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Gegenüberstellung der Corporate Governance-Systeme

USA versus Deutschland

Titel: Gegenüberstellung der Corporate Governance-Systeme

Hausarbeit , 2011 , 24 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christian Falk (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Corporate Governance gilt als eines der diskussionsträchtigsten Themen der jüngeren Betriebswirtschaftslehre. Dies liegt nicht zuletzt an den im Zuge der Globalisierung immer stärker international agierenden Unternehmen und Investoren sowie dem in spek-takulären Bilanzskandalen aufgetretenen Machtmissbrauch seitens des Managements und der Kontrollinstanzen. Hieraus ergibt sich die Frage, wie in einer komplexen Welt ein nachhaltiges Wirtschaften im Sinne aller Interessengruppen gewährleistet werden kann.
Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Corporate Governance-Systeme der USA und Deutschlands zu vergleichen. Hierbei sollen verschiedene Facetten aufgegriffen werden, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Systeme herauszuarbeiten. Es soll insbe-sondere gezeigt werden, dass zwischen den beiden Systemen trotz landesspezifischen Regelungen eine starke Konvergenz besteht.

Dabei verlief die Entwicklung der Corporate Governance-Systeme in den betrachteten Ländern sehr unterschiedlich. So hat die Corporate Governance-Diskussion in den Ver-einigten Staaten eine lange Tradition, die sich zunächst in der gesellschaftsrechtlichen Gesetzgebungskompetenz der Einzelstaaten äußerte. Bilanzskandale um Enron oder WorldCom und der daraufhin im Jahr 2002 unterzeichnete Sarbanes-Oxley-Act (SOA) führten jedoch zu einer bundesrechtlichen Regelung der Corporate Governance-Themen. In Deutschland handelt es sich dagegen um ein vergleichsweise junges Thema, das seit knapp zwei Dekaden diskutiert wird und im Jahr 2001 in einem von einer Regierungskommission entworfenen Leitfaden, dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), mündete.

Zunächst soll der Begriff und die Bedeutung der Corporate Governance unter Bezug-nahme des deutschen und amerikanischen Verständnisses abgegrenzt werden. Weiter werden in Kapitel drei die von Corporate Governance angesprochenen Rechtsnormen beider Länder dargestellt. Auf Basis dessen werden die beiden Systeme in Kapitel vier einem Vergleich mit Schwerpunkten in Leitung/Kontrolle, Vergütung, Kapitalstrukturen und Treuepflichten unterzogen, ehe in Kapitel fünf auf aktuelle Entwicklungen ein-gegangen wird. Abgeschlossen wird diese Arbeit durch ein Fazit samt Ausblick.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Corporate Governance

3. Rechtliche Rahmenbedingungen

4. Vergleich der Corporate Governance-Systeme Deutschlands und der USA

4.1 Leitungsmodelle und Kontrolle des Managements

4.2 Vergütung der Gesellschaftsorgane

4.3 Kapitalstrukturen

4.4 Treuepflicht von Leitungsorganen und Mehrheitsaktionären

5. Aktuelle Corporate Governance-Entwicklungen

6. Fazit & Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Corporate Governance-Systeme der USA und Deutschlands vergleichend gegenüberzustellen, um bestehende Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und dabei insbesondere die Konvergenz beider Systeme trotz nationaler Besonderheiten aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Corporate Governance-Begriffs in Deutschland und den USA
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und deren historische Entwicklung
  • Vergleich der Leitungsmodelle und Managementkontrolle
  • Analyse der Vergütungsstrukturen und Kapitalverhältnisse
  • Untersuchung der Durchsetzungsmechanismen für Treuepflichten

Auszug aus dem Buch

4.1 Leitungsmodelle und Kontrolle des Managements

Die Corporate Governance-Systeme Deutschlands und der USA sind gekennzeichnet durch zwei unterschiedliche Leitungsmodelle: das monistische, vom Board of Directors geleitete in den USA und das dualistische, Leitung und Kontrolle strikt trennende Modell in Deutschland.40 Gleichwohl steht deutschen Kapitalgesellschaften die Möglichkeit offen, durch Gründung einer europäischen Aktiengesellschaft – Societas Europaea (SE) – ein monistisches Board zu implementieren.41

Im dualistischen System werden die Aufgaben der Leitung und Kontrolle auf die Organe des Vorstands und des Aufsichtsrats verteilt.42 Dabei soll der Aufsichtsrat als Bindeglied zwischen der Unternehmensleitung und den Anteilseignern fungieren.43 Sofern der Vorstand aus mehreren Personen besteht, ist neben der generellen gemeinsamen Führung aller Personen die Wahl eines Vorstandsvorsitzenden durch das Kontrollgremium zu beachten.44 Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in Vorstand und Aufsichtsrat wird durch §105AktG explizit ausgeschlossen. Demnach steht der gleichzeitige Vorsitz von Vorstand und Aufsichtsrat nicht zur Debatte.

Weiter soll der Aufsichtsrat aus einer ausreichenden, in DCGK Ziffer 5.4.2. jedoch nicht genau quantifizierten, Anzahl unabhängiger Mitglieder bestehen. Unabhängigkeit ist dann gewährleistet, wenn ein Aufsichtsratsmitglied weder persönliche noch geschäftliche Beziehungen zur Gesellschaft bzw. zu deren Vorstand pflegt.45 Problematisch erscheint vor diesem Hintergrund die in Deutschland vorherrschende paritätische Mitbestimmung, die bei Aktiengesellschaften mit über 2.000 Mitarbeitern dazu führt, dass die Hälfte des Aufsichtsrats mit Arbeitnehmern zu besetzen ist.46 So stellt sich die Frage, ob bei hälftiger Arbeitnehmervertretung überhaupt eine ausreichende Anzahl an unabhängigen Mitgliedern erreicht werden kann bzw. ob die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat als unabhängig anzusehen ist.47 Die Interaktion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt durch die Berichtspflicht über Rentabilität und Liquidität sowie die zukünftige Geschäftsausrichtung.48 Gelockert wird die strikte Trennung von Leitung und Kontrolle u.a. durch die Anforderung einer engen Zusammenarbeit zwischen beiden Ämtern49 und den eingerichteten Zustimmungsvorbehalten des Aufsichtsrats bei bedeutsamen Geschäftsvorfällen50.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Corporate Governance ein, beleuchtet die Relevanz vor dem Hintergrund der Globalisierung und Bilanzskandale und definiert das Ziel des Systemvergleichs.

2. Begriff der Corporate Governance: Hier wird der Corporate Governance-Begriff anhand der unterschiedlichen Traditionen und Sichtweisen in Deutschland und den USA differenziert und abgegrenzt.

3. Rechtliche Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt skizziert die rechtlichen Grundlagen und die historische Entwicklung der Corporate Governance-Regelungen in beiden Ländern.

4. Vergleich der Corporate Governance-Systeme Deutschlands und der USA: Dieses Hauptkapitel analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Bereichen Managementstrukturen, Vergütung, Kapital sowie Treuepflichten.

4.1 Leitungsmodelle und Kontrolle des Managements: Es erfolgt die Gegenüberstellung des monistischen US-Systems und des deutschen dualistischen Systems unter Berücksichtigung von Kontrollmechanismen und Mitbestimmung.

4.2 Vergütung der Gesellschaftsorgane: Dieses Kapitel betrachtet die Anreizsysteme, die Rolle von Vergütungsausschüssen und die Konvergenz durch aktuelle gesetzliche Anforderungen.

4.3 Kapitalstrukturen: Hier werden die Aktionärsstrukturen sowie die Finanzierungsgewohnheiten der Unternehmen und deren Einfluss auf die Corporate Governance beleuchtet.

4.4 Treuepflicht von Leitungsorganen und Mehrheitsaktionären: Das Kapitel untersucht die Durchsetzung von Treuepflichten und den Minderheitenschutz im Vergleich der beiden Rechtssysteme.

5. Aktuelle Corporate Governance-Entwicklungen: Hier werden die Auswirkungen der Finanzkrise und die Rolle staatlicher Interventionen sowie aktuelle europäische Initiativen diskutiert.

6. Fazit & Ausblick: Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse des Vergleichs zusammengefasst und die kritische Perspektive auf eine mögliche internationale Harmonisierung dargelegt.

Schlüsselwörter

Corporate Governance, Deutschland, USA, Vergleich, Leitungsmodelle, dualistisch, monistisch, Vorstand, Aufsichtsrat, Board of Directors, Vergütung, Treuepflicht, Minderheitenschutz, Konvergenz, Finanzkrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Corporate Governance-Systeme der USA und Deutschlands hinsichtlich ihrer Strukturen, rechtlichen Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Leitungsmodelle, die Vergütung von Gesellschaftsorganen, Kapitalstrukturen sowie die Durchsetzung von Treuepflichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und die These zu belegen, dass zwischen beiden Systemen trotz landesspezifischer Unterschiede eine starke Konvergenz besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Rechtsnormenanalyse, um die historischen Entwicklungen und aktuellen Anforderungen an die Corporate Governance in beiden Nationen gegenüberzustellen.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden die Managementstrukturen (dualistisch vs. monistisch), die Rolle der Kontrollorgane, Anreizsysteme durch Vergütung und der Minderheitenschutz im Kontext der Treuepflicht detailliert analysiert.

Was sind die charakteristischen Schlagworte der Publikation?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Corporate Governance, Konvergenz, Vorstandsvergütung, dualistische vs. monistische Systeme und Minderheitenschutz.

Wie unterscheidet sich das deutsche vom amerikanischen Leitungsmodell?

Das deutsche Modell ist dualistisch mit einer strikten Trennung zwischen Vorstand (Leitung) und Aufsichtsrat (Kontrolle), während das US-amerikanische System monistisch ist und von einem Board of Directors geführt wird.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Treuepflicht?

Die Herausforderung liegt in der effektiven Durchsetzung von Treuepflichten zum Schutz von Minderheitsaktionären, wobei in den USA Klagemöglichkeiten stärker ausgeprägt sind als in Deutschland.

Welchen Einfluss hat die Finanzkrise auf die Systeme?

Die Finanzkrise führte zu einer verstärkten staatlichen Rolle in den Corporate Governance-Strukturen und wirft Fragen zur Ausgestaltung von Vergütungsobergrenzen auf.

Warum wird eine internationale Harmonisierung kritisch gesehen?

Der Autor argumentiert, dass eine Harmonisierung aufgrund historisch gewachsener nationaler Besonderheiten wie der paritätischen Mitbestimmung in Deutschland problematisch und in der Umsetzung zu träge sein könnte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gegenüberstellung der Corporate Governance-Systeme
Untertitel
USA versus Deutschland
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,3
Autor
Christian Falk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V184836
ISBN (eBook)
9783656100713
ISBN (Buch)
9783656100393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA Deutschland Corporate Governance Kapitalstrukturen Leitungsmodelle monistisches Board dualistisches Board Grünbuch Corporate Governance
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Falk (Autor:in), 2011, Gegenüberstellung der Corporate Governance-Systeme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184836
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