In der Vergangenheit existierte ein Wahlrecht bezüglich des Ausweises des Gesamtergebnisses. Für Geschäftsjahre bis 2008 bestand die Möglichkeit, den Ausweis im Eigenkapitalspiegel oder in einer Gesamtergebnisrechnung vorzunehmen.
Seit 2009 gilt dieses Wahlrecht nicht mehr und es ist pflichtmäßig eine Gesamtergebnisrechnung aufzustellen (IAS 1.81).1 Gesamtergebnisrechnung wurde als wesentliche Neuerung anstelle der bisherigen Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eingeführt. Hauptunterschied zu den bisher geltenden Regelungen ist die Ergänzung der GuV um Ertrags- und Aufwandskomponenten, die vorher „erfolgsneutral“ im Eigenkapital erfasst wurden.2
[...]
1 Vgl. Blase, S./Lange, T./Müller, S. 2010, S. 62
2 Vgl. Buschhüter, M./Striegel, A. 2009, S. 88, Rz. 25
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bestandteile des IFRS-Abschlusses
3 Erfolgskonzeptionen
3.1 Clean surplus concept
3.2 Dirty surplus concept
4 Elemente der Gesamtergebnisrechnung
4.1 Abgrenzung der Erfolgsbegriffe
4.2 Allgemeine Realisationskriterien
4.3 Kategorien der Eigenkapitalveränderungen
5 Darstellung und Struktur der Gesamtergebnisrechnung
5.1 Inhalt und Darstellungsvarianten
5.2 Erfolgswirksame Teilrechnung (GuV-Rechnung)
5.2.1 Aufbauprinzipien
5.2.2 Gliederungsvorschriften
6 Zusammenfassung.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und Struktur der Gesamtergebnisrechnung nach IFRS, welche die klassische Gewinn- und Verlustrechnung in ihrer Funktion als Instrument zur Darstellung der Unternehmensertragslage ergänzt bzw. erweitert. Ziel ist es, die theoretischen Erfolgskonzeptionen und die methodischen Anforderungen an die Aufstellung und Gliederung des Gesamtergebnisses systematisch aufzuarbeiten.
- Wesentliche Neuerungen durch IAS 1.81 und die Pflicht zur Gesamtergebnisrechnung.
- Gegenüberstellung von Clean surplus concept und Dirty surplus concept.
- Abgrenzung der Erfolgsbegriffe Revenues, Gains, Expenses und Losses.
- Anwendung der Realisationskriterien und des Matching principle.
- Vergleich der Darstellungsvarianten (Single vs. Two statement approach).
- Gliederungsmöglichkeiten nach dem Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren.
Auszug aus dem Buch
3.1 Clean surplus concept
In der externen Rechnungslegung dient der Erfolg als wesentlicher Maßstab der während einer Periode erbrachten Leistung eines Unternehmens. Sowohl national als auch international existieren die folgenden Erfolgskonzeptionen. Man unterscheidet zwischen dem „clean surplus concept“ und dem „dirty surplus concept“. Nach dem clean surplus concept werden alle Eigenkapitalveränderungen, die nicht auf Einzahlungen von oder Auszahlungen an Eigentümer beruhen (sog. nicht eigentümerbezogene Eigenkapitalveränderungen), in der GuV erfasst – unabhängig davon, aus welchem Grund und wie oft sie entstehen. Dieser Ansatz erfüllt das sog. Kongruenzprinzip, wonach die Summe der Periodengewinne dem Totalgewinn des Unternehmens entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Übergang vom Wahlrecht zur Pflicht zur Erstellung einer Gesamtergebnisrechnung nach IFRS und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2 Bestandteile des IFRS-Abschlusses: Dieses Kapitel definiert die notwendigen Komponenten eines vollständigen IFRS-Abschlusses zur Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen.
3 Erfolgskonzeptionen: Hier werden die theoretischen Ansätze des Clean surplus concept und des Dirty surplus concept gegenübergestellt, um die Erfolgserfassung zu begründen.
4 Elemente der Gesamtergebnisrechnung: Das Kapitel befasst sich mit der detaillierten Abgrenzung der Erfolgsbegriffe, Realisationskriterien und den spezifischen Kategorien der Eigenkapitalveränderung.
5 Darstellung und Struktur der Gesamtergebnisrechnung: Dieses Kapitel erläutert die praktischen Darstellungsvarianten sowie die Aufbau- und Gliederungsprinzipien der Gesamtergebnisrechnung und der GuV-Rechnung.
6 Zusammenfassung.: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung und die methodische Umsetzung der Gesamtergebnisrechnung.
Schlüsselwörter
Gesamtergebnisrechnung, IFRS, GuV, Clean surplus concept, Dirty surplus concept, IAS 1, Periodenergebnis, Sonstiges Ergebnis, OCI, Realisationsprinzip, Matching principle, Eigenkapitalveränderung, Gesamtkostenverfahren, Umsatzkostenverfahren, Unternehmensertragslage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Gesamtergebnisrechnung nach IFRS als zentrales Instrument der externen Rechnungslegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Erfolgskonzeptionen, Realisationsprinzipien und die strukturelle Darstellung der Ertragslage im IFRS-Abschluss.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Erläuterung der Systematik der Gesamtergebnisrechnung, insbesondere wie Aufwendungen und Erträge zur Bestimmung des Gesamtergebnisses zusammengeführt werden.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Die Arbeit folgt einer theoretischen Analyse und strukturierten Erläuterung der IFRS-Standards (insb. IAS 1, IAS 18) und einschlägiger Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Erfolgskonzepte, die Definition der Ergebniselemente, Realisationskriterien sowie die Erläuterung der Aufbauprinzipien von GuV und Gesamtergebnisrechnung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesamtergebnisrechnung, OCI, GuV, Clean/Dirty surplus concept und Eigenkapitalveränderung.
Was unterscheidet das Clean surplus concept vom Dirty surplus concept?
Beim Clean surplus concept fließen alle Eigenkapitalveränderungen (außer mit Eigentümern) in die GuV, während beim Dirty surplus concept betriebsuntypische Posten direkt in das Eigenkapital gebucht werden.
Welche Bedeutung hat das "Sonstige Ergebnis" (OCI)?
Das OCI enthält GuV-neutrale Aufwendungen und Erträge, die unterhalb des Periodenergebnisses erfasst werden, um das Gesamtergebnis zu ermitteln.
Welche zwei Darstellungsvarianten der Gesamtergebnisrechnung existieren nach IAS 1?
Es gibt den „single statement approach“, bei dem alles in einer Rechnung steht, und den „two statement approach“, bei dem GuV und Gesamtergebnisrechnung getrennt ausgewiesen werden.
Was ist das "Matching principle"?
Dieses Prinzip besagt, dass Aufwendungen und Erträge, die aus demselben Sachverhalt resultieren, zeitgleich erfasst werden sollen.
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- Tetyana Scholz (Autor), 2011, Gesamtergebnisrechnung nach IFRS, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184618