Die Ballade im Unterricht


Hausarbeit, 2007

15 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2. Die Ballade
2.1 Merkmale der Ballade
2.2 Verschiedene Balladentypen
2.2.1 Volksballade
2.2.2 Bänkelsang
2.2.3 Kunstballade

3. Didaktische Zielsetzung
3.1. Laut Lehrplan
3.2 Laut Bildungsstandards
3.3 Vergleich zwischen Lehrplan und Bildungsstandards

4. Pro und Contra handlungsorientierten Unterrichts

5. Didaktische Überlegungen zum methodischen Ansatz

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

In der folgenden Hausarbeit zum Thema „Balladen“ wird zunächst der Begriff „Ballade“ definiert. Weiterhin werden die unterschiedlichen Typen der Ballade (Volksballade, Bänkelsang und Kunstballade) erläutert.

In der didaktischen Zielsetzung wird zuerst Bezug zum Lehrplan und dann Bezug zu den Bildungsstandards bezüglich der Auseinandersetzung mit Balladen genommen. Anschließend werden die didaktischen Ziele dieser beiden direkt miteinander verglichen.

Weiterhin werden die Vor- und Nachteile von handlungs- und produktorientiertem Unterricht allgemein diskutiert und sie werden noch einmal konkret für den Umgang mit Balladen betrachtet.

In den didaktischen Überlegungen zu einem methodischen Ansatz des handlungs- und produktorientierten Unterrichts wird das textproduktive Verfahren des Restaurierens vorgestellt und für die Behandlung einer Ballade didaktisch begründet.

2. Die Ballade

Die Ballade ist grundsätzlich von einigen Merkmalen geprägt, die sie als Ballade erkennbar machen. Allerdings werden auch noch verschiedene Typen von Balladen unterschieden, die im Folgenden dargestellt werden.

2.1 Merkmale der Ballade

Das Wort „Ballade“ kommt vom italienischen Begriff „Ballata“ und dem provencalischen Begriff „ballada“, was Tanzlied heißt. Die Ballade ist eine besondere Gedichtform. Sie besteht aus Versen und Strophen und enthält Merkmale aller drei Dichtungsgattungen. Die epischen Merkmale sind, dass die Ballade immer eine Handlung enthält und es Personen gibt, die im Rahmen dieser Handlung agieren. Zu den dramatischen Merkmalen gehört die wörtliche Rede in Form eines Dialogs oder eines Monologs. Zu den lyrischen Merkmalen gehört die Aufteilung in Strophen und Verse und das Auftreten von Reimen und einem Metrum (Kohrs 2004, S.12). Ursprünglich waren Balladen Tanzlieder, weshalb viele vertont wurden. Durch die daraus entstehenden Überschneidungen mit der Untergattung Lied, ist die Ballade zunächst zu den lyrischen Texten zu zählen. Allerdings sind Balladen und ihre Untergattungen wie Moritaten oder Bänkelsang Handlungsgedichte (Neuhaus 2005, S.18). Balladen berichten immer von Ereignissen und erzählen Handlungen mit einem Höhepunkt, die teilweise wirklich passiert sind. Balladen beinhalten Angaben über Namen und Orte und manchmal auch über den Zeitpunkt der Handlung. Es gibt also viele identische Merkmale zwischen der Ballade und Drama und Prosa. Viele Balladen sind sehr lang, weil man mehr Verse und Strophen benötigt um eine Handlung darzustellen als einen Zustand (Neuhaus 2005, S.18).

Zu den idealtypischen Strukturmerkmalen der Ballade gehört der auktoriale Erzähler. Außerdem ist es immer so, dass die Aktion in der Ballade die Vorherrschaft hat. Die Handlungswiedergabe erfolgt immer sukzessiv, entwickelt sich also und baut aufeinander auf. Balladen haben nur einen Handlungsstrang. Sie konzentrieren sich auf einen Schauplatz, haben nur eine begrenzte Personenanzahl, beinhalten keine Zeitsprünge und behandeln nur einen Konflikt. Dieser Konflikt wird meist deskriptiv und neutral dargestellt und wird immer gelöst. Der Wendepunkt einer Ballade mündet oft in eine Katastrophe oder ein Dilemma.

2.2 Verschiedene Balladentypen

2.2.1 Volksballade

Die Volksballade ist die erste Form der Ballade und findet ihren Ursprung im Mittelalter und ist die Weiterbildung der Heldenlieder und Heldenepen. Sie waren Erzähllieder und erzählende Volkslieder. Kennzeichnend für die Volksballade ist eine Handlung, die einen Konflikt enthält oder ein auffallendes Ereignis beschreibt. Außerdem haben sie eine sprunghaft aussparende Erzählweise, eine dialogische Struktur und bedienen sich einer volkstümlichen Sprache. Nach Beate Pinkerneil sind die Themen in den Volksballaden Kindesmord, Unschuld und Verführung, Treue und Verrat, ständische Herrschaft und Unterdrückung, soziale Not und Erniedrigung, religiöse Gegensätze zwischen Juden und Christen, Recht und Rechtlosigkeit sowie soziale Vergehen aller Art (Ziesenis 1998, S.6).

2.2.2 Bänkelsang

Im 17. und 18. Jahrhundert entstand aus dem erzählenden Volkslied der Bänkelsang. Dies waren Gesänge, durch die die Schausteller und Jahrmarktsänger die neuesten Nachrichten und Schauergeschichten verbreiteten. Sie sangen von Verbrechen, Morden und Katastrophen. Der Bänkelsang zeichnet sich durch die Verbindung von Bild und Lied aus. Die Schausteller sangen und zeigten dazu gleichzeitig Bilder, woraus sich diese neue Form ergab. Die Bänkelsänger hatten immer ein erhöhtes Podest oder zumindest eine Bank dabei, auf der sie sich präsentieren konnten. Bewusst moderne, gesellschaftskritische Chansons und zeitgenössische Balladen greifen auf einige Elemente des Bänkelsangs zurück (Ziesenis 1998, S. 6)

2.2.3 Kunstballade

Um 1770 entstand die Kunstballade als Hölty und Bürger eine neue Gedichtform schufen, die auf dem Volkslied und dem Bänkelsang begründet war. Die Kunstballade enthält einige Merkmale der Volksballade, aber hat auch eigene charakteristische Eigenschaften. Dazu gehören laut Beate Pinkerneil die Zeitnähe, Individualisierung, und die symbolische Durchdringung der einzelnen Vorgänge. Anfänglich fanden sich in den Kunstballaden Themen wie die geheimnisvollen und magischen Kräfte der Natur und des Totenreichs, die der Mensch als feindlich und bedrohlich erfährt. Balladen mit diesen Inhalten werden als toten- und naturmagische Balladen bezeichnet.

Ein weiterer Entwicklungsstrang der Kunstballade sind die so genannten Ideen- oder Schicksalsballaden, die das Allgemeine an einem besonderen Fall verdichten und das der Gattung anhaftende „Populäre“ dadurch „veredeln“ (Zitat: Ziesenis 1998, S.7).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Ballade im Unterricht
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,9
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V184554
ISBN (eBook)
9783656934721
ISBN (Buch)
9783656934738
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ballade, unterricht
Arbeit zitieren
Julia Patricia Kluth (Autor), 2007, Die Ballade im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184554

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