1. Einleitung
Für viele Länder stellt der demographische Wandel der Gesellschaft ein Problem dar. Dies haben einige Nationen erkannt und sich die Frage gestellt, welche Chancen Migranten mit ihren Familien bieten. Je nach dem, welche Voraussetzungen die Migrantenfamilien mitbringen, muss auf deren unterschiedliche Bedürfnisse eingegangen werden. Deshalb soll jetzt ein Augenmerk auf die Bildungsqualität der Schüler mit Migrationshintergrund gelegt werden. Diese Qualität wird bereits im Kindergarten, Vorschule aber vor allem in der Schule bestimmt. Da Migrantenkinder tendenziell mehr Schwierigkeiten haben eine gute Schulleistung zu erreichen als Einheimische, müssen diese speziell gefördert werden. Sie müssen sich in einer fremden Umgebung, mit einer anderen Sprache und für sie neuen Kultur vertraut machen. Und als wäre das nicht schon genug, kommt noch hinzu, dass „der Status der Migrantenfamilien tendenziell niedriger ist als der Einheimischen“ (Geißler/Menges 2008:18). Erst im März 2007 gab es vom Menschenrechtsexperten Vernor Muñoz starke Kritik an unserem deutschen Bildungssystem. Es führe zu starker Benachteiligung armer Kinder, Schüler mit Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderungen. Anstatt die Bildungspolitiker diese Kritik nun ernst nehmen, weisen sie jegliche Schuld von sich und verteidigen das deutsche Bildungssystem und das obwohl doch PISA deutlich gezeigt hat, wie Deutschland international abschneidet (Spiegelonline 2007).
Die vorliegende Arbeit wird sich nun mit der folgenden Forschungsfrage auseinandersetzen, wie beeinflussen sozioökonomische Faktoren die Bildungsqualität von 15-jährigen Schülern mit Migrationshintergrund in den OECD-Ländern. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die theoretische Grundlage der Untersuchung
2.1 Integrations- und Modernisierungstheorie
2.2 Macht- und Konflikttheorie
2.3 Definitionen
3. Operationalisierung und Forschungsdesign
3.1 Erste Hypothese
3.1.1 Benachteiligung von Migranten in der Bildung
3.1.2 Wohlstand
3.2 Zweite Hypothese
3.2.1 Ungleichverteilung des Vermögens
3.2.2 Höhe der privaten Bildungsausgaben
3.3 Forschungsdesign und Fallauswahl
4. Deskriptive Analyse
4.1 Lage und Verteilung der Daten
5. Analyse der Zahlen
5.1 Ergebnisse der ersten Hypothese
5.2 Ergebnisse der zweiten Hypothese
6. Schlussbetrachtung
7. Datensatz
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Bildungsqualität von 15-jährigen Schülern mit Migrationshintergrund in den OECD-Ländern, um theoretisch begründete Hypothesen mittels statistischer Analysen zu überprüfen.
- Analyse der Integrations- und Modernisierungstheorie sowie der Macht- und Konflikttheorie.
- Operationalisierung der Forschungsfrage durch Variablen wie BIP pro Kopf, GINI-Index und private Bildungsausgaben.
- Durchführung deskriptiver Analysen, Korrelations- und Regressionsrechnungen zur Überprüfung der Hypothesen.
- Kritische Reflexion der Datenlage und der Aussagekraft der Ergebnisse im internationalen Vergleich.
- Diskussion der spezifischen Bildungssituation von Migrantenkindern in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
2.2 Macht- und Konflikttheorie
Sie stellt die Gegentheorie zur der vorher Erläuterten dar. Inhaltlich gilt, dass „Bildungsabschlüsse der Vorteilssicherung für privilegierte Gruppen dienen“ (Hradil 1999: 175). Das heißt, zwar hat jeder die Möglichkeit auf Bildung, weil sie offen zugänglich ist, aber durch zu hohe Teilhabevoraussetzungen der Bildungsangebote, können diese nur von den Schülern wahrgenommen werden, die eine privilegierte Herkunft vorweisen können. Fazit, die Bildungsungleichheit wird im hohen Maße gefördert. In einigen vergangenen Zeitungsartikeln und Fernsehberichten wurde versucht deutlich zu machen, das gerade eine gute Bildung große Bedeutung für die heutigen Industriegesellschaften hat. Und genau dort, in der Industrie, sollen später Fachkräfte arbeiten die meist auch aus dem Ausland kommen. Deshalb ist es wichtig, das speziell die Migranten nicht durch zu hohe Teilhabevoraussetzungen von der Bildung ausgeschlossen werden.
Einige verschiedene Wissenschaftler haben bereits ihre Erkenntnisse veröffentlicht und so Zusammenhänge hergestellt die zwischen Bildung und sozialem Status bestehen. Im weiteren Verlauf wird darüber eine kurze Darstellung erfolgen. Der Wissenschaftler Rainer Geißler und seine Mitarbeiterin Sonja Weber- Menges sind zu der Überzeugung gekommen, das Familien oder besser gesagt Eltern die in der Gesellschaft einen höheren Status haben, den Schulerfolg ihrer Kinder begünstigen können. Dies geschehe durch die Teilnahme am kulturellen Leben, sowie die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten und die individuelle Unterstützung (vgl. Geißler/Menges 2008: 19). Für Deutschland gilt zum Beispiel, das „die gymnasialen Chancen von 15-Jährigen aus der oberen Dienstklasse um das Sechsfache höher ist, als bei Facharbeiterfamilien“ (Geißler/Menges 2008: 20). Ähnlich argumentiert auch Cornelia Kristen, denn sie unterstellt allen Familien, dass sie für ihr Kind nur die beste Ausbildung wollen, doch ihre Möglichkeiten der Unterstützung unterschiedlich sind. Hier könnte man die Rational- Choice- Theorie integrieren, die besagt, dass Individuen ihren Nutzen maximieren wollen mit dem geringsten Aufwand, aber sie dabei auf Restriktionen stoßen (vgl. Kristen 2003: 30).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels und der Bildungsqualität von Schülern mit Migrationshintergrund ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage.
2. Die theoretische Grundlage der Untersuchung: In diesem Kapitel werden die Integrations- und Modernisierungstheorie sowie die Macht- und Konflikttheorie als theoretisches Fundament der Untersuchung herangezogen und zentrale Begriffe definiert.
3. Operationalisierung und Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert die Übertragung der theoretischen Begriffe in messbare Variablen und begründet die Wahl des Forschungsdesigns sowie der Fallauswahl.
4. Deskriptive Analyse: Hier wird der Datensatz durch deskriptive Methoden wie Boxplots visualisiert, um einen ersten Überblick über die Verteilung der Bildungsdaten zu geben.
5. Analyse der Zahlen: Dieser Abschnitt umfasst die statistische Auswertung der Hypothesen mittels Korrelations- und Regressionsanalysen, um signifikante Zusammenhänge zu identifizieren.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Würdigung der methodischen Einschränkungen und einem Ausblick auf die Situation in Deutschland.
7. Datensatz: Dieses Kapitel präsentiert die tabellarische Übersicht der verwendeten Rohdaten für die empirische Analyse.
Schlüsselwörter
Bildungsqualität, Migrationshintergrund, OECD, Bildungsungleichheit, Sozioökonomische Faktoren, PISA, Modernisierungstheorie, Macht- und Konflikttheorie, GINI-Index, Integration, Bildungsbenachteiligung, Korrelationsanalyse, Regressionsanalyse, Schulerfolg, Wohlstandsgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit sozioökonomische Rahmenbedingungen innerhalb der OECD-Staaten die Bildungsleistungen von 15-jährigen Schülern mit Migrationshintergrund beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft bildungssoziologische Theorien mit statistischen Daten zur Bildungsbenachteiligung, Wohlstandsniveaus und privaten Bildungsinvestitionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, wie externe sozioökonomische Faktoren die Bildungsqualität bei Migrantenkindern prägen und ob sich hierfür allgemeingültige Zusammenhänge nachweisen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt ein „most similar system design“, um Daten aufzubereiten und führt Korrelations- sowie Regressionsanalysen durch, um Hypothesen zu testen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Operationalisierung der Forschungsfrage, eine deskriptive Datenanalyse und schließlich die statistische Überprüfung der Hypothesen anhand des Datensatzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Kernbegriffe sind Bildungsqualität, Migration, soziale Ungleichheit, OECD-Bildungsvergleich, PISA-Ergebnisse und sozioökonomische Indikatoren wie der GINI-Koeffizient.
Warum konnte die erste Hypothese zur Modernisierungstheorie nicht bestätigt werden?
Die statistische Analyse zeigte keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem BIP pro Kopf eines Staates und der Bildungsleistung von Migranten der ersten Generation auf.
Welche Bedeutung haben die privaten Bildungsausgaben für die Integration?
Die Analyse deutet auf einen negativen Zusammenhang hin, was darauf hindeutet, dass höhere private Bildungsausgaben mit einem geringeren Leistungsabstand zwischen Migranten und Einheimischen korrelieren könnten.
- Arbeit zitieren
- Nadine Schibrowski (Autor:in), 2009, Die Bildungsqualität von 15-jährigen Schülern mit Migrationshintergrund in Abhängigkeit von sozioökonomischen Faktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184764