Kinder und Jugendliche haben einen ursprünglichen Drang zur Bewegung. Die moderne und hochtechnisierte Welt in der wir leben schränkt diese Ursprünglichkeit jedoch so stark ein, dass statistisch gesehen bis zu 65 % der Kinder - aufgrund Bewegungsmangel - im Primarschulbereich bereits haltungsgeschwächt sind.1
Eine möglichst frühe und gezielte Schulung der konditionellen Fertigkeiten macht also durchaus Sinn, kann Haltungsschäden vorbeugen und den Grundstein für darauf aufbauende Leistung und Leistungsfähigkeit schaffen.
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1 Grosser, Starischka & Zimmermann, 2008, S.176
Inhaltsverzeichnis
1. Konditionstraining von Kindern und Jugendlichen
1. 1 Entwicklungsbiologische Aspekte
2. Anforderungsprofil Sprint
3. Leistungskomponenten
3. 1. Kondition
3. 1. 1 Kraft
3. 1. 1. 1 Maximalkraft
3. 1. 1. 2 Schnellkraft
3. 1. 1. 3 Reaktivkraft
3. 1. 1. 4 Kraftausdauer
3. 1. 2 Schnelligkeit
3. 1. 2. 1 Reaktionsschnelligkeit
3. 1. 2. 2 Sequenzschnelligkeit
3. 1. 2. 3 Frequenzschnelligkeit
3. 1. 2. 4 Kraftschnelligkeit und Sprintkraft
3. 1. 2. 5 Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. A Kraftschnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. B Maximale Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. C Submaximale Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 6 Supramaximale Schnelligkeit
3. 1. 2. 7 Sprintschnelligkeit
3. 1. 3 Ausdauer
3. 1. 3. 1 Allgemeine Grundlagenausdauer
3. 1. 4 Beweglichkeit
3. 2 Koordination
4. Trainingsmethoden
4. 1 Trainingsmethoden der Kraft
4. 1. 1 Schnelligkeitsorientierte Maximalkraftmethode
4. 1. 2 Methode der intramuskulären Koordination
4. 1. 3 Schnellkraftmethode
4. 1. 4 Muskelleistungsmethode
4. 1. 5 Reaktive Methode
4. 2 Trainingsmethoden der Schnelligkeit
4. 2. 1 Reaktionsschnelligkeitsmethode
4. 2. 2 Frequenzschnelligkeitsmethode
4. 2. 3 Methode zur komplexen Schnelligkeitsverbesserung
4. 3 Trainingsmethoden der Ausdauer
4. 3. 1 Extensive Dauermethode
4. 3. 2 Intensive Intervallmethode
5. Konditionstrainingsprinzipien
5. 1 Trainings- und Belastungsprinzipien
5. 1. 1 Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
5. 1. 2 Prinzip der progressiven Belastungssteigerung
5. 1. 3 Prinzip der Variation der Trainingsbelastung
5. 1. 4 Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung (Superkompensation)
5. 1. 5 Prinzip der Wiederholung und Dauerhaftigkeit
5. 1. 6 Prinzipien der Periodisierung und Zyklisierung
5. 1. 7 Prinzipien der Individualität und Altersgemäßheit
5. 1. 8 Prinzip der regulierenden Wechselwirkung der einzelnen Trainingselemente
5. 1. 9 Prinzip der Komplexität
5. 1. 10 Prinzip der Qualität
6. Der langfristige Leistungsaufbau
6. 1 Grundlagentraining (GLT) – 6 bis 10 Jahre
6. 1. 1 Laufen
6. 1. 2 Springen
6. 1. 3 Werfen
6. 1. 4 Spielen
6. 2 Aufbautraining (ABT) 1 & 2– 9 bis 15 Jahre
6. 3 Anschlusstraining (ANT) – 14 bis 17 Jahre
6. 4 Hochleistungstraining (HLT) – ab 16 - 19 Jahre
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Struktur und Planung eines langfristigen Konditionstrainings in der Leichtathletik-Kategorie Sprint, basierend auf den Rahmentrainingsplänen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), um Athleten vom Kindesalter bis zum Höchstleistungsalter von etwa 22 Jahren zielgerichtet zu fördern.
- Grundlagen der konditionellen Fähigkeiten Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit.
- Methoden des Konditionstrainings spezifisch für den Sprint.
- Prinzipien der Trainingsgestaltung, einschließlich Superkompensation und Periodisierung.
- Entwicklungsstufen im langfristigen Leistungsaufbau (GLT, ABT, ANT, HLT).
Auszug aus dem Buch
3. 1. 1. 2 Schnellkraft
„Schnellkraft wird als die Fähigkeit des neuromuskulären Systems definiert, in der zur Verfügung stehenden Zeit einen möglichst großen Impuls zu erzeugen.“
Im Sprint hat der Athlet nur wenig Zeit (weniger als 250 ms) zur Verfügung um einen Impuls zu erzeugen. Daher sind die Größe des Kraftanstiegs (Explosivkraft) und Startkraft von Bedeutung.
Bei Sportarten wo der Sportler mehr Zeit hat (über 300 ms) wird die Schnellkraft hingegen durch die muskuläre Leistungsfähigkeit bestimmt.
Wir unterscheiden also 2 Definitionen der Schnellkraft, wobei nur die Erstere für den Sprint relevant ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Konditionstraining von Kindern und Jugendlichen: Einführung in die Notwendigkeit einer frühzeitigen Schulung konditioneller Fertigkeiten unter Berücksichtigung biologischer Altersaspekte.
2. Anforderungsprofil Sprint: Darstellung der sprintspezifischen Anforderungen, bei denen das neuromuskuläre System und anaerobe Energiebereitstellung im Vordergrund stehen.
3. Leistungskomponenten: Detaillierte Definition und Kategorisierung der leistungsbestimmenden konditionellen Faktoren Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit.
4. Trainingsmethoden: Übersicht über spezifische Trainingsmethoden zur Entwicklung der Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer unter Berücksichtigung ihrer Eignung für den Sprint.
5. Konditionstrainingsprinzipien: Erläuterung der sportwissenschaftlichen Trainingsprinzipien, die zur Steuerung und Anpassung der Trainingsbelastung essenziell sind.
6. Der langfristige Leistungsaufbau: Systematische Beschreibung der Trainingsetappen vom Grundlagentraining bis hin zum Hochleistungstraining zur langfristigen Leistungsentwicklung.
Schlüsselwörter
Konditionstraining, Sprint, Leichtathletik, Trainingsplanung, Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktionsschnelligkeit, Periodisierung, Superkompensation, Grundlagentraining, Aufbautraining, Hochleistungstraining, motorische Fähigkeiten, Trainingsmethoden, Leistungsaufbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die langfristige Planung des Konditionstrainings speziell für die Sprintdisziplinen der Leichtathletik.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die konditionellen Leistungskomponenten, bewährte Trainingsmethoden sowie die trainingswissenschaftlichen Prinzipien des langfristigen Leistungsaufbaus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für den Aufbau eines langfristigen Rahmentrainingsplans zu vermitteln, der Athleten von etwa 8 Jahren bis ins Hochleistungsalter führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der sportwissenschaftlichen Fachliteratur und der Rahmentrainingspläne des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Leistungskomponenten (Kondition, Koordination), die Vorstellung spezifischer Trainingsmethoden sowie die Darstellung der trainingsbiologischen Prinzipien.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit?
Konditionstraining, Sprint, Trainingsplanung, Leistungsaufbau, Schnellkraft und Superkompensation.
Warum ist das "biologische Alter" für das Training so wichtig?
Das biologische Alter trifft präzisere Aussagen über den Entwicklungsstand als das kalendarische Alter, wodurch der Athlet entweder akzeleriert (voraus) oder retardiert (hinterher) eingestuft werden kann.
Welche Rolle spielt die Superkompensation bei der Trainingsplanung?
Sie beschreibt den Prozess, bei dem nach einer Belastung eine Erholungsphase erfolgt, die zu einer Leistungssteigerung über das ursprüngliche Ausgangsniveau hinaus führt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Kraftarten für Sprinter entscheidend?
Da der Sprinter sehr kurze Impulse erzeugen muss, sind insbesondere Explosivkraft und Schnellkraft für die Beschleunigung und das Abdruckverhalten essenziell.
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- Steph Gro (Autor), 2009, Die langfristige Konditionstrainingsplanung der Leichtathletik-Kategorie „SPRINT“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184862