Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Literature, Works

Zur literarischen Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen in Kinderkrimis

Dargestellt an Erich Kästners "Emil und die Detektive" (1929) und Andreas Steinhöfels "Beschützer der Diebe" (1994)

Title: Zur literarischen Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen in Kinderkrimis

Examination Thesis , 2011 , 71 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Hilvert (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Neuerung, die 1929 mit Erich Kästners Emil und die Detektive in die deutsche Kinderliteratur einzog, bestand nicht darin, von einer fremden oder besseren Welt zu erzählen, sondern bildete die gegenwärtige soziale Wirklichkeit ab. Im Ton der Neuen Sachlichkeit schildert Kästner einen fiktiven, direkt an Kinder adressierten Krimi.2 In Kästners Nachfolge stehen zahlreiche Autoren die ebenfalls den Freiraum der Großstadt wählen, um über spannende kriminalistische Abenteuer und lebensnahe Protagonisten Werte und Moralvorstellungen der Gesellschaft zu diskutieren. Zu den vielschichtigsten Autoren, die gegenwärtig für junge Leser und Leserinnen schreiben, zählt Andreas Steinhöfel, der 1994 seinen ersten Kinderkrimi Beschützer der Diebe veröffentlicht. Hinsichtlich der ungebrochenen Rezeption von Emil und die Detektive drängt sich eine vergleichende Analyse beider Werke regelrecht auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literaturhistorische Entwicklung der Werte in der Kinder- und Jugendliteratur

3 Krimis für Kinder und Jugendliche

3.1 Literarische Merkmale

3.2 Typologie

4 Ausgewählte Kinderkrimis – eine Analyse

4.1 Emil und die Detektive (1929) von Erich Kästner

4.1.1 Detektivroman, Kriminalroman oder Thriller – Gemeinsamkeiten und Grenzen

4.2 Beschützer der Diebe (1994) von Andreas Steinhöfel

4.2.1 Detektivroman, Kriminalroman oder Thriller – Gemeinsamkeiten und Grenzen

5 Moralentwicklung und Sozialisation

5.1 Werte und Moralvorstellungen – Zur Begrifflichkeit

5.2 Die kognitive Theorie der Moralentwicklung nach Kohlberg

5.2.1 Die Rolle moralischer Gefühle in der Moralentwicklung

5.2.2 Die Bedeutung sozialer Erfahrungen für die moralische Entwicklung

6 Literarische Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen – ein Vergleich

6.1 Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen über produktionsästhetische Aspekte

6.1.1 Handlung

6.1.2 Figuren

6.1.3 Handlungsraum

6.1.4 Erzählinstanz

6.2 Vermittelte Werte und Moralvorstellungen

6.2.1 Gerechtigkeit

6.2.2 Freundschaft

6.2.3 Liebe

6.2.4 Toleranz

7 Andreas Steinhöfel – ein Erbe Kästners?

8 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie das Genre des Kinderkrimis als Medium zur Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen eingesetzt wird. Anhand der Werke "Emil und die Detektive" von Erich Kästner und "Beschützer der Diebe" von Andreas Steinhöfel wird analysiert, inwiefern diese Vorstellungen einem historischen Zeitgeist unterliegen, wie gesellschaftliche Strukturveränderungen Wertverschiebungen bedingen und welche Rolle Bildung sowie Sozialisation in der Entwicklung von Kindern spielen.

  • Historische Entwicklung von Werten in der Kinder- und Jugendliteratur
  • Kriterien und Typologie des Kinderkrimis als literarisches Genre
  • Vergleichende Analyse der Wertevermittlung in Kästners und Steinhöfels Werk
  • Zusammenhang zwischen Moralentwicklung, Sozialisation und literarischer Umsetzung
  • Rolle von Identitätsfindung, Toleranz und zwischenmenschlichen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Handlung

Das Erfassen der Handlung in narrativen Texten gilt als Grundvoraussetzung für das Verstehen literarischer Texte. Nur auf dieser Basis ist es möglich, die über die Literatur vermittelten Werte und Moralvorstellungen zu verstehen und gegebenenfalls der eigenen Einstellung anzupassen. Insgesamt handelt es sich um zwei verschiedene Prozesse, die innerhalb dieses Verstehensprozesses miteinander verflochten sind. Zum einen lässt sich die „Oberflächenstruktur“ des Textes ausmachen. Sie umfasst, was sich dem Leser unmittelbar darbietet. Inmitten dieser Darstellungsebene ist ein Zusammenspiel von Figuren und Handlungen erkennbar. In einem weiteren Schritt stellt sich die Frage, welche verallgemeinerbaren Muster oder Strukturen sich hinter dieser Oberflächenstruktur verbergen. Auf diese Weise wird die „Tiefenstruktur“ des Textes sichtbar, deren Zweck einerseits darin begründet liegt, „universelle Handlungsmuster“ ausfindig zu machen. Andererseits gelten diese Handlungsmuster gleichermaßen als fundamental für das Erfassen von Werten und Moralvorstellungen, denn über ihre Strukturen deuten sie immer auch auf einen bestimmten „Ausschnitt von Wirklichkeit“ innerhalb eines konkreten historischen Zeitpunktes hin, wodurch spezifische Haltungen oder Einstellungen einer Gesellschaft deutlich werden.

Als „universelles Handlungsmuster“ fungiert in beiden Kinderkrimis die Kriminalhandlung. Sie gilt als Grundlage für die moralische Diskussion um Strafe und Gerechtigkeit. Über den Handlungsstrang der Verfolgungsjagd, der sich als Kern der Kriminalhandlung erweist, werden Werte und Moralvorstellungen wie Freundschaft, Vertrauen, Solidarität und Hilfsbereitschaft vermittelt. Im Gegensatz zu Kästner nutzt Steinhöfel im Beschützer der Diebe verschiedene Parallelhandlungen, um literarische Themen in Bezug auf ihren moralischen Wert innerhalb der Gesellschaft darzustellen. In diesem Sinne beleuchtet er eindringlich die Rolle von Außenseitern in der Gesellschaft oder die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. In Tradition der Aufklärung thematisiert Kästner natürlich auch die Belange von Kindern und glaubt mehr an ihre „moralische Integrität“ als an die der Erwachsenen, jedoch mit dem Unterschied, dass er seine moralischen Unterweisungen nicht über Neben- oder Parallelhandlungen vermittelt, sondern sie innerhalb einer einsträngigen Handlung im direkten Handlungsgeschehen zum Ausdruck bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vermittlung von Werten im Kinderkrimi und erläutert den methodischen Ansatz des Vergleichs zwischen Kästner und Steinhöfel.

Literaturhistorische Entwicklung der Werte in der Kinder- und Jugendliteratur: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Veränderung von Kindheitsbildern und Erziehungsansprüchen sowie den Wandel von Pflicht- zu Selbstentfaltungswerten.

Krimis für Kinder und Jugendliche: Hier werden theoretische Grundlagen des Krimi-Genres geklärt, literarische Merkmale definiert und eine Typologie erarbeitet, die als Basis für die Analyse dient.

Ausgewählte Kinderkrimis – eine Analyse: Die Werke werden inhaltlich skizziert und hinsichtlich ihrer kriminalliterarischen Erscheinungsform als Detektivroman, Kriminalroman oder Thriller eingeordnet.

Moralentwicklung und Sozialisation: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Moralentwicklung nach Kohlberg und setzt diese in Bezug zu Prozessen der Internalisierung und Sozialisation.

Literarische Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen – ein Vergleich: Der Hauptteil vergleicht die produktionsästhetischen Aspekte (Handlung, Figuren, Raum, Erzählinstanz) und die vermittelten Werte (Gerechtigkeit, Freundschaft, Liebe, Toleranz) der beiden Romane.

Andreas Steinhöfel – ein Erbe Kästners?: Das Kapitel bewertet, inwieweit Steinhöfel als Nachfolger des "Moralisten" Kästner gesehen werden kann und wie er dessen Tradition fortführt oder modernisiert.

Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Kinderkrimis Spiegel gesellschaftlicher Realität sind und eine wichtige pädagogische Funktion bei der Entwicklung einer eigenen Weltanschauung einnehmen.

Schlüsselwörter

Kinderkrimi, Erich Kästner, Andreas Steinhöfel, Wertevermittlung, Moralentwicklung, Lawrence Kohlberg, Sozialisation, Literaturdidaktik, Detektivroman, Kriminalroman, Thriller, Freundschaft, Gerechtigkeit, Kinderliteratur, pädagogische Funktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen im Genre des Kinderkrimis anhand von zwei zeitlich unterschiedlichen Schlüsselwerken.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Kinderliteratur, der Typologie des Krimis, der kognitiven Theorie der Moralentwicklung nach Kohlberg sowie der Analyse von Figuren und Erzählstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu zeigen, wie Autoren das Genre des Kinderkrimis nutzen, um moralische Werte zu transportieren und wie sich diese Vermittlung im Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf fachdidaktische und sozialpsychologische Theorien zur Moralentwicklung.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse von Handlung, Figurenkonzeption, Handlungsräumen und der Erzählinstanz in den beiden ausgewählten Romanen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Kinderkrimi", "Moralentwicklung", "Sozialisation", "Wertevermittlung" und der Vergleich zwischen klassischer und moderner Kinderliteratur.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Polizei in beiden Werken?

Während die Polizei bei Kästner als respektvolle und positive Institution dargestellt wird, wird sie bei Steinhöfel als desinteressiert an der Lebenswelt der Kinder kritisiert, was die Kinder dazu zwingt, selbst zu handeln.

Welche Bedeutung hat das "Anderssein" in Steinhöfels Werk?

Steinhöfel thematisiert Anderssein nicht nur als Reflexion von gesellschaftlichen Normen, sondern nutzt es, um für das Recht auf Individualität, Selbstverwirklichung und Toleranz, etwa gegenüber Homosexualität, zu plädieren.

Wie wird das "Gefühl von Schuld" bei Kästners Charakteren interpretiert?

Das Schuldgefühl bei Emil wird als Motiv der Moralität gedeutet, das zeigt, wie soziale Normen und die Angst vor Enttäuschung der Mutter die psychische Entwicklung des Kindes beeinflussen.

Excerpt out of 71 pages  - scroll top

Details

Title
Zur literarischen Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen in Kinderkrimis
Subtitle
Dargestellt an Erich Kästners "Emil und die Detektive" (1929) und Andreas Steinhöfels "Beschützer der Diebe" (1994)
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Sonja Hilvert (Author)
Publication Year
2011
Pages
71
Catalog Number
V184722
ISBN (eBook)
9783656096184
ISBN (Book)
9783656096450
Language
German
Tags
vermittlung werten moralvorstellungen kinderkrimis dargestellt erich kästners emil detektive andreas steinhöfels beschützer diebe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Hilvert (Author), 2011, Zur literarischen Vermittlung von Werten und Moralvorstellungen in Kinderkrimis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184722
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  71  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint