Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Philosophie du XXe siècle

Theologische und mathematische Prämissen im Rahmen einer Wittgenstein-Lektüre

Titre: Theologische und mathematische Prämissen im Rahmen einer Wittgenstein-Lektüre

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Was haben theologische und mathematische Prämissen gemeinsam? Wie wären Unterschiede bei der Anwendung von Glaubenssätzen und Rechenregeln zu erklären? Und was wäre mit Wittgenstein über Rituale, Vorhersagen und Widersprüche in Religion und Mathematik zu sagen?

Während im ersten Teil im Rahmen einer kurzen Seminararbeit Bezug auf die späte Philosophie Wittgensteins genommen wird und theologische und mathematische Prämissen in den Blick geraten, werden im zweiten Teil in kurzen philosophischen Statements Prämissen, Rituale, Vorhersagen, Widersprüche und Geschichten vor allem als religiöse Phänomene reflektiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Prämissen

Rituale

Vorhersagen

Widersprüche

Geschichten

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen religiösem Glauben und mathematischen Prämissen unter Rückgriff auf die Philosophie Ludwig Wittgensteins, um aufzuzeigen, wie Glaubensentscheidungen trotz ihrer Nicht-Rationalität im Sinne einer bewussten Lebensformführung verstanden und hinterfragt werden können.

  • Die Analyse der Rolle von Prämissen in Mathematik und Religion
  • Die Untersuchung der Anwendbarkeit von Regeln statt empirischer Beweise
  • Die Bedeutung von Ritualen als Ausdruck menschlicher Lebensformen
  • Die Abgrenzung von religiösem Glauben gegenüber empirischen Vorhersagen
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Entstehung von Widersprüchen innerhalb von Lebensformen

Auszug aus dem Buch

Vorhersagen

Behauptung: Gestern hat es geregnet. (Erfahrungssatz) Lässt sich „wissenschaftlich“ durch Experiment überprüfen („beweisen“) zB. durch das Sammeln von Fakten xy und daraus schließe ich auf: es hat gestern geregnet.

Vorhersage: Morgen wird es regnen (Erfahrungssatz). Lässt sich „wissenschaftlich“ durch Beobachtung überprüfen („beweisen“); ich sammle Fakten xy und daraus schließe ich auf: es wird regnen.

* 1+1=2 (grammatischer Satz) lässt sich nicht „wissenschaftlich“ überprüfen, ist keine Vorhersage, ist eine Regel (Prämisse).

* Jesus ist auferstanden, es gibt ein Leben nach dem Tod (Glaubenssatz) ist keine Vorhersage, ist eine Regel (ein Dogma, lässt sich nicht beweisen, gilt aufgrund seiner Anwendung)

Was sind unzureichende Grundlagen für eine Vorhersage? Wenn jemand behauptet, eine wissenschaftliche Analyse des Grabtuchs wird irgendwann darüber Aufschluss geben, in diesem Fall würden wir mit Wittgenstein sagen, er zieht die falschen Schlüsse. Ein Grabtuch wird niemals den Schluss erlauben, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Von einem empirischen Satz wird man niemals auf einen Glaubenssatz schließen können. Welche Kriterien habe ich als Christ an die Auferstehung oder ein Jüngstes Gericht zu glauben? Es wäre naiv zu glauben, mein Glaube sei legitimiert, weil Wissenschaftler im Grabtuch 2000 Jahre alte Spuren entdeckt haben oder es eine Videokamera gibt, welche die Auferstehung aufgezeichnet hat, usw. (ja nicht einmal dann)

Wenn ich dagegen, sage, dass ich daran glaube, Jesus ist auferstanden, ziehe ich überhaupt keine Schlüsse, wenn ich sage, es gibt ein Leben nach dem Tod, mache ich auch keine Vorhersage und auch das 100. Nahtoderlebnis wird diesen Satz nicht als Schluss zur Folge haben; es wird kein Beweis sein für den Satz; der Satz ist vielmehr eine Regel, die jeden Beweis (jede Vorhersage, jede Wahrscheinlichkeit) überflüssig und unmöglich macht.

Zusammenfassung der Kapitel

Prämissen: Dieses Kapitel erörtert, warum religiöse Sätze und mathematische Regeln als Prämissen zu verstehen sind, die sich der empirischen Beweisbarkeit entziehen und primär durch ihre Anwendung Sinn stiften.

Rituale: Die Analyse zeigt, dass religiöse Rituale weder reine Ausdrucksformen von Gefühlen noch primitive Welterklärungen sind, sondern als grundlegende Handlungsweisen des Menschseins fungieren.

Vorhersagen: Hier wird verdeutlicht, warum religiöse Glaubenssätze keine Vorhersagen über die Welt treffen können, sondern als grammatische Regeln für eine Lebensform fungieren, die keine empirische Legitimierung benötigen.

Widersprüche: Dieses Kapitel diskutiert den Umgang mit internen Widersprüchen innerhalb von Glaubenssystemen und betont die notwendige Verantwortung bei der praktischen Anwendung von Glaubensentscheidungen.

Geschichten: Der Abschnitt arbeitet die Bedeutung der historischen Überlieferung für den christlichen Glauben heraus, wobei betont wird, dass der Glaube nicht auf historischen Fakten beruht, sondern auf dem Faktum der historischen Überlieferung aufbaut.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, Prämissen, religiöser Glaube, Mathematik, Sprachspiel, Anwendung, Lebensform, Grammatik, Rationalität, Zeugnis, Historizität, Dogma, Vorhersage, Sinnhaftigkeit, Skeptizismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Religion und Mathematik durch die Brille der Philosophie von Ludwig Wittgenstein, insbesondere im Hinblick darauf, wie wir Regeln und Prämissen in beiden Bereichen anwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Natur von Prämissen, der Unterschied zwischen empirischen Sätzen und grammatischen Regeln, die Bedeutung von Ritualen und der Umgang mit Widersprüchen in Glaubenssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass religiöser Glaube keine wissenschaftlich beweisbare Hypothese ist, sondern eine bewusste Entscheidung für ein Bezugssystem, das sich in der Lebenspraxis bewährt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die analytische Methode der Wittgenstein-Lektüre, um Begriffe wie "Prämisse", "Anwendung" und "Sprachspiel" auf theologische und mathematische Kontexte anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Untersuchungen zu Prämissen, Ritualen, Vorhersagen, Widersprüchen und der Rolle von Geschichten bei der religiösen Überlieferung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachspiel, Anwendbarkeit, Lebensform, Historizität und die Unterscheidung zwischen dem, was bewiesen werden kann, und dem, was durch Entscheidung geglaubt wird, geprägt.

Wie unterscheidet sich eine mathematische Prämisse von einer religiösen?

Obwohl beide für den Anwender als Prämissen fungieren, besteht der Unterschied in der inhaltlichen Ausgestaltung: Während mathematische Regeln durch ihre übersichtliche Anwendbarkeit überzeugen, ist das religiöse Zeugnis oft mit der Person des Zeugen verknüpft.

Warum können Widersprüche in der Bibel toleriert werden?

Widersprüche in der fiktionalen Rede der Bibel werden toleriert, solange sie die grundlegende Lebensform des Glaubens nicht zerstören; problematisch werden sie erst, wenn sie zu realem Leid, wie Gewalt oder Unterdrückung, führen.

Ist der Glaube an Gott rational begründbar?

Nein, die Entscheidung für eine Glaubensprämisse ist nach Ansicht der Autorin nicht rational argumentierbar, allerdings muss sich der Glaube bei der Anwendung seiner Konsequenzen der Vernunft stellen.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Theologische und mathematische Prämissen im Rahmen einer Wittgenstein-Lektüre
Université
University of Vienna  (Philosophie)
Cours
Seminar Wittgenstein "Die Härte des logischen Muß"
Note
1,0
Auteur
MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
21
N° de catalogue
V184807
ISBN (ebook)
9783656102953
ISBN (Livre)
9783656102694
Langue
allemand
mots-clé
theologische prämissen rahmen wittgenstein-lektüre
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
MMag. phil. MMag. theol Renate Enderlin (Auteur), 2011, Theologische und mathematische Prämissen im Rahmen einer Wittgenstein-Lektüre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184807
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint