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Down-Syndrom eine "aussterbende" Behinderung?

Reflexion über das Phantasma lebensunwerten Lebens

Titre: Down-Syndrom eine "aussterbende" Behinderung?

Mémoire (de fin d'études) , 2002 , 129 Pages , Note: 1

Autor:in: Anna Pasternak-Kirchmaier (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Die Geburt ist ein aufregendes Ereignis im Leben des Kindes. Es verlässt die behagliche Wärme des Mutterleibes. Die Welt, in die es kommt, ist voll von grellem Licht, lauter und kälter. Nun muss es selbst atmen und essen. Aber der kleine Mensch ist gut vorbereitet: Schon Monate vorher hat er gelernt, zu schlucken, zu saugen und zu greifen. Alles hat sich zur gegebenen Zeit entwickelt" (Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, S. 15).
Auch für die Mutter ist dieses Ereignis entscheidend. Es wird ihr Leben verändern. Zum ersten Mal hält sie ihr eigenes Kind im Arm. Sie kann es sehen, berühren und begreifen, d.h. sie kann einen direkten Kontakt zu ihm aufnehmen. Während der zurückliegenden Schwangerschaft war dies nur bedingt möglich. Erst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft konnte sie das Kind durch seine Bewegungen und Tritte wahrnehmen. Zuvor spürte sie nur die Veränderung ihres eigenen Körpers.
Daher sind gerade in dieser Zeit der Schwangerschaft für die werdende Mutter die Besuche bei ihrem Gynäkologen besonders wichtig. Bei diesen Besuchen erhält sie nicht nur Informationen über die ersten Entwicklungsschritte ihres Kindes, sondern es werden ihr auch verschiedene pränatal diagnostische Untersuchungsmethoden von ihrem Arzt empfohlen, welche "dem Wohle" ihres Kindes dienen sollen. Außer den mittlerweile üblichen Vorsorgeuntersuchungen, wie z.B. Ultraschall, werden den Frauen individuell verschiedene, spezielle zusätzliche pränatale Untersuchungen angeboten, welche zahlreiche Informationen über die vorgeburtliche Entwicklung ihres Kindes vermitteln sollen. Jedoch beeinflussen nicht selten die möglichen Ergebnisse der pränatalen Untersuchungen die Beziehung der zukünftigen Mutter zu ihrem ungeborenen Kind. Diese können ihr sowohl Sicherheit über den Gesundheitszustand geben als auch die Freude über ihr Kind in Frage stellen oder sogar zerstören. Nicht selten wird anschließend die Berechtigung der Existenz des ungeborenen Kindes hinterfragt.
Vor gut vier Jahren habe ich während meiner eigenen Schwangerschaft eine solche Situation selbst erlebt. Ohne einen für mich ersichtlichen Grund, hat mir meine Gynäkologin damals eine über die übliche Ultraschalluntersuchung hinausgehende Untersuchung angeboten, den sogenannten Triple-Test. Diese Untersuchung wurde mir nur mit der kurzen Information empfohlen, dass mit dieser die Wahrscheinlichkeit des Auftretens des "Mongolismus" festgestellt werden kann. .[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZUM BEGRIFF

2.1 Behinderung

2.2 Geistige Behinderung

3 DOWN-SYNDROM

3.1 Begriffsdefinition und kurzer geschichtlicher Überblick

3.2 Ursachen des Down-Syndroms

3.2.1 Freie Trisomie 21

3.2.2 Mosaik-Trisomie

3.2.3 Translokations-Trisomie

3.2.4 Ätiologische Faktoren

3.3 Symptomenspektrum des Down-Syndroms

3.3.1 Morphologische Aspekte

3.3.2 Funktionelle Aspekte

3.3.3 Lebenserwartung

4 GESELLSCHAFTLICHE STELLUNG VON MENSCHEN MIT DOWN-SYNDROM

4.1 Behinderte Menschen in der vorindustriellen und industriellen Gesellschaft

4.2 Menschen mit Down-Syndrom und ihre heutige gesellschaftliche Akzeptanz

5 PRÄNATALE DIAGNOSTIK UND IHRE GESELLSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN

5.1 Medizinischer Aspekt

5.2 Der Paragraph 218a StGB

5.3 Gewissenskonflikt der Eltern bzw. Mütter

5.4 Geburtenentwicklung

6 DREI STELLUNGNAHMEN VON VERTRETERN ZWEIER BERUFSGRUPPEN

6.1 Vorstellung der Interviews

6.2 Auswahl der Interviewpartner

6.3 Ziele der Interviews

6.4 Interviewsituation

6.5 Ergebnisse der Interviews

6.6 Fazit der Interviews

7 ETHISCHER ASPEKT DER PRÄNATALEN DIAGNOSTIK

7.1 Ethischer Ansatz von Singer

7.1.1 Die präferenz-utilitaristische Position Singers

7.1.2 Personenstatus nach Singer

7.1.3 Nichtfreiwillige Euthanasie

7.2 Lebensrecht behinderter Menschen – kritische Stellungnahme von Sonderpädagogen bzgl. des Ansatzes von Singer

7.3 Praxis der humangenetischen Beratung

8 RESÜMEE UND SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Wahrnehmung des Down-Syndroms und die Auswirkungen pränataler Diagnostik auf die Geburtenentwicklung und das ethische Verständnis von lebenswertem Leben.

  • Analyse des Behinderungsbegriffs und der gesellschaftlichen Stigmatisierung.
  • Untersuchung der medizinischen und ethischen Aspekte der pränatalen Diagnostik.
  • Reflexion über das Phantasma „lebensunwerten Lebens“ im Kontext genetischer Beratung.
  • Empirische Auswertung von Experteninterviews (Ärzte und Pädagogen) zur Beratungspraxis.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der utilitaristischen Ethik von Peter Singer.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Morphologische Aspekte

Vergleicht man Kinder mit Down-Syndrom, so fällt auf, dass alle Kinder das gleiche typische Aussehen aufweisen. Ursache für dieses scheinbar identische Aussehen ist die Chromosomenaberration, die sich schon von der frühen Zeit der embryonalen Entwicklung her auswirkt. Aufgrund des Chromosomenungleichgewichtes in jeder Zelle entsteht eine Ähnlichkeit, die schon bereits Langdon-Down folgendermaßen beschrieben hat, „wenn man sie nebeneinander stellt, man schwerlich zu glauben vermag, die Verglichenen seien nicht Kinder der selben Familie“ (Langdon-Down, 1968, S. 12). D.h., dass man bei Kindern mit Down-Syndrom von der Erkenntnis ausgehen muss, dass sie eine extrafamiliäre Ähnlichkeit haben. So weisen auch andere Autoren in der neueren Literatur auf diese Ähnlichkeit hin. Zum Beispiel schreibt Stengel-Rutkowski: „sie sehen anderen Menschen mit der gleichen genetischen Veränderung ähnlich wie Geschwistern und unterscheiden sich von ihren leiblichen Geschwistern und Familienangehörigen in ihrem Erscheinungsbild zum Teil erheblich“ (Stengel-Rutkowski, 1990, S. 31).

Aufgrund dieser Tatsache muss darauf geachtet werden, dass man die Gesamtpersönlichkeit dieser Menschen nicht auf das eine Merkmal Down-Syndrom reduziert und somit die vorhandene Individualität übersieht. Hierdurch würde der ganze Mensch nur unter dem einen Aspekt generalisiert. Auch Menschen mit Down-Syndrom haben erhebliche individuelle Unterschiede, die von der eigenen Familie verschieden geprägt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der pränatalen Diagnostik und deren Einfluss auf die Eltern-Kind-Beziehung.

2 ZUM BEGRIFF: Diskussion der Begriffe Behinderung und geistige Behinderung unter pädagogischen und gesellschaftlichen Aspekten.

3 DOWN-SYNDROM: Detaillierte Darstellung der Behinderungsart, ihrer genetischen Ursachen und des Symptomenspektrums.

4 GESELLSCHAFTLICHE STELLUNG VON MENSCHEN MIT DOWN-SYNDROM: Historischer Rückblick auf die Stellung Behinderter und Analyse der heutigen Akzeptanz.

5 PRÄNATALE DIAGNOSTIK UND IHRE GESELLSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN: Untersuchung medizinischer Diagnoseverfahren, rechtlicher Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Gewissenskonflikte.

6 DREI STELLUNGNAHMEN VON VERTRETERN ZWEIER BERUFSGRUPPEN: Auswertung von Interviews mit Experten zu pränataler Diagnostik, Abtreibung und ethischen Fragen.

7 ETHISCHER ASPEKT DER PRÄNATALEN DIAGNOSTIK: Auseinandersetzung mit Peter Singers utilitaristischer Position und der Gegenposition der Sonderpädagogik.

8 RESÜMEE UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Reflexion und Ausblick auf zukünftige Ansätze der Beratung.

Schlüsselwörter

Down-Syndrom, Pränatale Diagnostik, Behinderung, Geistige Behinderung, Ethischer Aspekt, Genetik, Lebenswertes Leben, Beratungspraxis, Sonderpädagogik, Trisomie 21, Abtreibung, Stigmatisierung, Humangenetik, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit reflektiert die gesellschaftliche Einstellung zum Down-Syndrom und die Auswirkungen pränataler Diagnostik, insbesondere im Hinblick auf das Phantasma „lebensunwerten Lebens“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt den Behinderungsbegriff, die genetischen Grundlagen des Down-Syndroms, die historische und aktuelle gesellschaftliche Stellung Betroffener sowie ethische Debatten über pränatale Diagnostik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Problematik aufzuzeigen, die durch die pränatale Diagnostik entstanden ist, und die Auswirkung dieser Verfahren auf die Geburtenentwicklung von Kindern mit Down-Syndrom zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Neben einer theoretischen Aufarbeitung des Themas mittels Literaturanalyse führt die Autorin Experteninterviews mit Vertretern zweier Berufsgruppen (Ärzte und Pädagogen) durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Definition des Down-Syndroms, eine Analyse der gesellschaftlichen Stellung von Menschen mit Down-Syndrom und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit ethischen Positionen zur Euthanasie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Down-Syndrom, Pränatale Diagnostik, Behinderung, Ethischer Aspekt, Lebenswertes Leben, Humangenetik, Sonderpädagogik und Trisomie 21.

Wie steht die Autorin zur Rolle der humangenetischen Beratung?

Sie kritisiert, dass Beratung oft einseitig auf den medizinischen Defekt ausgerichtet ist, und plädiert für eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pädagogen, um Betroffenen ein individuelleres Bild zu vermitteln.

Welche Position vertritt die Arbeit zur Debatte um Peter Singer?

Die Autorin stellt die Positionen führender Sonderpädagogen dar, die Singers utilitaristische Auffassungen zur „Ersetzbarkeit“ von Menschen mit Behinderung entschieden ablehnen und verteidigen.

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Résumé des informations

Titre
Down-Syndrom eine "aussterbende" Behinderung?
Sous-titre
Reflexion über das Phantasma lebensunwerten Lebens
Université
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Note
1
Auteur
Anna Pasternak-Kirchmaier (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
129
N° de catalogue
V18476
ISBN (ebook)
9783638228176
ISBN (Livre)
9783656069164
Langue
allemand
mots-clé
Down-Syndrom Behinderung Reflexion Phantasma Lebens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Pasternak-Kirchmaier (Auteur), 2002, Down-Syndrom eine "aussterbende" Behinderung? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18476
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Extrait de  129  pages
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