeigen von möglichen Kategorien, die Erotik und Pornographie unterscheiden können und ihre praktischen Anwendung an mehreren Beispielen, um sich der Grenze zwischen Pornographie und Erotik bewusst zu werden. Dazu habe ich drei Werke verschiedener Künstler ausgewählt, die aus dem letzten Jahrhundert stammen und möglichst realitätsgetreu dargestellt sind (zwei Fotographien bzw. eine Serigraphie).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begrifferläuterung
1.1 Pornographie
1.2 Erotik
2. Anwendung an praktischen Beispielen
2.1 Robert Mapplethorpe: Marty and Veronica, 1982
2.2 Jeff Koons: Butt Red (Close Up), 1991
2.3 Helmut Newton: Frau in einem Pelzmantel (Woman in a Fur Coat), 1976
Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Abgrenzungen zwischen Kunst, Erotik und Pornografie. Das Ziel besteht darin, Kriterien zu identifizieren, die eine Kategorisierung dieser oft verschwimmenden Bereiche ermöglichen, anstatt eine rein normative Bewertung vorzunehmen.
- Theoretische Begriffsdefinitionen von Pornografie und Erotik
- Analyse von Subjektivität und moralischen Hintergründen bei der Wahrnehmung
- Praktische Untersuchung anhand künstlerischer Werke (Fotografie und Serigrafie)
- Diskussion der ästhetischen vs. pornografischen Absichten in der Kunst
- Reflexion über den Einfluss von Kontext und Betrachter auf die Kategorisierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Robert Mapplethorpe: Marty and Veronica, 1982
Dieses Bild wurde im Jahre 1982 von Robert Mapplethorpe veröffentlicht und war Teil seiner Serie „Marty and Veronica“. Diese schwarz-weiß Aufnahme zeigt die Grauzone zwischen Pornographie und Kunst: Dargestellt wird ein eindeutig sexueller Akt, der auf Lust basiert und nicht der eigentlichen Fortpflanzung dient. Ist dieses Foto also pornographisch?
Neben den oben genannten Argumenten würde auch die Reizwäsche und die hohen schwarze Schuhen der Frau dafür sprechen, die der sexuellen Stimulation des Mannes und den Betrachtern dient. Hauptargument wäre aber das oben erwähnte Kriterium, dass hier keine Individuen dargestellt werden, sondern austauschbare Objekte: Der Mann, von dem nur die dünnen Oberarme und der Kopf mit schwarzem Haar zu sehen ist und insbesondere die Frau, deren Kopf und Gesicht nicht sichtbar ist. Da der Kopf Zeichen der Individualität ist, wird der Fokus auf das „Objekt Frau“ gerichtet und sie wird ohne eigene Persönlichkeit und damit ohne eigenen Willen und Gefühle dargestellt – gleichwohl deutet der Titel darauf hin, dass die Modelle nicht austauschbar sein sollen, da die Namen genannt werden (im Gegensatz zu einem möglichen Titel wie „Two Lovers“).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit einer objektiven Trennung zwischen Kunst, Erotik und Pornografie und stellt das Ziel der Arbeit vor, Kategorien anhand praktischer Beispiele aufzuzeigen.
1. Begrifferläuterung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Pornografie und Erotik unter Einbeziehung etymologischer Herleitungen und wissenschaftlicher sowie rechtlicher Definitionen.
2. Anwendung an praktischen Beispielen: Hier wird der theoretische Rahmen auf drei ausgewählte Werke von Robert Mapplethorpe, Jeff Koons und Helmut Newton angewendet, um die Grenzen zwischen Erotik, Kunst und Pornografie zu analysieren.
Schluss: Das Fazit resümiert, dass eine scharfe, kategorische Trennung der Begriffe aufgrund der Abhängigkeit von Kontext und Betrachter kaum möglich ist.
Schlüsselwörter
Kunst, Erotik, Pornografie, Sexualität, Ästhetik, Definition, Objektivierung, Moral, Darstellung, Interpretation, Robert Mapplethorpe, Jeff Koons, Helmut Newton, Geschlechtsverkehr, Wahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Abgrenzung der drei Kategorien Kunst, Erotik und Pornografie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinitionen, die Analyse der künstlerischen Darstellung von Sexualität sowie die Rolle von Kontext und individueller moralischer Wahrnehmung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist nicht eine moralische Beurteilung, sondern das Aufzeigen möglicher Kategorien zur Unterscheidung von Erotik und Pornografie in der Kunst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur und wendet diese in einer Fallstudienanalyse auf drei ausgewählte Werke der bildenden Kunst an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nach der Begriffsbestimmung drei konkrete Kunstwerke diskutiert, um die Grauzonen zwischen pornografischen und erotischen Elementen zu untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kunst, Erotik, Pornografie, Ästhetik, Objektivierung und Interpretation.
Warum wählt die Autorin ausgerechnet Werke von Mapplethorpe, Koons und Newton aus?
Diese Künstler repräsentieren unterschiedliche Ansätze in der Darstellung von Sexualität, die sich jeweils in einem Spannungsfeld zwischen expliziter Darstellung und künstlerischem Anspruch bewegen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "echter" Pornografie und erotischer Kunst?
Die Arbeit orientiert sich an Kriterien wie der Darstellung der Person als Individuum, dem Vorhandensein von Ästhetik und Symbolik sowie der Absicht, ob die Darstellung der bloßen Stimulation oder tiefergehenden Reflexion dient.
Welche Rolle spielt der Betrachter bei der Kategorisierung?
Die Arbeit betont, dass die Grenze zwischen den Kategorien subjektiv ist und stark von den moralischen Vorstellungen, dem Kontext und dem individuellen Hintergrund des Betrachters abhängt.
Ist laut der Arbeit eine endgültige Kategorisierung möglich?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine starre kategorische Trennung nicht möglich ist und für den Genuss der Werke auch nicht notwendig erscheint.
- Quote paper
- Lennart Marx (Author), 2011, Kunst, Erotik und die Pornographie - distinkte Kategorien?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184227