In der vorliegenden Studie wird der Zusammenhang zwischen Prokrastination (problematisches Aufschiebeverhalten) und Selbstwirksamkeitserwartungen (subjektive Einschätzung, ein Verhalten erfolgreich ausführen zu können) untersucht; dabei werden jeweils zwei Arten (allgemein und studienspezifisch) von Konstrukten verwendet.
Zu diesem Zweck wurde an einer Stichprobe von 324 Psychologiestudierenden der Fernuniversität in Hagen eine Fragebogenstudie durchgeführt, in der neben demographischen und studienrelevanten Angaben vier verschiedene Skalen zur Erhebung der genannten Konstrukte erhoben wurden.
Es ergaben sich in der Stichprobe deutlich signifikante Korrelationen (p < .01) für allgemeine Selbstwirksamkeit sowohl mit allgemeiner als auch mit studienspezifischer Prokrastination und ebenfalls für studienspezifische Selbstwirksamkeit mit allgemeiner und studienspezifischer Prokrastination. Des Weiteren wurde untersucht, ob sich die gefundenen Korrelationen signifikant unterschieden. So ein Unterschied wurde nur für die Korrelation aus allgemeiner Prokrastination und Selbstwirksamkeit gefunden, die signifikant höher war als die Korrelationen aus je einem allgemeinen und einem studienspezifischen Konstrukt.
Darauf aufbauend werden Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten ausgesprochen, insbesondere was die Verwendung kontextspezifischer gegenüber allgemeinen Maßen betrifft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Theoretischer Hintergrund
1.1.1 Prokrastination
1.1.2 Selbstwirksamkeitserwartungen
1.1.3 Forschungsbefunde zum Zusammenhang zwischen Prokrastination und Selbstwirksamkeitserwartungen
1.2 Fragestellung und Hypothesen
2 Methode
2.1 Durchführung
2.2 Stichprobe
2.3 Instrumente
3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Ergebnisse
3.2 Hypothese 1
3.3 Hypothese 2
3.4 Hypothese 3
3.5 Hypothese 4
4 Diskussion
4.1 Hypothese 1
4.2 Hypothese 2
4.3 Hypothese 3
4.4 Hypothese 4
4.5 Einschränkungen der vorliegenden Studie
4.6 Zusammenfassender Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht systematisch den Zusammenhang zwischen Prokrastination (problematischem Aufschiebeverhalten) und Selbstwirksamkeitserwartungen bei Studierenden. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Kombinationen aus allgemeinen und studienspezifischen Konstrukten die stärksten Zusammenhänge liefern.
- Analyse von Prokrastination als psychologisches Konstrukt
- Untersuchung von Selbstwirksamkeitserwartungen nach Bandura
- Vergleich von Konstrukten unterschiedlicher Spezifität (allgemein vs. studienspezifisch)
- Explorative Prüfung von Alterseffekten und Geschlechterunterschieden
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
"Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute." Dieses Sprichwort hat sicherlich jedes deutsche Kind früher oder später einmal von einem seiner Verwandten zu hören bekommen. In leicht abgewandelter Form stammt es aus der Feder von Christian Felix Weiße aus dem Jahre 1766.
Dies zeigt, dass das Thema Prokrastination (Aufschiebeverhalten) die Menschen bereits viele Jahrhunderte beschäftigt und als problematisch angesehen wird. Eine der ersten nachweisbaren Erwähnungen des Konstrukts geht jedoch sogar noch weiter zurück und wird dem griechischen Dichter Hesiod um 800 v. Chr. zugeschrieben, der in einem Gedicht Arbeiter warnt, ihre Verpflichtungen nicht aufzuschieben, da dies der erste Schritt in Richtung Ruin sei (Steel, 2007).
Die naheliegende Vermutung, dass Prokrastination ein eher neuzeitliches Konstrukt ist, das auf Grund unserer technologischen Fortschritte entstanden ist, die zahlreiche und sofortige Ablenkung in Form von Handys, Internet und da insbesondere den Social-Networking-Seiten wie Facebook und Twitter möglich gemacht haben, kann also nicht unbedingt bestätigt werden. Trotz dessen ist es wohl nicht unwahrscheinlich, dass die genannten Ablenkungsmöglichkeiten eine Mitschuld daran tragen könnten, dass die Prävalenz des problematischen Aufschiebeverhaltens in den letzten Jahren angestiegen sein soll (Kachgal, Hansen & Nutter, 2001, zitiert nach Steel, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Prokrastination ein, stellt den theoretischen Hintergrund sowie das Konzept der Selbstwirksamkeit dar und leitet die Forschungsfragen ab.
2 Methode: Hier werden das studiendesign, die Stichprobenmerkmale und die eingesetzten psychometrischen Instrumente zur Erfassung der Prokrastination und Selbstwirksamkeit detailliert beschrieben.
3 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven Analysen präsentiert und die aufgestellten Hypothesen mittels t-Tests und Korrelationsanalysen überprüft.
4 Diskussion: Abschließend werden die Befunde kritisch interpretiert, in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet, Limitationen der Studie aufgezeigt und ein Ausblick für zukünftige Forschung gegeben.
Schlüsselwörter
Prokrastination, Selbstwirksamkeitserwartungen, Aufschiebeverhalten, akademische Prokrastination, allgemeine Selbstwirksamkeit, studienspezifische Selbstwirksamkeit, Fernuniversität in Hagen, Korrelationsanalyse, Persönlichkeitseigenschaft, State-Maß, Motivationstheorie, psychologische Diagnostik, Leistungsindikatoren, Selbstbericht, studentische Population.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen problematischem Aufschiebeverhalten (Prokrastination) und dem Glauben an die eigene Kompetenz (Selbstwirksamkeitserwartung) bei Psychologiestudierenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Prokrastination und Selbstwirksamkeit, wobei jeweils zwischen allgemeinen (lebensübergreifenden) und studienspezifischen (akademischen) Konstrukten unterschieden wird.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, welche Kombinationen aus allgemeinen und spezifischen Konstrukten die stärksten Zusammenhänge zeigen und ob Konstrukte ähnlicher Spezifität enger korrelieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Online-Fragebogenstudie mit einer Stichprobe von 324 Psychologiestudierenden, die statistisch mittels Korrelationen und t-Tests ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konzepte, die methodische Beschreibung, die detaillierte Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie deren Interpretation und kritische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prokrastination, Selbstwirksamkeit, akademisches Aufschiebeverhalten, Korrelation und psychologische Diagnostik.
Welchen Einfluss hat das Alter auf die Prokrastinationstendenz?
Die Studie konnte zeigen, dass ältere Studierende tendenziell niedrigere Werte in der Prokrastination aufweisen, was auf einen möglichen Reifeeffekt hindeutet.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen allgemeiner und studienspezifischer Skala eine Rolle?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verwendung kontextspezifischer Maße bei der Untersuchung von Prokrastination sowohl aus theoretischer als auch empirischer Sicht sinnvoll ist.
Konnte ein Geschlechterunterschied nachgewiesen werden?
Nein, es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihrer Prokrastination oder Selbstwirksamkeitserwartung festgestellt werden.
- Citation du texte
- Nadine Watz (Auteur), 2011, Prokrastination und Selbstwirksamkeitserwartungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184403