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Das Spiel der geschlechtsspezifischen Inszenierungen

Am Beispiel der "Butch"-Lesbe

Title: Das Spiel der geschlechtsspezifischen Inszenierungen

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Joana Lissmann (Author), Natalie Haug (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Ob in der Literatur, in den Medien oder der Wissenschaft, das Thema "typisch Manntypisch Frau" scheint interessanter und gefragter denn je zu sein. Jeder hat eine Vorstellung von einem Mann und einer Frau. Da stellt sich nur die Frage, was mit den Menschen ist, die nicht dem Ideal entsprechen. Sei es auf der Straße, in der U-Bahn oder am Arbeitsplatz, überall trifft man auf Menschen, die diesem Idealbild nicht entsprechen. Manche fallen durch ihr untypisches Aussehen, andere durch ihr andersartiges Verhalten auf. In fast jedem Forschungsbereich hat das Geschlecht das Interesse geweckt. In der Psychologie wird das Verhalten von Individuen und Gruppen analysiert, in der Soziologie sind die Gender-Studies zu finden, die Pädagogen beschäftigen sich mit der geschlechtsspezifischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Berufspädagogen erörtern, warum und ob die Frau das gleiche Gehalt und die gleiche Chance im Berufsleben bekommen soll, wie ihr Pendant. Nicht nur in Universitäten ist das Thema allgegenwärtig. In der Literatur wird sogar das Geschlecht an sich aufgeschlüsselt und in Frage gestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

3. Konstruktion von Geschlecht und Darstellungsformen

4. Die Theorien von Butler und Goffman

5. Die Ausstellung „Geschlechterkonfusion“

6. Bildanalyse

7. Mögliche Gründe der Kategorisierung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Inszenierung von sogenannten „Butch“-Lesben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie und warum sich lesbische Frauen, die sich männlich inszenieren, im gesellschaftlichen Kontext bewegen und welche Rolle dabei kulturelle sowie strukturelle Normen bezüglich Geschlecht, Identität und Sexualität spielen.

  • Konstruktion von Geschlecht als soziales und biologisches Konstrukt
  • Analyse der Performativität nach Judith Butler und Goffmans Rollentheorie
  • Dekonstruktion traditioneller männlicher und weiblicher Identitätsbilder
  • Empirische Untersuchung anhand von Bildmaterial und Medienausschnitten
  • Diskussion über Kategorisierungsprozesse in der lesbischen Szene

Auszug aus dem Buch

3. Konstruktion von Geschlecht und Darstellungsformen

Die Norm der Geschlechterrollen wird vom Verhalten des Genders und vom Inszenieren bzw. Schmücken des Körpers bestimmt. Beim Mann lassen sich nur wenige Entwicklungen in der Zeitgeschichte verschreiben. Der Mann wird, wie vor Jahrzehnten schon, als stark, unabhängig und rationaldenkend bezeichnet. Nur eine kleine Anzahl die Eigenschaften, wie Verständnis, Fürsorge und Sanftmut, welche als weibliche Eigenschaften bekannt sind in Anspruch genommen.

Um die „Norm“-Eigenschaften, neben Gestik und Verhalten, auszudrücken, wird auch bewusst oder unbewusst Wert auf Kleidung gelegt. Die Hose ist wohl das ausdrucksstärkste Symbol männlicher Stärke bzw. Macht, welches nun auch von Frauen in Anspruch genommen wird. Am besten lässt sich seine Stärke am Spruch „Die Hosen anhaben“ ausdrücken. Demzufolge muss es wohl auch, neben der Hose, männliche und weibliche Kleidungsstücke geben, welche die Hauptcharakter-Eigenschaften des jeweiligen Geschlechts widerspiegeln. Hagemann-White (1988) schreibt die Eigenschaften aktiv, unabhängig, aggressiv, rational und logisch dem männlichen Stereotyp zu und sanft, passiv, freundlich, emotional, anpassungsfähig und abhängig dem weiblichen. Müsste man nach diesem Stereotyp einen Mann konstruieren, so sähe er so aus: er hat große Füße, einen Anzug, vielleicht auch eine Krawatte und kurze, robuste Haare.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Rollenbilder und Vorstellung des Fokus auf lesbische Frauen, die sich nicht an traditionelle Normen anpassen.

2. Theoretischer Hintergrund: Auseinandersetzung mit der Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (Sex) und sozialem Geschlecht (Gender) sowie der Reflexion über Geschlechtsidentitäten.

3. Konstruktion von Geschlecht und Darstellungsformen: Analyse, wie Kleidung, Verhalten und Körperschmuck als Symbole zur Vermittlung männlicher oder weiblicher Identität eingesetzt werden.

4. Die Theorien von Butler und Goffman: Theoretische Fundierung durch Butlers Konzept der Performativität und Goffmans Ansätze zur Interaktion und Inszenierung.

5. Die Ausstellung „Geschlechterkonfusion“: Untersuchung von Bildmaterial, das Alltags- und Körpersprache von Lesben thematisiert und männlich konnotierte Posen kritisch hinterfragt.

6. Bildanalyse: Vergleichende Betrachtung verschiedener Portraits aus dem Szene-Magazin „L-mag“ und filmischer Inszenierungen auf ihre männlichen Signifikanten hin.

7. Mögliche Gründe der Kategorisierung: Reflexion über die Funktionen von Kategorisierung in sozialen Gruppen und die Bedeutung der Szenezugehörigkeit für das Identitätsmanagement.

8. Fazit: Zusammenfassendes Resümee, das die Wandelbarkeit von Geschlechtsidealen betont und die Bedeutung der (Selbst-)Inszenierung für die lesbische Identität hervorhebt.

Schlüsselwörter

Geschlecht, Gender, Butch-Lesbe, Performativität, Identitätsinszenierung, Geschlechterrolle, Sozialisation, Stereotype, Körpersprache, Butler, Goffman, soziale Identität, Heteronormativität, Kleidung, Machtstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie lesbische Frauen, die sich männlich inszenieren – sogenannte „Butch“-Lesben –, gesellschaftliche Normen und Erwartungen an das „Frau-Sein“ durch ihre äußere Erscheinung und ihr Auftreten herausfordern oder destabilisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Abgrenzung von Sex und Gender, die Analyse von Geschlechterstereotypen, die Rolle von Kleidung und Körpersprache sowie die performative Inszenierung von Identität in der lesbischen Subkultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verdeutlichen, dass Geschlecht keine biologische Konstante, sondern ein in Interaktionen stetig neu hergestelltes und inszeniertes Phänomen ist, das bei „Butch“-Lesben bewusst in einen provokanten Kontrast zum traditionellen Weiblichkeitsideal gesetzt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorinnen nutzen eine Kombination aus Literaturrecherche zu soziologischen Grundlagentheorien (Butler, Goffman) und eine qualitative Analyse von Bildmaterial, das aus Ausstellungen und Szene-Medien stammt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Konzepte von Performativität und Interaktion dargelegt, um diese anschließend auf konkrete Bildanalysen und Verhaltensweisen der „Butch“-Lesben anzuwenden.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?

Zentrale Begriffe sind neben der „Butch“-Identität vor allem „Performativität“, „Heteronormativität“, „soziale Konstruktion von Geschlecht“ sowie die „Inszenierung“ als Mittel der Identitätsabgrenzung.

Wie unterscheidet sich die „Butch“-Identität von traditionellen Weiblichkeitsbildern?

Die Arbeit zeigt auf, dass „Butch“-Lesben durch männlich konnotierte Merkmale – wie Kurzhaarschnitte, Anzugkleidung oder eine bestimmte raumgreifende Körpersprache – die binäre Geschlechterordnung bewusst destabilisieren und den Zwang zur weiblichen Norm verweigern.

Welche Rolle spielt die Szenezugehörigkeit bei der Kategorisierung?

Die Zugehörigkeit zur lesbischen Szene fungiert als Schutzraum, in dem das bewusste Abweichen von gesellschaftlichen Standards als Stärke und Identitätsmerkmal neu bewertet und legitimiert wird.

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Details

Title
Das Spiel der geschlechtsspezifischen Inszenierungen
Subtitle
Am Beispiel der "Butch"-Lesbe
College
Technical University of Darmstadt
Grade
1,7
Authors
Joana Lissmann (Author), Natalie Haug (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V184820
ISBN (eBook)
9783656097303
ISBN (Book)
9783656097471
Language
German
Tags
spiel inszenierungen beispiel butch lesbe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joana Lissmann (Author), Natalie Haug (Author), 2006, Das Spiel der geschlechtsspezifischen Inszenierungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184820
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