Die folgende Arbeit gibt einen Überblick über die Situation indigener Völker, deren Lebensraum in von der IUCN als Schutzgebiete deklarierten Gebieten liegt. Als Beispiel wurde hierbei im speziellen auf die Annapurna Conservation Area und den Sagarmatha National Park eingegangen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der rechtlichen Situation der betroffenen Indigenen in Hinblick auf die touristische und landwirtschaftliche sowie rituelle und habituelle Nutzung der Gebiete.
Inhaltsverzeichnis
1 Schutzgebiete in Nepal
2 Annapurna Conservation Area
3 Sagarmatha (Mount Everest) Nationalpark
4 Schlussfolgerungen zur Situation indigener Völker in Schutzgebieten in Nepal
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Management von Schutzgebieten in Nepal an der Schnittstelle zwischen Tourismus und der Selbstbestimmung indigener Gemeinschaften. Ziel ist es, am Beispiel der Annapurna Conservation Area und des Sagarmatha Nationalparks zu analysieren, inwiefern die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung bei der Umsetzung von Naturschutzkonzepten Berücksichtigung finden.
- Vergleich unterschiedlicher Schutzgebiet-Kategorien und deren Auswirkungen
- Analyse partizipativer Managementansätze am Beispiel der Annapurna Conservation Area
- Evaluation von Konfliktpotenzialen im Sagarmatha Nationalpark
- Untersuchung der sozio-kulturellen Auswirkungen auf indigene Völker durch Tourismus und Schutzgebietsmanagement
Auszug aus dem Buch
3 Sagarmatha (Mount Everest) Nationalpark
Der Sagarmatha Nationalpark liegt in der Nordostregion Nepals und ist seit Ende der 70er Jahre von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert. Er gehört zur IUCN Management Category II (Nationalpark). Die EinwohnerInnen des Gebietes sind vor allem Sherpa, aber auch kleinere ethnische Gruppen. Laut Gesetz ist in einem Nationalpark keine menschliche Nutzung vorgesehen und die gesamte Waldfläche wurde bis vor kurzem als Staatseigentum deklariert. Erst 1993 gab die Regierung 60 % des Parkgebietes offiziell an die indigenen Gemeinschaften zurück (Beltran & Phillips).
Der Vorschlag, einen Nationalpark in der Region des Mount Everest zu errichten, kam erstmals 1971 auf. 1976 wurde der Park offiziell durch die Regierung bekannt gegeben. Neuseeland unterstützte die Planung des Parks sowohl bei der Administration als auch in der Ausbildung von Parkadministratoren. Von Beginn an gab es aber Misstrauen und Kritik von Seiten der Sherpa, da diese eine Zwangsumsiedlung befürchteten (Stevens 1997). Neuseeland und John Blower von der FAO strebten ein Co-Management an und betonten, dass keine Umsiedlungen stattfinden sollten. Da gesetzlich keine permanente Besiedlung des Gebietes erlaubt war, wurden die 36 Gemeinden aus dem Parkgebiet ausgeschlossen. Trotzdem gab es noch Konflikte, da das Nationalparkgebiet weiterhin von den Sherpa genutzt wurde. Regelungen wurden (teilweise gewaltsam) durch das Militär umgesetzt und es gab im Zuge des Bevölkerungswachstums einen fundamentalen Disput über Landrechte (da das Nutzland im Park von der Regierung nicht erweitert wurde).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Schutzgebiete in Nepal: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Schutzgebiet-Struktur in Nepal und beschreibt die schwierige soziale Lage indigener Völker sowie die politischen Rahmenbedingungen des Landes.
2 Annapurna Conservation Area: Hier wird das partizipative Managementmodell der Annapurna Conservation Area analysiert, das als positives Beispiel für die Einbindung der Lokalbevölkerung gilt.
3 Sagarmatha (Mount Everest) Nationalpark: Dieses Kapitel beleuchtet die Konflikte zwischen staatlichem Naturschutz und den Rechten der Sherpa-Gemeinschaft sowie die Herausforderungen eines Top-Down-Managementansatzes.
4 Schlussfolgerungen zur Situation indigener Völker in Schutzgebieten in Nepal: Das Fazit stellt die zentrale Bedeutung von Partizipation und Ressourcenzugang für das erfolgreiche Funktionieren von Schutzgebieten in Nepal heraus.
Schlüsselwörter
Schutzgebietmanagement, Nepal, Indigene Völker, Tourismusmanagement, Annapurna Conservation Area, Sagarmatha Nationalpark, Partizipation, Selbstbestimmung, Naturschutz, Subsistenzwirtschaft, Sherpa, Landrechte, Ressourcenmanagement, Co-Management, Sozio-kulturelle Auswirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Naturschutz, Tourismusmanagement und den Rechten indigener Völker in Nepal.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Landrechte, partizipative Managementansätze in Schutzgebieten, die Auswirkungen des Tourismus auf die lokale Bevölkerung und die sozio-kulturelle Entwicklung in Bergregionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie indigene Gemeinschaften in das Schutzgebietsmanagement einbezogen werden und welche Bedingungen für ihr kulturelles Überleben in diesen Zonen notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von zwei Fallstudien (Annapurna Conservation Area vs. Sagarmatha Nationalpark) auf Basis existierender Fachliteratur und Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?
Der Hauptteil analysiert die organisatorische Struktur, die Erfolge, die Kritikpunkte und die Auswirkungen des Naturschutzes auf das Leben der lokalen ethnischen Gruppen in den beiden untersuchten Gebieten.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Schutzgebietmanagement, Partizipation, Indigene Bevölkerung, Nepal, Nachhaltiger Tourismus.
Warum unterscheidet sich die Annapurna Conservation Area in ihrem Management deutlich vom Sagarmatha Nationalpark?
Die Annapurna Conservation Area setzt konsequent auf einen partizipativen Ansatz und Co-Management, während im Sagarmatha Nationalpark der Fokus historisch stärker auf staatlichen Restriktionen und einem Top-Down-Ansatz lag.
Welche Rolle spielen die Frauen in der untersuchten Tourismusentwicklung?
Die Analyse zeigt, dass Sherpa-Frauen durch die männlich dominierte Tourismusarbeit oft mit der Subsistenzlandwirtschaft allein gelassen werden, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt.
- Citation du texte
- B.A. Michaela Harfst (Auteur), 2010, Nationalparks und Schutzgebiete in Nepal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184327